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Ist Einsamkeit ein Problem?

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Hallo Rascas,

ja, ich bin recht empfindlich, was das Thema angeht. Teilweise denke ich bei der Schwere der Krankheit meiner Mama, dass Sterbehilfe besser gewesen wäre. :wein::wein::wein::wein:

Sorry, ich wollte hier eigentlich gar nicht auf das Thema kommen. Schrieb ja auch viel über das mit der medialen Welt, die uns zu verschlingen droht. Irgendwann wird das Leben wohl nur noch virtuell. 🙄

Doch dann las ich Eure Beiträge zum Freitod. :wein: Verdammt, ich hätte das nicht lesen sollen.

Ich sage es mal so. Es gibt ja noch andere Verläufe von Krebs. Wo irgendwo da nicht alles betroffen ist. Bei meiner Ma war wohl alles betroffen. Es war schrecklich. Ich möchte nie wieder jemanden so sehen. Dass es auch optisch sichtbar ist. Und das nicht bloß aus Gründen der Chemotherapie, sondern weil sie eine der aggressivsten Formen ever hatte. Sie hatte irgendwie was, was nur 0,.. hat, mit den Weichteilen, wo es auf alles übergegangen ist. Diese verdammte Scheißkrankheit :mad::mad::mad:

Bei solchen Verläufen kann ich schon verstehen, wieso viele an Sterbehilfe denken. Bei jemandem der vollständig gelähmt ist, dem die Sinne schwinden usw. verstehe ich es auch.

Ich will sie zurück. :wein:
 
A

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Re: Ist Einsamkeit ein Problem?
Ach Panthi, es tut mir so leid für dich,
ja ich denke genauso wie du, das es Verläufe gibt, in denen die Verweigerung einer hohen Dosis Morphin, ein Verstoss gegen die Menschlichkeit ist.
Zum Glück gibt es auch heute schon Ärzte die "versehentlich" falsch dosieren um Leiden zu lindern. Oder immer höhere Dosen bis zum Tod geben, weil sich das Leiden nicht lindern lässt.
Denn wenn der Patient noch immer Schmerzen hat, dann ist es erlaubt die Dosis hochzudrehen, mit der eventuellen Nebenwirkug des Todes.
Nur finde einen Arzt der das so argumentiert.

Fälle wie bei deiner Mutter, das lassen diejenigen, die Ärzten die Sterbehilfe nicht erlauben wollen, einfach ausser acht. Als würden die Ärzte dann willkürlich jeden Depressiven suizidieren und nicht nur todkranke Menschen die auf dem Weg zum Tod leiden wie niemand leiden sollte..

Tut mir so leid Panthi, fühl dich virtuell gedrückt.
Und glaube dran das deine Ma, wenn auch in deiner Erinnerung, noch bei dir ist.

Und irgendwie hoffe ich auf eine Antwort von Nordrheiner und Burbacher in Bezug auf diesen Fall.
Ist Panthies Mutter ein Kollateralschaden, der getragen werden muss wenn man gegen Sterbehilfe ist?
 
Eigentlich sollte jeder Todkranke die Möglichkeit haben auf ein Palliativteam zuzugreifen und das ambulant. Da ist bereits Gesetz, aber zu teuer, deshalb nicht umgesetzt.
Wieso denn? Mir (uns) wird immer vorerzählt w i e gut es uns geht und wie reich wir sind!
 
Hallo Panthi,

das Gehirn benötigt Energie für seine Denkprozesse. Wird diese Energie verbraucht, um Blödelinfos zu verarbeiten, bleibt weniger Energie für wichtige Infos. Fazit: Das Lernen wichtiger Dinge wird immer schwieriger.
Ferner sehe ich auch, dass die Kommunikationsfähigkeiten bei Menschen enorm sinken, wenn sie hauptsächlich mit gebeugtem Kopf messages tippen und Bilder gucken. Ich denke, die Masse wird in die Richtung Verblödung und Vereinsamung gelenkt.
Bitte mal einen der Obertipper in Deiner Klasse zu erklären, was das für ein Ding ist: Schule. Oder irgendeinen anderen Begriff, dem er ständig über den Weg läuft. Dabei ist das Alter des Befragten nicht ausschlaggebend. Die i.d.R. primitive Antwort jedoch ist erschreckend. Sind die zu erklärenden Begriffe abstrakter Natur, landest Du schon einen Glückstreffer, wenn einem Schüler dazu etwas Vernünftiges einfällt.
Ziehe ich mir die Brille einer Gesellschaftsgruppe an, die über eine andere herrschen will, so würde ich Smartphones und tablets etc. an die zu beherrschende Gruppe verschenken, wenn es sein muß. Muß aber nicht sein. Diese kaufen es sich selbst, geben sogar dafür Geld aus. Arme - aber moderne - Welt.

LG, Nordrheiner
 
Na ja, die "mediale Welt" - man sollte sie nicht gleich verteufeln, sowieso auch nicht "das Kind mit dem Bade ausschütten". Wenn man die Menschheitsgeschichte so betrachtet, dann ist "das alles" verdammt neu, wird insofern primär auch als "Spielzeug" erachtet und verwandt. Diesen Beitrag hätte ich euch auch aus einer U-Bahn in Hongkong schreiben können. Eine Pferdekutsche hätte Ewigkeiten gebraucht.
 
Ziehe ich mir die Brille einer Gesellschaftsgruppe an, die über eine andere herrschen will, so würde ich Smartphones und tablets etc. an die zu beherrschende Gruppe verschenken, wenn es sein muß. Muß aber nicht sein. Diese kaufen es sich selbst, geben sogar dafür Geld aus. Arme - aber moderne - Welt.

LG, Nordrheiner
Ganz genau so ist es, aber leider merkt es unsere Jugend nicht. Sie merkt verschiedenes nicht.

Sprichworte treffen nicht mehr zu .. von wegen Sturm und Drang. (z.B.) Höchstens Drang zum Tippseln.

FG

Sind wir beide besser betreffs tippseln?
 
Zuletzt bearbeitet:
Nordrheiner hat Recht. Es geht in Richtung Verblödung.

Viele meiner SuS erreichen keine Metaebene. Okay, man kann sagen "Sind Gesamtschüler", keine Gymnasiasten - ja und? Man hat auf der Gesamtschule aber nun mal viele SuS, die man in keine Kategorie klar einordnen kann. Weder Gymnasium, noch Haupt- oder Realschule. Ich finde, wenn sie in der Mitte anzusiedeln sind, kann man auch durchaus noch einen gewissen Anspruch haben. 🙂

So.
Ich verteufele diese Mediatisierung, weil viele Leute nichts Anderes mehr können, als nur irgendwo was zu schreiben, zu zocken, sich auf Facebook geil zu präsentieren usw. :/

Außerdem macht es sich lernbiologisch wirklich nicht gut, nur so statisch was zu machen. Der Mensch braucht Erfahrung mit allen Sinnen und ich habe auch mal gelesen, dass es für das Gehirn definitiv besser ist, umfassende Anreize zu bekommen. "Ganzheitliches Lernen/Erleben". Dazu gehört auch die reale Kommunikation, die auch ohne medialen Einfluss stattfinden kann.

Ich war mit meinem Vater vorhin einkaufen bzw. Weihnachtsbummeln. Wir haben da kein Handy bei gehabt und haben uns unsere ironisch-zynischen Schlagabtäusche geliefert. Zu so was sind viele irgendwo nicht mehr in der Lage. Ich sehe das auch bei den SuS schon, die ständig Chatsprache verwenden.
"So, folks, you'll sit a vocab test today."
Einer der SuS dann: "Lol?"
"I am not kidding."
"Rofl"
Also wirklich...
Wie soll denn dabei noch gepflegte Kommunikation entstehen...
 
Ach Panthi, es tut mir so leid für dich,
ja ich denke genauso wie du, das es Verläufe gibt, in denen die Verweigerung einer hohen Dosis Morphin, ein Verstoss gegen die Menschlichkeit ist.
Zum Glück gibt es auch heute schon Ärzte die "versehentlich" falsch dosieren um Leiden zu lindern. Oder immer höhere Dosen bis zum Tod geben, weil sich das Leiden nicht lindern lässt.
Denn wenn der Patient noch immer Schmerzen hat, dann ist es erlaubt die Dosis hochzudrehen, mit der eventuellen Nebenwirkug des Todes.
Nur finde einen Arzt der das so argumentiert.

Fälle wie bei deiner Mutter, das lassen diejenigen, die Ärzten die Sterbehilfe nicht erlauben wollen, einfach ausser acht. Als würden die Ärzte dann willkürlich jeden Depressiven suizidieren und nicht nur todkranke Menschen die auf dem Weg zum Tod leiden wie niemand leiden sollte..

Tut mir so leid Panthi, fühl dich virtuell gedrückt.
Und glaube dran das deine Ma, wenn auch in deiner Erinnerung, noch bei dir ist.

Und irgendwie hoffe ich auf eine Antwort von Nordrheiner und Burbacher in Bezug auf diesen Fall.
Ist Panthies Mutter ein Kollateralschaden, der getragen werden muss wenn man gegen Sterbehilfe ist?

Hallo Panthi, hallo Rascas,

vor vielen Jahren hatte ich als sehr junger Mann ein Teratom. Das ist eine Sonderform der Krebserkrankung. Die Ärzte gaben mir im besten Fall nur noch wenige Jahre. Grund: Bösartigkeit sowie fortgeschrittenes Stadium mit walnussgroße Metastasten. Ich habe von Operation über Bestrahlung und Chemotherapie alles mitgemacht. Damals waren die Methoden noch etwas rauer als heute und die Nebenwirkungen wurden nicht so gut abgefedert.

Meinen Freunden kam es so vor, als ob ich der Tod auf 2 Beinen sei. Wenn man von ca. 70 Kg. auf 38 Kg, abmagert, sieht man auch nicht mehr sehr gut aus.

Ich hatte sehr viele sehr einschneidende Erlebnisse und erinnere mich noch so gut, als ob alles heute passiert sei. Ich hatte Schmerzen ohne Ende. Während der Chemo in der Klinik gab es immer Pausen, in denen ich zuhause war. Ich erinnere mich noch gut, dass ich dort zu meinem Hausarzt ging. Mein Herz jubelte voller Vorfreude auf das erwartete Schmerzmittel. Mein Hausarzt jedoch schaute mir in die Pupillen und weigerte sich, mir auch nur das kleinste Schmerzmittel zu verschreiben. Ich höre noch seine Worte: „Sie wollen doch noch leben, oder? Dann gehen Sie jetzt spazieren. Von mir kriegen Sie nichts mehr.“
Während einer Chemo-Behandlung war ich so platt, dass ich lieber gestorben wäre, als auch nur eine einzige weitere Injektion zu erhalten. Und man gab mir noch etliche Injektionen. Ich hatte keinerlei Lebenskraft mehr. Hätte mich in diesem Stadium jemand gefragt, ob ich sterben möchte – hätte ich zugestimmt. Und sie hätten das Sterben ohne Gegenwillen von mir fördern können. Ich war einfach fertig und ohne jede Willenskraft. Und wenn ich schreibe, ohne jede Willenskraft, dann ist das wortwörtlich gemeint.
Heute bin ich froh, dass mich damals niemand gefragt hat. Einer Frage nach Sterbenshilfe hätte ich eher zugestimmt als abgelehnt. Aber das ist für mich völlig falsch. Es ist nicht falsch, weil ich wieder seit vielen Jahren entgegen aller Prognosen gesund bin und mich des Lebens freue. Es ist falsch, weil ich für Schmerzlinderung bin – aber nicht für Sterbehilfe. Ich möchte sterben, weil mein Körper nicht mehr mitmacht, auf ganz natürlichem Wege. Das ist mein Wille. Diesen meinen Willen hätte ich damals – mitten in der Chemo – selbst nicht vertreten können, eben und nur aufgrund meiner damaligen Schwäche.

Auf Grund meiner Erfahrungen möchte ich keinem Menschen, der durch Krankheit und Medikamente etc. geschwächt ist, die Entscheidung über den eigenen Tod oder Leben zumuten. Es sind die Gesunden, die in voller Entscheidungskraft entscheiden können. Sie sollen es tun, aber nur für ihr eigenes Leben. Sie sollen es nicht für einen Menschen tun, dessen Entscheidungskraft gemindert ist. Solche Gut-Menschen hätten mich damals umgebracht und noch gemeint, sie hätten mir damit einen Gefallen getan.

LG, Nordrheiner
 
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