Darf ich meinen Standpunkt nochmals klarstellen?
Ich bin, nicht zuletzt auf dem Hintergrund meiner eigenen Biografie, gegen aktive Sterbehilfe.
Mein Einwand, dass dann evtl. bald auch bei psychisch Kranken depressiven Menschen dem immer wieder mal bestehenden Todeswunsch Abhilfe geschaffen wird und man diesen Wunsch dann erfüllt, bezieht sich auf Meldungen aus europ. Ländern, wo das bereits heute möglich ist.
Ich halte das für eine Perversion des Hilfegedankens, zumal ich beide Zustände kenne: Jenen in einer tiefen Depression als auch die Situation nach deren Überwindung.
Mein Denken und Fühlen unterschied sich in beiden Zuständen wie der zwischen Himmel und Erde. Damals fühlte ich mich leer, zutiefst einsam und war höchst suizidal.
Heute kenne ich diese Leere nicht mehr, auch, wenn ich mich manchmal alleine fühle. Vor allem aber, ich finde immer einen Weg nach draußen, isoliere mich selbst nicht mehr, finde Kontakte und habe einen Kopf voller Ideen und Pläne.
Auf dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrungen warne ich deshalb davor, bestehenden depressiven Phasen, einer vorhandenen Suizidalität bei älteren Menschen damit zu begegnen, dass man evtl. vorhandene Todeswünsche auch noch erfüllt.
Das wäre für mich die ethische Katastrophe schlechthin und dafür gibt es nicht die geringste Rechtfertigung.
Burbacher
Wieso? wenn jemand nicht leben möchte, dann ist das seine freie Entscheidung. Also wenn ich merke ich kann nicht mehr. Dann weis ich ja wo ich hingehen kann. Das nennt man ein freien Willen.