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Kosten 90er Jahre

Die deutschen Verbraucher gehören sicherlich zu den 10% der weltweiten Bevölkerung mit dem höchsten Konsum. Selbst ein H4-Bezieher gehört weltweit betrachtet zu den Konsumkönigen.
Aber es gibt immer noch Deutsche, die meinen, da ist noch mehr drin. Also muss es noch billiger sein, damit der deutsche Konsum wächst.
Ich finde es irgendwie krank, denn scheinbar steigt trotzdem nicht die Zufriedenheit.
 
Komisch, Wohnraum ist so teuer und trotzdem steigt der Wohnraum je Einwohner.
1990: 34,8 qm je Einwohner
2019: 47 qm je Einwohner
Und das auch in den Städten.
wohnflaeche-je-einwohner

Viel wissen gar nicht, dass sehr viele Menschen in Untermiete gewohnt hatten.
 
Ich bin im Ergebnis glücklich in der heutigen Zeit zu leben.
Ich bin persönlich glücklich jetzt hier in D zu leben.
Ich sehe es aber immer kritischer, dass einige Produkte in D zu Dauerdumpingpreisen angeboten werden: Kleidung, Elektroartikel, Nahrungsmittel etc.
Die Erzeugung dieser Güter erfolgt durch die Dumpingpreise zu Ausbeutung der Erzeuger und Mitarbeiter.
Ganz widersprüchlich wird es wenn die Erzeuger und Mitarbeiter für die Folgen dieses Dumpings verantwortlich gemacht werden. Und ganz irritierend ist es, wenn einige Konsumenten diese Dumpingpreise als noch als teuer bezeichnen.

In meiner Kindheit und Jugend habe ich gedacht, Sklaverei gebe es nicht mehr. Die Sklaverei hat sich nur verändert, die moderne Sklaverei existiert in Form der Erzeugung der genannten Güter und der Sklavenhalter, ist nicht mehr der Baumwollfarmer, sondern der Konsument. Und die moderne Peitsche sind die Dumpingpreise zu denen die Produkte erzeugt werden müssen. Und erfolgt die Erzeugung nicht mit höchsten ethischen und Umwelt-Standards (s. Landwirtschaft), dann kommt die Bauern-Bashing-Keule in den Medien, den Internetforen und der NGO`s.

Ach was sind wir doch gute, aufgeklärte Bürger.
 
Ich kann Realist nur zustimmen. Ich finde die Wirtschaft wie sie heute läuft, eine Teufelsfalle, aus der wir kaum raus kommen. Wer will auf Statussymbole und auf seine Bequemlichkeit verzichten?

Kolya
 
Ebenso damals Milchshakes

Vorher: 2DM

Als ich dann nach der Euroumstellung dahin kam und 1 Euro hinlegte, war der Verkäufer irritiert und meinte nee nee: 2 Euro.

:>
Gerade die Gastronomie hat damals ziemlich krass die Preise 'korrigiert' bei der Umstellung. Man hat oft die Beträge gelassen und nur DM zu Euro gemacht. Ich fand das dermaßen überzogen, dass ich diese Branche über Monate konsequent ignoriert habe.
 
Schaut euch Mal die Baugebiete/Häuser aus den guten alten Zeiten an und vergleicht das Mal mit den Häusern von heute. Da liegen Welten dazwischen.
Oder die Autos von früher und heute. Das waren doch früher Seifenkisten.
Und dann die vielen Urlaubsreisen und Kurztrips der Deutschen. Das war früher undenkbar.
Oder Mal eben auswärts essen gehen. Das war früher ein Ereigniss. Und heute eher eine Selbstverständlichkeit.
Oder der Kleidungskauf heute und früher. Früher hat man genau überlegt, was man brauchte, heute Kauf man was einem gefällt.
Heute gibt man weniger als 12 Prozent des verfügbaren Einkommens für Lebensmittel aus, Anfang der 70 Jahren waren es über 30 Prozent!
Wer den Wohlstandsunterschied von heute zu früher nicht sieht, der ist noch sehr Jung oder er hat Erinnerungslücken.
Das ist m.M. nach weniger ein Wohlstandsunterschied sondern mehr ein Prioritätenunterschied. Bzw. liegt es mit Sicherheit nicht daran, dass heute Dinge billiger wären.
Leute leisten sich heute mehr, weil heute Konsumieren propagiert wird währenddessen in den 70ern/80ern noch sparen das Gebot der Stunde war.
Und genau darauf gründet sich doch der heutige Wohlstand zum grossen Teil. Wer heute das Geld mit vollen Händen ausgeben kann dann oft dank der Eltern und Grosseltern, die Dank ihrer Sparsamkeit ein solides Fundament dafür gelegt haben.
Es gibt heute mit Sicherheit mehr billigen Ramsch den eigentlich keiner braucht.
Aber wirklich gute, qualitativ hochwertige Dinge haben auch heute noch ihren hohen Preis.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist m.M. nach weniger ein Wohlstandsunterschied sondern mehr ein Prioritätenunterschied. Bzw. liegt es mit Sicherheit nicht daran, dass heute Dinge billiger wären.
Leute leisten Sicherheit mehr, weil heute Konsumieren propagiert wird währenddessen in den 70ern/80ern noch sparen das Gebot der Stunde war.
Und genau darauf gründet sich doch der heutige Wohlstand zum grossen Teil. Wer heute das Geld mit vollen Händen ausgeben kann dann oft dank der Eltern und Grosseltern, die Dank ihrer Sparsamkeit ein solides Fundament dafür gelegt haben.
Es gibt heute mit Sicherheit mehr billigen Ramsch den eigentlich keiner braucht.
Aber wirklich gute, qualitativ hochwertige Dinge haben auch heute noch ihren hohen Preis.

Das ist gewiss richtig. Es wird weniger gespart und das Vermögen der Deutschen ist im Schnitt deutlich unter dem Schnitt vergleichbarer Länder. Selbst die Griechen und Italiener haben mehr Privatvermögen als die Deutschen.

Ich denke, dass sich die Werte verändert haben. Heute ist das Erleben für viele Menschen wichtiger als der Besitz.
In den 90er hat man noch mehr Substanz gekauft. Dinge, die möglichst ewig gehalten haben und entsprechend teuer waren. Heute kauft man lieber häufiger neue Sachen oder man kauft gezielt günstig um sich so ein anderes Erlebnis wie einen Urlaub leisten zu können.

Der größte Wandel beim Konsum ist, dass man früher nur gekauft hat, wofür man das Geld besaß. Heute kauft man immer mehr auf Kredit oder mit Vertragslaufzeiten. So werden Smartphones immer seltener gekauft, sondern meistens nur als Vertrag genommen. So schiebt man Ausgaben in die Zukunft, bezahlt aber meist unterm Strich mehr.

Was Dinge heute kosten ist insofern auch eine Frage des wie zahle ich sie und was konsumiere ich.
Früher hat man gespart und ein Auto gekauft, künftig werden wir vielleicht alle Autos leasen. Sieht man ja auch im Unterhaltungsbereich. Früher hast du DVDs gekauft, heute abonierst du Netflix. Uns gehört immer weniger, aber wir konsumieren immer mehr.

Das führt uns in eine gewisse Abhängigkeit, ermöglicht aber auch mit weniger Geld mehr Konsum. Flatrates sei dank. Was aber nicht heißt, dass wir weniger ausgeben, im Gegenteil. Wie oben geschildert geben wir Geld sogar aus bevor wir es haben.

Ich persönlich bin in der Hinsicht anders. Es gibt Dinge, für die man mit wenig Geld viel bekommt. Besagtes Netflix Abo ist wahnsinnig günstig für faktisch 24/7 rund um die Uhr Bespaßung. Aber ich habe mit das kleinste Auto auf dem Firmenparkplatz und mache nie teuer Urlaub.

Muss aber jeder selber wissen, was ihm wie viel wert ist.
 
Ich denke auch, dass die Kaufkraft der Deutschen nicht gestiegen ist. Das meint man nur so.
Die Schere ist auseinander gegangen - und das wird sie noch weiter.
Dazu kommt: Wer sich in den 90-ern einen Fernseher auf Raten gekauft hätte, dem hätte man konstatiert, nicht mit Geld umgehen zu können. Heute drischt die Werbung mit Null-Prozent-Finanzierung und dergleichen auf einen ein. Unterhaltungselektronik oder dergleichen auf Raten zu kaufen ist gesellschaftsfähig geworden.
Und da sich viele nicht trauen, ihr Geld anzulegen, stecken sie es in den Konsum.
Sparen wollen manche eh nicht mehr, weil sie das Rentenmodell für total gescheitert sehen....

Fazit: Man hat im Schnitt und kaufkraftbereinigt wohl nicht mehr Geld, es scheint lediglich lockerer zu sitzen....
 

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