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Mein Freund ist gestorben

Hi, lieber Minh.
Du hast recht, ich glaube, vielen Menschen geht es so. Drüber reden geht bei mir garnicht, da bricht meine Stimme weg.
Und von dir wünsche ich mir, daß du dich immer wieder, wenns geht, meldest!! Ich warte darauf, immer wieder zu erfahren, wies dir geht!
Und ich denke an dich!!!
Drück dich ganz fest
Claudia
 
Minh, noch was.
Ein schöner Gedanke, daß du meinen Freund aufsuchen willst. Du würdest ihn finden, das weiß ich.
Aber ich bin nicht einverstanden damit.
Du sollst kämpfen, und wenn ich mal da oben bin, paß ich lieber auf, daß es DIR endlich gut geht. Aber hier, auf der Erde.
Ich weigere mich, anzunehmen, daß dein Herz das nicht schafft!
Ich bin überzeugt, daß Deine Zeit noch lange nicht gekommen ist!!
Bitte gib du ihm auch eine Chance und gib dich nicht auf!
Bis bald!!!!
Claudia
Wie so viele Menschen, bete ich für Dich, mein lieber Minh
 
Hi, mein lieber Minh,
ich hoffe, ich bin so zu Verstand gekommen, wie sehr mein Sohn leidet, daß auch ich es schaffe, mit dem Trinken aufzuhören.
Du bist so ein lieber toller Junge, mir fehlen die Worte.
Außer, daß ich in meinen Gedanken, Wünschen und Hoffnungen ganz fest bei dir bin, und ich will, daß du lebst!
Ich weiß nicht, was die im Krankenhaus mit dir gerade anstellen, aber bitte, fühl dich bei allem geliebt und alle unsere Gebete und guten Wünsche für alles, was du da grad mitmachen mußt, sind bei dir!!
Ich umarme dich ganz doll!
Viel Kraft und alles Liebe,
bis bald
Claudia
 
Hallo Claudia,

ich habe alle Deine Beiträge gelesen und hoffe so sehr, dass es Dir hilft, zu schreiben und es Dir jeden Tag ein bisschen besser geht. Jetzt ist der 5.11. vorbei und Du hast gar nicht geschrieben, ob Du in der Arche warst? Hoffentlich. Es ist bestimmt ganz wichtig für Dich. Auf jeden Fall habe ich das Gefühl, dass Dein grauer Himmel ein bisschen aufgerissen ist und kleine Stückchen Blau zu sehen sind. Oder täusche ich mich?

Dir, lieber Minh, wünsche ich, dass es Dir bald besser geht. Dass es Deinem Herzen besser geht, kommt vielleicht auch davon, dass Du Dich hier geöffnet hast. Warum sollte es nicht so weiter gehen? Erzähl uns weiter von Dir, und lass dadurch Dein Herz aufatmen.

Kommst Du aus Vietnam? Ich war ein paar Mal dort, es ist wunderschön. Wenn ja, dann lasse etwas von der Mentalität dort zu: versuche, die Vergangenheit ruhen zu lassen, so schlimm sie auch war. Lebe im Hier und Jetzt, Sekunde für Sekunde, Schrittchen für Schrittchen.

Der wichtigste Augenblick im Leben ist der jetzige.
Der wichtigste Mensch der, der dir gerade gegenübersteht.

Vielleicht hilft das auch Dir, Claudia.

Alles Gute Euch beiden!!!
 
Hallo Claudia,

ich bin es nochmal, der "Gast". Mir ist, nachdem ich Dir und Minh gestern geschrieben habe, etwas Wundersames passiert: ich habe es geschafft, genau fünf Monate und drei Tage nach dem Tod meines Vaters loszulassen. Ich habe ihn gehen lassen.

Die ganze Zeit habe ich ihn noch gebraucht, weil ich seine Firma weiterführe. Ich wurde ins kalte Wasser geworfen und hatte so viele Fragen an ihn. Und ich war innerlich unruhig, mit jedem Erfolg sehr euphorisch und mit jeder Niederlage völlig niedergeschlagen. Ich glaube, ich habe ihn damit festgehalten. Er konnte nicht gehen, so lange ich nicht auf meinen eigenen Beinen stand.

Heute Nacht habe ich ihm gesagt: Papa, Du kannst gehen. Ich schaffe das jetzt alleine. Werde glücklich und genieße Dein Sein frei von irdischen Sorgen.
Dann habe ich mit meiner Mutter telefoniert. Sie hat heute morgen das Gleiche gemacht, zu seinen Engeln gebetet und sie gebeten, ihn mitzunehmen und auf ihn aufzupassen.

Heute scheint zum ersten Mal seit Tagen die Sonne. Und ich fühle mich gut. Und ruhig. Ich weiß, dass ich es schaffen werde. Mit der Firma. Und im Leben - ohne ihn. Er ist in meinem Herzen, aber wie ein kleiner lächelnder Buddha. Ich halte ihn nicht mehr fest.

Du solltest Deinen Freund auch gehen lassen. Wenn Du ihn festhältst, kann er nicht gehen. Und es wartet ein schönes Dasein auf ihn. Versuche es. Lass ihn frei. Er hat es verdient. Sprich mit ihm, verabschiede Dich von ihm. Sprich alles aus, was Du denkst - und dann lass ihn gehen.

Du schaffst es!
Dein Gast.
 
Hi, lieber Gast. Danke für deine liebe Mail.
Nein, ich seh noch kein Licht am Horizont. Den Termin in der Arche mußte ich verschieben, weil ich meine Krankenkassenbeiträge die letzten Monate nicht bezahlt habe und das läuft über Krankenkasse. Heute ist Donnerstag, und die Banken haben länger auf. Ich hoffe, daß ich das heute hinkriege. Kein Mensch , der das nicht erlebt hat, kann verstehen, wie amputiert man ist. Ich laufe durch die Gegend wie eine unsichtbare leere Hülle, und mein Akku wird immer leerer. Ich sehe, wie das Leben draußen weitergeht, aber irgendwie gehöre ich nicht mehr dazu. Ich will mich nicht aufgeben, meinen Kindern zuliebe, um ihnen nicht noch mehr Leid anzutun, aber alles greift noch nicht richtig.
Ich bin so dankbar, mich hier "auszulassen" dürfen, reden kann ich mit keinem darüber, selbst wenn ich wollte, dann wird meine Stimme brüchig und es kommt nichts mehr raus.
Danke an dich, an euch alle für das hier!!!
Claudia

P.S., Minh, ich nehm dich ganz fest in Arm!!!
 
Liebe Claudia,

ich möchte Dir schreiben, dass viele hier wissen, wie Dir zumute ist und sie zeigen es Dir ja auch ... Ich habe für Dich einen Satz, der mir zumindest weitergeholfen hat:

Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen.

Es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen.


Liebe Grüße
Eisherz
 

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