Das ist m.M. nach weniger ein Wohlstandsunterschied sondern mehr ein Prioritätenunterschied. Bzw. liegt es mit Sicherheit nicht daran, dass heute Dinge billiger wären.
Leute leisten Sicherheit mehr, weil heute Konsumieren propagiert wird währenddessen in den 70ern/80ern noch sparen das Gebot der Stunde war.
Und genau darauf gründet sich doch der heutige Wohlstand zum grossen Teil. Wer heute das Geld mit vollen Händen ausgeben kann dann oft dank der Eltern und Grosseltern, die Dank ihrer Sparsamkeit ein solides Fundament dafür gelegt haben.
Es gibt heute mit Sicherheit mehr billigen Ramsch den eigentlich keiner braucht.
Aber wirklich gute, qualitativ hochwertige Dinge haben auch heute noch ihren hohen Preis.
Das ist gewiss richtig. Es wird weniger gespart und das Vermögen der Deutschen ist im Schnitt deutlich unter dem Schnitt vergleichbarer Länder. Selbst die Griechen und Italiener haben mehr Privatvermögen als die Deutschen.
Ich denke, dass sich die Werte verändert haben. Heute ist das
Erleben für viele Menschen wichtiger als der
Besitz.
In den 90er hat man noch mehr Substanz gekauft. Dinge, die möglichst ewig gehalten haben und entsprechend teuer waren. Heute kauft man lieber häufiger neue Sachen oder man kauft gezielt günstig um sich so ein anderes Erlebnis wie einen Urlaub leisten zu können.
Der größte Wandel beim Konsum ist, dass man früher nur gekauft hat, wofür man das Geld besaß. Heute kauft man immer mehr auf Kredit oder mit Vertragslaufzeiten. So werden Smartphones immer seltener gekauft, sondern meistens nur als Vertrag genommen. So schiebt man Ausgaben in die Zukunft, bezahlt aber meist unterm Strich mehr.
Was Dinge heute kosten ist insofern auch eine Frage des
wie zahle ich sie und
was konsumiere ich.
Früher hat man gespart und ein Auto gekauft, künftig werden wir vielleicht alle Autos leasen. Sieht man ja auch im Unterhaltungsbereich. Früher hast du DVDs gekauft, heute abonierst du Netflix. Uns
gehört immer weniger, aber wir
konsumieren immer mehr.
Das führt uns in eine gewisse Abhängigkeit, ermöglicht aber auch mit weniger Geld mehr Konsum. Flatrates sei dank. Was aber nicht heißt, dass wir weniger ausgeben, im Gegenteil. Wie oben geschildert geben wir Geld sogar aus bevor wir es haben.
Ich persönlich bin in der Hinsicht anders. Es gibt Dinge, für die man mit wenig Geld viel bekommt. Besagtes Netflix Abo ist wahnsinnig günstig für faktisch 24/7 rund um die Uhr Bespaßung. Aber ich habe mit das kleinste Auto auf dem Firmenparkplatz und mache nie teuer Urlaub.
Muss aber jeder selber wissen, was ihm wie viel wert ist.