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Ist Gott ein alter weißer Mann?

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Die Frage ist nur ob das gut ist, die einen sagen, ja dann gibt es keine heiligen Kriege mehr aber die anderen sagen ohne Glaube an eine höhere Macht ist so etwas wie Nächstenliebe überhaupt nicht möglich.
Für Ethik braucht man keine höhere Macht. Nur den Wunsch, eine gut funktionierende, einigermaßen gerechte und friedliche Gesellschaft zu haben. Dazu braucht man keine Götter, ganz im Gegenteil, wenn man sich anschaut wie oft Religion zum Spaltpilz wird, ist sie dafür eher schädlich.
 
Für mich ist Gott überall und in allem und doch ein Ganzes.
Heute im Halbschlaf träumte mir eine "Strophe", ein Essay, ein Gedicht- sinngemäß etwa so: ich bin alles, ich bin das Blatt am Baum, ich bin der Schüler, der nichts weiß, ich bin der Musiker der gefeiert wird, ich bin der, der verzeifelt ist, ich bin der, der Mann ist, ich bin die, die Frau ist, bin der, der eben verhungert, ich bin der, der soeben mit Geldnot kämpft, ich bin der Erfinder, ich bin der Höchste, ich bin das Niedrigste, ich bin unter dir, ich bin über dir, ich bin das, was du meinst du zu sein, ich bin in aller Munde, ich bin fein ich bin grob, ich bin der Tadel, ich bin das Lob...so ungefähr hörte ich es. Also in diesem Sinn, mir kommt auch vor, wie du es formulierst: überall, in allem, ein Ganzes und wir ein Teil vom Ganzen.
 
Auf solche Bildsprachen und Symbolismen sind die Künstler im Mittelalter voll abgefahren, weil sie wußten, daß viele der Menschen damals, die die Bilder sehen würden, nicht lesen oder schreiben können. Aber Bildinhalte identifizieren konnten sie. Wahrscheinlich viel besser als die Heutigen, die gar nicht mehr wissen, welche Attribute zu welchen Heiligen gehören oder was bestimmte Handstellungen in den Bildern einer illustrierten mittelalterlichen Handschrift bedeuten.
Es ist hochinteressant, wenn man sich damit beschäftigt- richtig spannend und zugleich wie ein höchst sinnliches Unterfangen- man lauscht, man beobachtet, man staunt, entdeckt unentwegt.
 
Für Ethik braucht man keine höhere Macht. Nur den Wunsch, eine gut funktionierende, einigermaßen gerechte und friedliche Gesellschaft zu haben. Dazu braucht man keine Götter, ganz im Gegenteil, wenn man sich anschaut wie oft Religion zum Spaltpilz wird, ist sie dafür eher schädlich.
Wenn es nicht die Religion ist, dann ist es die Ideologie woran die Leute glauben.
Sowas wie Kommunismus (Paradies auf Erden) , Kapitalismus (Geld regiert die Welt oder vom Tellerwäscher zum Millionär, alles ist möglich..) so wie auch der Nationalismus vor 75 Jahren in unserem Lande, war letztendlich auch eine Ideologie, aufgebaut auf einer falschen bzw. pseudowissenschaftlichen These (Rassentheorie).

Das hat letztendlich immer ins Chaos geführt oder zumindest nie richtig und schon gar nicht gerecht funktioniert.

Marx (auch ein Atheist) sagte z. B "Religion ist Opium für das Volk", Religion kann man also den Leuten mehr oder weniger ausreden. Was dann bleibt, ist erst mal ein Vakuum.
Dann wird aber meist nur was neues eingeredet oder indoktriniert, was dieses Vakuum füllt.

Den Massen "das Paradies auf Erden" zu indoktrinieren ist doch letztendliche eine Utopie oder eine Ersatzreligion.

Vielleicht sind Frieden und Gerechtigkeit auf der Erde Utopie, bzw. hat es in der Geschichte überhaupt schon mal sowas wie einen Weltfrieden gegeben?

So wie ich die Bibel auslege, wird es das auf der Erde nie (wieder) geben oder wenn überhaupt nur kurze Zeit, klingt doch ziemlich realistisch.

Gibt es überhaupt einen Atheismus frei von Ideologie und ohne Dogmen, was ja im Grunde so auch nur eine Ersatzreligion ist?
 
Zuletzt bearbeitet:
Atheismus ist keine Ersatzreligion, weil es da weder einen "unfehlbaren" Ersatzgott (Führer, Mao, Stalin, sonstiger Großmotz) gibt noch irgendein "heiliges Buch" (Bibel, Koran, Kommunistisches Manifest, Mao-Bibel) noch irgendwelche "heiligen Lehren", die gepredigt und nachgebetet werden und auch kein sich von anderen Denkrichtungen absonderndes und auf Unterscheidung bedachtes "Glaubensvolk".
Atheismus besteht aus Individuen, die jeder für sich und aus eigenen persönlichen Gründen an keine Götter glauben, es gibt sonst keine Gemeinsamkeiten und auch keine Hierarchien "Ich bin ungläubiger als du, bätsch!"

Vielleicht sind Frieden und Gerechtigkeit auf der Erde Utopie, bzw. hat es in der Geschichte überhaupt schon mal sowas wie einen Weltfrieden gegeben?
Schon Urmenschenhorden haben sich, wenn sie sich um Lebensraum stritten, gegenseitig die Schädel eingeschlagen, das läuft bei unseren engsten Verwandten den Schimpansen nicht anders.
Allerdings haben wir in Europa seit dem 2. WK jetzt schon ziemlich lange Frieden, wenn man Jugoslawien nicht mitrechnet (wo auch die Konfessionen neben nationalistischem Chauvinismus ihre Rolle spielten), so lange wie wahrscheinlich nie zuvor in der Europäischen Geschichte. Das heißt, Frieden international ist durchaus möglich. Nur nicht von jedem gewollt, aber damit die Kriegstreiber Erfolg haben, brauchen sie Spaltmöglichkeiten, die Gelegenheit Menschen gegeneinander aufzuhetzen oder aber so viel militärische Macht, daß sie selber einen Krieg anzetteln können, siehe Assad.
In gefestigten Demokratien ist sowas schwierig, nicht zuletzt wegen Gewaltenteilung. Wo aber alle Macht im Land in einer einzigen Hand liegt, sprich Diktaturen, ist Krieg (intern gegen Minderheiten oder Opposition, extern gegen Nachbarländer) jederzeit möglich.
 
Wenn es nicht die Religion ist, dann ist es die Ideologie woran die Leute glauben.
Sowas wie Kommunismus (Paradies auf Erden) , Kapitalismus (Geld regiert die Welt oder vom Tellerwäscher zum Millionär, alles ist möglich..) so wie auch der Nationalismus vor 75 Jahren in unserem Lande, war letztendlich auch eine Ideologie, aufgebaut auf einer falschen bzw. pseudowissenschaftlichen These (Rassentheorie).
Die Rassentheorie war nur eine Stütze, ein Faktor unter vielen. Der sich gar nicht hätte auswirken können, wenn der Antisemitismus nicht schon seit Jahrhunderten von der Katholischen Kirche her verbreitet worden wäre (Christusmörder, Brunnenvergifter, Kindermörder, mit dem Teufel im Bunde und was man den Juden im Mittelalter sonst noch nachsagte).
Viel wertvoller für den Aufstieg des Nationalsozialismus war die damals prekäre wirtschaftliche Lage - Weltwirtschaftskrise - mit Millionen Arbeitslosen und auch vorher schon sehr viel Not und Elend (kinderreiche Familien, die Pille war noch nicht erfunden) und Chaos mit ständigen Selbstblockaden in der Politik, mit unzähligen kleinen Splitterparteien, die alle mitmischen wollten und für die Gewalt bis einschließlich Mord an führenden Mitgliedern anderer Parteien (Rosa Luxemburg, Kurt Eisner und etliche andere) durchaus zum politischen Geschäft mit dazugehörte. Deswegen gibt es heute die Fünf-Prozent-Hürde in Deutschland – Wikipedia für politische Parteien, die überstiegen werden muß, damit man die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt.
Und da die Abdankung des letzten deutschen Kaisers Abdankung Wilhelms II. – Wikipedia damals noch gar nicht so lange her war, waren die Menschen damals noch traditionell sehr autoritätshörig geprägt - der gleiche Fehler wie heute in den islamischen Ländern, wo man bis heute dem Starken Mann nachrennt, egal ob er das eigene Land in den Untergang treibt wie Erdogan oder Assad - und so war es kein Wunder, daß sich ein Hitler als dieser neue Starke Mann installieren konnte. Diese Autoritätshörigkeit haben erst die Verluste im 2. WK samt folgender Amerikanisierung den Deutschen ausgetrieben, aber es hat trotzdem gedauert, erst die ganz anders gepolten 68er bewiesen den Wendepunkt im Denken.

P.S. von pseudowissenschaftlichen Theorien wie Rassentheorie, Mesmerismus, Äthertheorie oder dem Glauben an die Allmacht zuerst von Elektrizität und später dem Atom, die sich wissenschaftlich nicht durchsetzen konnten, hat es Anfang 20. Jahrhundert nur so gewimmelt. Das war die Zeit des "anything goes", in der noch alles möglich erschien, und Bauernfänger mit "moderner Wissenschaft" die Leichtgläubigen in Massen abzockten. Die modernen Nachfolger dieser Bauernfänger sind heute im Bereich der VT zu finden.
 
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Wenn es nicht die Religion ist, dann ist es die Ideologie woran die Leute glauben.
......
Gibt es überhaupt einen Atheismus frei von Ideologie und ohne Dogmen, was ja im Grunde so auch nur eine Ersatzreligion ist?

" Wer Menschen dazu bringt, an Gott zu glauben, kann sie auch dazu bringen, in seinem Namen Gräueltaten zu vollbringen"?

Man kann alle Religionen und Ideologien missbrauchen. Wenn Menschen eine Abkehr vom Glauben als simple Lösung propagieren greift das aber sicher zu kurz. Sind Atheisten damit die besseren Menschen? Und welches Weltbild haben sie?

Sicher höchst unterschiedlich. Für mich kann ich zumindest sagen, dass allein die Tatsache, nicht an einen Gott zu glauben, nicht bedeutet, dass ich keine Werte habe oder keine Moral.

"Warum lässt Gott das Leid und die Ungerechtigkeit auf dieser Welt zu?" Ich für mich finde es schwierig, sich mit solchen Fragen abzuplagen und gleichzeitig an die weise Allmacht des alten weissen Mannes zu glauben.
 
Man kann alle Religionen und Ideologien missbrauchen. Wenn Menschen eine Abkehr vom Glauben als simple Lösung propagieren greift das aber sicher zu kurz. Sind Atheisten damit die besseren Menschen? Und welches Weltbild haben sie?
Nicht eines, sondern jedes das ihnen gefällt, das ist der große Unterschied zur organisierten Religion, die am liebsten alle ihre Anhänger gedanklich "gleichschalten" möchte, genau wie auch die Ideologien, die Diktaturen ausbrüteten, egal ob Faschismus oder Kommunismus. Atheisten sind Individualisten, oft auch Humanisten, was allerdings kein Muß ist. Und somit der Erzfeind aller hierarchisch aufgestellten Glaubenskonstrukte, die auf blindem Glauben und Kadavergehorsam aufbauen und freie, selbstbestimmte Individuen ablehnen.
 
" Wer Menschen dazu bringt, an Gott zu glauben, kann sie auch dazu bringen, in seinem Namen Gräueltaten zu vollbringen"?

Man kann alle Religionen und Ideologien missbrauchen. Wenn Menschen eine Abkehr vom Glauben als simple Lösung propagieren greift das aber sicher zu kurz. Sind Atheisten damit die besseren Menschen? Und welches Weltbild haben sie?

Sicher höchst unterschiedlich. Für mich kann ich zumindest sagen, dass allein die Tatsache, nicht an einen Gott zu glauben, nicht bedeutet, dass ich keine Werte habe oder keine Moral.

"Warum lässt Gott das Leid und die Ungerechtigkeit auf dieser Welt zu?" Ich für mich finde es schwierig, sich mit solchen Fragen abzuplagen und gleichzeitig an die weise Allmacht des alten weissen Mannes zu glauben.

Ich glaube, in uns ist alles angelegt und auch nicht von Ungefähr werden Gräueltaten gezeigt und ausgelebt von der Spezie Mensch. So ist er ...........und er lässt sich auch belehren. Selbst wenn es ein ewig langer Prozess ist, wir lernen- natürlich auch von Kriegen.
 
Atheismus ist keine Ersatzreligion, weil es da weder einen "unfehlbaren" Ersatzgott (Führer, Mao, Stalin, sonstiger Großmotz) gibt noch irgendein "heiliges Buch" (Bibel, Koran, Kommunistisches Manifest, Mao-Bibel) noch irgendwelche "heiligen Lehren", die gepredigt und nachgebetet werden und auch kein sich von anderen Denkrichtungen absonderndes und auf Unterscheidung bedachtes "Glaubensvolk".
Atheismus besteht aus Individuen, die jeder für sich und aus eigenen persönlichen Gründen an keine Götter glauben, es gibt sonst keine Gemeinsamkeiten und auch keine Hierarchien "Ich bin ungläubiger als du, bätsch!"
🤔 🤔

Nicht eines, sondern jedes das ihnen gefällt, das ist der große Unterschied zur organisierten Religion, die am liebsten alle ihre Anhänger gedanklich "gleichschalten" möchte, genau wie auch die Ideologien, die Diktaturen ausbrüteten, egal ob Faschismus oder Kommunismus. Atheisten sind Individualisten, oft auch Humanisten, was allerdings kein Muß ist. Und somit der Erzfeind aller hierarchisch aufgestellten Glaubenskonstrukte, die auf blindem Glauben und Kadavergehorsam aufbauen und freie, selbstbestimmte Individuen ablehnen.

Hmm...also sei mir nicht bös, aber solche Pauschalkeulen kenne ich sonst eigentlich nicht von aufgeklärten und freien Individuen mit humanistischer Geisteshaltung, die kein hierarchisches Denken leben. Das klingt für mich eher nach Ersatzreligion, nach hierarchischem Denken und nach "auf Unterscheidung bedachte" Glaubenssätze.
Für mich liest sich das alles sehr hierarchisch gedacht:
ALLE Gläubingen, wollen am liebsten gleichalten, alle Religionen sind wie Dikaturen und vergleichbar mit Faschismus.
WIR Atheisten hingegen sind die freien humanistischen Denker und IHR "Glaubenstrottel" seind die Schafe...
Klingt für mich sehr hierarchisch gedacht.
Da lese ich wenig Humanismus, wenig Interessen den Menschen (auch den Gläubigen) als Individuum zu betrachen (oder dürfen nur Atheisten als Individuen betrachtet werden? Das wäre dann aber nicht sehr humanistisch gedacht).
Wo spircht da der humanistische Geist, der sich traut, JEDEN Menschen als Individuum zu betrachten und sich nicht über denjenigen zu stellen, der vielleicht anders denkt?

Also das Bild, das Du hier zeichnest klingt für mich leider schon sehr nach: "Ich bin ungläubiger als du, bätsch!"

Nichts für ungut, aber in MEINER Welt gehört zu einem humanistisch freien Charakter auch und vor allem, dass man Menschen, die komplett anders denken, fühlen, glauben und leben nicht in eine "niedere kaste" einordnet oder sie verurteilt, sondern sie respektieren will und sie auch in ihrer Andersartigkeit bestehen lassen kann. Dass man- wie Du im ersten Abschnitt sagst: Sich eben nICHT über den anderen erheben will.


Und schon schließt sich auch der Kreis wieder: "Gläubigen-Bashing" (was etwas grundliegend anderes ist als Atheismus) kann nämlich durchaus eine Ersatzreligion sein.
Und genau in diesem Punkt -finde ich- widersprechen sich beide Beiträge nun wirklich grundliegend.
Genau das was Du im zweiten Abschnitt schreibst, könnte (mit ein wenig anderen Vorzeichen) ehrlich gesagt auch von einem religiösen Fanatiker kommen. Ändere einfach die "Namen" und schon hast Du einne radikal religiösen Text in dem die eigene Glaubensrichtung über andere erhoben wird.

Also wie gesagt: Sei mir nicht bös, aber humanistischer Atheismus klingt für mich anders.
 
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