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    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Kann man denn eigentlich wirklich jeden Menschen helfen ?

Kraft schöpfen,hoffen ...geduldig sein

Über den Beitrag von Tuesday werde ich länger nachdenken (müssen).
Die Begriffe "demütigen" und "Demut" sind Schlüsselworte...


Es gab einige User hier,da hätte man keine Erklärungsversuche mehr
unternommen-- wenn jemand es VERSTEHEN KÖNNTE--aber nicht will,macht es einen schon wuschig.
Verschenktes Potential. ((Schade )).

Auch die perfekteste Maske ist eine MASKE - nicht das ORIGINAL .
Ob/wie lange drunter dann noch ein lebendiges Herz schlägt, ist Zufall.

Tyra - Du wirst schon wissen,warum Du "nichts verstehst" .
*******************************************

Auch die,die das Fliegen gelernt haben,sind NIEMALS vor dem Absturz gefeit.

Wünsche allen noch heftig betroffenen Opfern,daß sie die Kraft aus diesem thread spüren,
daß sie sich einige Texte wirklich an den Spiegel heften und die Augen offen halten,damit sie die Lichtblicke nicht übersehen und
im richtigen Moment die ehrlichen Helferhände zu fassen bekommen.

Mich beeindruckt , wie treffend hier Worte gefunden wurden.

DANKE ! (( Hilft mir grade auch sehr 🙁 ))

Micky
 
@Truth...stimmt das Selbstschutz auch zur Selbstfalle werden kann..ich denke es kommt hier auf das richtige Maß an...
An sich finde ich es im Raubtierrudel nicht so günstig sich ein zu reden man müsse sich nie schützen damit man sich lockerer fühlt......das wäre so wie wenn eine Antilope sagt: also nee...immer dieser Stress..da hat mich doch kürzlich ein Löwe angefallen der mir ein Stück aus meinem A**** gebissen hat, ich konnte noch mit Mühe und Not entkommen...bin schwer traumatisiert durch den Vorfall...habe total Schiss vorm Leben, trau mich gar nicht mehr auf die freie Savanne...aber ich muss ja, also geh ich wieder raus und vergesse die Löwensache total.

Ich finde den Vergleich nicht gelungen. Selbstschutz auf Gefühlsebene hat nichts mit Naivität zu tun. Ich kann mich völlig naiv und zutraulich in eine Gefahr begeben. Da würde ich auch sehr vorsichtig sein und acht geben, dass mir niemand schadet. Aber das hat mehr mit äußerer Gewalt zu tun. Gegen die kann ich mich schützen oder ich werde hinterrücks und komplett überraschend damit überfallen (na ja, so ungefähr). Ich meine hier ausschließlich den emotionalen Schutz. Muss ich mich emotional schützen? Das muss ich doch nur, wenn ich selbst meine Emotionen nicht einordnen kann. Und das wiederum glaube ich geschieht solange, solange ich an meine tieferen Emotionen nicht rangekommen bin. Uzw. die Emotionen, die im Laufe der Jahre eine Metamorphose erlitten haben und als rationales Verhalten oder gewohntes Verhalten an den Tag treten. Da sich selbst interpretieren zu können, ist nicht einfach, weil es schmerzlich sein kann.
 
Danke, Momo. Das was du ansprichst gehört vergoldet!

Wünsch euch allen einen schönen Abend und einen guten Start in die Woche!
 
Tyra
Ich bin für klare Verhältnisse...klare Analyse und Aufklärung..schluss mit Träumereien, Illusionen und Märchenstunde....jedenfalls wenn es um Traumablockaden geht.


Tyra für Dich gelten nur Fakten - Fakten - Fakten, knallhart und nach Lehrbuch. Opfer brauchen jedoch Vertrauen zu einem Menschen der Emotionen zulässt und sich einfühlen kann.

Einigen "Pseudo-Therapeuten" wäre es lieb, wenn die Opfer sich nicht so "anstellen" würden und ihr Selbstverteidigungs Training knallhart durchziehen würden. Wenn das so einfach wäre, würden nicht so viele Menschen ihr Leben lang Flashbacks haben. Ich wäre so dankbar, wäre meine Tochter nur geschlagen worden - wäre ich nur geschlagen worden.
 
Tyra für Dich gelten nur Fakten - Fakten - Fakten, knallhart und nach Lehrbuch. Opfer brauchen jedoch Vertrauen zu einem Menschen der Emotionen zulässt und sich einfühlen kann.

Einigen "Pseudo-Therapeuten" wäre es lieb, wenn die Opfer sich nicht so "anstellen" würden und ihr Selbstverteidigungs Training knallhart durchziehen würden. Wenn das so einfach wäre, würden nicht so viele Menschen ihr Leben lang Flashbacks haben. Ich wäre so dankbar, wäre meine Tochter nur geschlagen worden - wäre ich nur geschlagen worden.

Tyra ist auch ein Opfer 🙂 Das was wir hier über Menschen schreiben und was sie brauchen - gilt eigentlich ausnahmslos. Manchen Menschen sieht und hört man es an wie verletzt sie sind. Andere Menschen haben eine Schutzmauer um sich herum gebaut, über die wir nur schwerlich schauen könnnen, weil sie uns selbst triggert. Ich will hier nicht die Tolerante oder die Verständige spielen, ich will nur damit sagen, dass alle Menschen gewisse Grundbedürfnisse haben aber jeder bricht da anders aus. Für uns ist es einfacher einem schon auf dem Boden liegenden unser Mitgefühl zu geben. Einem der aufrecht steht fällt es uns schon schwerer. Obwohl beide die gleichen Verletzungen in sich tragen können.

Vielleicht kann ich Tyra auch deshalb verstehen, weil ich selbst auch so reagiert habe. Ich war zu tiefst verletzt aber nach außen hin, wusste niemand um meinen wirklichen Schmerz. Ich war knallhart - vor allem zu mir selbst - und wenn man zu sich selbst knallhart ist, hat man den Anspruch, dass der andere nicht da sitzt und jammert, sondern auch sein Leben in den Griff bekommt. Da fehlt einem das Verständnis dafür, dass jemand nur in Gefühlen aufgeht und nicht rational überlegt, was er aus seinem Leben machen kann und weil er im Endeffekt - wie man selbst total überzeugt ist - keine Selbstverantwortung übernimmt. Das war z.B. mein dogmatisches Schlagwort ab meinem 16 Lebensjahr. Übernimm Verantwortung für dich selbst - sonst geht nichts 🙂

Grüße 🙂
 
stimmt was Truth schreibt. Eine gewisse Grundhärte und Sachlichkeit ein bissel Abstand zur Sache und den Betroffenen finde ich ehrlich gesagt auch sinnvoll.
Ich denke jedoch dass das Medium Internet einen sehr reduziert und im wirklichen Leben gelte ich zwar als tough aber nicht knallhart oder gar gefühllos oder kalt.... Im Geschäftsleben und Job hilft mir meine Art Eigenschaft an sich sehr. Ich hatte ja bereits geschrieben dass Internet halt nicht mein Ding ist und ich Menschen, an die ich Herzenswärme frei Haus verteile schon vor mir sitzen haben und ein bisschen besser kennen muss.....das ist halt meine Macke....

Was meine Verletztheit von früher angeht so ist die an sich ganz gut verheilt...wird aber auch ein stückweit ewiger Begleiter sein.

Interessant die Parallele zu Truth, mit ihrem dogmatischen Eigenverantwortungsbefehl an sich selbst...genauso lief es bei mir ab....das hat ziemlich gepusht...War sone Art Denkrevolution...ala Che Guevara: durch Willenskraft das scheinbar Unmögliche bewirken...Manchmal muss Revolution sein...Umkehr der Machtverhältnisse..von der Ohnmacht zur Autonomie.

Was die Schutzmauer angeht...die reiße ich ja an sich mit Analyse ab und gucke sozusagen auf die nackten Tatsachen....ggf stört dieser indiskrete Blick einige? Mein Motto ist und bleibt: lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende ...das hat an sich in Sachen Traumaverarbeitung ganz gut geholfen.

Tja und mit Verständnis für reine Emotionalität...habe ich nicht...weil ich aus Erfahrung weiss das man so nicht weiter kommt....Opfer bleibt, gefährdet bleibt...Frauen werden in die Richtung erzogen...bereit zur Unterwerfung und nur eines hilft: mit der macht seines Verstandes eigenständige Herrschaft über sein Leben errichten, autonom werden, also nicht mehr so abhängig von der Bestimmung durch andere (Papa, Ehemann etc.). Emotionen sind eine Sache..auch eine wichtige Sache..aber Emotionen ohne ordnenden Verstand sind oft eher Chaos, blind. Verstand ohne Emotionen ist natürlich kalt...
Auch wenn ich hier aus der Sicht einiger nicht (frauentypischerweise) ausreichende Emotionen zeige heißt dass natürlich nicht dass ich keine habe...ich bin halt sehr geordnet in dem Bereich und finde in einem Hilfeforum vor allem wichtig die sachliche Seite zu betonen.

Truth Beobachtung stimmt dass ich als untypisches und stehendes EX-Opfer anders behandelt werde....das passt offenbar nicht ins Schema...Und exakt da sehe ich Ungerechtigkeit und auch ne gewisse Amoralität....das Tätertum der Opfer....der Schwachen (nicht per se Schwachen) die sich im Rudel oder anonym versteckt stark fühlen und auf atypische Opfer einhacken...
Ich für meinen Teil behandle alle gleich und halte mich kühl und sachlich....Mitgefühl gebe ich schon....aber nie von Anfang an jedem...mein Mitgefühl will sich erst einmal verdient sein...Das ist halt mein Lebensprinzip mit dem ich ganz gut gefahren bin bisher.

Ja für mich gelten Fakten...man ordnet sie, analysiert sie und lernt sie kontrollieren. Entweder man bleibt diffus seinen Emotionen verhaftet oder lernt sie ein wenig kennen und beherrschen...entweder man stellt sich den Fakten, dem Leben oder man wird öfter mal von denselbigen überrollt.
Dafür dass ich die Botin dieser ungemütlichen und unfrohen Kunde bin sollte man mich nicht gleich köpfen. Das Leben ist nun einmal hart und nicht Kuschelwiesenhausen und ich halte es für grundfalsch den menschen da etwas anderes zu suggerieren. Es ist auch hart dass man an sich mit seinen Problemen alleine dasteht...die Hilfe hier allein nicht reicht und man in erster Linie auf sich allein angewiesen ist, aber was hilft es das zu verschweigen.
In einer Therapie bekommt man diese Tatsachen ggf schonender beigebracht...dennoch wollen oft viele davon nichts wissen. Das jedenfalls war auch meine Erfahrung aus meiner Beratungszeit.

@Beate: Vertrauen will sich natürlich verdient sein....klar brauchen Opfer Vertrauen, auf dieses Faktum weise ich ja hin. Vor allem ist Selbstvertrauen wichtig...das kann man ja im Alltag sehr gut trainieren und schrittweise aufbauen

Von so einem Pathos dankbar zu sein geschlagen worden zu sein halte ich wenig...ist Masochistenquatsch und Jesushype...sich selbst ans Kreuz nageln und für andere aufopfern..ich hoffe du lebst deiner Tochter diese ungesunde Einstellung, die Opfer produziert nicht vor.

Ich verstehe deinen Schmerz, aber überleg doch mal was du da sagst bzw. schreibst und welche Folgen das haben kann! Hier sieht man ein weiteres mal dass Emotionen allein einem oft nicht helfen...sondern drüber nachdenken sehr wichtig ist, analysieren was Opfer zu Opfern macht oder was hilft aus Opfern EX-Opfer zu machen.
Eine Grundhaltung ala: oh wäre ich doch nur geschlagen worden zeigt Ohnmacht...besser wäre auch wenn das hart klingt die Dinge akzeptieren wie sie gelaufen sind = scheisse und im Hier und Jetzt das Beste draus machen was Neues aufbauen. Nicht jammernd zurückschauen..das hilft niemandem, dir nicht da du dann einem schlechten Gewissen und pathetischer Reue verhaftet bleibst und zu wenig Energie für Zukunftsideen hast und deiner Tochter nicht der du durch deine Aufopferungshaltung ein ungesundes gefährdendes Rollenbild vorlebst...und sie emotional an dich kettest indem du dich ihrem Leid unterwirfst und ein Pathos draus strickst.
Klingt hart ich weiss...aber das sind die Tatsachen...mit denen man klarkommt oder nicht.
Gute Hilfe für deine Tochter wäre ihr dabei zu helfen ihr Selbstwertgefühl wieder auf zu bauen...ihr oft sagen dass sie liebenwert ist und ihr das auch zeigen...durch Gesten, für sie da sein, ihr zuhören. Offen über die Tat/en reden, klar machen dass allein der Täter Schuld hat.
Die damalige Psychaterin meiner Schwester wies mich darauf hin dass es total wichtig ist wenn jemand emotional durch den Wind ist oder psychische Probleme hat im Umfeld offen, klar, sachlich und geordnet genug zu bleiben. Das gibt den Betroffenen den besten Halt..neben emotionaler Zuwendung natürlich...alles mit dem Impuls Stärke auf zu bauen, Autonomie....das ist sehr schwierig...

Es ist eine Sache spontan seinen Impulsen (schlechtem Gewissen, Drang sich auf zu opfern, was NICHT hilft) zu folgen,...aber das kann manchmal verheerende Folgen haben...daher ist drüber nachdenken wie man am besten hilft (dazu fachkundigen Rat einholen, annehmen, umsetzen) und bewusstes Handeln insbesondere nach traumatischen Ereignissen sehr sehr wichtig. Sonst geht der Schuss mit der Hilfe schwer nach hinten los. Richtiges helfen ist gar nicht so leicht.

Und erneut: ich bin keine Therapeutin und will auch keine sein, ich bin nicht der Feind wenn ich klare Analyse vormache sondern jemand der es gut meint, auf wichtige Fakten klar hinweist..wers nicht hören/sehen will der kanns ja einfach überlesen und ignorieren. Sind alles nur unverbindliche kleine Denkanregungen und Tipps eines EX-Opfers das zufällig ein bissel Fachwissen besitzt...Wissen beißt nicht, Wissenschaft auch nicht sondern in ein gutes, gut verwendbares und gut verdauliches Lebens-mittel 😉

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
ein solider Selbstschutz (= solides Selbstbewusstsein und Abgrenzungsvermögen) sind auch wichtig um mit einem Hilfeforum angemessen um gehen zu können.
...ich gehe gerne raus, sehe passabel aus, trage gerne sexy Sachen..auch abends und immer wieder mal begegnet man da einigen Typen (die oft eher kleine eher feige Schakale sind keine Löwen) die es einfach nicht kapieren, denen man aber direkt ne Grenze klar machen muss....es braucht dazu oft nicht viel...sicherer Gang hilft, wie man guckt ist wichtig (Blickmodell aggressiv-verächtlich und mordlustig ist nicht übel )
Dein „Selbstbewusstsein“, in aufreizenden Klamotten zu flanieren und den Typen, die dir hinterhersabbern, mit einem „aggressiv-verächtlich und mordlustigen“ Blick einen Korb zu verpassen, finde ich nicht erstrebenswert.


- - -
Ein Selbstbewusstsein (Selbstwertgefühl) kann man auch ohne (Sexual)Stress und ohne anderen (psychisch) Schaden zuzufügen erlangen. Und zwar durch Angenommen werden, Verständnis, Zuspruch und Respekt (wie ja schon erläutert wurde). Diese Methode mag bei einigen nicht ankommen, aber ich z.B. bin sehr froh, dass es auch welche gibt, die nicht mit der „Raubtier-Tour“ kommen und sich „für eine warme und herzliche Welt“ entschieden haben. Das habe ich auch, auch wenn ich bisher hoffnungslos alleine damit dagestanden habe und es mich im Echtleben bis dato nicht wirklich weiter gebracht hat.


- - -
Wenn ich Therapeut wäre, dann würde ich differenzieren zwischen den Leuten die „tough“ sind und zwischen denen, die „sensibler“ sind, denn bei jedem muss man anders ansetzen. Was bei dem „Toughen“ gilt, gilt nicht für die „Sensiblen“, und umgekehrt.

Das ist das Wesentliche!

Das Problem ist leider, dass die „Toughen“ (aus welchen Gründen auch immer) keinen „Receiver“ zu haben scheinen, mit denen sie in die Empfindungswelten der „Sensibleren“ vordringen können. Deswegen redet man bei „toughen“ Menschen in der Hinsicht auch wie gegen einen Wand.

„Toughe“ Menschen haben i.d.R. wegen Ihrer „Resistenz“ und weil sie viel leichter von vielen anderen nachvollzogen werden können, einen viel einfacheren/sichereren Standpunkt.

Der „Sensible“ hat das Problem, dass die „Toughen“ Ihn durch Ihre Erkenntnisse für sich und Ihre artverwandten Wesenheiten ersticken.

Wehe wenn keine verständnisvollen Menschen vorhanden. Der hilfebedürftige „fühlige“ Mensch ist dann tatsächlich verloren.

...mein Mitgefühl will sich erst einmal verdient sein...
Mitleid bekommt man geschenkt und Mitgefühl muss man sich erarbeiten? Ist Mitgefühl für dich eine Anstrengung? Ich trag dieses Mg ständig mit mir rum.
 
Tyra, was sagst Du denn zu meiner Bitte. Könntest Du Dir vorstellen, mal gedanklich an diesen Punkt zurückzugehen?

Wie wärs denn mal mit nem Gedankenspiel.
Wie ging es Dir, BEVOR Du diese Erkenntnis hattest, dass Du für Dich selbst verantwortlich bist, BEVOR Du Dich gegen Deinen Vater gewehrt hast?
Wie alt warst Du da? Was hast Du empfunden, wenn er Dich geschlagen hat? Oder wenn Du beobachtet hast, dass er Deine Schwester oder Deine Mutter geschlagen hat?
Hast Du Dich hilflos gefühlt? Oder stark? Selbstbewusst oder erniedrigt? Wie war dieser Moment für Dich?
Hast Du geweint? Warst Du verzweifelt oder immer mutig? Was war der schlimmste Moment, den Du erlebt hast?

Also jetzt mal wirklich auf der Gefühlsebene.

Bei deinem letzten Beitrag kam mir irgendwie in den Sinn, wie seelisch erfroren ein Mensch sein muss, der nicht mitfühlen kann, bzw. dessen Mitgefühl erarbeitet werden muss.
Durch was eigentlich. Was muss man bieten, damit Du mit jemanden mitfühlst. Alles schon aufgearbeitet sein, damit man die Verzweiflung/Angst/Tränen des anderen nicht bekommt? Hast Du Angst davor? Erinnert es Dich zu sehr an Dich selbst? An deine eigene Hilflosigkeit von damals, dass Du das bei einem anderen Menschen nicht ertragen kannst?
Oder verstehe ich dich an diesem Punkt nicht richtig?
 
Ich für meinen Teil behandle alle gleich und halte mich kühl und sachlich....Mitgefühl gebe ich schon....aber nie von Anfang an jedem...mein Mitgefühl will sich erst einmal verdient sein...Das ist halt mein Lebensprinzip mit dem ich ganz gut gefahren bin bisher.


Und genau das ist es, was ich dir vorwerfe. Weder deine sachliche, analytische noch deine eher zurückhaltende, kühle Art. Und schon gar nicht, dass du eine selbstbewusste Frau bist. Das sind eigentlich Dinge, die ich eher schätze. Aber dass du dich über andere stellst und glaubst, du könntest entscheiden, wer dein Mitgefühl, deinen Respekt und deine Liebe verdient hat und wer nicht, das schmerzt.

Es schmerzt, weil du dich für die Welt der Täter entschieden hast, in der man über andere entscheiden darf, in der man Menschen in Verlierer und Gewinner einteilt.

Die Betroffenen kommen in dieses Forum und werden mit genau der gleichen Scheiße konfrontiert, die sie überhaupt erst hier her gebracht hat. Mit Demütigung und Gewalt.

Und dafür bekommst du dann natürlich Dank. Die Leute kennen diese pervertierte Welt und sind es gewohnt, danke zu sagen, wenn man sie tritt.

Dein Vater hat dir beigebracht, dass Liebe etwas für die Schwachen ist. Gut ist Böse und Böse ist Gut. Ein satanisches Lebensprinzip. Erst wenn wir uns ganz bewusst gegen diese Philosophie entscheiden, nehmen wir den Tätern ihre Macht.

Tut mir leid, Tyra, aber für mich lebst du die Gewalt deines Vaters weiter und du stehst in seiner Tradtion. Du gibst ihm eine ungeheure Macht über dein Leben.

Gewalt pervertiert unsere Gedanken. In der Welt der Täter lernen wir für jeden Tritt Danke zu sagen. Und du, Tyra, hast wohl erkannt, dass dies falsch ist, aber anstatt in die Liebe zu gehen und dein Herz zu öffnen, bist du in die Dunkelheit gegangen, in der Überzeugung, nur wer stark ist, wird nicht verletzt. Das ist ein Irrglaube. Das ist die Welt der Täter, eine Welt aus Angst.

Momo hat es sehr treffend auf den Punkt gebracht. Du solltest dir ihren Beitrag ausdrucken, an die Wand hängen und lange und intensiv darüber nachdenken!


Ich weiß, dass du jetzt wieder ankommst mit "es muss ja niemand und es ist mein gutes Recht, bla, bla, bla..."

Nein.

Erstens: "Ich habe die Macht andere zu schädigen und es ist meine Entscheidung, ob ich jemanden respektiere oder nicht" gehört in die Täterwelt. Niemand hat das Recht über einen anderen zu urteilen. Wir haben die Verantwortung dafür, dass durch unser Handeln niemand verletzt wird. Und nicht: Der Andere hat die Pflicht sich in Sicherheit zu bringen.

Und zweitens: Du kannst nicht erwarten, was du nicht gibst.

An einer Stelle schreibst du:

Nö als Frau erwarte ich keine Sonderbehandlung...aber als Frau die mal nicht immer erwartungsgemäß kuschelig und herzbetont auftritt (wie das Klischee es ggf vorschreiben mag) erwarte ich mehr Toleranz.


Merkst du was? Du erwartest von anderen auch Toleranz und Respekt. Dazu hast du aber kein Recht. Du nicht! Solange man sich deinen Respekt verdienen muss, musst auch du dir den Respekt verdienen. Mit einem solchen Argument schießt du dich also ins Aus.

Die Welt wäre eine bessere Welt, wenn wir ganz ohne Bedingungen einander respektieren würden. Es ist unsere Entscheidung, ob wir ein Raubtier sein wollen oder ein Mensch und je mehr Menschen das kapieren, je mehr Menschen sensibel und achtsam auf andere zugehen, umso besser wird diese Welt.

Es ist deine Entscheidung, auf welche Seite du gehören willst.

Gut ist Böse und Böse ist Gut ist die eine Seite.

Die andere heißt: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu!"



Tuesday


P.S.: Danke Momo für deinen tollen Beitrag. Du bringst es auf den Punkt. Genau das ist für mich retraumatisierend. Genau das ist es, was die Täter mit uns machen.
 
Schreib mal hier meine Erfahrung über Hilfe.
Ich stand die letzten zwei Jahre ganz alleine da, keiner hat mich anerkannt und ich hatte das Gefühl ein einziger Fehler zu sein.
Trotzdem habe ich mich aufgerafft und Hilfe gesucht, professionelle Hilfe, da ich gemerkt habe dass ich alleine nicht mehr weiterkomme. Habe Kur beantragt, was auch genehmigt worden ist. War nun 5 Wochen in Reha. Dabei sind meine Ängste und Sorgen etwas greifbarer geworden. Mit Therapeuten habe ich durch ihre Empathie und ihr Verständis aber auch durch eine neutrale Haltung mir gegenüber gute Erfahrungen gemacht. Es fiel mir leichter konstruktive Kritik anzunehmen, als mit harscher Kritik die mir entgegengebracht worden ist.
Es muss bei einem selbst jedoch auch eine gewisse Erkenntnis vorhanden sein über seine Probleme und gewisse Ansätze einer Vorgehensweise sie zu korrigieren, damit Hilfe von außen etwas bewirken kann.
 
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