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Kann man denn eigentlich wirklich jeden Menschen helfen ?

ein klein wenig die eigene Geschichte miteinbringen, macht ja jeder.

Ein völlig traumatisierten Jungen, der seine Kindheit lang brutal missbraucht wurde mit Deiner eigenen Geschichte zu vergleichen, ist dann allerdings schon was anderes.

Dein Fachwissen überzeugt mich absolut nicht, weil viele der Informationen, die Du hier erzählst, schlichtweg nicht stimmen. Gerade deine Beiträge über Traumata sind teilweise völlig falsch. Das ist gerade deswegen so schlimm, weil Du durch Deine Sprache und Dein Verhalten suggerierst, dass Du Ahnung hättest.
 
naja aber in bissel intellektuelle Anforderung sollte schon da sein...Training fürs Hirn sozusagen...von nix kommt nix und ohne ausreichend intellektuelle Basis versteht man sich nicht, die Welt nicht und gar nix im Grunde...

was Soris missbrauchten Jungen angeht gehe ich davon aus dass der auch mal erwachsen sein wird und klassischerweise nach langem verdrängen (was ja zunächst eine Schutzreaktion ist) merkt er muss verarbeiten. Oder aber es tut sich nix, und entwickelt sich eine neue Missbrauchstradition...gibt es auch, d.h. ein ehemaliges Opfer wird Täter.
Das lt. wissenschaftlicher Untersuchungen und aus Kriminalberichten der Polizei sowie aus meinen Erfahrungen aus einer Beratungsstelle: ...also aus Fällen bei denen ehemals missbrauchte Jungs zu missbrauchenden Vätern wurden..diese Fälle hatten wir ja auch einige Male hier im Forum oder?
Oder der Betreffende wird depressiv und bringt sich um, oder der Betreffende schafft es aus eigenem Antrieb sich hoch zu hieven und ein gutes Leben auf zu bauen..oder der Betreffende gerät auf die schiefe Bahn, wird Psychopath und mordet..oder der Betreffende sieht gut aus, macht ne Karriere als Pornostar, wird drogenabhängig, heiratet ne Transe und wird anschließend Rockstar...hat es alles schon gegeben. Oder der Betroffene klemmt sich an seine Mami (oder den Staat) reitet auf der Mitleidswelle, tut gar nix mehr und wird depressiv, weil er merkt dass er damit auch nicht so recht glücklich wird......
Ist halt sehr unterschiedlich. Menschen sind da halt sehr unterschiedlich und gehen unterschiedlich mit ihren Problemen um.
Faktor Zeit und der Umstand dass alle Menschen mit gewissen Selbstheilungskräften und Grundfähigkeiten ausgestattet sind spielt auch ne Rolle...der Junge wird mal erwachsen sein und alles (je nach Konstitution und/oder Willen) mehr oder weniger hinter sich lassen können oder aber anhaften und dem Leid verhaftet bleiben oder aber einfach zu schwach gehen und es nicht schaffen...wohin die Reise geht entscheidet jeder ein stückweit (!) selbst....Manche sind halt zu schwach zum Leben in dieser Welt die nicht ideal ist...in der es so etwas wie sexuelle Ausbeutung leider immer geben wird solange es Menschen gibt.

Um das zu erkennen, dazu braucht es an sich kein Fachwissen sondern nur nen wachen aufmerksamen Blick und solide Menschenkenntnis. 😉

Tyra

Was man TUN kann: sich einsetzen für eine vernünftige stärkende Pädagogik, in den Schulen mehr Strukturen bieten mit denen Kids Hilfe erhalten können, etc..dafür setze ich mich ein und habe dahingehend auch einige Projektvorschläge bei Schulen eingebracht...dichtere Vernetzung Jugendamt/Schule etc. Ich bin da ja sehr praktisch...das Forum hier hat mich dabei auf einige Ideen gebracht die ich praktisch umsetze..in vielerlei Hinsicht...auch in Hinsicht Jugendschutz.

@Sori: was exakt ist denn falsch an meinen Ausführungen in Bezug auf Traumata?...du scheinst ja offenbar zu suggerieren dass du wüsstest was denn richtig ist...und mit einer so allgemeine Kritik ala: du sagst immer alles falsch..kann ich nix anfangen und ich denke auch andere hier nicht. Arbeite bitte genauer, sage genau was falsch ist deiner Meinung nach und stell mal richtig und nenne deine Bezugsquellen

und nochmals...ruhig bleiben....lieber sachlich und konkret am Thema als Platzhirschkram und Streitereien darüber wer richtig oder falsch liegt...Ich lerne sehr gerne dazu und wüsste daher auch gerne auf welchen Fall du dich genau beziehst, was genau du nicht richtig an meinen Auslegungen findest etc...

Und dafür dass ich auch ein klein wenig Fachkenntnis besitze entschuldige ich mich auch nicht...aber was mich nervt ist diese Fachkenntnisfeindlichkeit auf die man hier manchmal trifft kopfschüttel...finde ich total bescheuert den Verzicht auf solche Mittel....so autoaggressiv und ambivalent..man gibt Interesse vor für ein Thema..lehnt aber Fachwissen dazu ab...was soll das denn bitteschön?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ah ja - deshalb funktioniert ja auch das liebevolle Miteinander so gut...
Weil der Intellekt immer mehr in den Vordergrund rückt und die Empathie auf der Strecke bleibt....
Fragt sich nur, was man im Falle eines hundertpro debilen Menschen wohl macht, wo IQ und Co. keine Rolle mehr spielen (können)....
Immerhin war das URSRPUNGSTHEMA ja: "Kann man JEDEM Menschen helfen"..... Ist irgenwie etwas verrutscht...
Naja, dann diskutiert man schön weiter - sorry, das Niveau ist mir zu hoch... Mir fehlt halt die Intelligenz dazu.🙁
Gruß Kay
 
sehr sensibel, Tyra.

Entweder ist der Junge so stark und toll wie Du und schafft alles.

Oder er ist ein Looser? Wird gleich zum V*** und Mörder oder Muttersöhnchen?

Und Du sagst Du wertest nicht? Vielleicht willst Du nicht werten, aber es klingt so...

Hier im Forum, in der Fachliteratur und im persönlichen Umfeld erlebe ich eigentlich oft diese Variante:
Jemand bemüht sich, macht Therapien und stellt fest, dass man damit leben kann, dass es einen aber auch immer wieder einholt und dass es gute Lebensphasen gibt, aber eben auch welche, in denen es einem echt sehr schlecht geht.

Also weder der Superheld noch der völlige Psychopat. Einfach ein Mensch, der sein Leben lebt, aber die Konsequenzen für eine Sache übernehmen, für die er nichts kann.

Und niemand anders als er ist dafür verantwortlich?
Was ist mit Eltern?
Mit Lehrern?
Mit Nachbarn?
Familie?
Freunde?
Kollegen?
Ärzte?

Wo steht deren Verantwortung?
 
Glück mit den Genen gehabt!

Tyra , klar ist das toll,wenn man es geschafft hat,sich frühzeitig
wirkungsvoll zu wehren , wenn man aus eigener Kraft entkam .

Das war offenbar bei Dir so--und ich hatte auch einfach Schwein,daß ich als einziges von vier Kindern die Zusammenhänge begriff ,mit jungen Jahren schon genug las,logisch denken konnte--
und vor allem aber statt FURCHERSTARRUNG eine unwahrscheinliche Wut bekam ,zu stolz war zum "Entschuldigen für mein angebliches Fehlverhalten als Vierjährige" ,zu stolz war und zu stur ,als mich durch Schmerz und Quälerei zum Bitten um "Hör auf" bewegen zu lassen -
Angst und Schmerzen haben wir auch gehabt--aber unser Körper hat mit was weiß ich Adrenalinausschüttung und Gehirnaktivierung reagiert.


Aber--daß ich z.B dem Mordversuch entkam,war nicht "Verdienst",es war objektives und subjektives Glück.

Kannst Du nicht erkennen,daß wir bei der Verteilung von Genen,von Umständen ,von Zufällen--einfach nur GLÜCK hatten? Das ist meine private Ansicht!

Ich glaube nicht,daß mein kleiner Bruder,4 Jahre jünger, "unmutiger" sein wollte.
Aber er hat sich halt vor Angst nicht mehr zum Denken bringen können.

Also hab ich seine "Strafen" freiwillig auf mich gelenkt.Logo.

Indem sich ein selbstbefreites Opfer irgendwie als "Vorbild" hinstellt---hat es Züge des gewalttätigen z.B. "Vaters" übernommen--so sehe ich das ganz privat.

Deshalb möchte ich da eben NICHT meine Geschwister in eine Rangfolge stellen...
Will Dir nicht zu nahe treten--wenn Du mit dieser Eigensicht gut lebst--okay.

Ich persönlich würde mich schämen gegenüber meinen Geschwistern. Sie taten und tun mir leid.

Ich hatte Glück,daß meine Seele unkaputtbar war.

Es ist wie mit dem Grips: Es ist ein GESCHENK,kein Verdienst!

(Das sag ich meinen Kindern---wenn Klassenkameraden sich eine Drei erkämpfen--und sie mit einer erschluderten Zwei kommen.) .

Der Knackpunkt ist:
Schafft man es als Kleinkind , seine eigene Kraft zu erkennen.
Überlegt man,daß man innerlich "unverwundbar" bleiben könnte -

"Du kannst mich niemals beschmutzen,nicht beugen -egal,was Du tust".

Wer liest schon oder bekommt diese "Heldenmärchen" vorgelesen--und versteht sie ?
Wenn die Gewalt vor dem Verstehen der eigenen Person stattfindet---sind doch die Opfer ziemlich chancenlos!

"Ätsch,ich konnte Schwimmen" sagte der überlebende Schiffbrüchige zu der Reihe der ertrunkenen Mitpassagiere .

Arroganz ist auch eine Form des Gewaltausübens.

Micky

((Gegenüber manchen Leuten bin ich zugegeben auch dann mal arrogant --wenn vorher mir Aggro entgegenschlug --aber gegenüber OPFERN fänd ich das echt peinlich unwürdig beschämend...und schmalspurgedacht. --Ja Tyra--und schlauer als Du bin ich allemal *lach* --also glaub mir einfach und übernimm meine Ansicht ...*fest-auf-Deine-Schulter-hau* ))

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
 
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Gerade deine Beiträge über Traumata sind teilweise völlig falsch.

nochmals die Frage: was soll das Sori und was genau soll völlig falsch sein?...ich denke mal dein Schonverhaltensinstinkt scheint da nicht unter Kontrolle und nur weil ich nicht so schreibe wie du es gut findest greifst du mich an....kopfschüttel...

Ich habe nur ohne Wertung geschrieben..die Wertung legst du darein und unterstellst sie mir! Dagegen lege ich nochmals VETO ein. Unterlasse das bitte und höre auf mich einseitig negativ und verknappt zu interpretieren...lies mal genauer.

Nochmals: die Beispiele sind nur einige Beispiele..hättest du genau gelesen hättest du da auch die entsprechenden Sätze nicht überlesen. Auch nicht die Sätze in denen der Betreffende es schafft etc.
Du unterstellst mir ferner völlig zu Unrecht dass ich meinen würde dass Missbrauchsopfer was dafür könnten dass sie missbraucht würden....können sie nicht,...aber ab nem gewissen Alter wächst..egal ob Trauma oder nicht die Eigenverantwortung dahingehend wie es weiter gehen wird...Das ist Hauptjob jedes menschen...hier bleibe ich halt bei meiner harten Meinung. Jeder hat dann als Erwachsener die Verantwortung für seine Lebensplanung (und auch Entscheidung: Traumatherapie ja oder nein etc.) , Partnerwahl etc.

Die Verantwortung der Umwelt...nunja..da hast du REcht..idealerweise sollte die gegeben sein, ist sie aber nicht oder oft nicht ausreichend daher bleibt das hauptentscheidende die Eigenverantwortung.
Aber in Bezug auf die Umwelt (Schule) hatte ich ja bereits geschrieben dass ich da einige Projekte umgesetzt habe 😉 Einen Bekannten (VIP = mit der Öffentlichkeitsmacht versehen) konnte ich dazu überreden mal für ne Campagne gegen Missbrauch mit zu machen...ist doch auch schon was oder? Öffentlichkeitsarbeit finde ich wichtig und auch hier tue ich was ich kann.

Was schlechte Lebensphasen angeht..die sind unvermeidlich....das Ganze leben ist ein ewiges auf und ab...wichtig ist hierbei zu erkennen dass genau deshalb ein Trauma bekämpft werden muss damit genügend Ressourcen fürs Leben übrig bleiben und man nicht ständig in Überbelastung gerät nur weil man einen zu großen Koffer Unverdautes/Unverarbeitetes mit sich rumschleppt.

Aufklärung über die Grundfunktionen eines Traumas oder des Gehirns, wie traumaverarbeitung wirkt etc sind hier wichtig...wissen dass Verdrängen zwar ein Schutzreflex ist, aber letztlich auf Dauer verdrängen eher schadet und sowas...

Allein mit für Menschen da sein und emotionalen Halt geben ist es nicht getan...wie darkside schrieb..einige geben emotional ein wenig Halt, andere tun halt Fachwissen dazu...

Was den Fall eines missbrauchten Jungen angeht....klar hat da das Umfeld Mitverantwortung..wo schrieb ich das das nicht so ist?
Allerdings kannst du nicht erwarten dass das Umfeld seiner Verantwortung immer nachkommt. Auch hier ist wachhalten (per Mediencampagnen etc.) notwendig...

Alleinige Opfer der Gesellschaft gibt es nicht, die Gesellschaft ist nicht schuld daran wenn einige täter ihre Nudel nicht unter Kontrolle halten können und gegen die Regeln und Gesetze verstossen.)...sondern einfach halt immer wieder Opfer..einige die von ihrem Opfertum dann später loskommen und andere die nicht davon loskommen...also einmalige oder zweimalige oder immerwährende Opfer wobei ab einem gewissen Alter und Zeitpunkt das Opfer selbst entscheidend mit verantwortlich dafür ist ob es Opfer bleibt oder nicht.
Bei dieser Meinung bleibe ich und beziehe mich hierbei nicht auf den kleinen Jungen der missbraucht wurde sondern den späteren Mann der entweder EX-Opfer sein wird oder das Opfer der Vergangenheit bleibt weil er in der Vergangenheit weiter lebt.....

Jeder hat die Möglichkeit für einen Neuanfang..dazu muss man sich jedoch radikal seiner Eigenverantwortung stellen und darf sich dabei nicht immer darauf verlassen dass einen die Umwelt schont nur weil man in der Vergangenheit Opfer war...
 
Zuletzt bearbeitet:
Es hört nie auf

Gestern Penzberg, heute Eilenburg, morgen vielleicht Leer
Warum diese Kinder, warum, frag ich mich so sehr
Als Mutter, kann ich`s nicht verstehen
Als Opfer, muss ich die Szenen immer wieder sehen

Bestraft, für ein ganzes Leben
Wirklich Hilfe, kann Dir niemand geben
Klarkommen, musst Du allein
Bist Du stark, oder ist der nächste Zug, Dein?

Wie jeden Abend, Dunkelheit in der Nacht
Dunkelheit, in der alles erwacht
Verzweifelt, läufst Du durch die Gegend
Deine Gedanken, sind für so manchen bewegend

Du sprichst nicht, ziehst Dich zurück, immer wieder
Flüchtest Dich in Deine Welt, vielleicht noch in diverse Lieder
Überlegst, wie es weitergehen soll
Deine Seele, ist vom Kummer schon randvoll

Hast selbst schon Kinder bekommen
Damit eine große Verantwortung übernommen
Kannst Dich nicht davonstehlen
Willst es auch nicht, Dir würde so vieles fehlen

Machst weiter Tag für Tag, irgendwie
Bei jeder neuen Schlagzeile, gehst Du in die Knie
Wünscht Dir eine lachende Kinderherde
Und weißt doch, es hört nie auf, niemals auf dieser Erde!
 
stimmt Micky ein stückweit spielt auch Glück ne Rolle

Allerdings ist jeder auch ein stückweit seines Glückes Schmied nicht wahr? In beidem liegt ein Stück Wahrheit denke ich.
(an Sori damit meine ich keine Kleinkinder...und kinder..aber später die Großen)

Grips...ein stückweit Geschenk aber ein stückweit auch Training...harte Gripsarbeit...

als Schiffbrüchiger würde ich niemals ätsch sagen sondern...gut dass ich so schlau war schwimmen zu lernen bevor ich ein Schiff bestieg...und: schade dass die Zeit und Kraft nicht gereicht hat anderen das Schwimmen noch bei zu bringen oder sie zu retten....

Arrogant bin ich an sich net...nur einige haben offenbar Schiss vor ner klugen selbstbewussten Lady und legen mir Selbstbewusstsein und Anderssein (also nicht devot, und bescheiden weiblich auftretend usw.) als Arroganz aus...so sehe ich das eher.
Nix für Ungut..muss mal nun solangsam ein Liebesmahl für meinen Liebsten zaubern...

und was Leidarien angeht wie: bestraft für ein ganzes Leben...da singe ich nicht mit...da mache ich nicht mit...so viel Macht würde ich niemals einem Täter überlassen...ums verrecken nicht!
Und wer einem Opfer ein zu trichtern versucht dass ein erlebtes Trauma so schlimm war dass der das REcht hat für immer am Boden sitzen zu bleiben den würde ich gerne direkt und unverblümt in den Hintern treten.

Was das Alleinsein angeht....jedem steht es frei sein Leid zu teilen..sich einen guten Partner zu suchen, der Verständnis zeigt...wer wird dazu gedrängt zu funktionieren, sich in die Mutterrolle drängen zu lassen oder in eine Partnerschaft in der man einen Partner hat der nie zuhört?
Was hindert einen ne randvolle Seele aus zu leeren...sich Erleichterung zu verschaffen? Wenn der Darm voll ist setzt man sich ja auch aufs Klo und wartet nicht bis man überläuft und die Kacke am Dampfen ist...ich jedenfalls scheisse mich auch mit Seelendingen regelmäßig aus..wozu sonst hat man Freunde oder einen Partner? oder notfalls nen Therapeuten oder sowas.

Interessant finde ich das viele immer so sehr das rückwärts die Vergangenheit betonen......eine ehemalige Chancenlosigkeit bedeutet doch noch lange nicht ewige Chancenlosigkeit...es sei denn man überträgt die Vergangenheit (das Gefühl der Ohnmacht etc.) ständig ins Hier und Jetzt und die Zukunft...

Das meine ich jetzt nicht arrogant sondern neutral laut gedacht und so als Reflexion..eine schonungslose Reflexion das gebe ich zu aber alles andere wirkt nicht und bringt nicht weiter.
 
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Tyra,

vorweg: es ist sehr anstrengend, mit jemanden zu reden, der immer im nachhinein seine Beiträge um etliche Zeilen ergänzt.

ich habe nicht gesagt, dass Du wertest, sondern nur, dass es so bei mir ankommt. Du magst etwas anderes gemeint gemeint haben, aber beim Adressaten kommts anders an. Da Du ja selbst oft genug Watzlawick zitierst, wird dir das ja ein bekanntes Phänomen sein. Ursache kann da sowohl beim Sender als auch beim Empfänger liegen.

Und natürlich sehe ich bestimmte Dinge anders als Du. Das liegt in unserer Persönlichkeit. Ich bin selbst traumatisiert, ich kenne einige Traumaopfer und ich habe mich in die Thematik sehr viel eingelesen. Gerade weil ich viel reflektiere, weiß ich ja genau, woran es hakt bei mir. Und es hakt eben nicht an den Punkten, die Du hier aufführst.
Sondern daran, dass ich traumatisiert bin. Das lässt sich durch harte Arbeit auch nicht beheben, vieles lässt sich verbessern und es geht mir streckenweise viel besser als noch vor ein paar Jahren, aber einiges geht halt auch nicht. Nicht, weil ich nicht will oder weil ich mich nicht bemühe, sondern weil da was kaputt ist - unwiderruflich kaputt.

Und dass man als traumatisierte Person immer Narben (und nicht nur Pickel) zurückbehält, kannst Du in jedem Traumabuch nachlesen. Und eben, dass es bei der Heilung auf wesentlich mehr ankommt als auf reflektiertes Verhalten und Intelligenz und den Wunsch, was zu ändern. Etwas, dass Du hier negierst. Genau das bringt mich zu dem Verdacht, dass Du von der Thematik "Trauma" nicht so viel Ahnung hast.
Denn im Prinzip erwartest Du hier von traumatisierten Menschen die Eigenverantwortung, die sie erst erlernen müssen. Du selbst hast doch den Link hier eingesetzt. Da steht das doch ansatzweise drin (wobei wiki keine zuverlässige Quelle ist). Du hast doch irgendwas mit Psychologie zu tun, angeblich auch mit tatsächlichen Opfern. Dann müsste dir die Problematik doch vertraut sein.
Und wenn DU hier was von Neuanfang erzählst, dann suggeriert das, dass man theoretisch auch nach einer völlig verdorbenen Kindheit (ich rede jetzt nicht von ner kurzen Phase, sondern von einer langanhaltenden traumatisierenden Situation) ganz normal und glücklich leben kann. Und das stimmt SO einfach nicht. Man kann lernen, mit den Folgen zu leben und man kann vieles verbessern, aber es gibt Grenzen.

Ich vergleich das jetzt mal mit ner Verletzung.
Kleine Verletzungen verheilen von selbst.
Größere Verletzungen muss man behandeln.
Ganz große Verletzungen werden einem immer irgendwie zu schaffen machen, egal was man tut. Man kann sie bestmöglich versorgen, aber man kann nicht verhindern, dass sie auch nach Jahren noch "ziepen".

Wenn Du dann schreibst, dass es am Opfer selbst liegt, nen Neuanfang zu machen, dann ladest Du diesem Menschen etwas auf, was er nicht schaffen kann.
Dann ist er plötzlich derjenige, der Schuld ist, weil es ihm schlecht geht. Er derjenige der zu "doof" ist, sich richtig um sich zu kümmern. Er derjenige , der es halt nicht gepackt hat.
Und das stimmt nicht.
Er ist einfach derjenige, der Narben aus der Kindheit trägt, die nicht völlig verheilen. Das ist nicht seine Schuld und es ist okay so. Er kann es nicht besser machen.

Und Deine Geschichte trifft es einfach nicht, weil es nen ganz anderer Zusammenhang ist, als die Geschichten, um die es HIER geht.
Du kannst doch ne Schürfwunde nicht mit nem Beinbruch vergleichen und sagen "ja, aber bei mir hat Bepanthen und nen Pflaster auch geholfen".
 
Allerdings ist jeder auch ein stückweit seines Glückes Schmied nicht wahr? In beidem liegt ein Stück Wahrheit denke ich.
(an Sori damit meine ich keine Kleinkinder...und kinder..aber später die Großen)

Aber die Großen sind ein Produkt ihrer Jugend. Und wenn da die Entwicklung massiv gestört wird, dann hat das eben auch Einfluss auf die erwachsene Person.


als Schiffbrüchiger würde ich niemals ätsch sagen sondern...gut dass ich so schlau war schwimmen zu lernen bevor ich ein Schiff bestieg...und: schade dass die Zeit und Kraft nicht gereicht hat anderen das Schwimmen noch bei zu bringen oder sie zu retten....

Gut und jetzt überleben 3, nur leider haben sie soviel Wasser
geschluckt, dass das Gehirn geschädigt ist.
Da kann man sich doch nicht hinstellen und sagen: So, die Situation unter Wasser ist jetzt vorbei, jetzt stellt euch mal nicht so an und lernt schwimmen.

Arrogant bin ich an sich net...nur einige haben offenbar Schiss vor ner klugen selbstbewussten Lady und legen mir Selbstbewusstsein und Anderssein (also nicht devot, und bescheiden weiblich auftretend usw.) als Arroganz aus...so sehe ich das eher.
Nix für Ungut..muss mal nun solangsam ein Liebesmahl für meinen Liebsten zaubern...

wie wäre es damit, dass Du vielleicht nicht arrogant bist, aber so bei anderen ankommst?

und was Leidarien angeht wie: bestraft für ein ganzes Leben...da singe ich nicht mit...da mache ich nicht mit...so viel Macht würde ich niemals einem Täter überlassen...ums verrecken nicht!
Und wer einem Opfer ein zu trichtern versucht dass ein erlebtes Trauma so schlimm war dass der das REcht hat für immer am Boden sitzen zu bleiben den würde ich gerne direkt und unverblümt in den Hintern treten.

Niemand redet von "für immer am Boden sitzen". Aber Trauma sind schlimm und sie haben Auswirkungen. Und mit nem gebrochenen Bein kann man keinen Marathon laufen.

Was das Alleinsein angeht....jedem steht es frei sein Leid zu teilen..sich einen guten Partner zu suchen, der Verständnis zeigt...wer wird dazu gedrängt zu funktionieren, sich in die Mutterrolle drängen zu lassen oder in eine Partnerschaft in der man einen Partner hat der nie zuhört?
Was hindert einen ne randvolle Seele aus zu leeren...sich Erleichterung zu verschaffen? Wenn der Darm voll ist setzt man sich ja auch aufs Klo und wartet nicht bis man überläuft und die Kacke am Dampfen ist...ich jedenfalls scheisse mich auch mit Seelendingen regelmäßig aus..wozu sonst hat man Freunde oder einen Partner? oder notfalls nen Therapeuten oder sowas.

Weil diese TRAUMATISIERTEN Menschen genau das nicht gelernt haben. Weil sie nicht lieben und somit weniger auf sich achten. Weil sie nicht gelernt haben, sich zu wehren. Weil sie nicht gelernt haben, einem anderen zu vertrauen. Weil sie gelernt haben, dass zu Liebe Gewalt gehört. Und dass man Menschen nix anvertrauen kann, weil sie das ausnutzen. Weil sie nur schwer in der Lage sind, Beziehungen aufzubauen und auszuhalten. Weil es schwer ist eine Beziehung mit jemanden zu führen, der jede NAcht schreiend aufwacht und ne Panikattacke hat. Der grundlos anfängt zu heulen. etc. pp.

Interessant finde ich das viele immer so sehr das rückwärts die Vergangenheit betonen......eine ehemalige Chancenlosigkeit bedeutet doch noch lange nicht ewige Chancenlosigkeit...es sei denn man überträgt die Vergangenheit (das Gefühl der Ohnmacht etc.) ständig ins Hier und Jetzt und die Zukunft...

Naja, in die Vergangenheit gucken alle. Du holst ja auch immer die Geschichte von Deinem Vater heraus. Ich denke, dass es nicht um Chancenlosigkeit geht, sondern um den Umgang mit dem Erlebten. Und das Erlebte fand nun mal in der Vergangenheit statt und die massiven Auswirkungen, die da einige von haben, kann man ja nicht einfach wegreden und die sind eben im hier und jetzt.
Da besteht ja ein Zusammenhang. UNd das heißt ja nicht, dass man nicht auch noch ein anderes Leben im Hier und Jetzt heißt. Auch wenn ich immer noch an meinem Trauma kämpfe, bedeutet das nicht, dass ich nicht auch schönes erlebe, eine Job habe oder ÄHnliches. Nur gibt es halt immer wieder Sachen, die an das Trauma erinnern.
 

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