schon interessant, wie unterschiedlich die Sichtweisen sein können.
Ich schreibe als Tochter, die vor 7 Jahren den Kontakt nach einem Telefonat abgebrochen hat - als ich den Anfang des Originalpostings las, dachte ich, dass das meine Mutter geschrieben haben könnte - der Rest ist aber doch unterschiedlich.
Zu den unterschiedlichen Sichtweisen:
meine Mutter würde wohl so berichten: Nach einem Telefonat, bei dem mich meine Tochter um finanzielle Unterstützung zu einem Wohnungskauf gebeten hatte, den ich nicht unterstützen wollte, hat sie den Kontakt abgebrochen. Ich habe immer wieder versucht, Kontakt herzustellen, durch Briefe (unbeantwortet), Telefonate (gehen auf Anrufbeantworter) usw. Sie geht auf nichts ein.
Ich berichte den Hergang so:
Nach 2 Jahren Suche hatte ich eine bezahlbare Wohnung in guter Lage gefunden. Ich bat meine Mutter am Telefon um etwas finanzielle Unterstützung. Was darauf folgte war, dass sie mich komplett niedermachte, meine Fähigkeit, irgendetwas zu beurteilen in Frage stellte, mich fragte, wie ich so dumm sein könnte, eine Wohnung auszusuchen, die an "einer Strasse liege" (in München nicht ungewöhnlich) usw.. In ihrer weiteren Rage kam dann folgender Satz: "Warum soll es dir besser gehen wie mir?". Mein Vater, der das Gespräch wohl mitgehört hatte, übernahm dann das Telefon und meinte, das müsse ich schon verstehen, sie habe ja so viel mitgemacht. Auf meine Frage, was sie denn "mitgemacht" hätte, keine Antwort.
Nach dem Gespräch war ich fix und fertig. Im Netz habe ich nach Begriffen gesucht wie "meine Eltern hassen mich", habe dann Bücher gefunden wie "Die Masken der Niedertracht" und "Toxic Parents", die mir sehr geholfen haben.
Wie meine Vorschreiber schon berichtet haben, war dies eben nur noch der Tropfen, der für mich das Fass zum Überlaufen gebracht hat.
Die Haltung, die durch ihre Aussage zutage tritt, erklärte für mich im Nachhinein sehr vieles, was davor schon alles vorgefallen ist. Insofern hat es mir die Augen geöffnet.
Seitdem habe ich keinen Kontakt mehr. Mir geht es damit viel besser. Die Kontaktversuche meiner Mutter empfinde ich als frech und übergriffig. Sie geht in keinster Weise auf das Vorgefallene ein, versucht mich als die Böse hinzustellen und sich als die Leidtragende, deren böse Tochter sich nicht meldet. So wird das also nichts.
Die einzige Chance meiner Mutter, jemals wieder Kontakt zu mir zu haben, wäre, wenn sie mir den Eindruck vermitteln könnte, dass sie einsieht, was sie getan hat und ihre Taten bereut. Aber davon ist sie meilenweit entfernt.