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Mein Freund ist gestorben

Hallo Liebe Claudia,

wollte bloß mal hören ob es Dir soweit gut geht...die Tage halbwegs überstanden, kannst Dich ja mal hier melden wenn es deine Zeit erlaubt und wenn Dir danach ist. Weiterhin viel Kraft!

Nur das Beste
Jette
 
Hi, ihr Lieben,
ich bin jeden Tag im Forum, aber lese nur.
Ich kann ja nicht jeden Tag dasselbe schreiben.
Und das ist, daß ich meinen Freund vom Aufwachen bis zum Einschlafen, vollgepumpt wieder, leider, vemisse,
Ich jobbe noch, hab seit Tagen auch so Kopfweh, ich kämpfe eigentlich dauernd damit, nicht einfach alles hinzuschmeißen und mich totsaufen.
Das geht aber nicht, ich habe so liebe sensible Kinder, die auch schon mit mir genug miterlebt haben, und meine Mutter.
Und ich weiß, daß ich nicht als Frack da oben ankommen brauche, weil mein Freund, der liebe Gott, mein Heiliger Geist und alle Schutzengel, die ich habe, mir dauernd zurufen, daß ich weiterleben soll!
Aber noch kann ich nur weinen (wenn ich allein bin) und versuche irgendwie, noch ohne Plan, in dieses Leben ohne den Mann, mit dem ich es verbringen wollte, wieder reinzufinden.
Zu diesen Herzschmerzen habe ich seit 2 Tagen auch noch Kopfweh und trinke.
Damit höre ich wieder mal auf, morgen.
Es ist schier unerträglich, so oder so.

Alles ist weg.

Ich kann nicht mehr lachen, freue mich darauf, wann ich soweit bin, da wartet er schon auf mich, mich interessiert nichts mehr hier.
In meinem Job kann ich paar Stunden abschalten, aber sowohl sein Sohn noch ich konnten bisher zum Grab gehen seit der Beerdigung, an seinem Geburtstag. . Das lesen, von... bis...
Nein, ich bete noch jede Nacht, daß dies alles nur ein böser Traum ist, bis zum schrecklichen Erwachen, und so halte ich diese vielen Stunden, die so lang sein können, aus, bis ich mal wieder schlafen kann, aber auch das geht nur betäubt.
Miir fällt jeder Tag schwerer statt daß was besser wird-
Aber es soll wohl so sein,
vielleicht haben wir "Hinterbliebene" eine Aufgabe, die wir nur erkennen müssen. Wir müssen ja weiterleben..
 
Zuletzt bearbeitet:
Jette, wie gehts dir? Hast du was unternommen?
Schreib das doch hier,
Ich hab gemerkt, daß diese Trauer kein Mensch nachvollziehen kann außer ihr hier.
Und du, liebe Jette, bitte mach was, wie willst du das alleine schaffen??!!
 
Hallo Claudia, hab grad alles durchgelesen (leider etwas zu schnell).
Sehe, dass du noch auf bist. Sag mal, hast du schon vorher getrunken oder ist das erst Folge des Todesfalles?

Viele Grüße von Sigi
 
Liebe Claudia,

mensch das hört sich ja nicht so gut an...bist so glaube ich wieder mal an einen deiner Tiefpunkte angelangt...ich kenne das, erlebe das jeden zweiten Tag. Der Schmerz ist, so denkt man, unerträglich...dann kommen noch körperliche Beschwerden dazu, in meinen Augen die Reaktion einer kaputt gegangenen Seele. Ich weiss von was ich hier spreche....meine Seele ist auch verdammt verletzt worden, die wieder gesund zu bekommen wird ein schwerer Weg werden, falls das überhaupt wieder möglich sein sollte. Liebe Claudia, du erkennst noch das der Weg den Du bisher verfolgt hast falsch ist, schon wegen deiner Kinder...ich weiss leicher gesagt als getan...niemand von aussen kann diesen Schmerz, stellenweise die Selbstvorwürfe, die Egalstimmung auf alles nicht verstehen, aber solange es so etwas wie dieses Forum exestiert, wo es Menschen gibt die sich für die Belange anderer offen und ehrlich interessieren weiss man wenigstens man steht nicht ganz alleine, selbst wenn dies Menschen einen fremd sind. Unternommen habe ich bisher nichts...wir also mein Partner und ich haben all die ganzen Jahre sehr zurückgezogen gelebt...haben alles allein versucht zu lösen so hantiere auch ich es bisher. Ich habe Schwierigkeiten damit Hilfe von aussen anzunehmen, gebe ich offen und ehrlich zu...aber das was ich will kann mir niemand mehr wiedergeben...Das erst einmal zu erkennen wird für mich offensichtlich die Lebendsaufgabe. Liebe Claudia, weiterhin viel...viel Kraft, ich umarme Dich mal hier virtuell...vieleicht hilft es ein wenig in diesem Augenblick!

Nur das Beste
Jette
 
Hallo Sigi,
ich hab erst wieder angefangen als das passiert ist.
Ich muß aber wieder aufhören damit.
Ohja, Jette, es fällt mir immer schwerer alles jeden Tag.
Aber das müssen wir wohl aushalten, wir haben ja keine Wahl..
Liebe Grüße
Claudia
 
Hallo Sigi,
ich hab erst wieder angefangen als das passiert ist.
Ich muß aber wieder aufhören damit.
Ohja, Jette, es fällt mir immer schwerer alles jeden Tag.
Aber das müssen wir wohl aushalten, wir haben ja keine Wahl..
Liebe Grüße
Claudia


Bist du dir klar, liebe Claudia, warum dich der Tod auf diese schlimme Weise mitnimmt? Andere Leute verlieren auch geliebte Leute, trauern usw. aber es wird nicht immer zu dem, was du erleidest. Irgendwo trifft dich das alles an einer Stelle, die verletzlicher ist, als sie bei, sagen wir mal "Normalbürgern" ist.

Ich will jetzt nicht weiter bohren, weil ich erst wissen will, was du dazu meinst.

Alles Gute und viele Grüße

Sigi
 
Hi Sigi,
ich glaube nicht, daß ich außergewöhnlich trauere.
Mein Freund war mein einziger Vertrauter die letzten 12 Jahre, wir haben alles miteinander gemacht und uns dann vor 3 Jahren nach einer kurzen Sendepause, verliebt.
Wir haben uns soviel gezofft, wegen Kleinkram, unsere Kinder haben das längst nicht mehr ernst genommen, weil wir auch selber darüber lachen mußten am nächsten Tag.
(Seine beiden sind im gleichen Alter wie meine beiden, 22 und 24).
Das war oft schwere Beziehungsarbeit, aber wir wußten ja, wofür.
Für uns, weil da eine so innige Liebe war, er war wie ein Zwilling für mich. Aber auch "the sexiest man alive" für mich. Und der, mit dem ich endlos rumblödeln konnte.
Und stundenlang reden, fernsehen gemeinsam, ewig im Bett rumlümmeln.
Und die Zukunft gehörte uns beiden.
Ich fühle mich wie amputiert, als wär mein Herz rausgerissen worden.
Jetzt ist nur noch Leere und Kälte da, ich schlafe irgendwann dank Schlaftablette, Alk und was zu rauchen ein, immer in der Hoffnung, daß alles nur ein böser Traum war, und jeder Morgen wird noch schlimer.
Ich glaube, so empfinden viele "Hinterbliebene".
das Weiterleben müssen ist das Schwerste. Und das tut körperlich weh, wie eine Todesangst, die einem den Brustkorb zuschnürt.
Und ich bete pausenlos, daß das mal besser wird.
Liebe Grüße
Claudia
 
Zuletzt bearbeitet:
O.k. Claudia, so eine innige Beziehung muss man erst mal selbst gehabt haben, um mitreden zu können.

Trotzdem liegt dein Problem ja wohl darin, deine Eigendrehung nicht mehr zu finden, weil du dich so genial um ihn gedreht hast.

Es geht gar nicht mehr in dich rein, wie lebendig auch das Karusell namens Eigendrehung sein kann, was man darin alles Neues erleben kann, und das könntest du dir bewusst machen, Schritt für Schritt.

Du willst dich weiter um ihn, mit ihm drehen, aber es geht nicht, darum wird dir schlecht, du brauchst Stoff, um dagegen zu steuern, aussichtslos.

Diesen Zustand könnte jeder haben, der das erlebt, was du erlebt hast, aber es gibt Menschen, die die Drehung um andere von ihrer Psyche her brauchen, für die ist es noch schlimmer. Solltest du dieses Problem haben, wäre eine Therapie gut, nicht wegen der Trauer, die ist ja normal, sondern wegen der "Drehungen".

Wenn du aber ein Typ bist und warst, der gut mit sich selbst zurecht kommt, der sein Lebensglück von der Natur her weniger auf Bindung, sondern auf den Umgang mit vielen Menschen gegründet hat, habe ich gute Hoffnung, dass du das zu deiner Zeit schaffst, dich wieder zu finden.

Klingt jetzt alles etwas kalt, gell. Aber ist ja auch nur ein Versuch, was zu treffen, was dich weiterbringt, zuminest im Nachdenken über dich.

Gut gemeint also. Was meinst du?

Sigi
 
Liebe Claudia,

ja ein wenig Wahrheit steckt wohl in der Aussage von Siggi...ich für meinen Teil habe ebenfalls sehr grosse Schwierigkeiten meine eigene Drehung wieder zu finden, zumal wenn man 15 Jahre mit einen und den selben Partner zusammen war, der auch wie bei Dir meine einzigste Bezugsperson...also Vertrauter, Mann, Freund eben dein Leben war...diesen Alleingang der uns/mir mehr oder weniger aufgezwungen worden ist wiederzufinden wird ein Kraftakt und manchmal glaube auch ich es nicht schaffen zu können. Ich will es ebenfalls nicht wahrhaben wollen, das erkenn ich daran das ich genauso lebe wie als wenn er da wäre oder gleich um die Ecke kommt. Begrüssungen zu Hause...Begrüssungen in unserem gemeinsamen Büro...ja selbst Begrüssungen am "Tatort". Hört sich sicherlich in deinen Augen etwas verblödet an, aber sonst hätte ich es bis jetzt nicht durchgehalten. Die Trauer...der Schmerz...so verdammt gross ...oft auch überwältigend...Hast Du ausser deinen Kindern noch andere Menschen um Dir mit denen Du wenigstens ein wenig reden kannst, vieleicht auch eine Freundin? Reden ist eigentlich immer wichtig...hilft manchmal sicherlich ein wenig in den schlimmsten Augenblicken...ich habe leider (ausser jetzt in diesem Forum) keinen an den ich mich wenden könnte, da mein Thema ja immer noch in unserer Gesellschaft als Tabu gehandhabt wird...ist verdammt schwer...manchmal rede ich mit meinem Kater, aber leider kann der mir keine in menschlicher Sprache zufriedenstellende Antwort geben (vieleicht sollte ich mich mal an einem Kurs für Tiersprache halten)...Liebe Claudia, schreib hier weiter..wir/ich wollen und haben auch das Bedürfnis an deiner Geschichte teilhaben zu können und vieleicht den einen oder anderen Ratschlag geben zu dürfen...Dir vieleicht zu zeigen DU BIST NICHT ALLEIN! Alles Liebe...erholsame Stunden...ein wenig mal andere und schönere Gedanken das wünsche ich Dir.

Nur das Beste
Jette
 

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