Vor und nach der Wende waren Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz exakt gleich groß, kein Wunder, waren ja alles die gleichen "fremderzogenen" jungen Menschen.
Fremdenfeindlichkeit und krankhaftes Misstrauen war tragende Ideologie in der DDR.
Insoweit kann das nicht stimmen.
Der einzige Unterschied ist die Reaktion des jeweiligen Staates darauf, denn wenn zu DDR-Zeiten irgendwer die "Vertragsarbeiter aus kommunistischen Freundstaaten" oder wie man Ausländer euphemistisch bezeichnet hat, in fremdenfeindlicher Absicht angegriffen hätte, wäre derjenige postwendend auf etliche Jahre wahlweise in Bautzen oder einer anderen DDR-Strafanstalt oder aber in der Psychiatrie (wegen asozialen Verhaltens oder so) gelandet.
Das kenne ich anders... Da wurden die Opfer nach Übersee verschifft!
Familien getrennt und Opfer eingesperrt.
Oder vergewaltigten Frauen bei Strafe verboten Anzeige zu erstatten oder gar darüber zu reden!
Der Weststaat dagegen hat leider auf dem rechten Auge ziemlich lange eine fette Augenklappe getragen, zumindest was die heutigen Rechten und nicht die Vergangenheit betraf.
Ja jetzt wird‘s wahrlich lustig...
Die DDR hat doch den Faschismus nahtlos übernommen!
Einen General Paulus hofiert, den Stechschritt, Fahnenkult, militaristisch von klein auf geschult.
Selbst der Sprachgebrauch war nahezu identisch.
Der moralische Anspruch, den eine DDR nach dem Zweiten Weltkrieg hinsichtlich der Aufarbeitung des NS-Regimes reklamierte, lag doch meilenweit hinter der gesellschaftlichen Realität zurück.
So war der Antifaschismus als Legitimationsideologie fast nie auf eine konkrete Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ausgelegt!
Wer sich zum Sozialismus bekannte, der war einer... Auch wenn er vorher Nazi war.
Es gab doch nur eine „offizielle Erinnerung“, die sehr verklärt wurde.
Der Antifaschismus-Mythos wurde als Instrument zur Denunziation politischer Gegner genutzt.
Die Bezeichnung „Faschist“ oder „faschistisch“ war in der Frühphase der DDR ein willkürlich verwendbarer Kampfbegriff.
Und eine SED ging mit der nationalsozialistischen Erblast von Anfang an höchst heuchlerisch um.
Ein Beispiel ist die „antifaschistisch-demokratische Umwälzung“. Zunächst auf die Bodenreform und die Verstaatlichung der Großindustrie sowie auf einen Austausch der Eliten im stalinistischen Sinne angewandt.
Bei „einfachen“ NSDAP-Mitglieder reichte oftmals die aktive Mitarbeit am „demokratischen Aufbau“ des Sozialismus bzw. der Eintritt in die KPD bzw. SED aus, um problemlos integriert zu werden.
Wischte man eine Auseinandersetzung mit der kollektiven Verantwortung für die nationalsozialistischen Verbrechen, in der DDR einfach beiseite.
Und so ist auch die latente Fremdenfeindlichkeit, sowie sich ständig als Opfer zu sehen, zu erklären.
Diese Sichtweise was rechtsextrem und fremdenfeindlich ist, das daraus resultierende mangelhafte Unrechtsbewusstsein, spiegelt sich daher bis heute eklatant wieder.
Und gipfelt hier in pauschalen Zurückweisungen und Leugnungen, die jedoch nicht in der Lage zu sein scheint, ihre eigene Region zu analysieren und zu erklären, warum der Osten ideologisch so rückständig erscheint.
Denn selbst eine SED Nachfolgerpartei, wo eine eingefleischte Ultrakommunistin die Parteispitze erklommen hat, übt sich in übelsten Populismus gegen Flüchtlinge.
Und das alles soll nichts mit staatlicher Fremderziehung zu tun haben?
Zustände wie etwa in Clausnitz, wo rechtsgerichtete Anwohner die Flüchtlingsbusse behindert haben hätte es zu DDR-Zeiten nie gegeben, wenn dort so eine Blockade von Flüchtlingen aus irgendwelchen "kommunistischen Bruderstaaten" stattgefunden hätte, wären die Busse nach dem Ausladen der Flüchtlinge postwendend als Gefangenentransporter zur nächsten Strafanstalt verwendet worden.
Also ein Unrecht mit dem anderen Extrem des Unrechts bekämpfen.
Ich hoffe, du weißt was du da sagst!
Wer auf eigene Leute schießen ließ, heute auf Flüchtlingen schießen lassen möchte, Brandstiftern zujubelt, muss doch mangelnde Sozialisierung erlebt und erfahren haben.
Wir sehen doch auch diese Doktrin in Ungarn usw...
Menschen sind von Natur aus gleich, doch Erziehung und Werte- sowie Toleranzempfinden nicht.
Die muss man anerziehen.
Der zitierte "Werteverfall" geht also auf die Kappe des (West-)Staates, der Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz nicht mehr so konsequent und rigoros verfolgt wie das DDR-Regime.
Das hat die DDR aber niemals!
Rechtradikalismus war immer Bestandteil dieses Staates DDR!
Das hat man nie umerzogen, weil man sich genau die Ideologie der Nazis zu eigen machte. Lediglich die Parolen wurden geändert, die Flaggen...
Das mag kaum aufgefallen sein. Kam man jedoch bei der Wende in den Osten und verloren die Leute zur vorgerückten Stunde ihr Misstrauen, dann offenbarten sie sich schon sehr heftig.
Und irgend etwas kann in deiner Darstellung nicht stimmen Konnte der NSU nicht lange Zeit morden? Verschwanden keine Akten in den neuen Bundesländern und fordern Ost-Politiker nicht wieder den Schussbefehl an der Grenze?
Und sollte das westdeutsche "Nachlässigkeit" sein, wie du gerne unterstellen möchtest, dann frage ich dich auch... Wodurch unterscheidet sich denn der Deutsche Mensch in Ost und West, wenn nicht durch Sozialisierung und Erziehung?
Und auch da, nicht nur in Sachen Kindererziehung, hätte der Westen sich eine Scheibe vom gelebten Sozialismus abschneiden können.
Gell? 🙄