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Kann man denn eigentlich wirklich jeden Menschen helfen ?

Hallo Tyra,

hab leider nicht viel Zeit. Fand deinen Beitrag No. 102 sehr interessant. Nur eines wollte ich hierzu gern anmerken. Diese Härte hat mir wohl geholfen, mein Leben in den Griff zu kriegen und aus mir einen taffen Menschen gemacht, den so schnell nichts umwirft, aber letztendlich hat mein Herz darunter gelitten. Denn die Härte zu sich selbst schließt das Mitgefühl für sich selbst aus. Und das ist neben der Rationalität und dem gesunden Menschenverstand mindestens genauso wichtig. Auf jeden Fall empfinde ich es jetzt so. Früher konnte ich das nicht sehen - habe es sogar verleugnet - weil Mitgefühl mit sich selbst auch heißt in ganz alte Wunden schauen zu können. Ich glaube Heilung kann erst dann wirklich stattfinden, wenn wir diese Wunden ersteinmal wirklich zulassen können. Ich konnte sie nicht zulassen. Musste stark sein - diesen enormen Anspruch hatte ich und der hat nicht nur mein Leben schwierig gemacht, sondern auch das Leben - auf jeden Fall manchmal - meiner Mitmenschen. Wirklich Nähe konnte ich erst dann zulassen, als ich diesen Zugang zu mir selbst fand.

Grüße
 
Zum Thema Selbstbewusstes Auftreten.

Es ist für mich etwas das aus einem selbst herauskommen muss. Eine innere Stabilität Eigenverantwortung und Souveränität. das zu erreichen ist schwierig, aber wenn man es hat, dann ist es mehr wert als jegliche Selbstinszenierung, weil es echt ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Tyra einige User widersprechen Dir sehr oft und vehement bezüglich der sehr schematisierten Aussagen in Deinen Beiträgen (Du äußerst Dich fast nur zum Thema GEWALT) - auch ich gehe mit Deiner Meinung fast nie konform.
Es tut mir weh zu lesen wie man Deiner Meinung nach mit Traumata umzugehen hat. Mag sein, dass es für einige Menschen genau der richtige Weg ist, um Gewalttaten zu verarbeiten, aber ist nicht jeder Mensch anders? Die Differenzierung der Charaktere kann in einem Forum nur erahnt werden, dennoch sollte Sensibilität nie außer Acht gelassen werden.

Dieses ist ein "Hilferuf - Forum", ein Hilferuf (besagt ja schon der Name) wird von Menschen in Not getätigt. Gerade Gewaltopfer befinden sich in Not - wenn sie bedroht werden, vergewaltigt und/oder missbraucht wurden. Diese Menschen brauchen vielleicht tröstende Worte und mögliche Adressen damit ihnen real geholfen werden kann.

Mag sein das ich zu soft rüberkomme, aber wenn "Not am Mann" ist bin ich manchmal sehr lange hier, weil jemand am "anderen Ende" nicht mehr weiter weiß. Wir sollten den Menschen doch Mut machen und signalisieren, dass sie nicht alleine sind.
 
ähm..ich habe nie geschrieben dass meine Art Umgang mit Traumata die einzige und beste Art ist Beate....sondern nur dass Analyse eine der vielen Möglichkeiten ist, mit denen man mit einem Trauma umgehen kann...einer Möglichkeit unter mehreren Möglichkeiten die man praktizieren sollte um ganzheitlich an das Problem ran zu gehen.
Ich denke meine schematisierte Darstellung ist eine sehr gute Ergänzung...und erhebe nicht den Anspruch dass allein die Analyse oder so das Wundermittel schlechthin ist.

Die meisten scheinen hier oft nur schwarz- oder weiss zu sehen.....eine Gruppe findet dass allein Herz und das Gefühl geben dass Opfer nicht allein sind reicht...ich für meinen Teil sage: es reicht nicht....zur Ergänzung muss da mehr kommen... Wenn man mich mal wirklich genau lesen würde wäre rasch klar dass ich keineswegs rechthaberisch bin...nur weil ich atypisch und kopfstark auftrete heißt dass dass ich denke dass das alleine DIE richtige Hilfe darstellt.

Mut zusprechen finde ich gut und wichtig...tun ja auch viele hier...und auch ich mache das oft, überbetone diese Seite aber auch nicht und mache halt mein Ding worin ich gut bin. Ich sehe das Ganze als Gemeinschaftsprojekt..jeder gibt gemäß der Fähigkeiten die er hat...oder nicht hat...in meinem Fall bin ich kopfstark, einige andere eher herzstark....

Also liebe Beate und herzstarke Jungs und Mädels: erledigt ihr das mit dem Herzen, ich erledige die Analyse und ein wenig in den Hintern treten und auf die Eigenmacht und Eigenverantwortung hinweisen...was ebenfalls sehr wichtig ist..und bei sehr vielen liebgemeinten und herzensguten Beiträgen manchmal etwas vernachlässigt wird.
Es wäre begrüßenswert wenn einige aufhören würden von der perfekten Welt und perfektem Hilfeforum und perfekten Tyras zu träumen um etwas bescheidener auf den Boden der Tatsachen runter zu kommen...Dinge (oder auch Tyras) akzeptieren sie sie sind und das Beste draus machen! 😉

Tyra
 
ich finde es irgendwie interessant, dass du auf die Beiträge, die nach Deinen persönlichen Gefühlen und Traumata fragen, gar nicht kommentierst.
Ich vermute mal, dass da ein wunder Punkt bei Dir getroffen wurde? (ich ahne die Reaktion, die jetzt kommt: Schutzpanzer)
 
Hier im Forum, in der Fachliteratur und im persönlichen Umfeld erlebe ich eigentlich oft diese Variante:
Jemand bemüht sich, macht Therapien und stellt fest, dass man damit leben kann, dass es einen aber auch immer wieder einholt und dass es gute Lebensphasen gibt, aber eben auch welche, in denen es einem echt sehr schlecht geht.

So ähnlich geht es mir bei der "Sanierung" meiner Baustellen. Manchmal packt mich der Tatendrang, aber manchmal bin ich frustriert und sehe keine Hoffnung mehr.
(Ich bin zum Glück noch nie sexuell missbraucht worden, wurde aber mit einer starken Launenhaftigkeit erzogen)

Was den jungen Mann angeht, er wird wie ich es sehe nie ein komplett eigenständiges Leben führen werden. Er wird immer einen Betreuer brauen. Natürlich kann er arbeiten und eigene vier Wände bewohnen, aber lediglich unter Betreuung. Eine Arbeit eben nur in speziellen Stätten (eingeschränkter Intellekt).

Und auch ein solches Leben muss subjektiv nicht als die Hölle auf Erden empfunden werden.

Das ist aber nur meine Annahme, keine Garantie dafür dass es wirklich so werden wird.
 
ich erledige die Analyse und ein wenig in den Hintern treten und auf die Eigenmacht und Eigenverantwortung hinweisen...was ebenfalls sehr wichtig ist..(...)
Es wäre begrüßenswert wenn einige aufhören würden von der perfekten Welt und perfektem Hilfeforum und perfekten Tyras zu träumen um etwas bescheidener auf den Boden der Tatsachen runter zu kommen...

Tja, Tyra, das ist die Welt in der du lebst. Du nimmst dir das Recht raus anderen in den A**** zu treten (wer gibt dir das eigentlich?), dann wirst du es auch akzeptieren müssen, dass man dir in den A**** tritt.

Du bekommst hier genau die Behandlung, die du den Hilfesuchenden in diesem Forum angedeihen lässt. Dann weißt du jetzt mal, wie sich das anfühlt. Nicht gut, oder?



Im Übrigen muss ich sagen, Tyra, man kann auch freundlich, behutsam, einfühlsam und sehr direkt und ehrlich sein. Es gibt auch eine freundliche Art eine Analyse zu übermitteln. Das schließt sich nicht aus. Ich hab's ehrlich gesagt satt, dass Einfühlungsvermögen mit "Schankrila und habt euch alle lieb" gleich gesetzt wird.


Ich klinke mich jetzt hier aber aus der Diskussion aus. Ich fürchte, du bist noch nicht so weit, dich mit deinen Gefühlen und dem Schmerz auseinander zu setzen.



Tuesday
 
Nichts für ungut.

Finde die Auffassung aber sehr polarisierend dass man entweder sein Leben meistert oder zu einem hilflosen Seelenkrüppel wird, der schlimmstenfalls von Abgründen aufgesogen wird.

Im Leben gibt es Höhen und Tiefenmomente. Und auch wenn man sein Leben progressiv lebt kommt es zu einem Fall. Und meiner Meinung nach ist man da auch noch lange nicht zum Opfersein verurteilt, solange man nach dem Fall aufsteht notfalls mit Hilfe reflektiert und voranschreitet.

Natürlich muss ein Psychotherapeut eine Grunddistanz zu den Patienten wahren (was bei meinen bisher der Fall war). Er geht daran kaputt wenn er mit einem seiner Patienten anfängt tief mitzufühlen.

Ein gewisses einfühlendes Verhalten dem Patienten gegenüber (ohne gleich sentimental zu werden oder den P. mit Samthandschuhen anzufassen) sollte jedoch auch vorhanden sein. Der Patient muss sich irgendwo auch Wohl bei seinem Therapeuten fühlen und sich nicht vor den Kopf gestoßen oder seziert glauben.

Stöße sollten auch angebracht sein, solange man sie wohldosiert hält.
 
Zum Thema Selbstbewusstes Auftreten.

Es ist für mich etwas das aus einem selbst herauskommen muss. Eine innere Stabilität Eigenverantwortung und Souveränität. das zu erreichen ist schwierig, aber wenn man es hat, dann ist es mehr wert als jegliche Selbstinszenierung, weil es echt ist.

Das kann ich nur unterstreichen. Vor allem ist Selbstinszenierung ein Signal dafür, dass was nicht stimmig ist. Und diese Selbstinszenierung hat ganz viele Gesichter, vor allem passiert sie oft so unbewusst, dass der Betreffende schwerlich dahinter kommt. Wenn man Menschen begegnet, die sich durch auffallendes Verhalten oder besonders regen und tollen Worten in den Mittelpunkt stellen, bekommt man schnell den "richtigen" Eindruck. Schwierig wird es, wenn diese Inszenierung unterschwellig ist und das Verhältnis zu diesem Menschen so eng, dass man nicht das Muster entdeckt, das dahinter steckt. Und da gibt es für mich ein Paradoxon was Mitgefühl angeht.

Manchmal kann zu viel Mitgefühl glaube ich auch ganz schön das Gegenteil bewirken. Weil zu viel Mitgefühl auch mit eigenen Ängsten zu tun haben kann. Ich habe diese Erfahrung mit meiner Tochter gemacht. Als ich aus der Rolle der verständigen, mitfühlenden und behutsamen Mutter ausgestiegen bin - und das war nicht einfach, da musste ich erst mal an meine ganz eigenen Ängste und Probleme ran - habe ich im Prinzip meiner Tochter geholfen, ihr Leben in die Hände zu nehmen. Sie kann das jetzt noch nicht sehen und reagiert ziemlich abweisend und enttäuscht - aber sie handelt anstatt sich selbst fallen zu lassen.
 
Natürlich muss ein Psychotherapeut eine Grunddistanz zu den Patienten wahren (was bei meinen bisher der Fall war). Er geht daran kaputt wenn er mit einem seiner Patienten anfängt tief mitzufühlen.

Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum Menschen, die in engen Beziehungen leben, nicht versuchen sollten, der Therapeut des anderes zu werden. Denn als Therapeut brauchst du Distanz - uzw. so viel Distanz, dass deine eigenen Probleme in die Therapie nicht mit einspielen - und das ist wahrscheinlich auch oft der Grund, weshalb manche Therapeuten gut, besser oder schlechter sind.

Und ich glaube, sein bester eigener Therapeut wird man, wenn man es schafft, sich selbst aus einer gewissen Distanz heraus zu betrachten - und das so urteilsfrei wie möglich.
 

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