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Mein Freund ist gestorben

Hallo liebe Claudia,

ich war eine Woche auf Dienstreise, schwimme weiter im kalten Wasser, in das ich geworfen wurde, nachdem im Juni mein Vater starb und ich "mal eben" seine Firma übernommen habe. Aber so langsam wird es wärmer ( = fühle ich mich ein wenig sicherer). Ihr habt ja viel gesprochen in der letzten Woche, sehr gute und wichtige Dinge gesagt, wie ich finde.

Ich möchte Dir (und Jette) ein kleines Buch empfehlen, das ich in der letzten Woche gelesen habe:

Es heißt "Kaito" von Hans Kruppa und ist ein Märchenroman.

Es ist interessant zu lesen für alle, die sich nach dem Sinn fragen, danach, wie wir glücklich werden können. Ich hatte Dich ja mal gefragt, ob Du Dich schonmal mit dem Buddhismus befasst hast. Dieses Buch enthält ein paar buddhistische Botschaften, in sehr einfacher Form geschrieben. Es ist wirklich schön - während ich es las, habe ich mich ganz ruhig und aufgeräumt gefühlt. Und ein bisschen von dieser Ruhe in den Alltag mitgenommen.

Es kostet 6EUR - sieh mal, ob Du es kriegen und bald lesen kannst. Ich bin sicher, es wird Dir gefallen. Wenn Du es gelesen hast, weißt Du auch, warum mein Benutzername "Moment" ist 🙂

Und zu Deinen Kindern / Deinem Sohn noch folgendes: Da (zumindest) Dein Sohn (von Deinem zweiten Kind schreibst Du nichts?) erwachsen ist, kann ich mir vorstellen, dass Du Dich ihm gegenüber durchaus öffnen könntest. Er leidet nicht weniger dadurch, dass Du ihn mit Deinen Gefühlen "verschonst", im Gegenteil, es muss schwierig für ihn sein, zuzusehen, wie es Dir schlecht geht, und nicht an Dich heran zu kommen. Ich weiß, auch ihm geht es nicht gut, aber vielleicht erzählt er Dir auch mehr von sich, wenn Du ihm von Dir erzählst. Und gemeinsam könntet Ihr versuchen, wieder auf die Füße zu kommen. Mütter denken immer, sie dürfen ihre Kinder nicht belasten, aber erwachsene Kinder können durchaus helfen, und sie werden nie in dem Maße belastet in dem sie andersherum entlasten können.

Ich wünsche Dir nur das Allerbeste.
Natascha

P.S. Sorge Dich nicht um Weihnachten - "gemeinsam" schaffen wir das...
 
Hallo, ihr Lieben.
Schön, Natascha, daß du wieder hier bist, und ganz langsam aber sicher "schwimmen" lernst. Aber setz dich nicht zu sehr unter Druck, alles im Sinne deines Vaters richtig machen zu wollen. Ich weiß wohl, was Väter für starke Persönlichkeiten sein können, meiner ist 17 Jahre tot und hinterläßt auch für immer eine Lücke. Aber auch dein Vater will sicher nicht, daß du nur funktionierst, sondern will dich auch gelassen und fröhlich sehen.
Für den Buddhismus interessiere ich mich schon sehr lange. diese Glaubensform hat mich schon immer angesprochen, angefangen glaube ich vor vielen Jahren mit dem "Siddharta". Ich habe mir jetzt meinen eigenen Glauben mit Gott geschaffen, der aber nichts mit der Kirche zu tun hat. Das Büchlein bestelle ich mir heute, danke für den Tip!
Mich hats richtig erwischt, hab einen Kopf wie mit Blei gefüllt..
Und ich habe ganz gräßliche Angst vor Silvester, wie soll ich diesen schrecklichen Tag nur rumbringen. Schlaftabletten und eine Flasche Wodka ist das einzige, was mir bisher dazu einfällt, wenn alle Menschen auf ein frohes gutes Neues Jahr anstoßen. Wohin gehen geht ja absolut gar nicht.
Wahrscheinlich vergeht aber auch dieser Tag wie alle anderen.
Jette was machst du mit diesem Tag?
Viele liebe Grüße euch allen erstmal
Claudia
 
Hallo Claudia,

danke für Deine liebe Nachricht. Das ist interessant, dass Du davon sprichst, ich solle mich nicht unter Druck setzen. Tatsächlich gebe ich ständig Vollgas und will immer alles ganz richtig machen. Bis vor kurzem habe ich auch immer überlegt "wie hätte Papa es gemacht"... Aber seit der Reise letzte Woche habe ich das Gefühl, es wird nun alles langsam "mein Baby", und ich fühle mich ruhiger. Und wenn mal etwas nicht so klappt, sage ich mir "Erfahrung ist die Summe aller Misserfolge" 🙂

Trotzdem ist alles sehr viel zurzeit, ich habe zwei kleine Töchter (3 und 1), die brauchen mich auch, und dann ist da ja auch noch mein Mann 🙂... Mental fühle ich mich ganz ruhig, aber körperlich muss ich schon aufpassen, dass es nicht alles zu viel wird.

Ob ich es bei all dem Trubel schon verarbeitet habe, dass Papa nicht mehr da ist, versuche ich noch herauszufinden. Deshalb bin ich auch auch auf dieser Seite gelandet. Und dann bin ich über Deine Nachricht gestolpert und denke seitdem oft über Dich nach und an Dich.

Du bist irgendwo in München und ich in Frankfurt - und tausend andere irgendwo anders versuchen auch, mit ihrem Verlust klarzukommen... Denkst Du, Du kannst an Silvester versuchen, Dich mental mit allen Traurigen zusammenzuschließen - und Dich dadurch nicht so alleine zu fühlen? Schlaftabletten und Wodka finde ich überhaupt gar keine gute Idee (gelinde gesagt).

Wenn es Dich tröstet: so toll ist Silvester doch bei den meisten nicht - man weiß bis zuletzt nicht, was man machen wird, trifft sich dann mit diesem und jenem, geht spät ins Bett, wacht viel zu früh auf und beginnt das Neue Jahr mit Schlafmangel und komischer Laune. Am besten wäre es, man ginge wie immer oder noch früher ins Bett, mit einem guten Buch, und liest, bis das Feuerwerk vorbei ist. Vielleicht liest Du ja Kaito. Oder triffst Dich doch mit ein paar Freunden, damit Du nicht zu viel trinkst...

Wenn Du Kaito gelesen hast, sag mir mal, wie Du es fandest. Wenn Dich der Buddhismus tatsächlich interessiert, habe ich dann noch einen guten Tip für Dich. Das würde Dir ganz bestimmt helfen.

Lieben Gruß und gute Nacht,
sei behütet,
Natascha
 
P.S. Claudia, noch eine Frage: wie würdest Du mit Deinem Kind umgehen, wenn es ihm so schlecht ginge wie es Dir gerade geht?
 
Hallo Liebe Claudia,

auf deine Frage was ich am Silvestertag mache will ich Dir sagen...genau das selbe wie all die anderen Jahre....aus dem Fenster schauen...mir die Augen von innen ansehen...ich schliesse mich da mal vollkommen Moment an. Das was Sie über diesen Tag schrieb empfinde ich genauso. Silvester...Weihnachten...Ostern für mich Tage die genauso anzusehen sind wie all die anderen 360 Tage im Jahr. Die Trauer...der Schmerz...die Verzweiflung werden an diesen Tagen nicht mehr, ob nun diese Tage oder all die anderen...mein Gefühl bleibt genauso...ist vieleicht auch eine Art Schutzfunktion...viele Menschen die in Trauer leben sagen oft wie schlimm diese Tage dann besonders für Sie sind. Nun das kommt ja auch immer darauf an wie man Sie dann verlebt hat...wir, also mein Mann und ich, sind Weihnachten immer auf unsere geliebte Insel Teneriffa gefahren und Silvester wie schon erwähnt uns die Augen von innen angesehen...tja Tenneriffa entfällt nun also werde ich die Tage dann wie Silvester verbringen. Liebe Claudia, vieleicht ist der Ratschlag von Moment an Dich gar nicht so schlecht...bitte nicht die Flasche Wodka und Tabletten, denn das kann verdammt noch mal in die Hose gehen...bitte versuche darüber nachzudenken...Du wirst dich nicht besser fühlen...denken dadurch wird der Schmerz in diesen Augenblicken dann leichter zu ertragen sein....nein er wird schlimmer und die Gedanken drehen sich nur wieder in eine Richtung, glaub mir das ich kenne das nur zu gut. Wenn Du möchtest können wir uns an diesen Tag HIER treffen...nur ein Vorschlag...damit Du dich nicht so allein fühlst...Ich mache das gerne, so haben wir beide vieleicht auch ein Vorteil daraus. Hier bbricht gerade ein wenig die Sonne durch und ich schicke Dir ein paar Sonnenstrahlen die dein Gesicht erwärmen sollen...

Nur das Beste
Jette
 
Hallo,
meine Erkältung ist so eklig geworden, daß diese Husterei (hab auch ne chronische Bronchitis) und Schneuzerei soviel Kopfweh macht, daß es garnichts konkretes mehr gibt, wovons mir schlecht geht.
Jette, ich versteh dich schon, jeder Tag ist eigentlich gleich übel, ich fand es sogar irgendwo "schön", daß die Beerdigung an seinem Geburtstag war, weil da mehr da waren als daß sie zu Lebzeiten gekommen wären. Und ich mir sicher bin, daß er sich darüber gefreut hat.
Aber dieses Silvester macht mir schon viel Angst.
Es freut mich, daß du mir anbietest, daß wir uns hier treffen, ich werde wohl auch nichts anderes vorhaben, und es gibt mir ein Stück Sicherheit.
Danke, an euch alle!
Claudia
 
VIELEN DANK!!!!
Ich fühl mich so schlecht, so kaputt, dieser viele Alkohol, Tabletten, wenig Schlaf, und jetzt kann ich mich schon niemandem mehr zumuten, weil ich nur noch "belle", und das ist so anstrengend, tut schon weh, jetzt nach Tagen,
und ich bin so hoffnungslos,
und es gibt nichts, was ich gern tun würde.
Und mich graut es nur noch vor jedem neuemTag.
Tag für Tag mehr.
Sorry, ich bin jetzt wieder in Selbstmitleid versunken, aber so fühle ich mich.
Daß ich mich hier gerade ausheulen darf, tut mir für den Moment gut, und dafür danke ich dem lieben Gott, und euch!!
Claudia
 
Claudia, ab morgen nur Obst und Gemüse, alles roh und keinen Tropfen mehr, die Grippe austreiben und wieder so schön werden, wie du warst (du schriebst glaub ich davon) und dann raus unter die Leute, es gibt auch draußen mitunter so nette, die dich gern in den Arm nehmen und ausheulen lassen, die dir neuen Mut geben, neue Geflechte zu bauen.

Man möchte an dich glauben, wenn man alles liest, wenn man nicht wüsste, welche Macht der Alkohol hat. Aber sch... drauf. Packs an, möchte ich dir zurufen, es gibt, Leute, die auf dich warten!!! Glaubs mir.

Sigi
 
Liebe Claudia,

ich schliesse mich Sigi voll und ganz an...und vor allem geh zum Arzt, auch wenn es schwer fällt. Mit Bronchitis ist nicht zu spaßen...das kann sehr auf das Herz gehen, du bist eh schon sehr angeschlagen...also tu es...wenn schon nicht für Dich dann wenigstens für uns....auch warm anziehen und für 10min an die frisch Luft tut gut...machst Du das für Dich/deine Kinder und auch für uns????

Nur das Beste
Jette
 

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