in-silence
Mitglied
Hallo liebe Claudia,
Ich habe schon einige zeit Deinen Thread verfolgt, mich aber noch nicht gemeldet, weil ich nicht recht wußte, was ich schreiben soll. Wir haben beide schon einmal in einem anderen Thread "ich will bei ihm sein" von lulu-lu geschrieben. Dort steht auch ein Teil meiner Geschichte. Die Kurzfassung ist die, daß ich vor über zehn Jahren meinen Freund verloren habe. Zwar war ich damals erst 3 Jahre mit ihm bekannt und zusammen, aber dennoch hat er mein Leben auf den Kopf gestellt und Gefühle in mir hervorgerufen, die mir noch absolut fremd waren. Ich war 19, als er von mir ging, und habe viele Gefühle, die Leere, die Einsamtkeit und so Sachen, was Du schreibst, auch empfunden, und das über eine sehr sehr lange Zeit. Im Nachhinein (jetzt nach über 10 Jahren) würde ich so sagen, daß ich ca. 3 Jahre nach diesem schrecklichen Moment so einigermaßen wieder nach vorne gesehen habe und in Bezug auf das Ereignis wieder etwas Halt gefunden habe. So richtig verarbeitet habe ich es wohl immer noch nicht.
Und somit zu Dir - ich kann mich sehr sehr gut in Deine Situation hineinversetzen. Es wird sehr viel abverlangt von Dir, und solche Kommentare, das die Leute in Deiner Arbeit sagen, daß Du Dich endlich wieder zusammenreißen sollst, finde ich absolut unqualifiziert. Niemand kann Deinen Schmerz und Deinen Verlust nachempfinden, deshalb steht auch niemandem zu, darüber zu urteilen. Aber solche Kommentare kommen immer wieder, wie ich auch sehr oft erleben mußte. Mich haben diese Worte dann einfach nur angekotzt, am liebsten hätte ich den Personen ins Gesicht gespuckt, und irgendwann habe ich angefangen, darüberzustehen. Ich denke, das mußt auch Du lernen. Sei Dir ganz ganz fest im Klaren, daß keiner das Recht hat, über Deine momentane Gefühlslage zu urteilen oder Dir Deine Zerstreutheit vorzuwerfen. Versuche es zu ignorieren und konzentriere Dich auf Dich und Deine Umgebung, die Dir wichtig ist!!!
Was Deine Probleme mit dem Alkohol angehen, habe ich das Gefühl, daß Dein Wille, davon wegzukommen doch noch größer ist, als Dein Drang zum Alkohol und zum damit verbunden "Abrutschen" hin. Du hast einen Sohn, um den Du Dich sorgst, wenn er alleine ist, während Du vielleicht in einer Klinik bist. Aber denkst Du auch dran, was mit ihm und für ihn passiert, wenn Du jetzt nicht die Kurve kriegst und es irgendwann gar nicht mehr schaffst? Bitte reiß Du bei Dir JETZT die Zügel straff (nicht "morgen") und laß Dir schnellstmöglichst helfen, bevor es zu spät ist. Es wird mit Sicherheit eine sehr schwere Zeit für Deinen Sohn, aber wenn Du aus der Klinik zurück bist, wird er's Dir ewig danken, daß Du die Kraft und den Willen aufgebracht hast, ihm und Euch eine zuversichtlichere Zukunft zurückzugeben. Du hast Deinen Partner verloren durch tragische Umstände, aber auch wenn Du ihn nicht mehr siehst und spürst, ist er irgendwo und wird stolz auf Dich sein, wenn Du diesen Schritt schaffst!
Noch eine kleine Ansichtsweise, die ich mir immerwieder nahegelegt habe, um nicht ganz im Schmerz zu versinken:
Du weißt, daß nicht nur Du Dein Leben mit Deinem Freund verbringen wolltest, sondern er seins auch mit Dir. Er wird darüber auch sehr traurig sein, und noch trauriger wird er sein, Dich so zu sehen. Auch er will Dich zurück in seinen Armen haben, aber das geht nicht. Vielleicht sieht er Dich, vielleicht sieht er die Welt mit Dir durch Deine Augen - versuche doch, Dein Leben trotzdem für Euch beide zu leben, versuche Euch beiden noch viel vom Leben zu zeigen, was ihr beide noch sehen wolltet, und wenn es ein einfacher Spaziergang in einer kaltgefrorenen Winterlandschaft ist (falls es die bei Dir demnächst mal gibt), bei dem Du zum Himmel siehst und Dir vorstellst, er lächelt Dich an von da oben...
ich drücke dich ganz fest und schreibe dir gerne wieder, wenn du möchtest
in-silence
Ich habe schon einige zeit Deinen Thread verfolgt, mich aber noch nicht gemeldet, weil ich nicht recht wußte, was ich schreiben soll. Wir haben beide schon einmal in einem anderen Thread "ich will bei ihm sein" von lulu-lu geschrieben. Dort steht auch ein Teil meiner Geschichte. Die Kurzfassung ist die, daß ich vor über zehn Jahren meinen Freund verloren habe. Zwar war ich damals erst 3 Jahre mit ihm bekannt und zusammen, aber dennoch hat er mein Leben auf den Kopf gestellt und Gefühle in mir hervorgerufen, die mir noch absolut fremd waren. Ich war 19, als er von mir ging, und habe viele Gefühle, die Leere, die Einsamtkeit und so Sachen, was Du schreibst, auch empfunden, und das über eine sehr sehr lange Zeit. Im Nachhinein (jetzt nach über 10 Jahren) würde ich so sagen, daß ich ca. 3 Jahre nach diesem schrecklichen Moment so einigermaßen wieder nach vorne gesehen habe und in Bezug auf das Ereignis wieder etwas Halt gefunden habe. So richtig verarbeitet habe ich es wohl immer noch nicht.
Und somit zu Dir - ich kann mich sehr sehr gut in Deine Situation hineinversetzen. Es wird sehr viel abverlangt von Dir, und solche Kommentare, das die Leute in Deiner Arbeit sagen, daß Du Dich endlich wieder zusammenreißen sollst, finde ich absolut unqualifiziert. Niemand kann Deinen Schmerz und Deinen Verlust nachempfinden, deshalb steht auch niemandem zu, darüber zu urteilen. Aber solche Kommentare kommen immer wieder, wie ich auch sehr oft erleben mußte. Mich haben diese Worte dann einfach nur angekotzt, am liebsten hätte ich den Personen ins Gesicht gespuckt, und irgendwann habe ich angefangen, darüberzustehen. Ich denke, das mußt auch Du lernen. Sei Dir ganz ganz fest im Klaren, daß keiner das Recht hat, über Deine momentane Gefühlslage zu urteilen oder Dir Deine Zerstreutheit vorzuwerfen. Versuche es zu ignorieren und konzentriere Dich auf Dich und Deine Umgebung, die Dir wichtig ist!!!
Was Deine Probleme mit dem Alkohol angehen, habe ich das Gefühl, daß Dein Wille, davon wegzukommen doch noch größer ist, als Dein Drang zum Alkohol und zum damit verbunden "Abrutschen" hin. Du hast einen Sohn, um den Du Dich sorgst, wenn er alleine ist, während Du vielleicht in einer Klinik bist. Aber denkst Du auch dran, was mit ihm und für ihn passiert, wenn Du jetzt nicht die Kurve kriegst und es irgendwann gar nicht mehr schaffst? Bitte reiß Du bei Dir JETZT die Zügel straff (nicht "morgen") und laß Dir schnellstmöglichst helfen, bevor es zu spät ist. Es wird mit Sicherheit eine sehr schwere Zeit für Deinen Sohn, aber wenn Du aus der Klinik zurück bist, wird er's Dir ewig danken, daß Du die Kraft und den Willen aufgebracht hast, ihm und Euch eine zuversichtlichere Zukunft zurückzugeben. Du hast Deinen Partner verloren durch tragische Umstände, aber auch wenn Du ihn nicht mehr siehst und spürst, ist er irgendwo und wird stolz auf Dich sein, wenn Du diesen Schritt schaffst!
Noch eine kleine Ansichtsweise, die ich mir immerwieder nahegelegt habe, um nicht ganz im Schmerz zu versinken:
Du weißt, daß nicht nur Du Dein Leben mit Deinem Freund verbringen wolltest, sondern er seins auch mit Dir. Er wird darüber auch sehr traurig sein, und noch trauriger wird er sein, Dich so zu sehen. Auch er will Dich zurück in seinen Armen haben, aber das geht nicht. Vielleicht sieht er Dich, vielleicht sieht er die Welt mit Dir durch Deine Augen - versuche doch, Dein Leben trotzdem für Euch beide zu leben, versuche Euch beiden noch viel vom Leben zu zeigen, was ihr beide noch sehen wolltet, und wenn es ein einfacher Spaziergang in einer kaltgefrorenen Winterlandschaft ist (falls es die bei Dir demnächst mal gibt), bei dem Du zum Himmel siehst und Dir vorstellst, er lächelt Dich an von da oben...
ich drücke dich ganz fest und schreibe dir gerne wieder, wenn du möchtest
in-silence