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MAMA ist tot

Hallo Tati,

ich verstehe leider auch wie es dir geht, ich habe meinen Vater sehr früh und sehr plötzlich verloren. Er war gerade 53 und ist ganz plötzlich verstorben und ich war damals gerademal 7 Jahre alt. Es ist schwer und hat gedauert, auch heute noch vermisse ich ihn und manchmal frage ich mich, ob er vielleicht stolz auf mich wäre, wegen der Dinge die ich geleistet habe, wegen meiner Noten, meiner guten Ausbildung und ob er mit meinem Lebensweg einverstänaden wäre.
Was mir gut geholfen hatte war Briefe an ihn zu schreiben. Abends wenn ich alleine war und an ihn gedacht und ihn so sehr vermisst habe, habe ich einen Brief geschrieben, ganz so als wäre er noch da. Diese Briefe habe ich alle in Umschläge getan und nie mehr aufgemacht. Es hätte nichts genutzt sie sich nochmal durchzulesen, es hätte einfach nur weh getan.
Irgendwann war ich so weit das ganze möglichst loszulassen. Plötzlich konnte ich sagen, dass ich Halbweise bin - was gar nicht so einfach ist.
Es war schwer das alles durchzustehen, weil sich auch jeder in unserer Familie zurückgezogen hat und ich so jung alleine da gestanden bin und erst nach Jahren von Freunden Hilfe bekam.
Das war für mich eine große Erleichterung, aufmunternde Worte konnte ich auch nie hören und meine Freunde wissen das. Ich möchte auch nicht hören "Kopf hoch" wenn ich traurig bin. Ich möchte dann einfach einen Moment lang traurig sein und einfach weinen können.
Nach einiger Zeit war ich so weit, mich von den Briefen an meinen Vater zu trennen. Ich bin mit meinem Freund raus in den Wald gefahren und wir haben die Briefe sozusagen "begraben" Das war schwer und ich habe auch sehr geweint dabei, aber es war auch gut sich davon zu trennen.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass ich meinem Vater wieder einmal in Zeiten der Not einen Brief schreiben werde, aber in dem Moment hat es mir gut getan und mir geholfen mich ein Stück von der Trauer, nicht von meinem Vater zu lösen
 

Hallo Earin,

schau mal hier: MAMA ist tot. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Die anderen haben gut reden, von wegen ich weiß hört sich blöd an aber es muss weiter gehen. Nichts wissen die nichts muss weiter gehen. Die haben ja auch nicht ihre geliebte Mama verloren.

Hallo Tati25. Mit der Zeit wird es besser. Zumindestens denkt man nicht so oft daran. Es werden aber immer wieder Phasen der Trauer kommen. Es gibt sehr sehr viele Menschen die Ihre Mutter verloren haben. Meine Mutter ist damals 5 Tage vor meinem 18. Geburstag im Alter von 40 Jahren gestorben. 2 Monate später ist ihre Mutter, meine Oma im Alter von 65 Jahren gestorben. Damals hatte ich sehr damit zu tun. Allerdings lernte ich meine jetzige Frau kennen. Sie gab und gibt mir viel Kraft. Ihre Mutter wurde im laufe der Zeit für mich sowas wie meine eigene Mutter. Sie war immer für mich da wenn ich Rat und Hilfe brauchte. Sie starb im Alter von 55 Jahren, dies ist jetzt 2 Jahre her. Es war für mich als wenn meine Mutter noch einmal gestorben wäre. Es gibt Tage da finde ich es nur noch alles zu kotzen. Unsere Kinder werden nie wissen wie es ist eine Oma zu haben. Und trotzdem geht das Leben weiter, versuche nicht jeden Tag daran zu denken. Such dir Dinge die dich aufbauen und dich ablenken.
 
Jetzt ist es mittlerweile 9 Monate her, dass meine Mum gestorben ist.
Und leider heilt die Zeit keine Wunden. Im Gegenteil ich vermisse Sie jeden Tag ein bisschen mehr. Und dieses schlechte Gefühl in der Magengegend bleibt.
Manchmal frage ich mich wie ich 9 Monate überhaupt überstanden habe. Aber ich glaube, dass ich selbst die Antwort weiß: VERDRÄNGEN!!!
Ich weiß das man das nicht soll, aber Menschen die das gleiche erlebt haben können mich bestimmt verstehen. Man denkt jeden Tag daran aber man will es nicht wahr haben und möchte auch nicht lange drüber nachdenken, weil es einfach zu weh tut.
Das Schlimme ist, dass mir irgendwie die Lebensfreude abhanden gekommen ist. Ich war dank dir Mum immer so ein fröhlicher und glücklicher Mensch. Nach außen versuche ich dieses noch irgendwie zu sein. Aber in mir da sieht es ganz anders aus. Das ist keine Fröhlichkeit mehr, da ist einfach nur noch Traurigkeit und das wird auch noch in vielen Jahren so sein.
Mum ich liebe und vermisse dich über alles. Hoffentlich geht es dir gut da oben.
Ich vermisse dich so unendlich doll.
Deine Maus
 
Hallo liebe Tati

Wie du dich fühlst kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe sowas auch schon durchmachen müssen. Es sind jetzt zwar schon fast 8 Jahre her aber überwunden habe ich es nie so richtig. Meine Mama hat eine große Lücke hinterlassen die leider niemand zu schließen vermag. Und das tut weh.

An ihrem Grabe zu stehen und knallhart festzustellen das sie nie wieder kommen wird. Das man sich nie wieder an sie lehnen kann. Nie mehr mit ihr reden.

Ich habe so langsam damit angefangen zu leben aber so richtig funktioniert es nicht. Ich denke noch sehr oft an sie, besonders wenn der Todestag näher rückt. Dann wird mir immer wieder schmerzlich vor Augen geführt, das sie nie wieder kommt und ich daran leider nichts ändern kann.

Ich kann sie einfach nur in Erinnerung behalten so wie sie war und die schönen Momente nie mehr hergeben, geschweige denn vergessen. Das würde ich auch nie! Schließlich war sie der wichtigste Mensch der mich einst auf meinem Wege begleitet hat.

Fühle dich gedrückt, hier ist jemand der dich voll und ganz verstehen kann.

Liebe Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:
Tja nun sind es 10 Monate ohne dich Mama. Ich hoffe die Blumen gefallen dir.
Jeder Tag wird irgendwie schwerer. Es ist zwar schön das langsam Frühling wird, da man dieses graue Wetter zur Zeit kaum ertragen kann, aber jedoch macht mich die Sonne und das Vogelgezwitscher traurig. Das erinnert mich so an den 01.05.2011. Da war es auch sonnig, warm, die Vögel zwitscherten und alles schien friedlich zu sein. Oh man Mum du fehlst mir so sehr. Ich würde so gerne mit dir reden und mal gekuschelt werden. Ich vermisse dich so unendlich doll. Ich hoffe es geht dir gut da oben.
 
Hi tati25,

auch meine Mutter ist im Alter von 57 Jahren verstorben. Und wenn ebenso plötzlich wie deine, war meine Mutter 8 Jahre lang Krebspatient.

Es traf mich trotzdem wie ein Schlag, zumal sie meine einzige Angehörige war...

Ich kann so dumme Sprüche auch nicht hören, denn es wird nicht besser. Meine Mama ist weg - für immer, was soll da jemals wieder "gut" werden???

Ich fühle mit dir und verstehe dich, das wollte ich einfach nur mal schreiben.
Alles Liebe,
dreamy
 
Liebe Tati

Ich weiß das immer wieder jemand sagen wird das alles wieder gut wird doch siehst du es gerade nicht wirklich und das kann ich verstehen. Bei mir sind es im April bereits 8 Jahre her das ich meine Mama verloren habe und ich kann nur sagen, das die Zeit alle Wunden heilt. Sie hat eine große Lücke hinterlassen die niemand zu schließen vermag, denn sie war und wird immer der engste Teil deines Lebens bleiben.

Ab und an geht es mir genauso wie dir. Einfach nur Tränen und der Gedanke an Sie. Wenn ich an ihrem Grab stehe, breche ich regelrecht zusammen da ich es bis heute nicht wirklich verkraftet habe. Ich kann damit versuchen zu leben was mir auch gelingt aber auf ewig wohl nie da ich sie vermisse und es immer tun werde.

Fühle dich gedrückt und umarmt. Ich denke an dich da ich weiß wie es dir geht. Wenn du reden willst schick mir eine PN du wirst mich auf jeden Fall erreichen!

Ganz liebe Grüße
Shalisea
 
Hallo Tati,

jetzt habe ich deinen Beitrag auch gefunden und ein bisschen darin gelesen.
Leider habe ich es nnicht ganz geschafft weil du mich so sehr an mich selbst erinnerst dass es mir im herzen und in der seele wehtut.

ich bin den ersten schritt gegangen, ich habe dir jetzt einfach mal eine nachricht geschrieben. wenn wir einen austausch schaffen würden, würde mich das sehr freuen.

und du hast recht - ja man denkt tatsächlich dass nie wieder alles gut werden kann - ohne den geliebten elternteil der einfach so weg ist. JA man hat das gefühl dass niemand einen versteht und ernst nimmt, denn man soll ja schließlich erwachsen sein.
vielleicht ist es gerade deshalb gut, dass man hier menschen findet die diese situation kennen und verstehen und guten rat und trost spenden können.

lass es uns als chance sehen!

ich wünsch dir alles liebe!
 
Hallo ihr Lieben,

meine Mama ist letztes Jahr am Ostersonntag um 06:00 morgens zum Sonnenaufgang an Leukämie gestorben.
Es war ein sonniger warmer Ostersonntag Morgen und es war schrecklich aber auch gleichzeitige beruhigend und ich war Gott dankbar, das er sie an diesem bedeutsamen Tag zu sich geholt hat. Denn sie wäre für immer ein schwerer Pflegefall geblieben, hätte nie mehr essen können, da die ganze Therapie zu schlimme Folgen hinterlassen hat.
Mein Papa und ich wussten in unserem Inneren,das sie an Ostern sterben wird, haben aber nicht darüber gesprochen.

Ich denke täglich an sie, weine auch hin und wieder aber ich weiß, das sie bei mir und meinen beiden Geschwistern ist. Den Schmerz den wir spüren kann uns keiner nehmen und wir müssen ihn wahrnehmen und in dem Moment auch bewusst spüren. Manchmal sitze ich im Auto, höre ein bestimmtes Lied und weine, weil es mich an meine Mama erinnert, dann weine ich und weine ich und ich muss meinem Freund auch nicht sagen warum. DIES SIND MOMENTE DER STILLE. Dennoch müssen wir unser eigenes Leben anpacken und es genießen und uns nicht diesem Schmerz hinnehmen. Denn wir leben heute, nicht gestern, nicht morgen.

+Atsirhc* hat geschrieben:
Während jetzt noch das Lächeln in den Tränen untergeht, wird es im Lauf der Zeit ein Lächeln unter Tränen werden und eines Tages wird das Lächeln in den Erinnerungen überwiegen.
Genua so ist es.

Denkt darüber nach was eure Mutter euch geschenkt und mit auf den Weg gegeben hat. Würde sie es wollen, das ihr euer Leben und euch vernachlässigt. Sie möchte ganz bestimmt, das ihr mit erhobenen Kopf durch den Tag geht und sagt, meine Mama hat mich zudem gemacht, was ich bin!

Eure AnNeLu
 

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