zwischen Leben meistern und Seelenkrüppeln die nix mehr auf die Reihe kriegen liegt ne weite Spannbreite und etliche Zwischenmöglichkeiten und ich denke die allermeisten Menschen bewegen sich eher im Feld ganz gut über die Runden zu kommen.
In welchem Feld man landet hängt von unerschiedlichen Faktoren ab. Ein wichtiger Faktor ist was man selbst aus seiner Lage macht. ob man eigenverantwortlich handelt, inwiefern man sich selbst dabei hilft nen guten Platz im Leben für sich zu finden.
Es stimmt was Truth schreibt, dass zu viel Mitgefühl zeigen oft auch das Gegenteil bewirken kann und oft sehr mit den eigenen Ängsten und Unsicherheiten zu tun hat.
Interessantes Beispiel von Zappzarapp mit dem so-tun-als-ob-Therapeuten..aber an sich gar nicht mal so schlecht diese Grundidee. Klar ist Therapie auch sone Art Selbstinszenierung aber auch Selbstfindung oder -neuerfindung. Man sollte schon einige Rollen spielerisch ausprobieren um zu gucken was einem liegt und was man ausbauen könnte. Um zu sehn welche Facetten alle in einem stecken.
Buchtipp:
Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag: Amazon.de: Erving Goffman: Bücher
Es stimmt das die Körperhaltung sich auf die innere Haltung auswirkt...wenn man gerade und Brust raus geht hebt das (manchmal nicht sofort aber bei mehrfachem Training auf Dauer) Selbstbewusstsein. Verzieht man sein Gesicht zu einem Grinsen oder Lachen hebt sich die Stimmung.
Alles ist miteinander in Wechselwirkung...daher betone ich ja auch oft das Körpertraining, rate zu Kampfsport....eben wegen der verbesserten Körperhaltung und mehr Körperbewusstsein was auch wichtig ist um sich selbst erst einmal richtig kennen und einschätzen zu lernen.
Menschen erkennt man an ihrer Körperhaltung....ich zumindest kann sehr viel daraus ableiten...Man erkennt ob jemand sich wohl in seiner Haut fühlt oder nicht, ob Frauen ein solides Körperbewusstsein haben und stolz auf ihren Körper sind oder nicht...etc.
Authentizität spielt natürlich eine Rolle...durch die Wechselwirkung und Lust am Rollenspiel (ohne Furcht vor Blamagen beim einstudieren) läßt die sich jedoch auch aufbauen...
Ich finde wie Goffman: wir alle spielen mal mehr mal weniger Theater...mit einem soliden Kern und Selbstbewusstsein ist es gar kein Problem jeweils auch authentisch zu sein in den verschiedenen Rollen die wir im Leben spielen, also stets man selbst in diversen Rollen zu sein. Problematisch ist es nur wenn man krank und verwirrt ist und gar nicht weiss wer man ist....dann wird einem das ganze Rollenspiel zu viel und man kriegt Schiss davor...
Das ICH ist kein statischer Klotz und nur festgelegt auf ne Einzelrolle...z.B die Mutterrolle, Freundinnenrolle, Partnerrolle, Liebhaberrolle, Jobrolle etc.und meiner Ansicht nach sollte man sich hüten zu einseitig auf ne spezielle Rolle fest zu legen sondern ein wenig flexibel und offen auch mal für was Neues zu bleiben.
An Truths Beispiel kann man es ja sehen: die Rolle der mitfühlenden, verständnisvollen und behutsamen Mutter reichte nicht...sie musste lernen auch mal ne andere Rolle für ihre Tochter zu spielen...sonst kommt man oft nicht aus Abhängigkeitsmustern raus...Mutter-Kind-Abhängigkeit. Zu viel Schonhaltung ist manchmal gar nicht gut....ggf für einen selbst indem man den anderen für schwach und abhängig erklärt damit man selbst die Helferrolle spielen kann....letztlich scheitert ein solches Projekt jedoch und ich finde Truth Grad an Reflexion bewundernswert das erkannt und sich dem gestellt zu haben.
Und ich glaube, sein bester eigener Therapeut wird man, wenn man es schafft, sich selbst aus einer gewissen Distanz heraus zu betrachten - und das so urteilsfrei wie möglich.
dem stimme ich zu...Distanzierungsmittel ist ja Reflexion und nichts anderes lernt man in Therapie. Dort tritt man quasi aus sich heraus und guckt sich seine Lage mal von einem anderen und distanzierteren, sachlichen Standpunkt aus an....da hat man dann oft viele aha-Effekte...
Wer stets zu sehr emotionsverhaftet zu nah an sich dran und in sich drin hängt der kommt oft nicht weit...der bleibt manchmal gleichsam in sich und ungünstigen Verhaltensmustern stecken. Mit Mitgefühl kann man hier wenig ausrichten...sondern oft eher im Gegenteil manchmal viel Nachteiliges.
Wie gesagt: Mitgefühl ist gut (aber nur in Maßen) aber reicht nicht insbesondere nicht in schwierigen Problemsituationen und Traumata etc.
Ich kann mir vorstellen das viele Menschen so viele Gefühle haben und Mitgefühl teilen und mitteilen wollen....weil das in erster Linie ihnen selbst gut tut...die Frage ist nur ob das immer auch für andere gut ist. Gut ist an sich so eine Art Mittelding: unverbindliches Mitgefühl zeigen + sachliche und konkrete Analyse und Tipps. Ist gar nicht so einfach denke ich...sehe ich ja an mir selbst...bei mir hakt es offenbar (aus der Sicht einiger User, komischerweise nicht aller) daran genug Mitgefühl zu zeigen...andere haben Probleme mit genügend innerem Abstand und Grad an Reflexion an die Sache ran zu gehen...