• Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Mein Freund ist gestorben

Liebes Eisherz, danke, dieser Satz ist sehr wahr.
Ich rede viel mit meinem Freund, und wenn ich ganz unten bin und frage, warum ich und nicht ER, der für mich der bessere Mensch war, leben muß, bekomme ich Antworten. Diese haben viel mit meinen Kindern, aber auch mit mir zu tun. Und haben mich erst in größte Verzweiflung getrieben, weil ich schon dabei war, noch manchmal bin, mich selbst aufzugeben. Weil er mir die Augen geöffnet hat, daß ich aus vielen Gründen, meine Kinder allen voran, nicht einfach abhauen kann. So will mich keiner da oben.
Jetzt versuche ich, wieder ins Leben rein zu kommen, ich hab noch keine Ahnung, wie ich das hinkriege, irgendwie fühle ich mich selber unlebendig, aber ich werde nicht aufgeben.
Danke, ihr hier helft mir gerade von Tag zu Tag beim Weiterleben!
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe Claudia,

auch ich will Dir mein aufrichtiges Beileid aussprechen und sagen ich kann Dich und deine momentane Situation voll und ganz verstehen, denn ich bin in der gleichen Lage. Auch mein Partner/Freund/Mann ist tot...plötzlich...nur mit dem kleinen Unterschied das er dieses hat selbst herbeigeführt. Es ist jetzt über ein Jahr her und meine Trauer/Wut/Verzweiflung ist leider nicht besser geworden. Ich befinde mich noch am Anfang...da wo ich Ihn gefunden habe...so hängend...erschütternd....angst..Auch ich brauche den Freund "Wein" nur um wenigstens mal einschlafen zu können. Wir hatten leider nicht das Glück gehabt Kinder in diese Welt zu setzen, aber DU hast ein Sohn der Dich braucht und den Du brauchst...Ihr könnt Euch in dieser schweren Zeit gemeinsam stützen...nur zulassen müsst Ihr es. Ich verstehe deinen Schmerz...er drückt einen die Kehle zu...bringt einem in eine Situation die man eigentlich nicht will.. Es ist gut das Du ersteinmal den Weg hier in das Forum geschafft hast und darüber reden bzw. schreiben kannst. Reden ist immer gut...rauslassen die Gefühle, die Gedanken sonst wird man noch verrückt im Kopf...also bleib hier...schreib immer wann Dir danach ist...hier ist immer einer/eine die Dir zuhört und auch den einen oder anderen Ratschlag geben kann. Ich möchte Dir zum Schluss noch ein Gedicht wiedergeben was genau aussagt wie ich mich und vieleicht auch Du fühlst:

Ein kleines Boot treibt auf dem Meer,
es schwimmt verlassen und scheint leer.
Darin liegt still im Mondenschein
eine Gestalt - sie starb allein.

Einst voller Leben, von Sorgen befreit -
es saß jemand bei ihr, sie reisten zu zweit -
bleibt nunmehr nur Asche - die erloschene Glut.
Es umschließt sie der Nebel, lässt gefrieren das Blut.

Gemeinsam stachen sie einst in See,
in Richtung Sonne trieb sie das Fernweh.
Dorthin wo der Himmel den Ozean küsst,
dorthin wo das Paradies auf Erden ist:

Der Horizont war das Ziel ihrer Reise,
doch wandte die eine sich ab und weinte leise
nach der Welle, deren Weg führt zum Ufer allein,
bis sie sprang ins Meer, um eine Welle zu sein.

Die nun dunkle Gestalt blieb einsam zurück -
allein mit den Trümmern von Wonne und Glück.
Ein Schmerz wie ein Messer, das fährt durch die Kehle,
denn mit über Bord ging auch ihre Seele.

Der Wind hatte sich plötzlich gedreht
und alle Träume hinweg geweht.
Raue Wellen und stürmische Wogen
haben sie um ihr Glück betrogen.

Der Tod schließlich nahm ihr den Schmerz.
Sie schläft nun mit verstummtem Herz.
Und im fahlen Mondenschein
liegt sie im Schiffchen - still und allein.
 
Hallo Claudia,

Deine Schmerzen kann ich verstehen. Wenn ein geliebter Mensch von uns geht, bleiben wir alleine zurück und oft auch stehen, als würde an dieser "Haltestelle" noch jemand kommen, der uns abholt.
Dadurch können wir zu Gefangenen des Schmerzes werden, der sich sehr schwer ertragen lässt.
Wenn wir bereit sind, zu akzeptieren, jetzt alleine zu sein und den ganzen Mut zusammennehmen und auch gehen, dann kann nach und nach aus einem schmerzhaften Abschied eine schöne Erinnerung werden, in der der Mensch immer lebendig bleiben kann und die schöne gemeinsame Zeit kann immer wieder schöne Erinnerungen in uns wecken, die nach dieser vollzogenen Trennung auch gut tun können.
Wenn Du jemand hast, bei der oder dem Du Deinen Schmerz äußern kannst und Dir klar darüber werden kannst, dass Dein Leben vor Dir viele schöne Erleichterungen bereit hält und ein Ziel, für das Du Dich wieder auf den Weg machen willst.
Dein Freund würde Dir das sicher wünschen und sich mit Dir freuen, sollte er das sehen können.
Wir wissen nicht, wohin die Seelen gehen, wenn sie den Körper eines Menschen verlassen. Wir wissen auch nicht, was das Einzigartige an diesem Menschen ausgemacht hat. War es seine Seele oder sein Körper, dem diese Seele ihre Austrahlung geschenkt hat. ich glaube eher an die erste Möglichkeit. Wissen kann das niemand.
Dir wünsche ich liebe Menschen, die Dich verstehen und Dir behutsam wieder in Dein Leben zu kommen helfen. Dann wirst Du nicht vergeblich getrauert haben.

Alles Gute und viel Kraft

Benedikt
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo, ich danke euch sehr für eure Antworten. Das mit dem Reden darüber geht überhaupt nicht. Für mich. Weil alles, das ganze Leben sich geändert hat. Ich hätte mir niemals nur ansatzweise vorstellen können, in welchen Abgrund man fällt. Für Menschen, die dies nicht selber durchlebt haben, absolut unmöglich, nachzuvollziehen. Mir fehlt auch die Kraft für die Stimme, zum Reden. Schreiben geht. Ich habe keine so enge Freunde, nur Bekannte, in meinem Job, und die stehen irgendwo hilflos da und hoffen, daß man sich wieder fängt. Meine Kinder, die sind nicht seine, spüren, daß das ein größeres Problem ist, aber denen will ich ja nicht noch mehr Angst machen.
Ich werde probieren, ob es professionelle Hilfe gibt, die etwas helfen kann. Oder muß man da doch alleine durchkommen?
Wenn nichts mehr da ist, was einen interessiert oder freut.
Ich lese keine Zeitung mehr, kann keine Musik mehr hören, ich will mir nichts mehr kaufen, Fernsehen ist schwer, etwas ohne Tod, Liebe, Lustiges, was auch unerträglich ist, oder über Reisen, was ich so mochte zu sehen, weil wir das soviel vorhatten. Fußball, den ich durch ihn spannend finden lernte. Alles weg. Wer soll sowas nachvollziehen können. Hätte ich auch nicht. Ich war eine so hübsche, optimistische gepflegte fröhliche und gern rumblödelnde Blondine, jetzt fühle ich mich wie eine alte verhärmte Frau, und seh auch so aus. Erschreckend, wie man sich in kurzer Zeit auch äußerlich verändern kann.
Liebe Jette, ich habe Ehrfurcht vor jemandem wie dir, der dies schon solange durchlebt. Jeder Tag ist ein riesen Kraftakt. Samt den körperlichen Beschwerden wie die Schmerzen in der Brust, Luftnot....

Mir ist auch bewußt, daß deine Trauer noch grausamer ist, wenn man das so sagen kann. Diese Bilder in deinem Kopf. Du stehst das doch hoffentlich nicht alleine durch?!!
Dein Gedicht spiegelt auch meine Gefühle wieder, aber nach 1 Jahr!! finde ich es so brutal, daß du noch so extrem leidest. Das hält doch kein Mensch aus!!!!
Oh, ich wünsche dir so von ganzem Herzen, daß die Lichtblicke in deinem Leben zunehmen, daß dir was passiert, das dir wieder etwas Freude zurückbringt.
Jeder Tag in dieser Trauer ist entsetzlich, da muß es doch einen Weg raus geben!!!
Lieber Gott, bitte zeig uns einen Weg, wies weitergeht!!
Ich empfinde das hier schon als einen Wink Gottes. Kämpfe auch du , liebe Jette, dich ins Leben zurück!!
Viel viel Kraft und alles Liebe
Claudia
 
Liebe Claudia,

vielen Dank für deine tröstenden Worte...mhh alleine durchstehen..ja doch leider muss ich das, es ist ja niemand mehr da...muss mich alleine auffangen. Wenn dein Partner die einzigste Bezugspersohn ist/war und diese dann wegbricht kann auch unter Umständen die andere "Hälfte" alleine nicht überleben bzw. exestieren. Ich habe mich inzwischen damit abgefunden, das der Rest meines Lebens ...meines Dasein in dieser Phase so weiterlaufen wird bis für mich dann endlich der graue Vorhang des Alltages fällt und ich dahinter hoffentlich Antworten auf meine qälenden Fragen bekomme und auch für mich wieder Sonne in meine Seele kommt. Bis dahin warte ich...versuche jeden Tag zu leben/überleben obwohl ich sagen muss das dies mir Tag für Tag sehr schwer fällt. Das mit dem Aussehen kenne ich gut...man ist eigentlich ja noch nicht so alt aber man fühlt sich so...ich z. Bsp. bin 40 Jahre alt und fühle mich wie 60zig obwohl ich so alt eigentlich nicht werden will. Ich war ebenfalls immer ein lebensfroher Mensch...dies ist mir genommen worden. Ich habe versucht mir so genannte proffesionelle Hilfe in Form von gelernten Psychotherapeuten zu nehmen, aber leider wurde mir dort nach zwei Gesprächen gesagt "Sie sind noch nicht soweit". und somit versuche ich nun alleine damit klar zu kommen . Ob ein Mensch das aushalten kann war deine Frage...ja wie Du siehst und lesen kannst...ich bin noch hier und die Betonung liegt aber auf noch...aushalten ja aber um welchen Preis? Diesen Preis den ich jetzt als "mein Leben" bezeichen darf...aber ich will nicht abschweifen...Ich hoffe Dir geht es bald besser, wie ich schon sagte bleib hier...wir begleiten Dich gerne ein Stück deines steinigen Weges. Auch Dir weiterhin viele, viel Kraft...viele Menschen mit Verständnis und Entscheidungen die ausschliesslich nur für Dich gut sind.

Nur das Beste
Jette
 
Hallo Claudia,

jetzt hab ich mich doch mal registriert und bin nicht nur Gast. Hast Du meine Nachricht vom Loslassen gelesen? Was meinst Du dazu?

Minh meldet sich nicht mehr - wie es ihm wohl geht?

Liebe Grüße und gute Nacht.
 
Liebe Jette,
nein, auf keinen Fall darfst du dich damit abfinden, daß dieses Leben, so wie es für dich seit 1 Jahr ist, so weiter geht!!
Bitte geh noch mal zu anderen Psychotherapeuten, wobei ich glaube, daß du vielleicht wirklich eine stationäre Therapie brauchst. Ich finde es schrecklich, wie du abgewimmelt wurdest, obwohl man dich nie allein mit diesem Trauma hätte lassen dürfen. Bitte gib nicht auf, raff dich auf und versuch nochmal, Hilfe zu bekommen. Es gibt schon Idioten unter diesen Ärzten, aber hoffentlich auch gute! Ich war auch einmal bei meinem Neurologen nach dem Tod meines Freundes, der auch Psychiater ist, weil ich gehofft habe, daß es irgendeine Hilfe gibt für so Menschen wie uns, der hat mir eine Probepackung Antidepressiva in die Hand gedrückt, das wars. Da bin ich auch nicht mehr hin. Aber ich gebe nicht auf, habe am Montag eine Termin in der "Arche", das ist ein Verein, und ich erzähl dir dann, was dort war. Du darfst dich auf keinen Fall damit abfinden, das alleine schaffen zu müssen, das schaffst du nicht! Bei dir kommt ja das schreckliche Suiziderlebnis dazu!! Das ist zuviel, um allein damit klar zu kommen!
Ich melde mich, was dort war, und denk an dich!!
Claudia
 
Zuletzt bearbeitet:
Und hallo, liebe Moment. Schön, daß du dich hier angemeldet hast.
Ja, wies dem Minh wohl geht, wüßte (nicht nur ich) auch gern..
Zu deiner Frage zu dem "Loslassen" will ich dir sagen, daß wir Kinder vor 17 Jahren bei meinem Vater am Totenbett saßen, ich hab seine Hand gehalten, und er hat reagiert. Unsere Mutter hat irgendwann gesagt, wir sollen bitte raus gehen, damir er loslassen kann. 10 Minuten später ist er gestorben. Eine schwere traurige Zeit folgte, er war auch ein sehr wichtiger Mensch für uns. Aber man lernt, mit diesem Verlust zu leben, weil es zum Leben dazugehört, seine Eltern irgendwann gehen lassen zu müssen. Und ich, wie du sicher auch, hast das Wissen, daß er von da oben weiterhin über dich wacht, und da oben in Frieden sein kann, wenn du dein Leben weiterfühst. Die Trauer bleibt sicher auch lange in dir, aber wandelt sich in Dankbarkeit, daß du diesen Vater hattest.
Einen Partner verlieren, ist ganz anders. Auch deine Mutter trauert sicher anders als du. Und in jungen Jahren den Partner verlieren, reißt einem den Boden unter den Füßen weg. Das ganze Leben funktioniert nicht mehr. Eigentlich kann man das garnicht beschreiben, der Schmerz ist sprichwörtlich unbeschreiblich. Meine einzige Chance, da erstmal durchzukommen, ist die Hoffnung und der Glaube, daß er immer bei mir ist, leider nicht mehr zum Anfassen. Und er will nicht, jetzt noch nicht, daß ich ihn loslasse, weil ich ihn brauche. Ich weiß, daß auch er bei mir sein will, solange ich ihn brauche! Dieses Wissen hilft mir zum Weiterleben.
Liebe Grüße
Claudia
 
Hi du. Ich danke dir für deine Mail!!!
Oh mein Gott, nein! Ich bin so sehr geschockt!
Kannst du genaueres erzählen, in welchem Krankenhaus war er, wie und wo wird er beerdigt??
Was genau ist passiert?
Das tut mir auch für dich entsetzlich leid!! Ich möchte dir mein Beileid aussprechen zum Verlust deines Freundes.
Melde dich bitte nochmal.
Liebe Grüße
Claudia
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
B Mein Vater Trauer 5
P Mein Hund Trauer 32
G Mein Bruder ist tot Trauer 12

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.
      Oben