also ich habe so einige Logik-Seminare besucht..ist an sich ne sehr interessante Sache und ich sehe das ganze als Hirntraining an, eine Spielerei, manchmal ganz nützlich.
Es gibt nicht nur eine Logik sondern unterschiedliche Logiken...wir Europäer denken generell im Alltag eher in einer Art linearen Zweiwertelogik...geschulte Buddhisten eher in einer zirkulären Logik und die modnere Wissenschaft in einer Mischung aus beiden, Systemtheorie vorwiegend zirkulär etc.
Fuzzy-Logik = Unschärfenlogik fand ich sehr spannend...mehr Genauigkeit durch Ungenauigkeit...es gibt nicht nur zwei Werte: an oder aus, oder gut oder böse etc. sondern eine Skala an Werten. Diese Logik wurde teilweise erfolgreich in die Technik übertragen...z.B in Wachmaschinen..man hat dann intelligente Waschmaschinen, die mittels Sensor erkennen wie dreckig die Wäsche ist oder wieviel Wäsche in der Maschine ist und die Programme selber wählen.
Generell existiert eine objektive Logik, also Logik ohne Betrachter, eine vom Subjekt/Denkendem unabhängige Logik natürlich nicht...alle Logik ist anthropozentriert.
Auf diese Frage wieviele Äpfel auf dem Teller liegen gibt es an sich keine letztendlich alleingültig wahre Antwort...es gibt auch Logiken, die ne andere Antwort als 2 hinkriegen 😉😉 Wenn man die mathematische Logik nimmt und den Rest ausblendet kommt man natürlich auf 2...aber auch wenn das Abendland mit Platon als Vorausgänger die mathematische Logik so sehr verehren..das es manchmal fast an Idolatrie heranreicht, ist die mathematische Logik nicht die einzige Logik die es gibt.
Lustig finde ich den Effekt, dass wenn man lange Zeit in einer Logik denkt...also in der linearen Logik..und man versucht dann umzudenken, zirkulär zu denken...einem oft echt schwindelig wird, das zu Vewirrung im System führt...liegt wohl daran, dass neue Verknüpfungen im Hirn entstehen? Liegt wohl an den Paradoxien, die in einer Zweiwertlogik stehenbleiben und nicht gelöst werden können, aber in einer Mehrwertlogik oder zirkulären Logik durch Einfügen des Faktors Zeit z.B gelöst werden können.
Im Zen wird oft mit Paradoxien gearbeitet...um das Denken zu brüskieren und um zu zeigen, das Logik, insbesondere die lineare Zweiwertlogik ein Spielchen ist, eine Reduktion mehr nicht und es noch viele, viele andere Dimensionen, die die Wirklichkeit repräsentieren gibt. Mit mathematischer Logik kann man jedoch erfassen, fassen, Dinge handhabbar und manipulierbar, kontrollierbarer machen, die Welt ordnen damit man sie beherrschen kann..sie ist ein Werkzeug..mehr nicht...sie repräsentiert auf keinen Fall DIE Wirklichkeit...das sollte klar sein..sie abstrahiert die Wirklichkeit auf ein für den Menschen handhabbares Maß.
Die Welt berechnen zu können bedeutet der Welt ein Maß geben zu können, aber ein Maß in menschlichen Dimensionen, einer Dimension jedoch die gewiss nicht das Maß aller Dinge ist.
Tyra