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Jeder ist seines Glückes Schmied, stimmt das?

Meine Mutter:
- hat ihr Leben lang geraucht
- sich kaum bewegt, geschweige denn Sport gemacht
- sich ihr Leben lang ungesund ernährt
- nie etwas für ihre Gesundheit getan

Heute hat sie diverse gesundheitliche Probleme, von Osteoporose bis Schlafstörungen, von Arthrose, Bluthochdruck bis Depressionen.

War sie jetzt ihres Unglückes Schmied? Man wird es nie klären können.
Vielleicht hätte sie mit einer gesünderen Lebensweise heute weniger gesundheitliche Probleme. Vielleicht wäre sie aber auch beim Joggen vor 15 Jahren von einem LKW erfasst worden ... Hätte, wäre, wenn....

Das Unbefriedigende ist doch, dass man nicht weiß, wie viel man beeinflussen kann und niemand dir etwas garantiert. Du kannst extrem fleißig sind, aber trotzdem im Job einfach Pech haben.

Die typische Reaktion der Menschen ist:
- Es ist was gut gelaufen, weil ich mir Mühe gegeben habe
- Es ist was schlecht gelaufen, weil ich Pech hatte
Fällt was auf? Verantwortlich fühlen sich Menschen meist nur für positives im ihrem Leben.

Es lässt sich herrlich philosophieren, wie viel "Schicksal" es gibt, wie sehr wir Einfluss auf unser Leben haben. Tatsache ist aber, es bringt wenig. Man verfolgt im Leben entweder
A) ein Maximalziel (mit viel Mühe viel erreichen zu wollen)
oder B) ein Minimalziel (mit möglichst wenig Mühe halbwegs über die Runden zu kommen)
Beide Ziele und alles dazwischen bieten keine Erfolgsgarantie, es sind aber die Einflussgrößen du du aktiv steuerst.

Einfach gesagt: Du kannst entweder darüber klagen, dass die Sonne nicht scheint und du einen Vitamin D3 Mangel hast ODER du versuchst den Mangel aktiv durch eine D3 Tablette zu bekämpfen. Da man die Sonne nicht ändern kann, sollte man meines Ermessen nicht lange über sie philosophieren 😀
 
Also muss ich doch eher davon ausgehen dass ´Glück´oder ein ´gutes Leben´haben eher ein Zufallstreffer ist,so wie ein 6er im Lotto...😉
 
Also muss ich doch eher davon ausgehen dass ´Glück´oder ein ´gutes Leben´haben eher ein Zufallstreffer ist,so wie ein 6er im Lotto...😉

Sagen wir lieber es ist wie als wenn du Lotto spielt, aber die Anzahl der Lose durch eigene Leistung erstmal erarbeiten musst 😉 Also kein reines Lotto.
Die philosphische und unbeantwortbare Frage ist doch einzig, WIE VIEL Glück und wie viel eigenes Tun ist.
 
Also muss ich doch eher davon ausgehen dass ´Glück´oder ein ´gutes Leben´haben eher ein Zufallstreffer ist,so wie ein 6er im Lotto...😉

Zufallsglück ist, wenn du spazieren gehst und dabei einen Geldschein findest, den irgendjemand verloren hat.
Das persönliche Glück kann meiner Meinung nach nur in einem selbst entstehen, z.B. als Folge von Dankbarkeit und Zufriedenheit
 
Ich finde den Spruch von diesem Selbstoptimierungswahn nach dem Motto "Wer im Leben kein Glück hat, ist selber schuld" halte ich überhaupt nichts. Das sagen unsensible Menschen nur so lange, bis sie selbst ein schwerer Schicksalsschlag erreilt.

Das sehe ich auch so und meinte auch damit, dass sich aus einem sicheren Nest heraus immer leicht tolle Ratschläge geben lassen. Das sind dann auch immer die Leute die so American-Dream-mäßig daherreden. Jeder kanns doch schaffen...

@ Andreas, ich würde bei deinen zwei Zielen noch einwerfen, dass im Falle a) trotz Mühen und starkem Willen das Ziel oft nie erreicht wird, dementsprechend fragt sich der eine oder andere sicherlich ob sich dieser "Kampf" denn auch lohnt.

Ich würde da eher dem ökonomischen Prinzip folgen 😱

Da es bei diesem Thema ja mehr oder weniger um Erreichtes geht, kommt aus meiner Sicht noch dazu, dass sich den ganz großen Braten einige wenige teilen, man also ohne Vitamin B oder Mauscheleien aus meiner Sicht mit ehrlicher Arbeit keine Lorbeeren mehr ernten kann, außer man ist Politiker, im Vorstand oder eben - wie kommts - durch Glück in der richtigen Firma oder der richtigen Bahn gelandet.
 
@ Andreas, ich würde bei deinen zwei Zielen noch einwerfen, dass im Falle a) trotz Mühen und starkem Willen das Ziel oft nie erreicht wird, dementsprechend fragt sich der eine oder andere sicherlich ob sich dieser "Kampf" denn auch lohnt.

Ich würde da eher dem ökonomischen Prinzip folgen 😱

Gegenfrage:
Stehst du morgens auf? Weil es könnte ja sein, dass der Tag schlecht wird und sich das Aufstehen nicht gelohnt hat 😀

Aber ja, natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie viel Einsatz und Mühe er investiert.

Ich sehe nicht nur eine Zielerreichung ja/nein. Ich sehe auch Teilziele als sinnvoll. Mein Ziel ist es keine Rückenschmerzen zu haben, deswegen mache ich Sport und Gymnastik. Heute ist mein Nacken aber ziemlich steif und schmerzt. Ich würde trotzdem nicht sagen, dass meine Bemühungen sinnlos war und das Schicksal mich erwischt hat. Ich erreiche mein Ziel halt nicht immer zu 100%.
 
Ich würde trotzdem nicht sagen, dass meine Bemühungen sinnlos war und das Schicksal mich erwischt hat. Ich erreiche mein Ziel halt nicht immer zu 100%.

Genau da setzt ein Beitrag von mir weiter vorne an: ich glaube wer immer 100% will, wird selten zufrieden sein und sich immer innerhalb eines gewissen Drucks bewegen.

Natürlich kann ich nicht im Lotto gewinnen wenn ich gar nicht spiele.
Nur ist das eben recht unrealistisch, genauso wie wenn ich mir vornehme mit allem Mitteln erfolgreich und nacher vermögend zu sein.

Dann denke ich gibt es einfach verschiedene Menschentypen, der eine strebt und strebt, der andere geniest sein Leben lieber mehr. Sogesehen kann sich jeder bis zu einem gewissen Grad sein Leben selbst gestalten. Im Bezug auf des "Glückes Schmied" - zumindest im Hinblick auf Erfolg, Gesundheit und Geld (sorgenfreies Bilderbuchleben) - glaube ich allerdings, hat jeder seinen eigenen nicht zu 100% steuerbaren Weg, auf dem bei einem eben mehr, auf einem anderen eben weniger Steine liegen.

Eigentlich spielen zu viele schwer beeinflussbare Faktoren mit rein um sagen zu können jeder kanns doch wie Rockefeller.

Und ich glaube primär ging es dem TE doch um "Erfolg" ?
 
Hallo,

nein, es geht mir nicht um Erfolg im herkömmlichen Sinne. Es geht mir auch nicht um Geld.

Es geht mir um ein halbwegs erfülltes zufriedenes Leben.

Grüße saminabi


Später schreibe ich noch mehr und gehe etwas auf eure Beiträge ein
 
Dann denke ich wird es noch weitaus individueller. Da müsste man ja definieren was ein zufriedenes Leben ansich ausmacht. Dies sieht wohl jeder anders. Einem reichen Luft und Liebe, ein anderer braucht materiellen Wohlstand, ein weiterer will die ganze Welt entdecken.

Auf jeden Fall gibt es da erst recht viele Unbekannte auf dem Weg, die man einfach nicht beeinflussen kann.
 
Hallo,

also Liebe ist schon mal ein ganz wichtiger Punkt. Lieben können und geliebt werden.

Was ich in meinem Leben geschafft habe, ist, dass ich einige wenige langjährige Freunde habe, die mich so nehmen wie ich bin mit allen Defiziten. Die allerdings sehr wenig Zeit haben, um mit mir Zeit zu verbringen.

Ich habe etliche Kinder meiner Freunde irgendwie mit aufgezogen, weil ich sie oft betreute hatte, an ihrem Leben teilgenommen hab und teilweise noch mit teilnehme. Kinder habe ich immer irgendwie geliebt und sie haben mich fasziniert.

Nach einer schnell abgebrochenen Krankenschwesterausbildung (wegen psychischer Krankheit und geringem Selbstwertgefühl) hatte ich in jungen Jahren auch den Beruf der Erzieherin gewählt. Durch mein geringes Selbstvertrauen konnte ich mich aber in einer Horde Kinder nicht wirklich durchsetzen. Mein Anerkennungsjahr leistete ich in einem heilpädagogischen Kinderheim ab. Dort kamen noch besondere Schwierigkeiten durch besonders schwierige Kinder dazu. Ich hab die Ausbildung zu Ende gemacht, hatte auf dem Papier auch einen guten Abschluss, fühlte mich aber absolut nicht in der Lage, in diesem Beruf zu arbeiten.

Irgendwann hatte ich eine Stelle als Pflegehelferin in einem Krankenheim für chronisch psychisch kranke Erwachsene. Hier arbeitete ich 8 Jahre lang. Die Arbeit gefiel mir einerseits sehr, weil mir psychische Krankheiten sehr nahe waren. Einerseits durch meine Eltern, andererseits durch mich selbst. Mir fehlte es aber an der Abgrenzung und irgendwann war ich dem allen nicht mehr gewachsen. Ich war ja selbst nicht in der Lage, mir ein Leben aufzubauen, was mir wirklich psychische Stabilität gab.

Also, letztendlich durch meinen eigenen Psychischen Absturz, war ich erst krank, kündigte und begann dann eine Umschulung zur Bürokauffrau aus gesundheitlichen Gründen. Diese Umschulung schloss ich auch auf dem Papier ziemlich gut ab, aber schon in den Praktika merkte ich, dass ich das nicht bin, was ich schon die ganze Zeit fühlte. Ich habe mir aus diesen Zweifeln heraus und auch durch mein geringes Selbstwertgefühl immer erst auf den letzten Drücker nicht die besten Praktikumsstellen gesucht.

Deshalb kam ich auch nie in diesem Beruf unter, weil ich bei den wenigen Vorstellungsgesprächen damals überhaupt nicht von mir überzeugen können, ich war ja selbst nicht von mir überzeugt.

Naja, es folgten noch ein paar Arbeitsversuche, letztendlich habe ich dann irgendwann die Rente beantragt.

Im privaten Leben hatte ich damals im Kinderheim einen Mann (Erzieher) kennen gelernt, mit dem ich irgendwann dann 20 Jahre zusammen lebte. Er hatte schon zwei Kinder und war sterilisiert. Unsere Beziehung war sicherlich nicht sehr gesund. Er hat mir von Anfang an klar gemacht, dass ich nicht die Frau seiner Träume bin. Trotzdem zog ich zu ihm. Er verhielt sich einerseits väterlich und therapeutisch, anderseits machte er mich auch oft runter. Ich glaube, er zog einen gewissen Teil seines Selbstwertgefühls daraus, dass er’s ich stärker und lebensfähiger fühlte als ich, weil ich so schwach und gestört war. Andererseits wurden wir uns in den vielen Jahren natürlich immer vertrauter, wir redeten auch viel.

Naja, irgendwann ging es trotzdem nicht mehr, wir trennten uns. Es folgte sofort darauf, dass eine noch viel jüngere Frau bei ihm einzog, auch diese ziemlich schwer psychisch gestört. Vor viereinhalb Jahren starb er plötzlich. Wir hatten immer noch Kontakt gehabt.

Naja, ansonsten lebe ich halt seit 11 Jahren allein, hatte auch keine Affäre oder ähnliches seitdem. Unterbrochen wurde das Alleinleben von einer therapeutischen Wohngemeinschaft. Ansonsten habe ich in meinem gesamten halbwegs erwachsenen Leben immer wieder Therapien versucht, ambulant und stationär und hab versucht, immer wieder neue Wege zu suchen.

Allerdings ohne den Erfolg zu haben, mal irgendwo ein bisschen angekommen zu sein. So diese Ratschläge, ich sollte mal meine Vergangenheit aufarbeiten, helfen mir gar nicht. Ich habs versucht.

Ich muss jetzt mit dem klar kommen, was ist. Das versuche ich auch. Ich nehme mir nur noch kleine Teilziele vor. Was anderes bleibt mir auch nicht übrig. Hab jetzt einiges unternommen, um wieder eine Stelle als Zuverdienst für psychisch Kranke zu bekommen und auch in Richtung Freizeit schon Anläufe unternommen.

Trotzdem sehne ich mich nach Liebe, nach Partnerschaft usw.

Liebe Grüße

 

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