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Jeder ist seines Glückes Schmied, stimmt das?

"Jeder ist seines Glückes Schmied"

Ich höre diesen Satz meistens von Leuten, bei denen im Leben vieles richtig gelaufen ist, die körperlich gesund und fit sind.
Nie höre ich diesen Satz von Menschen, deren Unternehmen trotz bester Voraussetzungen in Insolvenz gegangen ist, von Menschen die chronisch krank sind oder die in einer einkommensschwachen Zeit sich über Wasser halten müssen.

Ich denke das liegt in der Natur der Sache. Von oben ist es auch immer leicht schlaue Tipps zu geben, insbesondere wenn man selbst noch von den Eltern und diversen Gegebenheiten profitiert hat.

Mir fällt da auch grade noch ein Beispiel aus dem Bekanntenkreis ein.

Da gibt es Person A

Wenn man sich mit dieser Person trifft geht es grundsätzlich darum wann man gerade mal wieder Urlaub hat, bzw. wann es wohin wie lange in den Urlaub geht, was man sich wieder gegönnt hat oder gönnen will oder wohin man am nächsten Wochenende wieder fährt. Diese Person hat lediglich Realschulabschluss und anschließend eine Ausbildung bei Daimler gemacht. Vor kurzem beklagte man die oft vorherrschende Langeweile auf der Arbeit, da man nur Maschinen überwacht und oft stundenlang nichts zu tun hat. An Brückentagen bekommt man grundsätzlich frei. 13tes Gehalt bei ohnehin üppiger Bezahlung selbstredend. Seine Eigentumswohnung wurde zu einem Teil von den vermögenden Eltern finanziert. Überhaupt ist diese Person recht phlegmatisch, wenig redegewandt, wirkt zuweilen sogar etwas tranig oder wie ich es sagen würde "nicht so helle"..
Für Januar ist Mauritius geplant, für Februar Jamaika...

Dann gibt es Person B

arbeitet gerne im Beruf, ist aber (wie so oft) nicht direkt beim Träger angestellt, sondern in einer "Zwischen-GmbH". Kann sich gut ausdrücken, redegewandt, empathisch, recht helle im Kopf. 10-Stunden Tage voller Stress und Verantwortung, aber weniger Gehalt als Leute die direkt dort angestellt sind und die gleiche Arbeit machen, kein Weihnachtsgeld, Urlaubssperre an Brückentagen...
Und vor allem: mehrere Urlaube oder mal locker flockig irgendwo hinfahren sind nicht ohne weiteres drin.
Diese Person hat sich neben dem beruflichen Stress zum Meister weitergebildet und kommt trotzdem auf keinen grünen Zweig. Keine Eltern die irgendwas zum Eigenheim beisteuern oder sonstwie reinbuttern, keine Möglichkeit wie Person A mal in kurzer Zeit wieder einen Urlaub anzusparen.

So, wo ist denn nun jeder seines Glückes Schmied. Pech gehabt, weil schlicht falsche Berufswahl ergriffen (obwohl der Job ansich Spass macht)?
Falschen Arbeitgeber ausgesucht?
Falsche Eltern ausgesucht?
Oder ist es einfach nur ungerecht?

Deshalb löst dieser Satz "jeder kann doch....." in mir immer einen gewissen Reiz aus.

Person B leistet sicherlich einiges mehr als Person A !
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja genau, auch ich habe nicht gut gelernt, wie man eigene Bedürfnisse und Wünsche durchsetzen kann. Entweder, ich gebe zu schnell nach und verzichte auf meine eigenen Bedürfnisse, oder ich werde bockig und stoße andere Menschen vor den Kopf, wenn ich mich doch einmal durchsetzen will.

Hast du je daran gedacht, deine Kindheit mit einer Therapie aufzuarbeiten?
 
@ Phalle - Du bist die sicher, dass Person A glücklicher und zufriedener ist als Person B???

Das kann man nur mutmaßen, da diese Personen natürlich über anderweitige Probleme oder Sorgen nicht sprechen. Nach außen wirkt es als Bilderbuchleben, dementsprechend muss sich Person B manchmal auch zurückhalten damit ihr bei all dem Locker-Flockig-Geplaudere nichts herausrutscht.
 
Ja, da bin ich gerade mittendrin... über diese und ähnliche Themen sprechen wir in den Therapiesitzungen.

Ich weiß, dass da manchmal ganz schön was aus den Tiefen hochkommt.
Dann drücke ich dir die Daumen und wünsche dir viel Kraft und das Durchhaltevermögen um deine inneren Dämonen zu besiegen.


Der Weg zum Himmel führt oftmals erst durch die Hölle.

Gruß Jim
 
Man kann viel Glück im Leben haben, ja.
Man kann auch seinem Glück auf die Sprünge helfen, ja.
Aber dass man komplett selbst für sein Glück verantwortlich ist, glaube ich nicht.

Das Leben hängt zu sehr von den Meinungen anderer Menschen ab.
 
Danke,

es gab sehr viele interessante Antworten hier.

Ich hab in Bezug auf Selbstvertrauen, Motivation, Neugier bzw einfach Lebensfreude sehr wenig mitbekommen in meiner Kindheit.

Musste mir viele Recourssen erst selbst erarbeiten im Erwachsenalter, nachdem ich schon als Teenie gescheitert bin. Dafür brauchte ich auch viel Zeit, hinkte somit eigentlich immer hinterher. Da das Urvertrauen fehlte und fehlt war und ist das ein schwerer Weg.

Aber ganz schlimm sind und waren diese Aussagen, du bist selbst verantwortlich, du musst selbst das Richtige tun, andere habe auch Probleme und finden den richtigen Weg, du musst nur mal was tun, anderen geht es viel schlechter usw.

Soweit erstmal.

Liebe Grüße
 
Jetzt bin ich da, wo ich bin.

Und es ist so, ich muss einfach weiter kämpfen, weiter neue Wege suchen. Muss akzeptieren, dass mein Leben so ist wie es ist, dass auch viele Sachen, die in jüngeren Jahren möglich gewesen wären, jetzt nicht mehr möglich sind.

Und ich muss daran arbeiten, dass ich nicht selbst allein Schuld daran bin, dass vieles so war, wie es war usw.

Das macht mich nämlich fertig. Dieses Gefühl, ich hätte nicht genug dafür getan, um besser, glücklicher leben zu können. Dass ich selbst schuld bin an meinem vermeintlichen Versagen.

Liebe Grüße
 
Jetzt bin ich da, wo ich bin.

Und es ist so, ich muss einfach weiter kämpfen, weiter neue Wege suchen. Muss akzeptieren, dass mein Leben so ist wie es ist, dass auch viele Sachen, die in jüngeren Jahren möglich gewesen wären, jetzt nicht mehr möglich sind.

Und ich muss daran arbeiten, dass ich nicht selbst allein Schuld daran bin, dass vieles so war, wie es war usw.

Das macht mich nämlich fertig. Dieses Gefühl, ich hätte nicht genug dafür getan, um besser, glücklicher leben zu können. Dass ich selbst schuld bin an meinem vermeintlichen Versagen.

Liebe Grüße

Schuld?
Den Begriff lass ich mal lieber bei der Bank.
Es sind die Entscheidungen die man trifft, die dich und auch mich genau an diesen Punkt in unserem Leben geführt haben. Es sind Entscheidungen, die man in dem Moment, in dem man die trifft, immer bestmöglichst entscheidet. Da geht keiner hin und sagt, ich mach das jetzt mal so und so, da ich weiß, ich drück mir da selbst super eine rein.

Entscheidungen trifft man nicht, weil irgend jemand sagt, dass man das so oder so zu machen hat.
Entscheidungen trifft man, weil man abwägt zwischen Konsequenzen, die folgen können und die Entscheidungen trifft man wirklich nur selbst.

Wenn man das erkennt, dann kann man die Verantwortung dafür übernehmen und hört zumindest dann auf, sich als Opfer zu fühlen und kann beim nächsten mal vielleicht auch Nein sagen, wo man sonst immer wie unter Zwang ein Ja gegeben hat.


Das Entscheidungen oftmals dann im Nachhinein betrachtet nicht sehr gut gewesen sind ist halt eine ganz andere Sache. Die Beziehungen auf die man sich einließ, die Arbeitsverhältnisse usw., wird halt alles davon beeinflußt, wleches Werkzeug man, meiner Meinung nach, von Zuhause mitbekommen hat.

Und wenn man mit sich selbst innerlich nicht ausgesöhnt ist, dann kann dir der größte Glücksfall passieren und du kannst das garnicht genießen, denn du glaubst vielleicht, dass du dem nicht würdig bist oder es verdient hast.

Doch wie ist es denn,
wenn man mit sich im reinen ist?
Auch dann ist nicht immer alles eitel Sonnenschein, da gibts auch Sachen, die halt mal nicht so optimal laufen.
Jedoch reißt das einem dann nicht gleich den Boden unter den Füßen weg, da man sozusagen auf stabilem Grund steht.

Als Kind war man einfach machtlos und den Eltern sozusagen ausgeliefert, doch irgendwann ist man alt genug, dass man auch die Entscheidung treffen darf, für sich das alles zu klären und dann endlich erwachsen und frei zu werden.
Gruß Jim
 

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