...besser wärs, Du wärst tatsächlich mal einer und hörst auf, ihm alles recht machen zu wollen, was Du nach seiner Ansicht sowieso nicht kannst - und auch nicht sollst!!
Du hast wirklich recht.
Hier kommt anscheinend ein anerzogenes Verhaltensmuster bei mir zum Tragen. Ein Muster, das besagt: "sei immer nett, mach es allen recht, nur dann bist du ein guter Mensch!" Sobald ich es mal wage, meinen eigenen Kopf durchzusetzen melden sich sofort Schuldgefühle bei mir. Sie sagen: "Mensch, bist du egoistisch, denk doch nicht immer an dich selbst..."
Ich frage mich, woher dieses Verhaltensmuster kommen könnte. Jedenfalls kann ich mich nicht explizit dran erinnern, dass mich meine Eltern so erzogen hätten, so zu denken. Dennoch sind diese Gefühle recht präsent, sobald ich mal etwas gemäß meinen eigenen Wünschen tun will.
Hier passen mein Partner und ich wirklich wie Schloss und Schlüssel zusammen. Er kann seine Ansichten und Pläne wunderbar mir gegenüber durchsetzen, und ich nehme mich zurück, um nicht egoistisch zu wirken.
Fatal ist nur, dass dieser Zustand instabil ist: denn wie erwähnt schätzt mein Partner ja meine Zurückhaltung nicht wirklich. Er nutzt sie zwar, aber sie wird zu einer zunehmenden Schieflage in der gegenseitigen Achtung führen. Er lobt mich nicht für meine Flexibilität, sondern legt sie mir als Schwäche aus.
Ich werde mich jetzt mal darin üben, ab sofort auch Kontra zu geben wenn mir seine Vorschläge nicht behagen. Allerdings weiß ich jetzt schon, dass dies zu ernsthaften Konflikten und stressigen Situationen führen wird - denn Widerspruch ist er nicht gewöhnt. Seine bisherigen Beziehungsversuche mit weniger nachgiebigen Partnern haben allesamt nicht lang gehalten.