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Keine aktive Hilfe von Freunden?

Jetzt bin ich echt leicht irritiert. Ist die Welt echt so gestört? Es gibt Menschen die zahlen 4stellige Summen für einen Tipp bzgl. Wohnung. Schalten Anzeigen aus Verzweiflung in der Hoffnung jemand weiß was. Und jetzt bin ich unsympathisch deswegen weil ich nett bin?

Keine Ahnung, was du unter nett verstehst.

Wenn mal angenommen Person A Person B um Hilfe fragt und Person B dann die Hilfe geben kann und will, dann ist es nett.

Drängt Person B aber ungefragt Person A seine Hilfe auf, weil er glaubt, dass A gefälligst sich geehrt fühlen soll seine "tolle Hilfe" zu bekommen, dann ist es nicht nett, sondern nur arrogant, besserwisserisch und grenzüberschreitend.

Mein Therapeut sagte zu mir "hast du einen Wunsch sage es vielen Leuten dann ist die Wahrscheinlichkeit größer dass er erfüllt wird". So falsch kann mein Denken also nicht sein.
Eine seltsame Aussage, die dein Therapeut getätigt hat. Wenn ich mir zb. ein Schokoladeneisbecher mit dunkler Schokolade, Sahne und Streusel haben will wünsche, bekomme ich ihn nicht, weil ich hundert Leute damit nerve.

Ein Wunsch kann sich unter verschiedenen Umständen erfüllen oder nicht erfüllen. Zb. ob ich überhaupt Geld für mein Eis habe, es in einem Geschäft kaufen kann, eine Eisdiele in der Nähe gibt oder ein Freund so nett ist es mir zu spendieren.

Wenn ich aber kein Geld hab, um 23 Uhr Nachts alle Geschäfte und Eisdielen zu sind und selbst die Freunde kein Geld und keine Zeit haben, kann ich zwar pausenlos über mein Eiswunsch labern, erfüllt sich nicht.
 
Jetzt bin ich echt leicht irritiert. Ist die Welt echt so gestört?
Ja, ist sie. Wir haben das Zeitalter, dass sich Egoismus nennt.

Ich weiß, wovon du redest und wie es gemeint ist. Bei manchen Antworten konnte ich nur mit dem Kopf schütteln. Deine Situation habe ich x mal selbst erlebt. Jahrelang diversen Menschen immer wieder geholfen ohne selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen. Und nach Jahren hatte ich auch mal eine Bitte. Würde mir nicht erfüllt. Und es waren keine großartigen Dinge. Ich will das in deinem Thread gar nicht weiter ausführen, aber ich habe es immer und immer wieder so erlebt, zuletzt Anfang des Jahres. Ich habe jetzt echt die Schnauze voll, und mich braucht keiner mehr auch nur irgend etwas zu fragen (ausgenommen mein Kind).
 
Wenn ein Freund Bekannter oder sogar Kollege eine Wohnung sucht ich mit offen Augen rumlaufe. Ich habe eine Zeitung in der Hand und sehe aha Wohnungsanzeigen auch ich guck mal drüber. Oder Stellenangebote..... Wenn ich weiß jemand will sich was anschaffen und ich sehe sowas in der Art.... Von einer Freundin ein Freund den ich nur vom Hörensagen kenne hat z. B. ein 2. Haustier gesucht für sein vorhandenes. Mir fiel eine Anzeige auf

Du scheinst da ziemlich Zeit und Energie zu investieren.

befinde mich in Depression und kurz vor Burnout.

In therapeutischer Behandlung?
Warum ziehst Du nicht jetzt - gerade noch rechtzeitig - die Reißleine?
Dein Arzt/Therapeut kann für Dich in einer
psychosomatischen Klinik anrufen.

Eine Depression kann den Blick verstellen. Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet komnen Freunde vielleicht zu einem völlig anderem Eindruck als Du.

Aktuell schlafe ich vor dem PC fast immer ein. Kann mich nicht informieren wenn ich lese Zack fallen die Augen zu.

Über der Zeitung, bei der Suche für andere, nicht?

Und da wäre es doch dann ideal gewesen, gemeinsam zu suchen.

Wenn Freunde nicht helfen und sehen ich packe es nicht, sich aber beschweren ich nehme mir keine Zeit für sie dann läuft was falsch.

Sprichst Du sie an, erzähkst von Deinem Probkem und bittest um Unterstützung in einem konkreten Fall?

"Wenn sie sehen..." klingt, als hättest Du die Erwartung, sie müssten von selbst erkennen, dass Du Hilfe brauchst. Kann auch täuschen.

Nur bin ich nun in so einer Situation und stehe allein da.

Tatsächlich?
Dich hat niemand unterstützt, wenn Du um etwas gebeten hast?
Unterstützung ist nicht alles abnehmen, wie Du es bei der Urlaubsplanung gerne gehabt hättest. Da wurde ja konkrete Hilfe angeboten: die gemeinsame Suche. Was Du aber nicht möchtest, wie ich Dich verstand.

Es kann nicht sein das Freunde erwarten das ich jedes We Zeit habe wie die wollen, ich dadurch nicht zu meinen Dingen komme, sich alles aufstaut und wenn ich dann sage ich pack das nicht mehr allein dass sie dann meckern ich habe nur meine Sachen im Kopf und nie Zeit.

War das bisher immer so? Standst Du immer zur Verfügung, hast eigene Belange dafür zurückgestellt?
Das hat dann weniger mit anderen, dafür mehr mit Dir selbst zu tun. Therapiethema!

"Ich packe das nicht mehr alleine" fällt eher unter Jammern und kann nerven.
Depressive kreisen irgendwo schon sehr um sich und ihre Gedankenwelt, verlieren häufig das Interesse an vielen Dingen.

Erwartungen hier und da, Außenwirkung, Kommunikation...
Das klingt hier für mich nach einem komplexen Zusammenspiel, das Du wirklich mit einem Therapeuten aufdröseln solltest.

Der hilft nicht da war ich schon. Hatte mir viel davon versprochen. Mehr als eine Liste mit Therapeuten und paar Gespräche habe ich nicht bekommen.

Komisch, das scheint sehr unterschiedlich zu sein. Meine Erfahrungen sind sehr positiv.
Die "paar Gespräche" waren für mich sehr wertvoll. Auch die Entlastung beim Ausfüllen von Anträgen, Formularen.

Familie oder Freunde wollte ich damit nicht belasten, die sind auch alle eingespannt.
Und nicht unbelastet durch die Veränderungen, die eine Depression mit sich bringt; das wirkt sich immer auf Beziehungen aus.
Da ließ ich mir gelegentlich (!) etwas mitbringen, wenn sie sowieso irgendwo waren. Oder genoss einen Spaziergang, ein Eis mit jemandem.
2 x ließ ich mir etwas ausdrucken, weil ein Papierstau zum Nervenzusammenbruch führte. Danach musste ich ein bisschen über mich selbst lachen; ich, die früher alles organisierte und machte und funktionierte. 😄

Pass gut auf Dich auf und darauf, dass Du durch die Depression keine wertvollen Kontakte verlierst.
 
was ich dir empfehlen kann, ist bei einer Facebook Nachbarschaftshilfe- Gruppe deiner Stadt dich anzumelden, gibts bestimmt, und wenn du mal wieder Hilfe bei etwas Bestimmten benötigst, dort zu posten. Finden sich sicher nette Leute, ich habe das auch mal genutzt und kann es empfehlen.
Das bringt dir sicher mehr, als dich auf Freunde zu verlassen.
 
Habe es vorhin im TV gesehen und für so gut befunden, dass ich es mir merken will und auch hier teilen. Zu finden irgend wo auf Instergram (ich selbst bin dort nicht):

Never forget who ignored you when you needed them and who helped you before you even had to ask

Vergiss niemals, wer dich ignoriert hat, als du sie brauchtest und wer dir geholfen hat, bevor du überhaupt fragen musstest
 
Fragst du denn die Freunde konkret nach Hilfe gefragt? Oder erwartest du, dass die eigenständig zu dir kommen?

Ich selber trete grundsätzlich die Flucht vor Menschen, die ungefragt helfen, an. Ich mag es nicht, wenn mir Hilfe ungfragt aufgedrängt wird. Ich habe schon mehrfach erlebt, dass die andere Person durch ihr ständiges helfen von so manchen anderen übergriffigen Verhaltensweisen ablenken wollte. Im Sinne von "was kritisierst du X an mir, ich habe dir doch gerade letzte Woche bei Y geholfen, denk daran!"

Entsprechend biete ich auch nur Hilfe an, wenn mich die Person konkret danach fragt.
 
Ok, am Anfang dachte ich, "das sucht jemand eine billige Arbeitskraft, aber keine Freunde"

Dann hast du das mit den Burnout und Depressionen später erzählt und bei mir machte es Klick. Hab ich nämlich auch (bzw. Burnout schon hinter mir) und gerade beim Burnout weiss ich, das man sich so gut wie auf gar nichts konzentrieren kann, da ist sogar eine Auswahl von 6 verschiedenen Sachen wie ein Reiseziel oft schon überfodernd. Ich konnte an einigen Tagen nicht mal einkaufen, weil es mich überfordert hat. Und das vorm PC einschlafen, ja....das kenn ich auch von damals!

Ganz ehrlich, such dir ganz schnell eine psychologische Hilfe, bevor es wirklich zum Burnout kommt - denn du schlidderst da scheinbar schon gerade rein. Ich hab leider nichts gemacht und muss 10 Jahren später immer noch damit kämpfen, einige Dinge überfordern mich immer noch - was mich persönlich wütend macht, weil ich damit früher keine Probleme hatte.

Es sind nicht die Freunde - du veränderst dich gerade. Und wenn du nichts machst, hast du bald keine Freunde mehr. Denn auch die haben ihr eigenes Leben, eigene Probleme und können nicht ständig an dich denken!
 
Ja, nicht nur Freunde sondern auch die eigenen Familienmitglieder.
Es ist echt traurig, was gerade in unserer Gesellschaft voller Egoisten passiert.
Ich hätte soviele Beispiele hier aufzuzählen, wo ich von "Freundinnen" enttäuscht wurde. Dass ich immer nur auf solche Menschen reinfalle, kann auch gar nicht sein, daher denke ich wirklich, dass das ei neuzeitliches Phänomen ist.
Auch als ich krank wurde, interessierte sich plötzlich niemand mehr für mich. Nicht mal ein SMS wie es mir denn geht, und dies obwohl ich nie gejammert habe und immer noch die gleiche war.
Ich wurde auch oft finanziell ausgenutzt.
Daher verbringe ich meine Zeit auch lieber alleine jeetzt, ist auch viel weniger anstrengend und ich habe eine innere ruhe, die ich früher nie hatte. Auch diese Sticheleien von Freundinnen vermisse ich auch nicht. Neid scheint auch immer mehr zu einem Problem in unserer Gesellschaft zu werden. Habe jedenfalls nie erlebt, dass eine Freundin sich für mich gefreut hat, wenn ich was erreicht habe, was mir am Herzen liegt, im Gegenteil.
 

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