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Mr. Pinguin
Gast
Ich denke, eine Erziehung mit dem goldenen Löffel und ansonsten emotionaler Verwahrlosung hinterlässt auch seine seelische Beeinträchtigung. So besteht die Gefahr, dass man kalt und berechnend wird, rücksichtslos.Wobei ich meine Ausführungen nicht nur materiell gemeint habe, sondern auch bezogen auf mentale Unterstützung und Förderung von lebenspraktischen Fähigkeiten durch die Eltern bzw. eigene Familie. Es ist halt einfacher, sein eigenes Glück gezielt anzustreben, wenn man vom Elternhaus ein gutes Selbstvertrauen und praktische Fähigkeiten beigebracht bekommen hat. Wenn man jedoch bereits als Kind x-mal zu hören bekommen hat, dass man nichts taugt und es zu nichts bringen wird, dann hat wird man vermutlich eher dazu neigen, sich gar nicht erst so richtig an das Wagnis "Schmieden des eigenen Glücks" herantrauen.
Für gute Eltern ist eine liebevolle Erziehung, die von bedingungsloser Annahme, der Vermittlung von Selbstwertgefühl, Wertschätzung, der Berücksichtigung der Bedürfnisse des Kindes geprägt ist, ganz selbstverständlich. Sowie sein Kind in die für ihn richtigen Bahnen zu lenken und auf seinem Lebensweg zu unterstützen.
Viele sind aber selber durch Familiengefüge und Kulturgesellschaft geprägt worden. Z.B. auf Leistungseffizienz und dass man nichts wert ist, wenn man "es nicht bringt" und man zum verachtenswerten Versager gemacht wird. Entsprechend strebt man nach Anerkennung durch Erfolg und kann sich seine innere Leere nicht erklären, weil einem die menschliche, liebevolle Zuwendung fehlt.
Oder man wird in gewisse Rollen gepresst. Wie z.B. in diesen patriachalischen Familensystemen, bzw. dem Kulturkreis, in der die Frau dem Mann gehorsam und gefügig sein soll. Das finde ich schon mal schwere Voraussetzungen für das Schmieden des eigenen Glücks.
Es gibt auch Eltern, die einfach nur rücksichtslos und egoistisch sind. Die nur ihre eigene Bedürfniswelt sehen, die keinen Schmerz und keine Verletzung nachempfinden, die seelisch und/oder körperlich gewalttätig sind. Die ihre Kinder für ihre eigenen Zwecke benutzen, bzw. missbrauchen.
Es gibt ja z.B. die Leute, die ihre Kinder wie Barbie zusammenrichten und diese in eine Showkarriere pressen wollen. Frühe Gewalterfahrungen, denen man sich nicht entziehen kann und die ihre seelischen Spuren dann auch im späteren Leben zeigen.
Oder wenn die Kindheit von seelischer/psychischer Gewalt geprägt war. Dass man permanent abgewertet wurde und das Gefühl vermittelt wurde, nichts wert zu sein, nichts zu können. Wenn man körperlicher Gewalt ausgesetzt war. In ständiger Angst vor neuen Wutausbrüchen vor einem zur Cholerik neigenden Elternteil. Wenn man ausgeliefert war, sich nicht entziehen konnte. Wenn man ausgebeutet wurde, seelisch, indem das Elternteil seine Macht demonstriert. Man hat zu folgen, wie der Hund, nach dem man pfeift. Körperlich, in dem man beliebig nach der Ichwelt des Elternteils eingesetzt wurde und über einen verfügt wurde. Und man kein eigenens Leben haben durfte.
Ich glaub schon, dass das sehr schwierige Rahmenbedingungen sein können. In denen man auch später als Erwachsener nur sehr schwer rausfinden kann. Insbesondere wenn Menschen, die einem begegnen, auf die Unsicherheit und das fehlende Selbstwertgefühl auf infame und böswillige Weise reagieren (möglicherweise durch eigenen Hass und Selbsthass?) und auf dem seelisch gezeichneten Menschen nur noch weiter herumtrampeln.
Ich denke, man braucht gerade dann wohlmeinende Mitmenschen (wie eigentlich jeder Mensch), die einen auffangen, die einem Zuspruch geben, die einen mitnehmen, die damit umgehen können. Toleranz und vielleicht sogar Verständnis zeigen können. Das ist aber beileibe nicht selbstverständlich und man muss gerade mit schwieriger Vergangenheit besonders viel Glück haben...
Ich hoffe es ist ok, dass ich diese Gedanken hier hinterlassen habe.
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