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Mein Freund tut mir nicht gut...

  • Starter*in Starter*in Kissandera
  • Datum Start Datum Start
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    freund
Keine Ahnung, ob ich mich früher getrennt hätte, wenn ich diese Seite schon gekannt hätte. Wahrscheinlich hätte ich mir gesagt, dass alles doch gar nicht so schlimm ist, dass wir das schon schaffen (was eigentlich?) und dass wir so viele gemeinsamen Höhen hatten, dass man naturgemäß finstere Täler einkalkulieren muss.

Ja,ja, ja!!!! Genau das hab ich auch immer gedacht!!! Ein ganz schlimmer Irrtum.
 
Hallo zusammen,

bin "fast" neu hier und auf diesen Threat gestossen. Ich glaube, es trifft auch auf meine Beziehung zu. Ich fange langsam an, kein Selbstwertgefühl mehr zu haben, vielmehr eigentlich mich nur noch Schei... zu fühlen. Komisch nur, dass das alles früher nie der Fall war. Ich habe viel Bekannte, gute Freunde, einen klasse Job mit tollen Kollegen, ein intaktes Elternhaus, zwar geschieden, aber immer noch einen guten Kontakt zur Ex-Frau und meinen zwei Söhnen, aber meine Partnerin "tickt" nicht richtig und ich bin alles schuld. Ich kann so viele Sachen hier nachvollziehen - aber selbst beim Lesen denke ich, ICH bin nicht ok. Ich mache und tue alles, trotzdem bricht immer wieder ein lauthalser Streit aus - bei dem ich runtergemacht werde. Selbst wenn ich z.B. einen Umzug organisiere und auch noch 50% der KOsten übernehme gibt es noch was zu meckern. Alle anderen sind schuld - immer - machen alles falsch - nur meine Partnerin nicht. Dass sie selber gar nichts geregelt bekommt ausser Einkaufen und ihren Job, merkt sie scheinbar nicht. Ich mag nicht mehr lachen - und das hat mich früher ausgemacht. Ich habe langsam Angst. Oft denke ich, wie schön wäre es, wenn alles vorbei wäre, dann wäre Ruhe. Ich komme aber nicht dagegen an, vielmehr werde immer mehr ins Reich der Depressionen gezogen und bin mir selber nicht mehr viel wert.

Soltle ich mal langsam zu einem "Spezialisten"

Danke fürs zu"lesen"

Der Ratsucher
 
Hallo, ich melde mich mal wieder...

so, wieder ein Wochenende mit meinem Partner rum...

Ich muss zugeben, diesmal zweifle ich auch ein wenig an mir selber... Bei einigen Dingen, die mein Partner immer an mir kritisiert handelt es sich wohl wirklich um gewisse Schwachpunkte, an denen ich arbeiten muss. Das Problem ist nur: er kritisiert mich auf so unangenehme Weise, dass ich richtig blockiert bin und dann schon gar nicht mehr konstruktiv an etwaige Veränderungen herangehen kann. Es handelt sich ja teilweise um Schwächen, die mir schon lange bekannt sind und die mich sowieso belasten. Und mein Partner haut halt genau da rein...

Eine "Schwäche" ist zum Beispiel, dass ich manchmal ein wenig ineffektiv bin, und Dinge nicht so effektiv und zügig erledigen kann, wie mein Partner sich das wünschen würde. Ich komme schon zum Ziel, aber vielleicht nicht auf dem kürzesten Wege. Darüber regt sich mein Partner oft tierisch auf. (manchmal frage ich mich aber, weshalb denn eigentlich immer alles auf dem effektivsten Weg geschehen muss - immerhin handelt es sich oft um Freizeit-Aktivitäten, wo es ja nicht auf eine Minute hin oder her ankommt).

Eine andere "Schwäche": ich bin technisch manchmal etwas ungeschickt. Ich bin kein großer Meister, was das Reparieren von Geräten etc. betrifft. Naja, ein guter Punkt, um sich darüber aufzuregen, wie man sich nur so anstellen kann...

Ich würde mich ja selber gern verbessern, aber wenn ich so kritisiert werde, fühle ich mich angegriffen und blockiert...
 
Lieber Knuddel,

hör ganz schnell auf mit den Selbstvorwürfen, Du verrennst Dich! Das sind doch keine Schwächen, die Du da beschreibst! Und schon mal gar kein Grund, Dich dafür anzumachen. Ich habe den Eindruck, dass Dein Freund gerade in die Zielkurve einläuft: Er hat Dich klein gekriegt.

Es gibt keinen Grund, jemanden auf Grund seines Seins anzumachen. Dein Freund macht aber genau das. Würdest Du ihn wegen seiner Haarfarbe anschnauzen? Ihn zur Schnecke machen, weil es Dich nervt, dass er langsam isst/ungern radfährt/schlecht einparken kann oder was weiß ich?

Ich glaube, Dein Freund ist ein A*******. Und Du bist nett.
 
Ihr seid lieb, danke für die aufmunternden Worte.

Eine Schwachstelle habe ich aber definitiv, und über sie hab ich mich am Wochenende selber sehr geärgert:

aus mir unerfindlichen Gründen schaffe ich es oft nicht, in klaren Worten meinem Freund meine eigenen Wünsche bzw. Abneigungen mitzuteilen. Sobald er etwas bestimmt oder vorschlägt habe ich das unangenehme Gefühl, ihm zustimmen zu müssen. Ich fühle mich wie unter Zwang.

Immer wieder kommt es dann zu Situationen, die er vorschlägt und von mir abnicken lässt, anschließend plant und in denen ich mich dann nicht wohl fühle. Wenn dann die Situation naht fühle ich mich manchmal sehr angespannt, worüber er sich dann natürlich (zu Recht) aufregt und sagt, ich hätte doch zugestimmt, nun solle ich gefälligst nicht so schlechte Laune haben.

Mir ist klar, dass ich gleich zu Beginn meine Meinung zu seinen Vorschlägen äußern sollte - auch wenn ich nicht einverstanden bin. Aber ich fühle mich dann immer als Spielverderber, mit dem man nichts anfangen kann. Also stimme ich zu und das Unglück nimmt mal wieder seinen Lauf....

Dieses Verhaltensmuster tritt übrigens nur gegenüber Leuten auf, die sehr bestimmend und dominant auftreten. Meinem langjährigen Expartner gegenüber konnte ich viel besser meine eigenen Meinungen vertreten.
 
Lieber Knuddel,

das ist in der Tat eine Schwachstelle. Aber nicht so, wie Du es darstellst. Denn Du beschreibst Deine Unentschiedenheit als Charakterfehler - ich als absolute Verunsicherung. Und die hat Dein Freund verursacht. Ist doch klar:
Wenn ich es jemandem NIE recht machen kann und mir das lange und immer wieder reinziehe, weiß ich irgendwann selber nicht mehr wo unten und oben ist.
Du hast inzwischen schon so eine Angst vor Deinem Freund, dass Du Dir selber nicht mehr traust.

Mensch, Knuddel, kannste Dich nicht mal ne Weile zurückziehen? Lass ihn doch bitte EIN MAL auflaufen. Triff Dich mit Menschen, die nett zu Dir sind. Diese Meckerei von Deinem Kerl nimmt Dir doch jede Lebensfreude.

Liebe Grüße!
 
Ja, ich weiß, dass ich besser meine Meinungen und Ansichten in einer Beziehung vertreten kann, wenn ich den Eindruck habe, dass meine Meinungen auch gehört und respektiert werden.

Inzwischen hat sich leider bei mir das Gefühl eingeschlichen, es würde eh nichts bringen, meine Ansichten zu äussern, da sie im Normalfall abgeschmettert würden.

Ich glaub, ich muss mich wieder aufraffen, deutlicher zu meiner Meinung zu stehen (und somit möglicherweise daraus entstehende Konflikte ertragen lernen)...
 
Ich hab gestern wieder mit ihm telefoniert und zumindest mal wieder festgestellt, dass sein Hang zur Überheblichkeit wohl eine generelle Charaktereigenschaft ist und nichts allein mit mir zu tun hat. Denn er berichtete davon, dass er demnächst im Job Führungsaufgaben bekommen würde. Und als erstes beklagte er sich darüber, dass seine Noch-Kollegen (und zukünftigen Untergebenen) allesamt Dilettanten wären, die sowieso nichts zustande brächten. "Ich glaub, für die wird sich bald einiges ändern", meinte er...
 
Aber ich fühle mich dann immer als Spielverderber, mit dem man nichts anfangen kann.

...besser wärs, Du wärst tatsächlich mal einer und hörst auf, ihm alles recht machen zu wollen, was Du nach seiner Ansicht sowieso nicht kannst - und auch nicht sollst!!

Mensch, pass bloß auf Dich auf - Du bist auf dem besten Weg, sämtliches Selbstvertrauen zu verlieren und dann hat er Dich vollens in der Hand!
 
...besser wärs, Du wärst tatsächlich mal einer und hörst auf, ihm alles recht machen zu wollen, was Du nach seiner Ansicht sowieso nicht kannst - und auch nicht sollst!!

Du hast wirklich recht.

Hier kommt anscheinend ein anerzogenes Verhaltensmuster bei mir zum Tragen. Ein Muster, das besagt: "sei immer nett, mach es allen recht, nur dann bist du ein guter Mensch!" Sobald ich es mal wage, meinen eigenen Kopf durchzusetzen melden sich sofort Schuldgefühle bei mir. Sie sagen: "Mensch, bist du egoistisch, denk doch nicht immer an dich selbst..."

Ich frage mich, woher dieses Verhaltensmuster kommen könnte. Jedenfalls kann ich mich nicht explizit dran erinnern, dass mich meine Eltern so erzogen hätten, so zu denken. Dennoch sind diese Gefühle recht präsent, sobald ich mal etwas gemäß meinen eigenen Wünschen tun will.

Hier passen mein Partner und ich wirklich wie Schloss und Schlüssel zusammen. Er kann seine Ansichten und Pläne wunderbar mir gegenüber durchsetzen, und ich nehme mich zurück, um nicht egoistisch zu wirken.

Fatal ist nur, dass dieser Zustand instabil ist: denn wie erwähnt schätzt mein Partner ja meine Zurückhaltung nicht wirklich. Er nutzt sie zwar, aber sie wird zu einer zunehmenden Schieflage in der gegenseitigen Achtung führen. Er lobt mich nicht für meine Flexibilität, sondern legt sie mir als Schwäche aus.

Ich werde mich jetzt mal darin üben, ab sofort auch Kontra zu geben wenn mir seine Vorschläge nicht behagen. Allerdings weiß ich jetzt schon, dass dies zu ernsthaften Konflikten und stressigen Situationen führen wird - denn Widerspruch ist er nicht gewöhnt. Seine bisherigen Beziehungsversuche mit weniger nachgiebigen Partnern haben allesamt nicht lang gehalten.
 

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