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Kann man denn eigentlich wirklich jeden Menschen helfen ?

@Tyra

Inhaltlich kann ich deinen Worten entnehmen, dass du dir mit dem was du schreibst nicht sicher bist. Was ist denn nun deine Meinung ? Du schwankst mit deiner Aussage.
Ich denke, dass man nicht jeden Menschen helfen kann. Bei komplex schwer traumatisierten Menschen ist es nur schwer möglich ihnen therapeutisch zu helfen. Erkenntnisse habe ich aus diversen Foren entnommen und durch Gleichgesinnten gewonnen / das hat rein gar nichts mit nicht wollen zu tun.

Es ist begrüssenswert und nichts dagegen zu setzen, dass du deinen Weg gehen konntest, aber bitte setzt mit deinen Worten nicht diejenigen unter Druck, deren Leid sie schwer zu schaffen macht; das ist unfair und zeigt keineswegs Loyalität.
 
nö ich schwanke an sich nicht, sondern sage dass jeder Mensch die Grundfähigkeit sich selbst helfen zu können in sich trägt...aber ob er sie entwickelt ist ne andere und manchmal etwas komplizierte Sache.
Und jeder reagiert anders auf ein Trauma.


Schwer traumatisierte Menschen die keinen mehr an sich ran lassen kann man natürlich nicht helfen..wer Hilfe ablehnt also nicht annimmt dem kann man sie nicht aufzwingen. Da sind wir also gleicher Meinung. Manchmal hat das durchaus mit nicht Wollen zu tun (dann wenn man damit ganz gut durchkommt und auch gewissen Nutzen zieht..aus der Schonhaltung der Umwelt z.B.) denke ich...manchmal aber auch mit (eingebildetem) nicht Können....😉
Das hatte mir die damalige Psychiaterin meiner Schwester genau erklärt...zum Punkt Funktionalisieren einer Krankheit.

Das sind so einige Punkte die mir so auffielen und wichtig scheinen (zur Ergänzung), ich will niemanden unter Druck setzen (wo genau siehst du denn Druck? Leistungsdruck? um den kommt man ja leider nicht drumherum..sollte man lügen und sagen: alles easy und leicht?) sondern spreche halt nur offen und unverblümt aus was ich aus meiner Erfahrung so weiss und kenne.
Loyalität sehe ich darin auf die oft harten Lebensbedingungen ehrlich hin zu weisen.
Ich finde es wichtig darauf hin zu weisen dass niemand hilflos dem Schicksal unterworfen ist sondern jeder ein stückweit selbst verantwortlich für sein Leben ist und somit die Chance hat einiges für sich zu verbessern. Das mit der Eigenverantwortung oder dem Hinweis dass viel Arbeit auf einen zukommt wenn man verarbeitet etc. mag zwar hart für einige sein, aber das Leben ist nun einmal hart und fordert JEDEM so einiges ab. Auch Traumaopfern...das Leben ist unfair und macht es einigen leider oft schwerer als anderen. So ist die Natur konzipiert...survival of the fittest ..auch die Menschen unterliegen diesem Gesetz. In unserem Kulturkreis gibt es ja zum Glück ein ganz gutes soziales Hilfsnetzwerk...jeder hat die Möglichkeit kostenlos Therapie zu machen, in etlichen Beratungsstellen beraten zu werden, es gibt spezialisierte Hilfsorganisationen etc. Die Quelle aus der man schöpfen kann ist da an sich relativ betrachtet hierzulande sehr gut.

Was ich sagen will ist: es besteht für jeden die Hoffnung einen Weg raus aus dem Trauma und hin zu einer besseren Lebensqualität zu finden.

Tyra

hier weitere Infos zum Thema Trauma:

http://de.wikipedia.org/wiki/Trauma_(Psychologie)

ich halte mich bewusst allgemein zum Thema..ohne Anspruch auf Vollständigkeit etc.
Ich habe auch so meine Macken vom Trauma weg getragen..hatte vor einigen Jahren eine Phobie. Meine Psychologin damals meinte ich wäre ein sehr sensibler aber auch resilienter Typ, eine Resilienz die ich eigener Aufbauarbeit und einer gewissen Anforderungshaltung mir selbst gegenüber zu verdanken habe...es gibt natürlich auch weniger resiliente Menschen die dann gezielt in der Therapie daran arbeiten müssen einen soliden Selbstschutz und eine realitätsangepasste Leistungshaltung sich selbst gegenüber auf zu bauen...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde, dass ein paar Aussagen nicht ganz zutreffend, bzw. zu einseitig sind.

Tyra - wie würdest Du denn das Beispiel der Ausgangsfrage bewerten? Kann man da was machen? Ist es zu spät? Ist der Betroffene selbst schuld, weil er sich vorher keinem anvertrauen konnte?

Bei einigen kann man sehr große Verbesserungen erzielen, bei anderen nicht. Einige lernen sehr schnell, haben sowas wie erleuchtende Momente und machen rasche Fortschritte..andere krebsen langsam voran, erwarten zu viel, verlieren leicht die Geduld und brechen zu schnell ab, wieder andere sperren sich, arbeiten nicht mit aus Schiss vor Veränderung oder der eigenen Courage oder weil sie einfach nicht die Hürde über die Schamgrenze schaffen und in sich selbst und in ihrem Leid/Trauma stecken bleiben....

Bei mir entsteht bei diesem Absatz der Eindruck einer wertenden Aussage:
Entweder lernt man schnell und schafft das oder man gibt sich nicht genügend Mühe (denn das bedeuten die Aussagen "krebsen" "sperren" "nicht mitarbeiten" "Schiss" "zu hohe Erwartungen" für mich). Wenn man sich nicht genügend Mühe gibt, dann steckt man halt in seinem Trauma fest - dumm gelaufen, oder wie?

Das widerspricht meiner eigenen Erfahrungen, den Erlebnissen von traumatisierten Menschen, die ich kenne und der einschlägigen Traumaliteratur. Da gibt es tatsächlich Leute, die sich abstrampeln ohne Ende, die Therapie in Anspruch nehmen, die Täter angezeigt haben, die kämpfen und kämpfen und sich wirklich jegliche Mühe geben, ihr Leben in den Griff zu bekommen und die trotzdem immer wieder auf die Schnauze fallen.

So ist halt das Leben...es wird immer Gewinner oder Verlierer und jeder bestimmt ein stückweit für sich selbst mit auf welcher Seite man landet.
Ja, es gibt immer Verlierer oder Gewinner. Und manchmal gibt es einfach Menschen, die sich bemühen und kämpfen und trotzdem auf der Verliererseite landen. Oder auch die, die eigentlich gar nichts tun müssen und gewinnen.

Pures Schicksal oder dem Schicksal hilflos unterworfen sein gibt es meiner Ansicht nach nicht...es sei denn man will das, verhält sich passiv...hat ja oft auch gewisse Vorteile...aber oft leider auch mehr Nachteile. Ich denke auch nicht dass irgend ein Mensch/Täter so viel Macht hat das Leben anderer nachhaltig zu zerstören...es sei denn ein Opfer glaubt fest und unerschütterlich an diese Macht und manifestiert/festigt sie damit, womit man natürlich auch das eigene Leid manifestiert.

Wenn man 10 Jahre alt ist, sind die eigenen Ressourcen und der Blick für die Möglichkeiten relativ beschränkt. So ein Kind durchaus als machtlos zu bezeichnen, oder?
Jetzt kann man sagen, dass dieses Kind ja erwachsen wird und als Erwachsener dann auch in der Lage sein sollte, was dagegen zu tun. Das würde ich auch erstmal so sagen. Aber manches zerstört ein Kind wirklich nachhaltig - ein dauernder Missbrauch beispielsweise. Es gibt Dinge, die prägen sich sehr tief in die Seele eines Menschen ein - die bekommt man da nicht so leicht wieder raus. Die Krux daran ist oft, dass es dabei ein Teufelskreis ist. Ich muss eine Hürde übersteigen, um Hilfe zu bekommen, aber eigentlich brauche ich Hilfe, um die Hürde zu übersteigen.

Von aussen betrachtet hat der missbrauchende Vater über die nun 30jährige Tochter wirklich keine Macht mehr. Für die Tochter ist das ganz anders, auch wenn ihr Verstand ihr eben das sagt. Das ist übrigens ein wichtiger Punkt in Traumata.

Ja, manchmal ist es wirklich einfacher, passiv zu sein und sich zu bemitleiden. Ich kenne das auch durchaus ab und an von mir. Dennoch würde ich (und tue ich) viel dafür, dass es mir besser geht. Im Gegensatz zu Dir hat mir bisher aber jeder FACHMANN gesagt, dass bestimmte Dinge NIE aufhören werden. Sie werden besser, ich kann lernen damit umzugehen, aber sie gehen nicht weg. Bestimmte Verletzungen meiner Psyche sind unheilbar. Wie eine Narbe.
Und es gibt Ereignisse in meinem Leben, die mich nachhaltig prägen, die ich nicht abschütteln kann - natürlich auch positive. Die eigene Geschichte lässt sich nicht abstreifen, sie prägt meine Persönlichkeit und gerade Erlebnisse in der Kindheit tun das besonders intensiv. Somit hat ein Täter aus der Kindheit zwar keine konkrete Macht mehr, aber er hat definitiv das Leben dieses Menschen tief beeinflusst - vor allem wenn es sich um einen Familienangehörigen handelt, denn diese spielen ja noch bedeuterene Rollen im Leben eines Kindes.

Wodurch werden den Kinder zu den Menschen, die sie sind? Ein Teil ist angeborene Persönlichkeit, ein Teil ist Erziehung und Prägung. Der Teil, der dann im Erwachsenenalter noch verändert wird, ist da eher gering.

Welche Erfahrungen hat denn unser Beispiel gemacht? Er kommt auf die Welt mit ohnehin schon eingeschränkten intellektuellen Möglichkeiten, die dazu führen, dass er langsamer und schwerer lernt.
Dann erfährt er statt Liebe Gewalt und zwar von den Menschen, die er eigentlich am nötigsten braucht - seinen Eltern.
Und er lernt, dass er sich auf andere Menschen nicht verlassen kann, weil sie ihm auch nicht helfen. Er lernt, dass er allein ist, dass er sich nicht wehren kann und dass ihm andere weh tun dürfen.


Ich erinnere mich gut an meinen entscheidenden Moment damals dies erkannt zu haben..damit (bzw mit dieser Erkenntnis und daraus resultierenden Verhaltensänderung hin zu aktiver Mitbestimmung, Grenzsetzung etc.) konnte ich meinen damaligen Täter rasch entthronen sozusagen und damit auch das Leid abbauen. Mein damaliges Trauma habe ich ganz gut verarbeitet...heute ist es lediglich noch so was wie ein manchmal etwas juckender Pickel am Hintern, der jedoch nicht mehr groß stört in meinem Leben.

Du sprichst es ja selbst an. Zum einen hast Du etwas auf den Weg mitbekommen, was nicht jeder mitbekommt: Resilienz (eine Art innere Kraft, auch widrigen Umständen zu trotzen). Das ist ne super Voraussetzung, die leider nicht allen gegeben ist.
Dann bezweifle ich, auf Grund deiner Erzählungen hier im Forum und meiner persönlichen Kenntnisse in Bezug auf Traumata, dass Du überhaupt je traumatisiert warst. Infolgedessen ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich das für dich alles sehr leicht darstellt. Damit möchte ich Deine Erlebnisse keineswegs herunterspielen, sie haben lediglich mit Deiner Psyche nicht das ausgelöst, was bei Traumatisierten ausgelöst wird - das ist für Dich natürlich sehr gut. Um mit Deiner eigenen Quelle zu sprechen: Deine Gewalterlebnisse waren noch im Bereich deiner eigenen Belastungsgrenze (die durch die Resilienz höher ist als bei anderen Menschen)
Im Übrigen unterscheidet sich in Deinem Fall auch offensichtlich das Täterprofil von den Täterprofilen der meisten anderen hier. Denn die meisten Täter hier lassen sich nicht von 14jährigen zur Raison bringen. Die lassen sich noch nicht mal von Lehrern, Jugendamt oder Polizei zur Raison bringen - das heißt viele Opfer hier stehen nicht dem Typ Deines Vaters gegenüber, sondern einer viel stärkeren (mental) udn gerisseneren Person.

Ich freue mich für Dich, dass Du Deinen Weg so gut machen konntest, ich habe aber immer wieder das Gefühl, dass Du Deine Geschichte gar nicht so gut verarbeitet hast, wie Du hier angibst. Aber auch Dir könnte man sicher helfen, wenn Du nur willst 😉
 
also grundsätzlich würde ich niemals sagen dass jemand Schuld hat wenn er sich ungünstig verhält. Eine Traumabelastung verwirrt und führt oft dazu dass man sich ungünstig verhält. Das Normalverhalten nach einer durch einen Menschen erlittenen Verletzung ist dass man sich abschottet, zurückzieht und Schiss davor hat sich anderen Menschen an zu vertrauen.
Aber darüber hinaus hat jeder Mensch (ab nem gewissen Alter...Pubertät) auch die Grundfähigkeit das eigene Verhalten, Denken kritisch zu beurteilen und zu reflektieren...um zu erkennen was einem gut tut, richtig ist oder nicht so gut und eher ungünstig ist. Diese Fähigkeit geht auch nicht durch ein Trauma verloren..ein Trauma erschwert das reflektieren...aber an sich reicht ja bereits die Blitzintuition zu erkennen: der Täter ist scheisse, das Umfeld ist scheisse...FLUCHT.

Ich bewerte auch nicht..das war offenbar dein Eindruck...ich schreibe nur neutral feststellend, was dir jeder Wissenschaftler oder auch Bauer vom Feld sagen kann: es gibt Menschen die halt schneller lernen und andere langsamer und einige lernens nie....😉
Es gibt halt Menschen die körperlich und geistig träge sind und andere die rege sind...woran das liegt? Teilweise Gene, teilweise Lebensbedingungen, Umfeld, Familientradition etc...und dann ab nem gewissen Alter (Entwicklungspsychologen sagen so ab der Pubertät) das was man draus macht.

Ein 10-jähriges Kind ist natürlich abhängig von dem Umfeld...keine Frage...ich in dem Alter konnte da auch noch nicht viel gegen meinen gewalttätigen Vatertäter ausrichten...aber so mit 13, 14 jahren änderte sich das. Das lag wohl an meiner individuellen Entwicklung...das Trauma hatte mich rasch erwachsen gemacht....nach ner Zeit der Verwirrung folgte dann Denkarbeit und ruhige Klarheit irgendwann...dazu kam die Grunderkenntnis dass ich meine Dinge alleine regeln muss und ne genügende Portion Selbstliebe und Selbstachtung die leider zunächst bei vielen fehlt....weil wir Menschen halt alle sehr verschieden sind und verschieden auf Verletzungen reagieren..einige ängstlich und verhalten...andere wie ich wütend und kontrovers und mit Gegenwehr.

Meine Psychologin damals (spezifische Zahnarztphobie, gelte als therapiert...kann mein Zahnarzt und Gebiss bestätigen 😀😀) meinte ich hätte sehr gut verarbeitet...weil ich die Dinge direkt und offensiv angehe......andere Anzeichen dafür sind auch vorhanden...das Ganze juckt mich heute kaum noch und ich kann mit jedem offen drüber reden. Also Hilfe: nö danke..aber gute Kochrezepte (für schnelle Küche) könnte ich noch gebrauchen.
Meiner Schwester ging es ja anders..sie hatte lange verdrängt..ihre damaligen heftigen Ängste (kenne ich auch noch diese Todesängste..aber ich ließ sie raus und in Wut, dann Verachtung, dann Gleichgültigkeit übergleiten....) in sich verschlossen....wurde dann psychisch krank...tja so reagieren halt die Menschen verschieden.

Meine zündende Erkenntnis damals war dass ich wenn ich LEBEN und nicht leiden wollte keine andere Wahl als den Sprung nach vorne..wieder anderen Menschen vertrauen etc. hatte. Und dahin habe ich mich dann über meine Schamgefühle, Ängste und Unsicherheiten hinweg selbst getreten..war auch nicht immer leicht am Anfang.
Und einiges bleibt auch für immer...gewisse Grundunsicherheiten in gewissen Situationen..mittlerweile kann ich das jedoch ganz gut regeln.

Stimmt nicht alle Täter lassen sich so relativ einfach räsonieren...es gibt natürlich weitaus heftigere Schicksale als das meine...aber unterm Strich bleibt dann immer ein Trauma dass es zu bekämpfen gilt...egal ob das früher oder später passiert...wobei früher an sich günstiger ist.
Instinktiv meidet man ja Schmerz und Menschen die einem Schmerz zufügen...also sollte man diesem Instinkt folgen...die Augen und Ohren offen halten..auch bei der Partnerwahl um nicht vom Regen in die Traufe zu kommen...was vielen Kindheitsopfern ja passiert....mangels Reflexionsarbeit und Traumaverarbeitung...wobei das eine ja das andere ist im Grunde.

Zur Resilienz: die hatte ich nicht von Anfang an..sondern die war eher Produkt aus meiner Arbeit an mir...durch meine Jobs..meine frühe Loslösung vom Elternhaus, Aufbau einer Ersatzfamilie aus Freunden, mein Reiten, meine Kunst..alles Dinge die mir positive Erfahrungen schafften und mich stärkten..stark und selbstbewusst machten für die Konfrontation mit dem Täter.
Das ich diese Entwicklungsmöglichkeiten hatte lag wohl daran dass ich sie mir nahm und ich auf gewisse Freiheiten per se dazu hatte und diese für mich nutzte...
Ich kann mir aber durchaus Situationen vorstellen...die Medien berichten ja davon dass Kinder eingesperrt und jahrelang missbraucht werden und somit keine Chance haben aus zu weichen oder sich zu stärken oder Hilfe von außen zu holen...Generell denke ich jedoch dass bei den meisten Fällen irgendwann Gelegenheiten da sind.

Was den Machtaspekt angeht..nuja..durch meine frühen Jobs, erwarb ich Autonomie und Macht.....ich wollte von Anfang an Kontrolle und Macht..ggf unweiblich? Tja..bin halt kein braves Mädel sondern war früh anti drauf was ganz gut war in meiner Situation.

Selbstüberwindung und das angehen gegen innere Unsicherheiten und Ängste war sone Art Sport für mich...

Belastungsgrenze..stimmt die liegt bei Menschen unterschiedlich hoch..schrieb ich ja bereits: survival of the fittest oder Überleben der Belastbarsten...das natürliche Selektionsprinzip.

Natürlich gibt es auch viele Pechvögel die öfters als andere auf der Verliererseite landen..als Buddhistin würde ich jedoch sagen: ab einem gewissen Alter ist jeder selbst der Architekt seines Lebens und voll verantwortlich für das was man erlebt und erleidet.
Auch wenn diese Ansicht hier im Forum manchmal etwas unbeliebt scheint...da frage ich mich: was habt ihr gegen Eigenverantwortung? Die bedeutet doch Macht und Freiheit.....natürlich auch Arbeit...daran liegt es glaube ich oft, oder?
Ich bin halt leistungsgewohnt...bin belastbar...aber auch nur weil ich mir auch mal Auszeiten nehme und achtsam mit mir umgehe...und dann auch wieder immer neue Herausforderungen suche...

Stimmt mit dem Aspekt der Macht der Täter...in Bezug auf das Trauma...die oft noch viel zu lange eingebildete Macht der Täter..durch solche Sätze wie: mein Leben wurde für immer zerstört...Blockadesätze....

Spätfolgen aus dem Trauma, dem Verlust des Urvertrauens habe ich natürlich auch...die habe ich jedoch teilweise zur Tugend gemacht...in solchen Dingen bin ich sehr kreativ...Kreativer Umgang ist ohnehin sehr wichtig finde ich. Positives Denken + HUMOR
so ala:
YouTube - bright side of life

ein stückweit Galgenhumor (anstatt the slippery slope of Selbstmitleid), sich ernst aber auch wieder nicht zu ernst nehmen, Nichtanhaften an Vergangenem sondern im Hier und Jetzt ein Liedchen pfeifen kann da sehr helfen.

Das meine ich Ernst und auf keinen Fall respektlos.

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
dann würde aber Therapie per se sinnlos sein für einige...oder?
Es sei denn Therapie ist nen Mittel diese Grundfähigkeit zu implantieren...ich dachte eher das Ganze wäre ne Weckgeschichte der bereits vorhandenen (aber bis dato brachliegenden oder zu gering entwickelten) Fähigkeit dazu.

Also systemisch/neuologisch betrachtet sind alle Gehirne so konzipiert ne Beobachtung dritter Ordnung sprich Reflexion hin zu kriegen...kostet aber Energie und ist an sich für den Fortbestand der Menschheit nicht notwendig..jedenfalls nicht bei allen......sprich Beziehungen führen, Sex haben und Kinder kriegen kann man auch unter Traumabelastung und ohne große Lebensplanung. Für ne bessere Lebensqualität (auch was die Nachkommenschaft angeht) wäre Reflexion aber an sich schon notwendig denke ich.

muss mal drüber nachdenken und habe dazu auch noch was gefunden...

http://www.wz.nrw.de/Neuro2005/Dokumentationen/SCHIEPEK FORMATIERT.pdf

muss ich auch nochmal durchlesen..passt zum Thema und zur Frage ob Therapie was bringt....
Intuitiv würde ich sagen dass Therapien an sich idealerweise individuell verschieden sein müssten...und die beste Therapie auch das Leben selbst sein kann...im Idealfall...der leider nicht oft gegeben ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein 10-jähriges Kind ist natürlich abhängig von dem Umfeld...keine Frage...ich in dem Alter konnte da auch noch nicht viel gegen meinen gewalttätigen Vatertäter ausrichten...aber so mit 13, 14 jahren änderte sich das. Das lag wohl an meiner individuellen Entwicklung...das Trauma hatte mich rasch erwachsen gemacht....

Du schreibst nur auf dich bezogen, kannst deine Geschichte nicht auf die des anderen manövrieren, welch Härte des Schicksals unterschiedlich verläuft.

Stimmt nicht alle Täter lassen sich so relativ einfach räsonieren...es gibt natürlich weitaus heftigere Schicksale als das meine...aber unterm Strich bleibt dann immer ein Trauma dass es zu bekämpfen gilt...egal ob das früher oder später passiert...wobei früher an sich günstiger ist.

Trauma ist zuersteinmal "nur" ein Oberbegrff, es beinhaltet weitaus mehr. Trauma ist nicht gleich Trauma !
Du kannst dich sehr glücklich schätzen, das die Auswirkungen dich im Leben nicht weiter unglücklich gestimmt haben. Aber wie gesagt, kleine Traumen lassen sicht gut therapieren / überleben....viel früher umso günstiger.
 
So ist es, Eastwind.

Und man muss auf jeden Fall zwischen einem traumatischen Erlebnis und einem Trauma unterscheiden. Nicht jedes traumatische Erlebnis hat auch ein Trauma zur Auswirkung.
Nachdem, was Tyra hier so erzählt, hat sie zwar was traumatisches erlebt, wurde aber nicht traumatisiert.

Somit fehlt es ihr logischerweise am Verständnis für diese traumatisierten Menschen. Da diese beiden Begriffe hier aber vermengt werden, wird etwas suggeriert, was nicht so ist.
 
Vielleicht sollte man erst einmal definieren, was "Hilfe" überhaupt ist in euren Augen.
Für mich kann sie schon bedeuten, einem Sterbenden die Hand zu halten oder einem völlig Gelähmten den Speichel vom Mund abzuwischen und so ein Stück von Gottes Liebe weiterzugeben.
Da zu sein - einfach nur da zu sein.
Wenig - und doch so unendlich viel.....
Gruß Kay
 
ich bin auch nur ein Mensch wie jeder andere Easwind und an sich ist es normal dass man immer auch ein klein wenig auf sich bezogen auslegt, wertet, beschreibt und schreibt. Das ist bei jedem so und auch bei mir nicht anders.

Generell bringe ich jedoch auch meine Erfahrungen mit anderen Menschen und ein klein wenig Fachwissen mit rein..ein Mischmasch aus vielem...Da ich reflexionsstark bin gucke ich oft auch einige Schritte (bzw analytische Schnitte) hinter die Dinge...für manche manchmal etwas zu sehr in die Unterbuxe der Seele? hmmmm alles andere fände ich langweilig...ich will immer alles wissen und das so genau wie möglich. 😉

Wie ein anderer fühlt oder die Sache sieht kann man ohnehin niemals ganz genau nach empfinden und über Internet denke ich schon gar nicht...dazu muss man sehr sehr viele Informationen haben..den anderen auch sehen, beobachten, wahrnehmen können.

Trauma ist einmal ein allgemeiner Begriff...alle traumatisieren Personen haben oft Ähnlichkeiten in gewissen Dingen...aber gleichzeitig gibt es natürlich auch individuelle Faktoren und jedes Trauma ist individuell und auch (in einigen Punkten, nicht allen Punkten) verschieden von anderen Traumata...Aber an den Gemeinsamkeiten kann man gut ansetzen...und das Individuelle muss jeder für sich herausarbeiten und den andern klar machen..nicht umgekehrt.

Ich würde dir raten nicht zu sehr und einseitig auf die individuelle Schiene zu gehen..damit isolierst du nur ab...es gibt immer auch Gemeinsamkeiten..weil unsere Hirne (= Sitz der Emotionen, Verstand etc.) gleich konzipiert sind, wir ähnliche neurologische Strukturen aufweisen, Emotionen bei allen in der Amygdalla produziert werden, über den präfontalen Mittelbalken die Korrespondenz zwischen Limbik (also Emotionen) und Neokortex verläuft etc. und das ganze reizleitungstechnisch über die Nervenbahnen über den gesamten Körper verteilt werden...z.B eine über den Nacken laufende Angst die lähmt oder ein wohliger Schauer etc.
Das Menschen ähnlich fühlen kann man damit beweisen..das wir egal welche Sprache jemand spricht an der Mimik und Körperhaltung die emotionale Verfasstheit einer Person erkennen können...ob jemand traurig ist oder gut gelaunt, energiegeladen ist oder ausgepowert etc...Für die Feinjustierung d.h den genauen Hintergrund der Emotionen muss jeder viel Arbeit aufbringen um sich anderen verständlich zu machen, sich zu erklären...seine Trauer, seinen Zorn, wie sich die jeweilige Emotion für einen anfühlt etc...das aus zu formulieren und anderen klar zu machen will auch erst einmal gelernt sein...kostet viel Übung...Reflexionsarbeit..indem man einen Schritt weg von sich tritt, sich beobachtet, andere beobachtet und aus der Schnittmenge eine Ansicht über und Einsicht in sich selbst kreiiert etc.

Exaktes nachempfinden oder 1🤐 Verstehen ist unmöglich aber auch nicht notwendig..die Gemeinsamkeiten reichen aus um ausreichendes Verständnis zu erzeugen.
Und der Rest ist halt harte Kommunikationsarbeit...seine Emotionen verbal umformulieren...sich beobachten und ausdrücken was innen mit einem los ist.

Wäre das mit den Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten (bei aller gleichzeitigen Verschiedenheit) nicht so hätte ich nicht sehr oft das feedback erhalten dass einige die Dinge genau so oder ähnlich erlebt und empfunden haben wie ich sie beschrieben hatte.
Manche bestehen natürlich darauf dass ihr Leid sehr sehr anders ist und niemand sie verstehen kann....hat auch ne gewisse Funktion oder ist Folge eines Traumas (= Störung im System) etc. Vorsicht also vor der Überbetonung der Individualität des Leids...keiner nimmt dir Individualität indem er auf Gemeinsamkeiten hinweist....

Nicht entweder (Gemeinsamkeit) Oder (Individualität) sondern sowohl-als auch!

Tyra
 
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