Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Wie schätzt Ihr die wirtschaftliche Lage - und die von Arbeitnehmern - derzeit in Deutschland ein

Grisu

Aktives Mitglied
Ich selber bin zwar durch meine Sehbehinderung in die Erwerbsminderungsrente "gerutscht" mache mir aber schon so meine Gedanken über die Arbeitswelt bzw. die wirtschaftliche Situation der Arbeitgeber.

Ich selber habe 35 Jahre gearbeitet, davon rund 30 Jahre im kaufmännischen Bereich und rund 5 Jahre im Pflegebereich (Pflegeheim, Wohnhaus einer Werkstatt für Behinderte und persönliche Assistenz) . Und ich frage mich schon, wie das alles weitergehen kann und soll.

Vor allen Dingen steckt mir im Hinterkopf dass die Infrastruktur in Deutschland die letzten 20 Jahre "runtergewirtschaftet" wurde so dass ich schon dadurch die Wirtschaft und Industrie in Problemen sehe und auch nicht wüsste, wie alle diese Baustellen behoben werden soll(t)en.

Mich würde Eure Meinung dazu interessieren - auch Zukunftsperspektiven, die Ihr sehen könnt bzw. nicht seht.

Gruß von Grisu
 
Diesen Text hat mir @FLoki979 geschickt, die leider hier noch nicht schreiben darf. Da sie aber hier lesen kann finde ich es eine Idee wert Ihren Beitrag hier - danke schön dafür - einzustellen:

Tach, also ich bin schon lange aus dem Arbeitsmarkt raus, schon mindestens 5 Jahre komplett Arbeitsunfähig, zuvor immer nur phasenweise und eingeschränkt. Zum Thema wollte ich sagen, dass ich die Lage aber auch über's Land hinaus so einschätze, dass viele Menschen auf dem Arbeitsmarkt überflüssig sind. In den letzten Jahren finde ich die Entwicklung hin dazu, dass es weltweit immer weniger Menschen in Arbeit benötigt werden, und immer mehr Menschen schlich wirtschaftlich überflüssig werden, rasant. Was ich in Deutschland so schlimm finde, dass der Leistungsgedanke, sich über Arbeit als sinnvoller Teil der Gesellschaft zu definieren, so krass aufrecht erhalten wird und auch teils von der Politik geschürt, während hier ja bewusst der größte Niedriglohnsektor in Europa erschaffen wurde, dass der Teil der Bevölkerung, der auf dem Arbeitsmarkt überflüssig ist, oft als Fußabtreter und Hassobjekt bewusst genutzt wird. Das finde und empfinde ich auch persönlich, einfach so überaus furchtbar, und sollte und dürfte nicht sein. Diese Vorgänge machen viele Menschen psychisch krank, die es andernfalls nicht währen. Zu dieser Überzeugung bin ich gekommen, nachdem ich so viele Mitpatienten in Kliniken kennen gelernt habe, und dachte bei deren Berichten, Mensch, die könnten echt gesund geblieben sein. So, habs hier für dich aufgeschrieben. Wenn Du dich dazu austauschen möchtest, können wir ja auch gerne hier ein wenig dazu schnacken.
 
Ich denke, da hast Du ziemlich Recht, liebe @FLoki979 dass viele Arbeitsplätze nicht mehr benötigt werden und somit gesellschaftlich sich einiges verändern wird.

Hm, der Beruf war für mich immer wichtig - aber eben nicht nur der Beruf. Insofern hat mir "eigentlich" nichts gefehlt (außer meinem vollständigen und räumlichen Sehen ;-) als ich in die EMR rutschte. Aber ich habe die harten Zeiten in Deutschland erlebt, als es schwer war Jobs zu erhalten oder Wohnungen (ich gehöre zur Boomer-Generation) und ich denke, dem nähern wir uns wieder an.

Was ich denke ist dass die Kommunikation, die für einen Boomer wie mich logisch war, nun eben anders läuft und auch Corona Fronten verhärtet hat und Kontakte beendet hat. Auch bei mir gab es Rückzüge von Menschen - eventuell verbunden damit, dass meine Sehbehinderung zeitgleich mit Corona auftrat, aber nichts damit zu tun hat. Es sind einfach nur piepgende grüne Stare 🙂

Gruß von Grisu
 
Schlecht. Deutschlands Wirtschaft ist kaputt.

Angeblich auf dem vorletzten Platz der gesamten EU.
Ganz so düster (schwarz möchte ich nicht sagen) sehe ich unsere Lage jetzt nicht.

Ich habe aber das Gefühl, dass unsere Politik nicht wirklich dagegen steuert. Immer mehr gut bezahlende deutsche Unternehmen gehen ins Ausland, z.B. ins benachbarte Polen.
Die gut bezahlten Jobs haben durch ihre Einkommensteuern und die Sozialabgaben den Staat mitfinanziert. Mir kann niemand erzählen, dass unser Sozialstaat davon leben kann, wenn alle arbeitenden Bürger nur noch 15-Euro-Jobs haben - auch ein Habeck nicht.

Gut bezahlte Jobs wurden und werden auch weiterhin vernichtet.
Erfolgreich vernichtet hat unser Staat die Jobs in deutschen AKWs und der dazugehörigen Forschung.
Als nächstes kommt die deutsche Autoindustrie samt Zulieferern (z.B. ZF) an die Reihe.
Ich glaube nicht, dass die Schaffung von zusätzlichen Genderlehrstühlen den Wirtschaftsstandort voranbringt.

Wir machen uns abhängig vom Ausland, wenn es um die Energieerzeugung geht. Erzeugen wir zu viel Strom, so müssen wir dem Ausland Geld bezahlen, damit es unseren Strom abnimmt. Bei Windstille, grauem Himmel oder nachts müssen wir Strom, den wir zuvor noch teuer verschenkt haben, noch teurer zurückkaufen. Vielleicht noch Atomstrom? Geht’s noch?

Die Menschen, die durch ihre jahrzehntelange Arbeit das deutsche soziale Netz finanziert haben, gehen bald in Rente oder benötigen selber Unterstützung - dafür ist unser soziales Auffangnetz auch da, aber doch nicht für Menschen, die Null Beziehung zu Deutschland hatten, haben oder je haben werden.
 
Vor allen Dingen steckt mir im Hinterkopf dass die Infrastruktur in Deutschland die letzten 20 Jahre "runtergewirtschaftet" wurde so dass ich schon dadurch die Wirtschaft und Industrie in Problemen sehe und auch nicht wüsste, wie alle diese Baustellen behoben werden soll(t)en.
Das stimmt leider. Es wird Jahre dauern und unglaublich viel Geld kosten, um das Versäumte nachzuholen. Ich bin leider nicht sicher, ob das funktioniert.
Mich würde Eure Meinung dazu interessieren - auch Zukunftsperspektiven, die Ihr sehen könnt bzw. nicht seht.
Ich bin froh, dass ich einen gutbezahlten Job habe. Falls ich plötzlich erwerbsunfähig werden würde, dann könnte ich nicht wie bisher meinen Hauskredit abbezahlen und gleichzeitig meine Partnerin weiterhin finanziell unterstützen.
 
Sehe ich auch so, alles ist morsch und brüchig, runtergewirtschaftet, ich sehe da keine gute Zukunft, für niemandem in DE, die Infrastruktur wird immer schlechter, Handelketten sind eingebrochen, alles viel zu teuer und zu knapp.
Und die Demographie schlägt zu, die Babyboomer die im Moment noch alles am laufen halten fallen bald raus aus dem Arbeitsleben und wollen ihre wohlverdiente Rente genießen, die der Staat dann wie finanzieren will? Einfach wegkürzen kann er sie nicht, wenn Ausgaben für Entwicklungshilfen und Migranten und Bürgergeld und was weiß ich viel wichtiger erscheinen, denn auch Rentner sind immer noch Wähler, die sich an der Wahlurne dafür "bedanken" würden.
Jetzt will man speziell in Berlin gerade mal wieder an Lehrern und Schülern sparen, weil man an den zahllosen Sozialfällen in der Stadt (samt Migranten) nach wie vor nichts kürzen will: Berlin: Senat streicht Geld für Klassenfahrten –Sparkurs erreicht Schulen (t-online.de) Als ob Klassenfahrten für Lehrer Freizeit wären, das ist extreme Verantwortung über die gesamte Dauer.
 
Zum Thema wollte ich sagen, dass ich die Lage aber auch über's Land hinaus so einschätze, dass viele Menschen auf dem Arbeitsmarkt überflüssig sind. In den letzten Jahren finde ich die Entwicklung hin dazu, dass es weltweit immer weniger Menschen in Arbeit benötigt werden, und immer mehr Menschen schlich wirtschaftlich überflüssig werden, rasant.
Das ist ja wohl kein Wunder, denn auch in anderen Ländern schreitet die Industrialisierung fort, aber gleichzeitig wachsen die Bevölkerungen immer noch, und viele dieser Länder haben nach wie vor kein Sozialsystem, das die Überschüssigen mit durchschleift. Auswandern wie in früheren Zeiten ist aber heutzutage auch nicht mehr so einfach, sei es daß andere Länder genau die gleichen Probleme mit den eigenen Bevölkerungsmassen haben oder die aus anderen Ländern nicht aufnehmen wollen, um sich selber vor deren mitgebrachten Problemen und Benachteiligungen des eigenen Volkes zu schützen. Das letztere kennen wir ja inzwischen von irgendwoher.

Was ich in Deutschland so schlimm finde, dass der Leistungsgedanke, sich über Arbeit als sinnvoller Teil der Gesellschaft zu definieren, so krass aufrecht erhalten wird und auch teils von der Politik geschürt, während hier ja bewusst der größte Niedriglohnsektor in Europa erschaffen wurde, dass der Teil der Bevölkerung, der auf dem Arbeitsmarkt überflüssig ist, oft als Fußabtreter und Hassobjekt bewusst genutzt wird. Das finde und empfinde ich auch persönlich, einfach so überaus furchtbar, und sollte und dürfte nicht sein.
Von Leistung lebt dummerweise jede Wirtschaft, da fällt kein göttliches Manna vom Himmel das jeden ganz ohne Eigenleistung ernährt. Im Niedriglohnsektor landen die, die es mit beruflichen Qualifikationen haben schleifen lassen/sich nie welche erworben haben oder sich aus persönlichen Entscheidungen in einer Region festgeritten haben wo es mit besseren Jobs nicht gut aussieht, manche auch nur vorübergehend, bis sie wieder etwas besseres aufgetrieben haben. Da hängt das meiste an der Qualifizierung, manchmal auch an der Beweglichkeit (Umzug).
Ein Versuch, Länder wie China, Indien oder Bangladesh im Niedriglohnsektor zu unterbieten, war von vornherein zum Scheitern verurteilt, denn zu deren menschenverachtenden Bedingungen kann man bei uns niemanden arbeiten lassen. Dort gibt es bekanntlich keine Arbeitnehmerrechte wie bei uns.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben