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Ist Einsamkeit ein Problem?

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Für weitere Antworten geschlossen.
Tut mir leid, Nordrheiner, das ist weder eine Missachtung deiner Frage, noch eine Bewertung des Beitrags von Mittendurch, aber der Beitrag hilft mir nicht, ich finde keine Antwort, die ich für mir einen Weg zeigen könnte.

Mir wird zudem, und das ist ein Ergebnis meiner letzten Bemühungen, mehr und mehr bewusst, dass mich der Versuch, meinen Zustand zu überwinden, mehr fordert als die Anstrengung, ihn zu akzeptieren.

Hier erscheint mir Differenzierung wichtig. Es gibt Situationen (Zustände), die sich nicht ändern lassen. Da ist Akzeptanz angemessen. Dann gibt es Situationen, bei denen Du Verbesserungen erreichen kannst. Natürlich mag Akzeptanz hier der einfachere Weg sein. Aber ist diese Wahl richtig?? Überlege doch mal, ob das Ziel "Freundeskreis" o.ä. nicht jede Anstrengung wert ist!

Ich habe viel Kraft, sehr viel Hoffnung und noch mehr Energie investiert, um zu überwinden und das hat mich nicht selten an die Grenze gebracht.

Na gut, dann wird eben auch mal eine Grenze erreicht. Danach ruht man sich aus, schöpft neue Kraft und weiter geht es.

Es ist irgendwie wie mit meiner physischen Behinderung: Ich habe - auch wenn es schwer war, manchmal noch ist- gelernt, damit zu leben.

Dass mir das auch mit dem inneren Zustand gelingt, dem gilt mein Bemühen.
Wenn ich dort ankomme, dann hat das - so mein Bild - etwas von Vollkommenheit, weil Zustand und Gefühl stimmig sind. Ich bin dann bei mir, in mir.

Und das halte ich aus, ertrage es wesentlich besser, als dem nachzujagen, was ich nicht erreichen kann.

Aber vergiss nicht nachzujagen, was Du erreichen kannst. Und differenziere Erreichbares von Unerreichbares.

Danke für deine Nachfrage.

Burbacher

Lieber Burbacher,
es gibt Sehnsüchte, deren Realitäten unerreichbar sind. Deine familiäre Situation kannst Du nicht ändern, nur mit einem Bedauern akzeptieren. In dieser Hinsicht stimme ich Dir zu. Wenn Du gelernt hast, das zu akzeptieren, bist Du ein ganzes Stück weiter. Mach‘ Dich und Dein Glücklichsein nicht von anderen Menschen abhängig, die Du nicht ändern kannst.

Dabei könnte Dir das Setzen positiver Ziele helfen. Ein solches Ziel könnte sein, einen Freundeskreis an Deinem Ort aufzubauen. Das könnte ein Kreis werden, in dem Du Dich wohl fühlst, weil Du angenommen wirst von Menschen, denen Du mit jedem Tag etwas mehr bedeutest – und sie Dir.

Wie ich Mittendurch verstehe, könnte das Gefühl der Einsamkeit insofern als Freund verstanden werden. Dieses Gefühl ist Dein Freund, wenn Du es verstehst als „etwas“, was Dich erinnert, in eigener Sache immer weiter tätig zu werden anstatt Dich von Mißerfolgen und Schwierigkeiten abhalten zu lassen. Sobald Du Dich abhalten lässt kommt dieser Freund wieder und ruft „hey, wie sieht es aus? Was steht heute in Sachen Freundeskreisbilden auf dem Plan? Was willst Du heute dafür tun?“

Falsch wäre doch die Haltung: „Oh, das Einsamkeitsgefühl beschleicht mich schon wieder. Ich ziehe mich traurig in die Ecke zurück und sage, dass ich auch heute nichts Positives zu melden habe.“

Das Kämpfen für eine gute Sache gehört nunmal zum Leben.

LG, Nordrheiner
 
Aber mit Deiner Ablehnung des Abtrainierens bin ich nicht ganz einverstanden. Ich komme nochmal zu meinem Beispiel des Kindes zurück. Wenn das Kind einmal pro Nacht kommt und die Eltern mit seiner Angst weckt, trösten sie es und nehme es ernst. Also ich schaue in seinem Zimmer überall nach etc.. Ich erachte ich es als eine Frage der Zeit, bis es lernt, dass die Ängste unbegründet sind. Die Zeit kann 1-2 Jahre bedeuten. Die Geduld kann ich als Vater/Mutter nur aufbringen, wenn ich auch die Kraft dazu habe. Wenn das Kind jedoch 3-4 mal pro Nacht kommt, ist es wahrscheinlich, dass „meine“ Kraft nicht lange ausreicht bzw. dass ich meiner Tagesarbeit zunehmend nicht mehr gerecht werden kann, weil mir Kraft bzw. Schlaf fehlt. Da muss eine andere Lösung her.

Geduld reicht nicht aus. Diese andere Lösung ist in meinen Augen z.B. ein sogenanntes „Machtwort“. Für mich gehört das Machtwort zu den Mitteln, bei nicht vorhandenen Gründen die Angst abzubauen, die sich immer wieder in gleicher Situation bemerkbar macht, egal wie oft ich unter das Bett geschaut habe. Kennst Du – oder ein anderer Leser – noch andere Möglichkeiten als „ein Machtwort“ sprechen?


Ich möchte mal versuchen hier eine andere Möglichkeit aufzuzeigen mit der Angst des Kindes umzugehen.Das Kind kommt mehrmals die Nacht, hat Angst, ich habe keinerlei Vorstellungen, was dem Kind Angst machen könnte. Welche Möglichkeiten habe ich. Ich mache das Licht an und sehe mich im Kinderzimmer gemeinsam mit dem Kind um, weil ich glaube es hat Angst vor irgendwem oder was im Zimmer und möchte ihm zeigen, dass es absolut nichts weiteres im Raum gibt. Aber warum glaube ich, dass es im Zimmer sein sollte, woraus entnehme ich es?
Statt aber jeden Abend, immer wieder dasselbe zu tun, feststellen irgendwie bringt das nichts, kann ich versuchen herauszufinden wodurch es denn überhaupt ausgelöst wird. Ich frage, ob es was hört oder sieht.
Manchmal ist es einfach so, nachts sind die Geräusche irgendwie anders. Aus dem Wohnzimmer kommen auch immer wider die merkwürdigsten Geräusche, die Heizung rauscht oder knackt....
Dann wenn es dunkel ist, sieht vieles einfach anders aus als im Hellen und so wird unter Umständen ein Stofftier in der Ecke sitzend zu einem Monster, weil es nur noch grau ist und nichts mehr mit diesem Stofftier im Helle zu tun hat.
Manchmal sind es Träume, weil Kinder sehr viel im Schlaf verarbeiten, träumen sie oft intensiv, doch sie träumen nicht 1🤐, das was am Tag war, sondern es können merkwürdige Firguren auftauchen, darum fürchten sich einige Kinder vor dem Schlafen.
Also ist es besser gemeinsam mit dem Kind herauszufinden, weshalb es zu dieser Angst kommt und dann Erklärungen zu finden.
Geräusche bewusst wahrnehmen, gemeinsam und erklären.
Das Stofftier, das ein Monster ist kann nur im Dunkeln ausfindig gemacht werden. Den Unterschied zeigen Dunkel hell und wenn dies nichts nützt, evtl. einen neuen Platz finden. Dann vielleicht auch gemeinsam im Dunkeln hingehen und berühren.
Angst weicht, wenn der wirklich Ursachen gefunden und Handlungsmöglichkeiten erkannt werden.
Angst vor Träumen, beim Einschlafen anwesend sein evtl. die Hand halten. Versprechen regelmäßig zu gucken, dies auch tun und wenn das Kind noch oder wieder wach ist bestätigen es ist alles gut.Anfangs in kurzen Abständen, so dass es nicht erst zu
den Eltern kommen muss, bis wieder mehr Sicherheit gegeben ist und das Kind in Ruhe einschlafen kann.
So lernt das Kind gleich, wenn ich weiß weshalb ich Angst habe, kann ich auch etwas tun sie zu beheben. Sie darf Dasein, doch oft ist der Grund harmlos.

Bei Deinem Beispiel der einsamen Strecke ist die Situation eine andere. Hier ist das Risiko, dass tatsächlich heute oder morgen eine Gefahr besteht, die gestern noch nicht dort war, immer gegeben. In meiner Gefahreneinschätzung sehe ich das so. Daher ist auf einer einsamen Strecke auch immer die Wachsamkeit erforderlich, die Du dann sicher als Freund bezeichnest.


Wenn ein Kind nachts im Traum von Monstern und anderen Gefahren bedroht wird, ist es eine Bedrohung,der es ausweichen möchte, wenn auch keine Gefahr da ist, doch woher soll das Kind dies wissen. Wie soll es lernen mit dieser Angst umzugehen, wenn ihm niemand erklärt was da los ist?
Wenn ein Mensch jede Nacht aufwachen, weil er im Traum verfolgt wird, weil er getötet werden soll, weil er keine Luft mehr bekommt, sind in der Nacht Gefahren da, die wenn er wach ist auch als Traum erkannt wird, und doch, wenn dies jede Nacht ist, wird er evtl. über kurz oder lang Angst haben vor dem Einschlafen oder sofort wieder hellwach sein, sobald die Augen zufallen, je nach Intensivität des Traumes. Einfach weil es dem Gehirn egal ist woher die Angst kommt und ob die Gefahr real ist oder nur im Traum auftaucht, oder ob es ein flashback ist.


Ich finde das Differenzieren ist wichtig. Also den Fall zu erkennen, bei dem die Angst immer wieder kommt, immer in gleichartigen Situationen, in denen sich dann die Angst immer wieder als unbegründet herausstellt. Dieser Fall 1 ist nicht zu vergleichen mit Fall 2) Angst in Situationen, die wenig oder keine Vergleichsmöglichkeit, Ähnlichkeit bieten.

Bei Fall 1) ist es egal, ob Du die Angst Freund nennst oder ich künstliche Angst. Auch ein Freund, der immer und immer wiederkommt und mich abhält zu tun, was ich tun möchte oder muß, ist einfach nervig.

LG, Nordrheiner
 
Hallo, Mittendurch,

wie passt Dein positiver Beitrag - siehe oben - zu Deinem Beitrag in einem anderen Faden? Dort las ich von Dir:

"...."

LG, Nordrheiner

Hallo Nordrheiner,
auch wenn der Beitrag den du erwähntest nicht meiner war, so gab und gibt es auch hier immer mal wieder Momente oder Zeiten wo auch hier nicht immer alles so positiv gesehen wird/wurde. Die Momente werden seltener, sicher auch weil ich eben versuche die Gefühle als Freund und nicht als Feind zu sehen, der unter allen Umständen weg muss.
Gefühle hatten lange keine Zutritt in meinem Leben - egal welche. Egal ob emotionale oder körperliche Gefühle, sie gehörten nicht dazu. Der Kopf hat analysiert und entschieden. Doch irgendwann, wegen eines Ereignisses für das der Kopf eine Entscheidung treffen musste, das dann aber alte Wunden aufriss, Gefühle auftauchten mit denen kaum umzugehen war. Es musste irgendwie ein neuer Weg gefunden werden mit Gefühlen und Wahrnehmungen anders umzugehen wie bisher.
Da war auch so was wie dieses Einsamkeitsgefühl, sich allein gelassen fühlen, besonders extrem zu bemerken, allerdings entsprach es auch einen großen Teil der realen Situation, obwohl es Menschen im Umfeld gab, war es so, dass ich allein gelassen war, das ich mit meinen Gefühlen, mit meiner Trauer, die diese Entscheidung mit sich brachte, alleine war. Es weckte die Gefühle im verborgenen auf eine sehr unangenehme Weise und es weckte noch ganz viel mehr. Anfänglich wurde eben weil ich wieder mit allem alleine war, die Gefühle unerträglich alles abgeschnitten. Mir war alles egal, ich war mir egal und die Menschen um mich herum noch mehr. Es gab anfangs nichts mehr, erst nach und nach kamen die Gefühle wieder, manchmal viel zu viele auf einmal, umzugehen vermochte ich mit diesen "Monstern" nicht. Denn egal, ob andere es als positives oder negatives Gefühl benannten für mich bedeuteten alle Gefühle Gefahr und so lernte ich, was Angst ist und wie sie sich bemerkbar macht. Mit welchen Körpersymptomen Angst sich zeigt, es war für mich ganz neu. Aber egal welches Gefühl auftauchte, die Angst war ständiger Begleiter, weil alles fremd und unbekannt war und weil viele dieser Gefühle/Wahrnehmungen mit einer früheren ständigen Bedrohung zu tun hatten, musste einfach die Angst warnen....
Ich versuchte deshalb einfach positiv auf egal was da ist zu reagieren, es als Möglichkeit der Kommunikation zu sehen, das half mir am meisten. Seitdem ich die Gefühle als Freund betrachte, was sehr lange dauerte, dies fast ohne Angst zu tun, kommen und gehen sie schneller. Sie sind schnelllebiger. Kleine Kinder können dies oft noch sehr gut. Gerade bricht die Welt noch zusammen, weil sie sich gestoßen haben, weil die mutter gerade nicht zu sehen ist, bekommen sie Trost oder die mutter taucht wieder auf, ist die Welt wieder in Ordnung und sie strahlen über das ganze Gesicht, obwohl einen Moment vor sie so geweint hatten, als würde sie nichts mehr beruhigen können. Sie leben ihre Gefühle, damit geben sie ihnen Zeit und Raum. Wenn ein Erwachsener auch nicht zu jedem Zeitpunkt sofort all seinen Gefühlen freien Raum geben kann und geben sollte, so sollte er es dann zu einem anderen Zeitpunkt. Gefühle brauchen ihre Zeit und ihren Raum, weil sie auf etwas hinweisen, was gut oder eben nicht gut ist. Die guten Gefühle, die erlaubt werden können sonst irgendwann auch nicht mehr gelebt werden, weil ein Stau an unangenehmen, nicht erlaubten Gefühlen entsteht, weil diese eingeschlossen werden.
LG
Mittendurch
 
Zwei schöne Beiträge, Mittendurch.
Ich wünschte, mehr andere Leser würden mitteilen, wie sie mit ihren Gefühlen - besonders mit der Einsamkeit - umgehen.

Ich denke, darüber reden, ist einfach wichtig. Jeder erlebt seine Gefühlswelt anders. Aber ich denke, darüber reden hilft, Verbesserungen für sich zu erkennen.

LG, Nordrheiner
 
Hallo, Kareena,

zu Deinem Beitrag 264: Die Antwort, wie es für Dich sinnvoll weitergehen könnte, steht noch aus.
Was meinst Du?

LG, Nordrheiner
 
Beobachtung.

Darf ich mal meinen aktuellen Eindruck, meine momentane Befindlichkeit zu diesem Baum schildern?
Wir weichen aus.
Wir wissen, dass Isolation und Einsamkeit ein Problem für viele von uns ist.
Wir wissen, dass es nicht nur hier, sondern auch in der Gesellschaft zu einem immer größeren Problem wird.
Dafür gibt es viele Gründe, die aufzuzählen müßig ist, denn letztlich kennen wir sie.
Wir greifen Randgebiete auf, die auch das Gefühl von Einsamkeit verstärken können. Z.B. mit Angst allein gelassen sein - einst und jetzt - führt auch zur Einsamkeit. Weil wenn niemand dieses Gefühl erst nimmt, dann bin ich allein damit, wenn die dann nicht ausgesprochen werden darf/kann, dann fühle ich mich allein gelassen einsam. Da wäre dann die Frage wie komme ich da wieder raus, schaff ich es alleine, brauche ich Unterstützung.

Isolation, was führt/führte zu dieser. Will und kann ich das ändern, wenn ja wie. Isolation, weil ich nicht alleine mehr raus kann. Isolation, weil ich mich selbst zurückziehe. Je nach Form der Isolation ist ein anderes Vorgehen sinnvoll, um dieser zu entfliehen, wenn sie mich bedrückt.

Doch gerade die Gründe, jeder Mensch hat seine eigenen Gründe, doch gerade diese sich anschauen, sich mit diesen auseinandersetzen, einfach mit dem Ziel etwas zu ändern. Für jeden Grund eigene Strategien entwickeln, damit umzugehen oder Wege zu finden etwas zu ändern.
Aufzählen mit verschiedenen Lösungsansätzen ist schon sinnvoll, weil es ein Erfahrungsaustausch ist, bringt manchmal einfach neue Ideen für andere, die scheinbar in einer Sackgasse sitzen.
Für mich geht es darum, und das wird für mich zum entscheidenden Problem, wie ich damit umgehe.
Ich könnte mich in die fremdbestimmte Behütung begeben, es gibt ja Angebote, die eine Antwort geben sollen, ja auch Abhilfe schaffen. Da geht man dann für zwei, drei Stunden irgendwo hin, wird beglückt, und dann bitte sehr, soll ich dankbar sein, dass es so etwas gibt.
Für einige Menschen ist das die Lösung. Sie lassen sich ein paar Stunden behüten, wie du es nennst, nutzen Angebote, einfach nur um zu wissen, andere fühlen sich auch so. Andere suchen auch einen Raum für sich, wo sie sein können, wo sie sein dürfen. Wo sie gemeinsam mit anderen menschen sich austauschen, etwas tun. Vielleicht aber ist das Einsamkeitsgefühl tiefer sitzend, die paar Stunden Gesellschaft geben nicht das, was eigentlich gesucht wird. Was vielleicht auch niemand wirklich geben kann, weil es ein sehr altes tief sitzendes Gefühl ist.
Und dann bin ich wieder allein. Damit ich mich nicht einsam fühle, bin ich dann u.a. hier. Das mildert das unangenehme Gefühl .
Ja, Einsamkeit ist das Problem. Und daran haben wir auch mitgewirkt, irgendwie und auf eigene Weise.
Als ich ins Internet einstieg damals, fühlte ich mich mit der ganzen Welt verbunden.
Ich weiß schon lange, dass dies eine Illusion war.
Wenigstens aber kriege ich hier ein Echo, im Leben ist das weniger so.

Das Problem bleibt.
Und ich ignoriere es manchmal, weil ich es dann besser aushalte.

Burbacher
Wie kannst du dieses Gefühl der Verbundenheit wieder kriegen. Es war eine Illusion schreibst du, doch es war wohl eine angenehme Illusion. Wie aber hattest du dieses Gefühl von Verbundenheit erreicht?
Ich war einst an dem Punkt, jeden Augenblick, jeden Moment im Leben als eine wichtigen Augenblick wahrzunehmen. Jeden Moment den ich erleben durfte als ein Geschenk zu erleben. Das war viele Jahre so, irgendwie ging es verloren, vielleicht auch weil so viel war, was ich nicht ertragen mochte. Doch irgendwann hatte ich als Ziel, wieder dahin kommen zu wollen jeden Augenblick, jeden Moment zu leben. Jeden Augenblick, als etwas besonderes zu erleben, mich daran zu freuen diesen Augenblick erleben zu können, oft ist es inzwischen wieder so und je mehr es ist, desto mehr in ich bei mir und desto weniger einsam bin ich.

LG
Mittendurch
 
Doch irgendwann hatte ich als Ziel, wieder dahin kommen zu wollen jeden Augenblick, jeden Moment zu leben. Jeden Augenblick, als etwas besonderes zu erleben, mich daran zu freuen diesen Augenblick erleben zu können, oft ist es inzwischen wieder so und je mehr es ist, desto mehr in ich bei mir und desto weniger einsam bin ich .LG Mittendurch

Hallo Mittendurch,

ich danke dir wirklich sehr für deine Mühe, deine Gedanken, die Du dir gemacht hast. Bewusst habe ich aus deinem langen Posting diese Zeilen herausgegriffen.

Diese Überlegungen kenne ich schon länger, und sie werden mir immer wichtiger, nicht zuletzt wegen meiner ja naturgemäß schwindenden, noch verbleibenden Lebenszeit.

Viele Jahre war mein Denken auf die Zukunft ausgerichtet: Wenn ich erst einmal das Abi hätte...
Wenn ich mit dem Studium fertig bin...

Wenn ich- dann...

Bei den jungen Menschen stieß mir manchmal seltsam auf, dass sie sich um die Zukunft keine Gedanken machten. Sie lebten, ich denke, das ist heute besonders ausgeprägt, voll im Hier und Jetzt.

Ich flüchtete mich in die Zukunft: "Wenn- dann".

Vor einiger Zeit hatte ich einige - mich durchaus erschreckende Momente:

Ich blickte in die Zukunft und mir wurde schlagartig, hammerhart, bewusst, dass mir nur noch ein Bruchteil der Zeit zur Verfügung steht, die ich bereits hinter mich gebracht habe.

Die Zeit wird knapper, deutlich knapper. Und damit erhöht sich der Wert des Augenblicks:
Ich lebe jetzt, und es gilt, dieses Jetzt zu leben und auszufüllen.

Ich sprach hier schon einmal von den "kleinen Dingen", die im Grunde die Großen sind: Das Lächeln eines Kindes, das mich anblickt. Der freundliche, gelassene Blick der alten Dame hier in meinem Haus. Sie ruht in sich. Das spürt man.

Es gibt viele solcher Begegnungen, solcher Momente, die ich lange gar nicht wahrgenommen habe, weil es da in meinem Denken die Fixierung auf die Zukunft gab: "Wenn- dann..."

Das hatte Gründe, die mich ja schlussendlich auch in die Klinik führten, ignorierte ich doch die Gegenwart, verdrängte, was irgendwann nicht mehr zu verdrängen war.

Seit dieser Zeit ändert sich mein Denken, mein Fühlen auch. Ich bin sehr stark auf den Augenblick fixiert, und ich empfinde das als sehr angenehm. Das beginnt morgens mit dem Frühstück. Ich esse gerne, was man mir nicht ansieht.
Aber ich genieße meine Croissants, meine Brötchen, nehme mir überhaupt Zeit beim Essen.

Ich kann Musik hören, und ich trete innerlich in diese Musik ein, fühle mich eingenommen, von der Musik umhüllt, ganz intensiv. In solchen Momenten spüre ich mich, empfinde ich mich verbunden mit mir, der Musik und meinem Leben.
Ganz tief, so tief, dass ich vor mich hin jubeln kann. Manchmal aber laufen mir vor Ergriffenheit auch die Tränen übers Gesicht, was nicht schwer ist, sondern leicht und befreiend.

Dann bin ich ganz bei mir, in mir. Und ich fühle mich eins mit allem, was mich umgibt.
Das Glück ist ein Augenblick- manchmal banal, aber auch sehr tief.

Und das fühlt sich gut an, sehr gut. Dann bin ich bei mir.
Allein zwar, aber verbunden mit allen und allem.

Ich muss nicht mehr warten. In solchen Momenten ist es da, wonach mich verlangt.
Es ist das Gegenteil von Einsamkeit. Ich begegne mir, und ich nehme das wahr.

Danke für dein Feedback, es hat mich angeregt🙂

Burbacher
 
Hallo Mittendurch,

ich danke dir wirklich sehr für deine Mühe, deine Gedanken, die Du dir gemacht hast. Bewusst habe ich aus deinem langen Posting diese Zeilen herausgegriffen.

Diese Überlegungen kenne ich schon länger, und sie werden mir immer wichtiger, nicht zuletzt wegen meiner ja naturgemäß schwindenden, noch verbleibenden Lebenszeit.

Viele Jahre war mein Denken auf die Zukunft ausgerichtet: Wenn ich erst einmal das Abi hätte...
Wenn ich mit dem Studium fertig bin...

Wenn ich- dann...

Bei den jungen Menschen stieß mir manchmal seltsam auf, dass sie sich um die Zukunft keine Gedanken machten. Sie lebten, ich denke, das ist heute besonders ausgeprägt, voll im Hier und Jetzt.

Ich flüchtete mich in die Zukunft: "Wenn- dann".

Vor einiger Zeit hatte ich einige - mich durchaus erschreckende Momente:

Ich blickte in die Zukunft und mir wurde schlagartig, hammerhart, bewusst, dass mir nur noch ein Bruchteil der Zeit zur Verfügung steht, die ich bereits hinter mich gebracht habe.

Die Zeit wird knapper, deutlich knapper. Und damit erhöht sich der Wert des Augenblicks:
Ich lebe jetzt, und es gilt, dieses Jetzt zu leben und auszufüllen.

Ich sprach hier schon einmal von den "kleinen Dingen", die im Grunde die Großen sind: Das Lächeln eines Kindes, das mich anblickt. Der freundliche, gelassene Blick der alten Dame hier in meinem Haus. Sie ruht in sich. Das spürt man.

Es gibt viele solcher Begegnungen, solcher Momente, die ich lange gar nicht wahrgenommen habe, weil es da in meinem Denken die Fixierung auf die Zukunft gab: "Wenn- dann..."

Das hatte Gründe, die mich ja schlussendlich auch in die Klinik führten, ignorierte ich doch die Gegenwart, verdrängte, was irgendwann nicht mehr zu verdrängen war.

Seit dieser Zeit ändert sich mein Denken, mein Fühlen auch. Ich bin sehr stark auf den Augenblick fixiert, und ich empfinde das als sehr angenehm. Das beginnt morgens mit dem Frühstück. Ich esse gerne, was man mir nicht ansieht.
Aber ich genieße meine Croissants, meine Brötchen, nehme mir überhaupt Zeit beim Essen.

Ich kann Musik hören, und ich trete innerlich in diese Musik ein, fühle mich eingenommen, von der Musik umhüllt, ganz intensiv. In solchen Momenten spüre ich mich, empfinde ich mich verbunden mit mir, der Musik und meinem Leben.
Ganz tief, so tief, dass ich vor mich hin jubeln kann. Manchmal aber laufen mir vor Ergriffenheit auch die Tränen übers Gesicht, was nicht schwer ist, sondern leicht und befreiend.

Dann bin ich ganz bei mir, in mir. Und ich fühle mich eins mit allem, was mich umgibt.
Das Glück ist ein Augenblick- manchmal banal, aber auch sehr tief.

Und das fühlt sich gut an, sehr gut. Dann bin ich bei mir.
Allein zwar, aber verbunden mit allen und allem.

Ich muss nicht mehr warten. In solchen Momenten ist es da, wonach mich verlangt.
Es ist das Gegenteil von Einsamkeit. Ich begegne mir, und ich nehme das wahr.

Danke für dein Feedback, es hat mich angeregt🙂

Burbacher

Hallo, Burbacher,

mir sind schon die markierten Textteile ins Auge gesprungen. Wenn man so denkt, stehst Du unter einem Zeitdruck. Völlig verständlich. Diesen Zeitdruck gibt es bei mir in dieser Art nicht. Mein Zeitdruck besteht eigentlich nur darin, dass ich „jetzt“ eine Möglichkeit habe, entweder mir oder anderen Menschen etwas Gutes zu tun. Mein Zeitdruck liegt in dem Zeitfenster, welches mir für das Gute tun geöffnet ist. Ansonsten habe ich unendlich viel Zeit. Was zum Nachdenken, oder?

LG, Nordrheiner
 
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