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Langzeitstudent - verzweifelt! Berufs-Chancen?

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Gast

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Hallo zusammen,

ich brauch mal eure Hilfe, euren Rat und/oder eure Einschätzung.

Leider fehlt mir gerade die Kraft, eine umfassende Einleitung zu schreiben. Ich hatte und habe mit diversen psychischen Problemen zu kämpfen, aber auch mit "banalen" Dingen, wie Faulheit.
Kurz gesagt: ich mache einfach nichts oder viel zu wenig, schiebe alles vor mir her, interessiere mich eigentlich auch für nichts, bin permanent depressiv und kann mich aus den genannten Gründen selbst immer weniger leiden. Bin also schon seit Jahren in so einer richtigen Abwärtsspirale...

Momentane Studiensituation:
Ich habe mit 20 angefangen zu studieren und nach 10 Semestern abgebrochen.
Vor die Wahl gestellt, mit 25 eine Ausbildung anzufangen oder ein anderes Studium, habe ich mich für ein Informatikstudium (Bachelor) entschieden - sollte ja beides 3 Jahre dauern...
Jetzt bin ich im 7. Semester (6 sind Regelstudienzeit; die Zeit ist gerade so verflogen), ich hab noch unglaublich viel nachzuholen, sodass ich schlussendlich 10 Semester für den Bachelor brauchen werde (zumindest da bin ich mir sicher - noch länger wirds nichts).

=> 20 Semester studiert, davon 10 Semester verschwendet und weitere 10 Semester für einen 6-semestrigen Bachelorstudiengang gebraucht.

Wie sehen da die Berufschancen aus? - Sicherlich nicht rosig, wobei meine Hoffnung darauf beruht, dass Informatik keine brotlose Kunst ist und Fachkräftemangel herrscht...

Was kann ich machen, um mein (berufliches) Leben in den Griff zu bekommen?
Trotz der dann 20 Semester fertig studieren? - Oder doch mal Ausschau nach einem Ausbildungsplatz halten, in der Hoffnung, so alt noch einen zu bekommen?
 

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sapphire

Mitglied
Hallo,

also - ich glaube in deinem Alter kann man durchaus noch einen Ausbildungsplatz bekommen. Es bleiben doch so viele Stellen offen. Einen Versuche wäre es wert.

Ich schätze aber auch, dass du mit deinem Infostudium eine Chance auf dem Arbeitsmarkt hast. Allerdings solltest du hierbei vielleicht versuchen, ganz viele Praktika zu machen oder nebenbei arbeiten zu gehen. Vielleicht machst du das ja schon.

Ansonsten... wenn du wirklich 20 Semester nur studiert hast und nix nebenbei gemacht hast, sollte es wohl schwer werden, einen ordentlichen Arbeitsplatz zu finden... :( Dann solltest du vielleicht doch darüber nachdenken, eine Ausbildung zu machen, denn dann hast du gleich praktische Inhalte...
 
G

Gast

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Danke für deine Antwort!

Wenn ich zurückblicke, wird mir schlecht, weil ich einfach nicht verstehen kann, wie ich so dumm und unfähig sein konnte und sämtliche Entscheidungen verschleppt habe.
Ich hab damals (2003/2004) eigentlich schon im ersten Semester gemerkt, dass "Studieren" nichts für mich ist. Ich wollte es mir nur nicht eingestehen, weil ich eigentlich nicht zu doof für ein Studium bin. Leider fehlen mir aber scheinbar alle anderen Voraussetzungen, die man dafür mitbringen muss. - Ich schaff es einfach nicht, mich selbst zu motivieren; sei es zum Lernen oder zu sonst irgendwas. In mir drin war und ist einfach nur Leere - ich weiß nicht, was ich machen will oder was jetzt das Beste für mich wäre.

Damals habe ich mir in jedem Semester gesagt: nächstes Semester machst du es anders, da wird es besser. Du bist nicht zu blöd dafür, also setz dich einfach hin und fang endlich mit dem Lernen an.
Da ich schon immer Selbstwertprobleme hatte, bin ich mit den hochmotivierten und teilweise arroganten Kommilitonen nicht zurecht gekommen und habe es für eine gute Idee gehalten, erstmal eine Therapie zu machen (gegen soziale Phobie, in die ich mich wohl über die (Schul-)Jahre des Minderwertigfühlens "reingesteigert" hatte - damit habe ich jetzt in meinem "gehobenen" Alter eigentlich keine Probleme mehr; mit dem Selbstwertproblem natürlich schon und das wird durch meine Situation nicht besser...).

Irgendwie konnte ich mir nicht eingestehen, dass ich es (Studieren) einfach nicht kann und habe somit die Entscheidung, abzubrechen, ewig vor mir hergeschoben. In den ersten 8 Semestern (4 Jahre meines Lebens! :-( ) habe ich zwei Therapien gemacht (soziale Phobie, Depressionen), durch die ich mich zwar besser gefühlt, aber leider nichts geändert habe.
Nebenbei erwähnt habe ich in der Zeit auch mein Privatleben ruiniert. Ich habe meine erste langjährige, eigentlich wunderbare Beziehung beendet, weil ich gemerkt habe, dass ich irgendwas ändern muss, um weiterzukommen. Habe ich echt geglaubt, dadurch mehr ins Studentenleben reinzukommen? Was für ein Schwachsinn... 2 Jahre später hat sich dieses Szenario wiederholt. Noch eine eigentlich tolle Beziehung beendet, weil ich dachte, sie hält mich vom Studieren ab. - Hätte ich mir besser damals schon eine Ausbildung gesucht (aber selbst da dachte ich, mit 24/25 findet man eh nichts mehr...), dann wär ich heute wahrscheinlich glücklich berufstätig und hätte eine schöne Beziehung.

Aber nein, ich wollte ja unbedingt studieren (ohne etwas dafür zu tun).
Am Ende meiner ersten 10 Semester habe ich zwei Semester lang in einen anderen Studiengang reingeschnuppert, der natürlich auch nichts für mich war.

Am meisten ärgert mich, dass ich so unglaublich lange gebraucht hab, um dort einen Schlussstrich zu ziehen und dass ich aus all der Zeit so gut wie nichts mitgenommen habe. Ich hab in den 10 Semestern zahlenmäßig nicht mal die Klausuren von einem einzigen Semester geschrieben und ich war kaum in Vorlesungen. Also wirklich absolut sinnlos verschwendete Zeit.

Was den Nebenjob angeht:

Natürlich habe ich einen - irgendwo muss das Geld ja herkommen, auch wenn ich zusätzlich noch von meinen Eltern unterstützt werde (zinsfreies Darlehen).
Den Job habe ich mir kurz nach Beginn meiner 2. Therapie gesucht. Der hat mich echt aus meinem Depressionstief herausgerissen, weil ich endlich etwas Sinnvolles getan habe, was mir auch Spaß gemacht hat.
Dort arbeiten viele Studenten (und auch solche, die ihr Studium abgebrochen haben arbeiten dort nun als Angestellte ohne Ausbildung) und er macht mir immernoch Spaß. - Ich habe auch kein Problem damit, tage- und wochenlang am Stück 9-10 Stunden am Tag dort zu arbeiten. Dabei bin ich nicht faul - im Studium aber irgendwie schon.
Das einzige Problem ist die Branche: Einzelhandel. Ich bin in einem Elektro-Geschäft im Service tätig, d.h. Kunden bei Problemen helfen, beraten und reparieren (meistens Computer). Das macht mir zwar echt Spaß und ich kann das wirklich gut, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass mich das auf Dauer erfüllt. Ich weiß nicht, ob ich es ertragen könnte, das hauptberuflich zu machen. - Wofür hab ich dann mein Abi gemacht? Wofür bisher 17 Semester an der Uni gequält? (ok, Letzteres bringt mir ja eh nichts, da ich dabei nichts gelernt habe)
Die Leute dort arbeiten für sehr wenig Geld und haben die einzelhandelstypischen, sehr langen Arbeitszeiten.

Was ich aber bis zuletzt vermeiden möchte, ist, dort auch ohne Ausbildung hängenzubleiben. Mittlerweile erwarte ich eigentlich nicht mehr viel von meinem Leben (ich fühle mich nur noch ausgebrannt, aber ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob das nicht schon immer so war). - Etwas mehr aber doch, zumindest etwas "gelernt" zu haben, eine Ausbildung abgeschlossen zu haben und einer halbwegs vernünftigen Arbeit nachzugehen mit geregelten Arbeitszeiten und soviel Geld, dass ich damit eine Familie ernähren kann.

Die letzten 7 Semester des (neuen) Informatikstudiums liefen wesentlich besser, da ich dort zumindest irgendwas gemacht habe. Ok, ich habe zwei Semester lang auch nichts gemacht (ich hab keine Ahnung, warum), aber in den übrigen Semestern habe ich zumindest einen Teil des normalen Pensums geschafft. - Ich habe jetzt nach 7 Semestern 2/3 des Studiums hinter mir (Notenschnitt 2.0) und würde nach insgesamt 10 Fachsemestern den Bachelor in Händen halten (vorausgesetzt, ich finde einen Praktikumsplatz).

Wäre es vernünftig, zumindest mal diesen Abschluss zu machen, oder sollte ich mich lieber jetzt, da ich noch 28 und noch nicht 30 bin, endlich nach einer Ausbildung umsehen?

Momentan sehne ich mich nach einem geregelten Job. - Ich weiß nicht, was ich mit dem Informatik-Bachelor überhaupt anfangen würde. Ich fühle mich viel zu antriebslos und schwach und unfähig, um in höheren Positionen zu arbeiten, bei stressigen Projekten mitzuarbeiten...
Dann sagt mein Lebenslauf natürlich auch jedem Personalchef, dass ich entweder massive Probleme habe, oder einfach eine faule Sau bin. - Ob ich da trotz "Fachkräftemangel" was finde, bezweifel ich. Ich würde mich jedenfalls nicht einstellen :-(

Auf der Webseite der Arbeitsagentur habe ich einige Ausbildungsstellen in meiner Heimat zum IT-Systemkaufmann, Fachinformatiker, Bürokaufmann, ... gefunden. Da könnte ich wieder im Elternhaus wohnen, hätte keine Mietkosten und etwas Gesellschaft (hier hocke ich nur alleine rum). Sowas klingt momentan "gut" für mich, weil es etwas Solides ist, etwas, das ich erreichen kann und danach ggf. im Ausbildungsbetrieb einfach weiterarbeiten kann.
Oder sind das jetzt auch wieder nur Ausflüchte, um vor dem Studium zu "fliehen"? Ich weiß nicht, ob es sinnvoll wäre, lieber die 3 Semester noch durchzuziehen, oder endlich die Notbremse zu ziehen und mit 9 Jahren Verspätung eine "normale" Ausbildung zu beginnen.
(Falls mich überhaupt jemand nimmt, denn momentan bin ich wieder deprimiert, lethargisch und habe mir mächtig viel Kummerspeck angefressen :-( )

Dann stellt sich auch noch die Frage, wie ich das meiner Familie erklären kann. Die wissen zwar von meinen verschwendeten 5 Jahren, aber dass es auch momentan im neuen Studiengang nicht rosig aussieht, nicht. Und von meinen allgemeinen Problemen wissen die sowieso nix...
Von ehemaligen Schulkollegen, Freunden, Verwandten und Bekannten mal ganz zu schweigen. - Ich kann ja selbst nicht glauben, dass ich fast 10 Jahre meines Lebens verpennt hab, wie soll ich das dann anderen beibringen?

Ich würde mich meiner Familie gerne mal öffnen, einfach alles erzählen. Aber ich weiß nicht, ob das nicht ein zu großer Hammer wäre, erst nach 9 Jahren anzukommen, alles auf einen Schlag zu erzählen und mich als psychisch Kranken oder chronisch Faulen hinzustellen.

Ich hab echt keine Lebensfreude mehr, keine Kraft, keine Ahnung, wo das alles hinführen soll. Es gibt nur zwei Gründe, warum ich mir nicht einfach eine Kugel durch den Kopf jage: 1. ich hab keine Kugel, 2. das könnte ich meiner Familie nicht antun. - Mir selbst wärs egal...

Irgendwie muss ich aus diesem Elend rauskommen - aber ich weiß nicht wie!
 
C

Celia83

Gast
Ich habe nach 13 Semestern mein Studium abgebrochen.... Jetzt mache ich eine Ausbildung.... Ab und an kommen mir immer noch die Tränen, denn das Gebiet ist ähnlich und ich denke daran, was aus mir hätte werden können.... Ich denke auch an Suizid...das begleitet mich schon ewig...ob ich die Kraft gehabt hätte das Studium zu beenden? wohl kaum, aber das gefühl eine versagerin zu sein, wird mich wohl mein ganzes Leben begleiten.

Warum machst du deinen Bachelor nicht? das sind immerhin 1.5jahre weniger als dich ne Ausbildung kosten würde. dann hast du einen abschluss und wenn der nicht reicht, kannst du drauf aufbauen. für dein selbstwertgefühl wäre ein abschluss schon besser, denke ich. dass du Beziehungen beendet hast um dich aufs Studium zu konzentrieren war sicher falsch. aber ich kann das auch nachvollziehen, denn im grunde wolltest du dich bestrafen, nicht wahr? so abgedroschen wies klingt, aber du hast immer liebe verdient, nicht nur wenn du erfolgreich bist. dein wert als mensch sollte unangetastet bleiben von äußeren umständen.

natürlich könntest du auch jetzt oder später eine ausbildung anfangen, aber es ist manchmal demütigend mit 16/17 jährigen deutschunterricht und dergleichen zu haben, aber man gewöhnt sich auch daran, wenn man weiß, dass der beruf für den man die ausbildung macht der richtige ist.

LG
Celia
 
G

Gast

Gast
Hallo Gast,

Ich denke es geht primär nicht darum, ob du jetzt dein Studium abbrechen solltest oder nicht. Denn in so einem deprimierten Zustand kann man doch keine rationale Entscheidung treffen.

Natürlich wäre es vernünftig, dass Studium erst einmal zu beenden, doch die Frage ist, ob du noch 3 Semester lang weiter mit dieser Einstellung studieren kannst/solltest?!

Daher denke ich, dass es wichtiger ist, an deinen Gedanken zu arbeiten.

Du sprichst von der „Leere“ in dir, die dir die Kraft raubt, das Leben als etwas Wertschätzendes zu betrachten und es genussvoll zu erleben. Diese Leere scheint in Abständen immer wieder hochzukommen, so dass ich glaube, dass eine Veränderung in deiner Umgebung nur kurzzeitig dazu führen kann, diese Leere nicht mehr wahrzunehmen. Doch wenn sich die Gewohnheit wieder eingestellt hat, wirst du die Leere mit Sicherheit wieder bemerken.
Mir kommt es so vor, als würdest du außen nach Veränderung suchen, mit der Hoffnung, dass dein Leben besser und sicherer wird. (Studium abbrechen, neues Studium beginnen, neue Ausbildung anfangen, Trennung von der Freundin etc.) Ich meine, du bist doch all diese Wege gegangen, weil du immer nach etwas gesucht hat, was dich wirklich erfüllt und glücklich macht?!
Stattdessen ist da nur die „Leere“, die immer wieder kommt…
Ich bin der Meinung, dass du dieses „Glück“ oder diese „Zufriedenheit“ niemals außerhalb des eigenen Selbst finden kannst. Eine wirkliche fundamentale Veränderung findet doch in einem selbst statt…
Du bist sicherlich nicht zu dumm für das Studium oder zu faul. Ich denke, dass du einfach nicht weißt, was du wirklich in deinem Leben willst und was für einen Sinn das Ganze haben soll.

Natürlich kann man nicht einfach so total glücklich werden oder den „Sinn des Lebens“ finden. Aber du sollest erst mal versuchen, deine jetzige Situation anzunehmen. Bereue nicht deine Entscheidungen in der Vergangenheit. Es war kein Fehler! Du hast dich damals dafür entschieden, weil es in dem Moment das Richtige für dich war!

Dass du jetzt sehr stark an deinen Weg zweifelst, ist ein Zeichen dafür, dass du etwas in deinem Leben verändern willst. Und eine grundlegend positive Veränderung geschieht nicht primär dadurch, dass man Ort und Beruf wechselt, sondern wenn du in dir ein mutiges und ehrliches Selbst entwickelst.

Ich hoffe sehr, dass du schlau genug bist, deine Fähigkeiten in dir zu erkennen und sie für das Gute in deinem Leben einzusetzen.
 

sapphire

Mitglied
Ich denke, du solltest es versuchen, deinen Abschluss zu machen.
Du hast einen guten Notendurchschnitt und arbeitest zudem noch in einem Laden, wo man Computer repariert. Das passt doch immerhin schon mal zu Informatik und am Ende hättest du sogar noch Berufserfahrung bzw. generell Erfahrung im Arbeitsleben, wenn du dich bewirbst. Dabei ist klar, dass du jetzt nicht in dem Laden hängen bleiben möchtest, in dem du derzeit arbeitest.

Ich kenne diese Selbstzweifel von mir selbst ganz gut. Für mich klingt es auch so, dass du gar nicht richtig weißt, was du machen willst... kannst... sollst.

Nur so viel... ich habe ein brotloses Studium hinter mir. Nach 14 Semestern immerhin mit Note 2,0 abgeschlossen. Habe 2 Praktika in meinem Bereich gemacht, die viel zu kurz waren, um darauf aufzubauen und dazu noch einen Aushilfsjob ab und zu, aber in einem völlig fachfremden Feld, in dem ich auch nicht arbeiten möchte. Hinzu kommt, dass ich auch im Feld meines Studiums nicht mehr arbeiten will. Diese Erkenntnis habe ich die ganze Zeit verdrängt. Ich bin zwar froh, dass ich mein Studium abgeschlossen habe, aber ich komme mit dem Ar*** nicht an die Wand, um es so zu sagen. Ich finde keinen Job. Ich denke auch darüber nach, noch eine Ausbildung zu machen... und ich hab darüber auch schon früher nachgedacht, aber ich hätte niemals mein Studium abgebrochen. Irgendwie war es für mich wichtig es abzuschließen. Und irgendwann muss sich einfach was finden lassen... auch wenn ich jetzt häufig nur noch schwarz sehe und den ganzen Tag heule, weil ich langsam nicht mehr weiß, was ich machen soll und mich als Versagerin fühle.

Aber ich finde, du studierst nichts brotloses und hast dann halt den Bachelor überzogen... gut. Aber dann kannst du sagen, dass du gearbeitet hast etc., wenn dich jemand darauf anspricht. Jetzt abzubrechen... ich weiß nicht, ob das die richtige Entscheidung wäre.

Zumindest, falls du dich für eine Ausbildung entscheidest, dann beende dein Studium erst, wenn du eine feste Zusage für einen Ausbildungsplatz hast!
 
heutzutage ist man ja schon langzeitstudent, wenn man 2 semester :eek: länger braucht. :rolleyes:
also ich kenn genug leute, die gute 10 jahre studiert haben (aber ohne diss. bitte). und die haben mittlerweile alle gute jobs.
ich glaub das ist alles nur eine frage, wie gut du dich verkaufen kannst. und ob du an dich glaubst. wenn du das tust, sehen dich auch die anderen so.

anscheinend bist du wirklich nicht der typ zum studieren. aber jetzt noch abzubrechen wär unklug. mach den bachelor fertig und dann schau, dass du nie wieder eine uni von innen anschauen musst...dann wirds dir sicher besser gehen.
 
G

Gast

Gast
Moin, habe selber auch mal sehr lange studiert, ohne abschluss, dann auch in der luft gehangen, depressiv, hartz4, freunde und familie weg, und schlussendlich ne ausbildung gemacht. seitdem geht es wieder aufwärts, allerdings schmerzt mich jetzt die erkenntnis mein leben "vertan" zu haben. die ausbildung is extrem unter meinem niveau, bei dir wäre es genauso.
setz dich auf den A**** und zieh das studium durch, ist mein rat.
haben dir vermutlich schon viele gesagt, aber ich als betroffener kann dir sagen: ist das einzige mit dem du selber später SEHR GUT (im wahrsten sinne des wortes) wirst leben können.
wünsche dir alles gute.
 

Leno

Mitglied
Hallo liebe Gast,

deine Geschichte könnte auch meine sein. Zumindest ist Sie meiner ähnlich.
Ich bin auch so ein Langzeitstudent, habe jetzt auch stolze 15 Semester auf dem Buckel.
Ich studiere Wirtschaftsinformatik und habe auch viel Zeit verstreichen lassen, ich habe sooo oft ans aufgeben gedacht aber habe es nie gemacht. Derzeit bin ich bei einem guten Unternehmen als Werkstudent eingesetllt und werde meine Abschlussarbeit dort schreiben.
Leider bin ich auch schon 28 und werde bald 29. Was soll ich sagen ich bin kurz vor meinem Abschluss und doch irgendwie Froh es doch durchgezogen zu haben.

Aber ich würde dir empfehlen weiterszustudieren und dich ins Zeig zu legen. Ich würde auch an deiner Stelle mir interessante Themen aneignen die momentan und Zukunft total gefragt sind.
Kuck dir z.B. Microsoft Azure an, da geht es um die Cloud Entwicklung. Es gibt soviele Themen wo du richtig gut werden kannst und dann dein Fachwissen benötigt WIRD!!
Und mache auch Zertifikate wenn möglich, manche Hochschulen bieten Programmier Zertifizierungen ( JAVA , C# , .net Framework etc.. ) und und und.....

Ich sage es mal so, es liegt an dir ob du dein studium beenden willst. Ich hatte damals auch NULL Bock auf Informatik ( bzw. Wirtschaftsinformatik ) , habe es aber durchgezogen auch wenn es lange gedauert hat, bis es bei mir klickt gemacht hat.

Melde dich doch mal an @Gast dann können wir uns mal austauschen.

Viel Glück wünsche ich dir !
 
F

FrauSchildkröte

Gast
Am meisten ärgert mich, dass ich so unglaublich lange gebraucht hab, um dort einen Schlussstrich zu ziehen und dass ich aus all der Zeit so gut wie nichts mitgenommen habe. Ich hab in den 10 Semestern zahlenmäßig nicht mal die Klausuren von einem einzigen Semester geschrieben und ich war kaum in Vorlesungen. Also wirklich absolut sinnlos verschwendete Zeit.
Hallo, Deinen Beitrag zu lesen hat mich sehr berührt. Ich habe sechs Jahre lang studiert und mich danach durch eine Promotion gequält, weil ich mich wegen meiner Sozialen Phobie und meiner Konzentrationsprobleme nicht ins Arbeitsleben hinein getraut hatte. Meine Promotion, bei der viel schief lief, brach ich sieben Jahre nach Beginn ab. Das war vor fünf Jahren. So muss ich mir nun eingestehen, dass ich 13 Jahre lang umsonst studiert habe. In meinem Fach (Geisteswissenschaften) sieht es eh nicht rosig aus. Und bei meinem Lebenslauf noch weniger. :(
Als zwei Jahre nach Beginn meiner Promotion abzusehen war, dass ich damit keinen Erfolg haben würde, dachte ich die ganze Zeit "nach all der Zeit, die ich für meine Doktorarbeit schon aufgewandt habe, kann das doch nicht alles umsonst gewesen sein.

Es heißt ja immer, man soll gutes Geld keinem schlechten (verschwendeten) Geld hinterher werfen und gute Zeit keiner verschwendeten Zeit. Und so ist es manchmal sehr hilfreich zu sagen "ok..ich habe fünf, zehn oder dreizehn Jahre in den Sand gesetzt und beginne von vorne!" Ich habe gelernt, materiell (an Zeit/Geld) verloren und an Lebenserfahrung gewonnen!

Ob Du Dein Informatik-Studium durchziehen sollst? Das kannst nur Du wissen. Ich würde mich mal hinsetzen und mir ehrlich eingestehen, wie lange Du für das Studium noch brauchst (Deine Antriebsprobleme eingeschlossen). Zweitens: Hast Du schon mal einen Berufsberater oder die Berufsberatung Deiner Uni aufgesucht? Oft hat man völlig falsche Ideen, was man mit dem Fach, das man studiert, machen kann, oder man übersieht Nischen, die interessant sein könnten...
Bevor Du Dich pro oder contra Studienabbruch entscheidest, wäre es wichtig, dass Du a) sehr ehrlich mit Dir bist und b) so viele Informationen zu den Möglichkeiten in Deinem Fach hast, wie es geht.

Um auf Deine Traurigkeit zu kommen: es ist total menschlich, dass es einem passieren kann nicht schnell genug den Absprung aus einer falschen Tätigkeit (Studium oder Beruf) oder Beziehung zu schaffen. Manche Leute verharren Jahrzehnte in einer Ehe, weil sie nicht wollen, dass all die Zeit und emotionale Energie, die sie investiert haben, umsonst gewesen sein soll. Man will nicht, dass etwas umsonst war, und so bleibt man und bleibt...und bleibt viel zu lange.
... - Doch letzten Endes sind es die Fehler, die es uns ermöglichen zu lernen und zu erkennen wer wir sind, auch wenn es oft eine Weile dauert, bis unsere Selbsteinschätzung von viel-zu-negativ auf normal zurück pendelt.
Ich habe drei Jahre gebraucht um mir für mein zu langes Dranbleiben an meiner Promotion zu vergeben. Dieses Jahr beginne ich eine Ausbildung zur Krankenschwester. Wie Du siehst, ich bin um Einiges älter als Du und habe es dennoch gelernt an meine Zukunft zu glauben. Auch Du wirst es schaffen! :)

Wäre es vernünftig, zumindest mal diesen Abschluss zu machen, oder sollte ich mich lieber jetzt, da ich noch 28 und noch nicht 30 bin, endlich nach einer Ausbildung umsehen?
Darüber habe ich weiter oben ja schon etwas geschrieben. Wenn Du eine Ausbildung machen möchtest (das geht auch MIT abgeschlossenem Studium), würde ich auch in diesem Bereich über Deinen Ausbildungsberuf so viele Infos sammeln wie möglich (Art der Tätigkeit, Zukunftschancen, usw). Vielleicht könntest Du ja auch sogar ein Praktikum machen? Eine Ausbildung sollte man nie nur ausschließlich deshalb beginnen, weil es vernünftig erscheint. Wenn gar kein Spaß dabei ist, dann sind die Chancen die Ausbildung und den Arbeitsalltag danach durchzuhalten nicht gut.

Ich fühle mich viel zu antriebslos und schwach und unfähig, um in höheren Positionen zu arbeiten, bei stressigen Projekten mitzuarbeiten...
Antriebslos, schwach und unfähig...genauso fühlte ich mich vor fünf Jahren. Wie Du siehst, sind Gefühle keine Konstante. :) Zum Glück, kann man sagen. Was ich noch hinzufügen möchte: als ITler hast Du es nicht grundsätzlich mit stressigen Projekten zu tun. So ziemlich jede Firma hat eine IT-Abteilung, in der viele Leute a) einen geregelten Arbeitsalltag haben und b) nicht permanent irgendwelchen Höhenflüge absolvieren müssen. Ein Freund von mir arbeitet in einer solchen Abteilung und verdient bombe. Auch die Kombi Ausbildung und Informatikstudium (oder in umgekehrter Reihenfolge) würde Dir gute Chancen eröffnen. Wirklich!

Dann sagt mein Lebenslauf natürlich auch jedem Personalchef, dass ich entweder massive Probleme habe, oder einfach eine faule Sau bin. - Ob ich da trotz "Fachkräftemangel" was finde, bezweifel ich. Ich würde mich jedenfalls nicht einstellen :-(
Du bist NICHT faul! Nein nein nein nein! Ich würde als Personalchef viel lieber einen Menschen einstellen, der Lebenserfahrung besitzt (wozu Fehler gehören!) als einen glatt gebügelten arroganten Aal, der sein bisheriges Leben in einer rosa Plüschwolke verbracht hat. Meine Devise: mindestens einmal im Leben fällt jeder Mensch so RICHTIG auf die Nase. Bei Dir (und mir) ist es in jungen Jahren passiert. Das kann besser sein als wenn es mit 40, 50 oder 60 passiert.

Falls mich überhaupt jemand nimmt, denn momentan bin ich wieder deprimiert, lethargisch und habe mir mächtig viel Kummerspeck angefressen :-( )
Lass Dich mal umarmen.
Ich weiß aus Erfahrung, dass es weh tut in einer Welt zu leben, in der selbst die engsten Angehörigen einen hauptsächlich nach dem, was man beruflich leistet, beurteilen. Und sich mit anderen zu vergleichen und zu sehen, wie jene anderen Geld verdienen, Familien gründen und ihre Karriere immer weiter ausbauen, tut noch mehr weh. :( Doch c'est la vie. Es schwimmen nicht immer alle Fische gleichzeitig oben. Da die einzige Konstante im Leben Veränderung ist, wirst auch Du eines Tages wieder oben schwimmen. :) Und auch Deinen Kummerspeck loswerden (bei mir waren es nach Abbruch meiner Doktorarbeit 26 Kilo...das meiste ist mittlerweile weg..in meinem "Alter" ist Gewichtsreduktion halt nicht mehr so einfach wie als Teenie).

Von ehemaligen Schulkollegen, Freunden, Verwandten und Bekannten mal ganz zu schweigen. - Ich kann ja selbst nicht glauben, dass ich fast 10 Jahre meines Lebens verpennt hab, wie soll ich das dann anderen beibringen?
Leben heißt Veränderung und Wachstum (emotional, mental und spirituell). Menschen, in deren Leben nicht immer alles glatt gelaufen ist, haben oft mehr Verständnis für die Fehler anderer und sind selber weniger geneigt typisch menschliche Fehler (zB zwanghaft an einer falschen Richtung dran zu bleiben) zu wiederholen. Du bist also vielen Menschen in Deinem Umfeld in gewisser Hinsicht überlegen. Wenn die anderen das anders sehen?
So what? Eines Tages wirst Du den anderen wegen Deiner Lebenserfahrung vielleicht ein guter Lebensberater sein. Hast Du Angst vor blöden Sprüchen? Ja, sie TUN weh. Doch ich kann Dir versprechen: nicht für immer! :)

1. ich hab keine Kugel, 2. das könnte ich meiner Familie nicht antun. - Mir selbst wärs egal...
Hast Du schon mal darüber nachgedacht bei der Telefonseelsorge anzurufen? Manchmal tut es einfach total gut, wenn einem jemand zuhört, ohne gleich an einem arbeiten zu wollen (ala "Sie MÜSSEN mehr an sich glauben", "Sie MÜSSEN, SOLLTEN und DÜRFEN"...). Das Leben ist manchmal leider verdammt schwer, und deshalb braucht man manchmal einfach einen Menschen, der einen zuhört, ohne gleich therapieren zu wollen.
Nichts gegen Therapeuten. Sie können sehr hilfreich sein!
Doch manchmal braucht mensch einfach Wärme.

Irgendwie muss ich aus diesem Elend rauskommen - aber ich weiß nicht wie!
Als ich 28/29 war, glaubte ich auch steinalt zu sein. Praktisch eine Mumie. Und jetzt erscheinen mir Menschen Deines Jahrganges als Küken. Tja, so verändern sich die Perspektiven. :)
Bitte glaube mir: Du bist sooo jung. Panik ist da nicht vonnöten. Du hast vielen Menschen ganz viel voraus, zum Beispiel die Fähigkeit sich selber Fehler einzugestehen. Nur ist das Pendel leider etwas zuweit ausgeschlagen (in Richtung negativer Selbsteinschätzung). Doch nichts währt ewig!
Alles Gute an Dich!
 

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