Nordrheiner
Sehr aktives Mitglied
Tut mir leid, Nordrheiner, das ist weder eine Missachtung deiner Frage, noch eine Bewertung des Beitrags von Mittendurch, aber der Beitrag hilft mir nicht, ich finde keine Antwort, die ich für mir einen Weg zeigen könnte.
Mir wird zudem, und das ist ein Ergebnis meiner letzten Bemühungen, mehr und mehr bewusst, dass mich der Versuch, meinen Zustand zu überwinden, mehr fordert als die Anstrengung, ihn zu akzeptieren.
Hier erscheint mir Differenzierung wichtig. Es gibt Situationen (Zustände), die sich nicht ändern lassen. Da ist Akzeptanz angemessen. Dann gibt es Situationen, bei denen Du Verbesserungen erreichen kannst. Natürlich mag Akzeptanz hier der einfachere Weg sein. Aber ist diese Wahl richtig?? Überlege doch mal, ob das Ziel "Freundeskreis" o.ä. nicht jede Anstrengung wert ist!
Ich habe viel Kraft, sehr viel Hoffnung und noch mehr Energie investiert, um zu überwinden und das hat mich nicht selten an die Grenze gebracht.
Na gut, dann wird eben auch mal eine Grenze erreicht. Danach ruht man sich aus, schöpft neue Kraft und weiter geht es.
Es ist irgendwie wie mit meiner physischen Behinderung: Ich habe - auch wenn es schwer war, manchmal noch ist- gelernt, damit zu leben.
Dass mir das auch mit dem inneren Zustand gelingt, dem gilt mein Bemühen.
Wenn ich dort ankomme, dann hat das - so mein Bild - etwas von Vollkommenheit, weil Zustand und Gefühl stimmig sind. Ich bin dann bei mir, in mir.
Und das halte ich aus, ertrage es wesentlich besser, als dem nachzujagen, was ich nicht erreichen kann.
Aber vergiss nicht nachzujagen, was Du erreichen kannst. Und differenziere Erreichbares von Unerreichbares.
Danke für deine Nachfrage.
Burbacher
Lieber Burbacher,
es gibt Sehnsüchte, deren Realitäten unerreichbar sind. Deine familiäre Situation kannst Du nicht ändern, nur mit einem Bedauern akzeptieren. In dieser Hinsicht stimme ich Dir zu. Wenn Du gelernt hast, das zu akzeptieren, bist Du ein ganzes Stück weiter. Mach‘ Dich und Dein Glücklichsein nicht von anderen Menschen abhängig, die Du nicht ändern kannst.
Dabei könnte Dir das Setzen positiver Ziele helfen. Ein solches Ziel könnte sein, einen Freundeskreis an Deinem Ort aufzubauen. Das könnte ein Kreis werden, in dem Du Dich wohl fühlst, weil Du angenommen wirst von Menschen, denen Du mit jedem Tag etwas mehr bedeutest – und sie Dir.
Wie ich Mittendurch verstehe, könnte das Gefühl der Einsamkeit insofern als Freund verstanden werden. Dieses Gefühl ist Dein Freund, wenn Du es verstehst als „etwas“, was Dich erinnert, in eigener Sache immer weiter tätig zu werden anstatt Dich von Mißerfolgen und Schwierigkeiten abhalten zu lassen. Sobald Du Dich abhalten lässt kommt dieser Freund wieder und ruft „hey, wie sieht es aus? Was steht heute in Sachen Freundeskreisbilden auf dem Plan? Was willst Du heute dafür tun?“
Falsch wäre doch die Haltung: „Oh, das Einsamkeitsgefühl beschleicht mich schon wieder. Ich ziehe mich traurig in die Ecke zurück und sage, dass ich auch heute nichts Positives zu melden habe.“
Das Kämpfen für eine gute Sache gehört nunmal zum Leben.
LG, Nordrheiner