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Ideen oder Anregungen?

Tach.
Ich würde gerne ein paar Dinge loswerden. Ich habe niemanden mit dem ich vernünftig reden kann und selbst wenn würde man mir kein Gehör schenken.

Spoiler: Es wird gejammert und es könnte nicht jedermanns Sache sein.

Ich bin männlich, im Ende der Zwanziger und lebe in Deutschland.
Ich war als Kind sehr angespannt, hatte zu viel Energie, fühlte mich sehr oft fremdgesteuert, rannte immer auf Zehenspitzen rum, hatte einen krassen Gerechtigkeitsfimmel, lebte in meiner Fantasiewelt und war sehr unreif bzw taktlos.
Ich wurde als Kind oft geschlagen und wurde in der Schule stark gemobbt. Ich habe mein Umfeld immer schon als feindlich erlebt und wusste seit meiner Vorpubertät, dass ich vollkommen ohne Rückendeckung bin und mich niemand liebt, wie ich bin. Ich war allein. Daraufhin verfiel ich einer Depression und fing an alles und jeden um mich zu belügen. Ich log bei vielen Dingen und erfand sogar Geschichten, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich fing in meiner Pubertät an mich stark von anderen zu distanzieren und mich zu isolieren. Ich wollte mit diesem dummen Viehzeug, das mich quälte und mich im Stich ließ, nichts zu tun haben. Ich fing an Menschen zu hassen und sie für dumm zu befinden. Auf lange Sicht war das eine dumme Idee, es endete damit, dass ich ein depressiver, passiv agressiver Jammerlappen wurde und vollkommen ohne Antrieb und Selbstbewusstsein nur noch dafür lebte, die Anforderungen der Schule, Eltern, Lehrer und der Herde zu erfüllen, sodass man mich in Ruhe ließ und mich nicht weiter nervte. Ich wusste schon früh, dass ich keinen Deut besser bin als alle anderen und dass ich genauso scheiße bin, wie alle anderen. Vieh ist Vieh. Das bewegte mich in meiner Zeit nach der Schule dazu, nicht nur an der Menschheit rummaulen zu wollen, sondern auch zu versuchen, besser sein zu wollen. Also gab ich alles dafür ein netter, verständnisvoller, gerechter junger Mann zu werden. Das endete damit, dass ich meine ganze Energie darauf verschwendete, mich in einem bestimmten Licht sehen zu wollen und meine Rolle spielte. Irgendwann war mein Selbsthass jedoch so groß, dass die Leere, die sich in mir seit meiner Kindheit aufmachte, mich nun verschlang. Nach ein paar Therapien und einem Aufenthalt in der Psychiatrie dachte ich, könnte ich mich nun um mich kümmern, doch ich fiel wieder ins selbe Loch.
Mit 25 wurde mir erklärt, wie sich Gefühle "anfühlen" und dass dieser Druck und dieses Kribbeln in Gegenden meines Körpers Gefühle sind. Ich verstand, dass mein Körper und nicht meine Gedankenwelt, das Medium für Gefühlsfeedback meines Wesens war, was mir wirklich sehr weiterhalf, da das mein erster wirklicher Bezug zu mir selbst war. Ich wusste bis zum Alter von 25, dass ich fühlen kann, dass ich in gewissen Momenten emotional war, aber hatte keine Ahnung wie sich Gefühle überhaupt anfühlen. Klingt paradox? Ist es auch. Ich verstehe es auch noch nicht ganz. Mein Fokus war immer im Denken oder bei der Gefahrenanalyse. Scheinbar fühle ich generell wirklich sehr sehr wenig und selten. Ich steuere auf die 30 zu und kann nicht wirklich sagen, dass ich ein vernünftiger oder netter Mensch bin. Ehrlich bin ich auch nicht gerade. Ich erlebe die Welt als moderat Verstehbar und ab und an Handhabbar, aber ich finde keine Möglichkeit zur Sinnhaftigkeit in meinem Leben. Egal, was ich tue. Ich finde keine Überzeugung Dinge zu tun und denen einen Sinn zu geben. Ich werde nie genug sein.

In letzter Zeit merke ich, dass der passive spontane Gedankenpool immer hasserfüllter wird und sich meine Impulse immer mehr aggressiv äußern. Ich habe Angst, mich zu einer Gefahr zu entwickeln und vielleicht jemanden emetional oder körperlich wirklich weh zu tun.

Wenn jemand mir einen Tipp senden oder mir einen Rat geben könnte, wie ich positive Gefühle mehr kultivieren kann, dann würde ich mich wirklich freuen. Wenn mir jemand antworten könnte, dass er mir vergibt, was ich bin, würde mir das auch schon helfen. (Egal ob ernst gemeint oder nicht.)

Momentan meditiere ich, indem ich mir schöne Momente vorstelle und mich dem Gefühl hingebe. Meine Gedanken korrigiere und entknote ich regelmäßig, sodass sie positiver ausfallen.

Über etwas Feedback würde ich mich freuen.
 

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Petra47137

Sehr aktives Mitglied
Vieles im Leben tun wir aus einer Gewohnheit heraus oder aus dem Wunsch Dieses oder Jenes wissentlich umzusetzen. Die Frage nach dem Sinn stellt sich meistens garnicht, unser Leben basiert auf Ursachen und dessen Folgen und der Einstufung positiv oder negativ. Wir sind rationaler als wir zu glauben wissen. Im Positiven und Negativen zeigen sich unsere Gefühle - es tut uns gut oder es tut uns nicht gut, diese Erfahrungen speichern wir ab und wir entwickeln Vorfreude oder Abwehr.
Wie tief wir empfinden und welche "Inputs" Körper und Psyche so hochgradig durchfluten, das wir ein extremes Hochgefühl oder Tiefgefühl empfinden - was uns also übergut tut oder das Gegenteil - sind meist nur Momentaufnahmen, die wir festhalten wollen, weil sie uns spürbar verändern.
Diese Veränderung macht uns zu Jägern - Jäger nach dem Mehr, was den Reiz nach Wiederholung zur Droge macht, denn in jeder dieser Momentaufnahmen vollziehen wir eine Veränderung, die für uns spürbar ist.
Frage nicht nach dem Sinn, denn dieser erschließt sich immer erst viel später, denn er ist die Folge unseres Denken und Tuns. Beständige Begleiter sind Gefühle - sie begleiten uns immer, selbst wenn wir glauben nichts zu fühlen - so fühlen wir, das scheinbare Nichtfühlen.
Wer ewig im Warmen lebt, weiß nicht, wie sich Kälte anfühlt und umgekehrt genauso - es fehlt die Erfahrung. Erfahrungen sind der Geburtsort der Gefühle - vielleicht liegt gerade darin der Sinn des Lebens - Efrahrungen zu sammeln .;)
 

Makan

Mitglied
Hey, ich finds gut, dass du versucht dich selbst zu reflektieren und dir Gedanken darüber machst. Wir Menschen sind ein soziales Wesen zumindestens in der Theorie. Eigenschaften, die aufgezählt hast wie nett sein oder vernünftig sein, stehen im Zusammenhang mit anderen Menschen. Du kannst sagen: "Ich bin nett" und ich kann sagen: "Ich finde dich nicht nett" - was bist du dann? Tja, du kannst jetzt natürlich auf deine Aussage bestehen aber wenn dir vermehrt Leute sagen, dass du es nicht bist, dann solltest es echt in Frage stellen. Was ich damit sagen will ist, dass es unheimlich wichtig ist, Feedback von anderen zu erhalten. Mal Leute zu fragen: "Hey, was denkst du über mich oder wie findest du mich, mal ganz ehrlich..." , hilft ungemein dir einen gewissen Wert zu geben, was du wirklich bist.
Wenn du dich von Menschen abgrenzt wird es dir zunehmen schwerer fallen eine Einschätzung über dich zu finden. Ich kann nachvollziehen, dass du aufgrund negativer Erfahrungen eine Art Schutzwand aufgebaut hast aber dadurch auch Positives abblockst.
Du solltest aber dennoch versuchen den Mut aufzubringen auf Menschen zu gehen, einfach offen und ehrlich sagen, was du denkst oder wie du dich fühlst falls du etwas fühlst. Kommunikation und Interaktionen mit anderen Menschen ist würde ich mal sagen wirklich Schlüssel dafür, wie du herausfinden kannst, was für dich der Sinn ist. Wir arbeiten in erster Linie für andere und machen sie damit glücklich. Erfahren wir ein Danke , eine Wertschätzung der Arbeit, dann wissen wir, dass unsere Arbeit einen Sinn hat.

Du hilfst ehrenamtlich sozial benachteiligte Kinder bei ihren Hausaufgaben zum Beispiel. Das Kind schreibt eine 1 in Mathe. Entweder fragst du beim nächsten Besuch nach oder das Kinder zeigt es dir anhand seiner Emotionen, dass das was du geleistet geholfen hat. Vielleicht gibt dir das schon ein Gefühl von Sinnhaftigkeit. Das war wie gesagt nur ein Beispiel. Was genau nun Sinn gibt, muss jeder für sich herausfinden. Was kannst du gut und wie kannst du in die Gesellschaft einbringen? Wo kann ich mich verbessern, wo liegen meine Interessen usw... Erwarte nicht, dass du immer automatisch Feedback erhälst. Das solltest du an manchen Stellen schon fordern, aber erwarte auch nicht, dass das was du vermeintlich als gut ansiehst, immer Bestätigung bekommt.
Je besser du etwas machst, desto eher wirst du von anderen das auch erfahren. Viel rumprobieren ist da die Devise, nur dann weiß du was Sinn für dich ergibt und was nicht.
 
M

Minth24

Gast
wusste seit meiner Vorpubertät, dass ich vollkommen ohne Rückendeckung bin und mich niemand liebt, wie ich bin.

Ich wusste schon früh, dass ich keinen Deut besser bin als alle anderen und dass ich genauso scheiße bin, wie alle anderen.
Bei deinem Text ist mir aufgefallen, dass du scheinbar viele vermeintliche Gewissheiten in dir trägst.

Du solltest in Erwägung ziehen, dass dir Sachen so vorkommen, du das so empfindest und so erlebst, aber dass das trotzdem anders sein kann. Ich will das damit nicht schmälern. Wenn man sich nicht geliebt fühlt, ist das eine Katastrophe, egal ob das tatsächlich so ist oder ob man das nur so empfindet, weil das Feedback so rüberkommt. Vielleicht wurdest du nicht geliebt, ich kann das nicht beurteilen. Vielleicht war es ihnen aber auch nur nicht möglich, ihre Liebe adäquat zu zeigen. Denn auch das gibt es und nach meiner Erfahrung ist das sogar der häufigere Fall.

Und so verhält es sich auch mit anderen Glaubenssätzen.
Du "weisst" die Sachen nicht, du glaubst sie. Ich finde es wichtig, dass man sich dessen bewusst ist. Dein Zorn rührt auch nicht gegen "alle" Menschen, sondern er rührt gegen bestimmte Menschen. Mache dir das klar. Zorn und Wut müssen, um heilen zu können, dahin wo sie hingehören bzw. ihren Ursprung haben. Sie haben nicht ihren Ursprung in "allen". Du wirst mit Verallgemeinerungen nicht weiterkommen, denn sie stimmen nicht. Versuche die Gefühle die du hast (Zorn, Wut) dort zuzuordnen, wo sie hingehören. Das wäre der erste Schritt.

Ich denke im Übrigen nicht, dass du ein schlechter Mensch bist.
 
Tach.

@Petra47137 Ich möchte mich aufrichtig bei dir entschuldigen, aber ich habe keine Ahnung was genau du mir sagen möchtest. Mir kam es ein wenig so vor, als würde ich ein Tages-Horoskop lesen. Dennoch ist erkennbar, dass dein Beitrag mir wohlgesonnen war. Ich danke dir. Hier meine Antwort: Der Sinn des Lebens ist zu überleben, sodass man in der Lage ist zu leben und sich lebendig zu fühlen. Die Wahrnehmung bzw die Erfahrung des Moments ist die Funktion des Lebens. Jeder Moment im hier und jetzt stellt die Ewigkeit dar. Der Mensch unterscheidet indem er aus dem Einen Vieles und somit Alles erschafft, mittels Lust oder Unlust/Wohl oder Übel werden Wahrnehmungen bzw Reize bewertet. Der Mensch schafft durch sein vermeintlich freies handeln, seinen eigenen Sinn für sich, abseits vom Überleben. Ich wünsche dir alles Gute.

@Makan
Danke für deine Antwort. Zu einer sozialeren Einstellung drängt mich auch mein näheres Umfeld. Davor drücke ich mich im Moment noch sehr. Ich empfinde zu viele soziale Kontakte als Belastung. Es raubt unheimlich viel Energie und ich sehe irgendwie nicht ein, meine gesamte Energiebilanz anderen zu opfern. Aber das rede ich mir wahrscheinlich nur ein, daran arbeite ich noch. Das Feedback, was ich heute von Kollegen, meinen besten Kumpel und Familienangehörigen bekam, war gemischter Natur. Meine Schwester meinte, ich wäre das netteste A*******, dass sie kenne und ich wäre eine sehr feinffühlige und liebevolle Person. Mein bester Freund musste kurz überlegen und meinte, dass ich ein Stänkerfritze sei, aber er keinen netteren Menschen kenne. Meine Kollegen meinten, ich sei zuverlässig und lustig, des weiteren ein Querkopf und sehr launisch.
Mit Sinnhaftig meine ich eher, dass sich meine Handlungen nicht so bedeutungslos anfühlen. Wertschätzung von anderen fühlt sich zwar ganz gut an, aber ich kann sie auch nicht wirklich ernst nehmen, da ich Menschen bewusst und unbewusst immer noch sehr stark abwerte. Ich finde irgendwie die Wertschätzung nicht so wichtig.... Ich handle eher gerne danach etwas zu geben. Wenn der andere selbst wertschätzen kann, was er dann hat bzw erlang, so soll mir das auch reichen. Ich spiele auch gerne den Bösen, wenn es sein muss und anderen hilft.
Deine Antwort hat bei mir sehr viele Fragen aufgeworfen, was ich als enormen Denkanstoß sehe und als Gewinn. Fühl dich durch die Haare gewuschelt. Danke.


@Minth24
In der Hinsicht, dass ich mich nicht geliebt fühlte, kann ich sagen, dass meine Eltern mich schon auf ihre Weise geliebt haben. Liebe ist für mich Güte. Diese habe ich rückblickend schon erfahren, wenn ich überlege, wie krass meine Eltern als Kinder gelitten haben, kann ich sagen, dass sie mit ihrer Generation im Gegensatz zu der vorigen schon etwas besseres geleistet haben. Ich wäre nur gerne weniger geschlagen worden, wenn ich emotional wurde. Das wäre lieb gewesen. Als ich mich meinen Eltern bezüglich des Mobbings anvertraute, war ein "Da musste durch, musste ich früher auch." oder "Schlag zurück oder hör auf zu heulen." nicht sehr angenehm.
Hättest du Tipps, wie ich die Verallgemeinerungen lockern bzw wie ich mein Denkmuster in der Hinsicht etwas bessern kann?
Was meinen Zorn angeht, so kann ich nur sagen, dass ich nicht wirklich weiß, auf wen genau er abzielt. Ich weiß, dass Menschen nie sinnvoll handeln werden und es immer darauf absehen, ihr Ego zu verteidigen, Dinge möglichst hasserfüllt zu bewerten oder Situationen eskalieren zu lassen, obwohl es so viele Möglichkeiten gibt. Ich kann sie nicht leiden, aber ich bin nicht wütend auf sie. Ich habe einmal jemanden aus Wut und durch einen starken Impuls mal sehr wehtun wollen. Ich habe aber rechtzeitig erkannt, dass ich eigentlich dieser Person nicht schaden will und den Impuls mit einem Schlag gegen die Wand abgeleitet. Der Preis war ein zertrümmerter Handwurzelknochen und sehr sehr viel Scham, aber ich habe niemanden wehgetan.
Du sprachst vom zuordnen. Könntest du da etwas genauer beschreiben, was du meinst?
Danke, dass du mich nicht für einen schlechten Menschen hältst. Das bedeutet mir viel.

@Schroti In meiner Kindheit, gab es keine Intervention oder Diagnosen. Mir wurden Spitznamen verliehen. Zu einem Therapeuten ging ich erstmals mit 18 als ich schon 2 Jahre alleine wohnte und merkte, dass ich feststeckte.
Meine erste Therapeutin war der Meinung, dass schwer depressiv sei, da ich traumatische Mobbingerfahrungen durchmachen musste und mein ADS in der Kindheit falsch gehändelt wurde.
Die Psychiatrie diagnostizierte bei mir einen emotional instabilen Charakter, die negativistische Persönlickeitsstörung, die Paranoide Persönlichkeitsstörung und Depressionen. Hätte vor der Klinik nie gedacht, dass Diagnosen so aufwendig sind.
Meine zweite Therapeutin wollte mir den christlichen Glauben näherbringen, was ich nicht wollte und daraufhin fing ich an mit ihr zu spielen. Nachdem ich ihr in der 6ten Sitzung mit Atheismus, Magie, nihilistischen Äußerungen und vielen vielen selbst erarbeiteten Konstrukten kam, sowie ihre Religion als konformistische, faschistische "Fantasiefreundsekte mit Vaterkomplex" bezeichnete, brachen wir einvernehmlich die Therapie ab.
Mein dritter Therapeut war sehr kompetent und arbeitete mit mir an vielen Baustellen. Wir beendeten die Therapie im Guten. Eine Diagnose gab er mir nicht.
 

Zebaothling

Sehr aktives Mitglied
Oft hört man so Wort Phrasen wie " Nihilistisches Gedankengut" in genau solchen Zusammenhängen, der Patient entzieht, aus der für ihn gerechtfertigten Sicht , der Therapie die Grundlage . Er streikt.

Es ist allerdings dann oft nicht im Fokus, warum oder wieso etwas geschieht.

Würde ein Psychotherapeut versuchen jemandem eine Religion, wie den christlichen Glauben oder den hinduistischen, islamistischen, buddhistischen aus rein privaten ideologisch orientierten Zwecken nahezubringen , fernab der Therapie, die grade bezahlt wird ?

Kommen Menschen in eine Therapie, die sagen wir mal christliche Werte vertreten, das bekommt man ja mit , sowas wie Ehrlichkeit , Treue , Gerechtigkeitsliebe, Wahrheitsliebe, Friedfertigkeit .
Die aber und das wird man dann erfragen, sich nicht daran erinnern können/ wollen , die vermittelt bekommen zu haben oder sie erinnern sich nur zu gut, behalten aber die Erinnerung für sich , weil sie auch eine Privatsphäre haben dürfen, dann liegt ja die Frage nahe, warum würde denn ein Psychotherapeut vorschlagen, sich damit auseinanderzusetzen.

Es könnte ja auch eine Art oder eine Form der Selbstreflektionshilfe sein und oder auch eine Möglichkeit sein , gesunde Resilienz zu entwickeln.

Ist so als würde der Psychotherapeut dem Legastheniker sagen " Lerne doch mal Schreiben/ Lesen "
gut , das wäre taktlos , oder wahr wie man nun so will, jeder hat da ja seine Individuelle Einschätzung.

Für mich sagst Du damit , wer Dir auf die Krawatte tritt, da nimmst Du Dir das Recht raus, zu streiken.

Die Weltreligionen sind ja nun einmal vorhanden, es gibt aber in jeder sehr viele Untergruppen.

Da zu sagen ich unterhalte mich nicht drüber , weil ich will das nicht - hätte ja für mich , wäre ich Dein Therapeut die Frage zur Folge " Warum möchtest Du das nicht " ? Schließlich gehört so etwas zur kulturellen Allgemeinbildung, die jeder Mensch braucht, wenn er sich im Leben zurechtfinden will.

Die umfasst natürlich auch noch andere Dinge wie Geschichte oder Alltagsgeschehen, aber Religion und grade die Weltreligionen sollte man durchaus kennen , das bedeutet ja nicht , das man ihnen folgt.

Jemand der die Umwelt verbessern will und vernünftig argumentieren möchte , weshalb er Fahrzeuge mit Verbrennermotor abschaffen oder drastisch reduzieren will, ist auch besser damit bedient, den Menschen erklären zu können, warum das sinnvoll ist.

Was ich aber durchaus sagen kann ist, das es sich für mich so anhört , als bräuchtest Du dieses Alleinstellungsmerkmal das Du in Deinem ersten Post ausführlich darstellst, das was Dich anders macht als die anderen, als Aufwertungshilfe für Dein Selbst, weil dort Hilfe nötig ist, es ist aber genauso eine grundsätzliche Frage, ob Du das Selbst betreffend eine Wertung vornehmen solltest, die derart gestaltet ist, das sie wenn sie fokussiert wird , bei Unterschreitung des erdachten Mindestwertes als negativ empfunden wird .

Der Mindestwert ist übrigens oft ein "Ersatzglauben" , genauso wie die selbstgemachte Religion eine Falschheit oder Fehlerhaftigkeit der eigentlichen impliziert.

Du bist noch ein sehr junger Mensch, Du hast das Leben noch vor Dir , Du kannst Dir überlegen, es in Depressionen und Scheitern mit Dir selbst zu sehen, weil Du Dich auf das negative der unabänderlichen Vergangenheit fokussierst oder Du kannst Dir überlegen, das Leben für Dich ganz konstruktiv und aktiv positiv zu gestalten .
Eine, wie ich finde, sehr gute Grundlage dafür ist , wenn man sich darauf auch konzentrieren kann, also sich die Zeit nehmen kann genau zu überlegen , wie bekomme ich das so hin, das es mich mit positivem Feedback belohnt ?

Solange ein Mensch also Standpunktlos durch die Gegend eiert , wird er als einziges mitnehmen können, die Welt ist schlecht.

Ist das der Plan ?

Wenn nicht ist eine gute Konzentration auf die Lebensumständegestaltung eben wichtig.

Das ist aber oft schwierig, wenn Menschen sich nicht bewußt darüber sind, wie das ganz konkret geht , da ist die logische rationale gedankliche Seite zwar schon sozusagen klar , aber es mangelt oder fehlt an der Umsetzung gänzlich , dem entsprechend ist das Ergebnis.

Aus diesem Teufelskreis gilt es für Dich auszubrechen, da ist aber ein Ausbrechen sozusagen unmöglich, solange Dich die Vergangenheit und die Frage der Selbstpositionierung noch so sehr beschäftigt, das Du den Fokus noch nicht auf das legen kannst, was vor Dir liegt.

Du das Belohnungs und Bewertungssystem soweit umgebaut hast, das Du mit Dir selbst im Reinen bist, weil Du "ohne Hilfe" ( ist ja Quatsch jeder Mensch erfährt Hilfe oder hilft ) bzw. ohne Psychotherapeutische Unterstützung Dein Leben geregelt bekommst also sozusagen dann Verstand und Gefühl und Bewertung sich im Einklang befinden.
 

Schroti

Sehr aktives Mitglied
Wenn mir jemand antworten könnte, dass er mir vergibt, was ich bin, würde mir das auch schon helfen.
Du musst dir nichts vergeben.
Du bist von Kindheit an "anders" und Anderssein ist ein hartes Brot. Respekt, dass du dich da bislang so durchgekämpft hast.
Deine Beschreibung erinnert mich an einen jungen Mann, den ich gut und lange kenne und der vom Aspergersyndrom betroffen ist.
Kannst du damit etwas anfangen?
(Schon der Zehengang als Kind hat mich aufhorchen lassen.)
Manchmal hilft eine passende Diagnose, um sich selbst besser zu verstehen und annehmen zu können.
Ich empfinde zu viele soziale Kontakte als Belastung. Es raubt unheimlich viel Energie und ich sehe irgendwie nicht ein, meine gesamte Energiebilanz anderen zu opfern.
Oh, das kenne ich gut!
Ich kann sie nicht leiden, aber ich bin nicht wütend auf sie. Ich habe einmal jemanden aus Wut und durch einen starken Impuls mal sehr wehtun wollen. Ich habe aber rechtzeitig erkannt, dass ich eigentlich dieser Person nicht schaden will und den Impuls mit einem Schlag gegen die Wand abgeleitet. Der Preis war ein zertrümmerter Handwurzelknochen und sehr sehr viel Scham, aber ich habe niemanden wehgetan.
Du bist ein kluger junger Mann.
Als ich mich meinen Eltern bezüglich des Mobbings anvertraute, war ein "Da musste durch, musste ich früher auch." oder "Schlag zurück oder hör auf zu heulen." nicht sehr angenehm.
Schade, dass du nicht früher Entlastung erfahren hast. Aber das ist nachzuholen.
 
Tach.

@Zebaothling Ich verstehe nicht, worauf du hinaus willst und was dein Punkt ist... Ehrlich gesagt, dein Post hat keinen Kontext zu meinen Posts und ich denke nicht, dass du dich auf irgendetwas in diesem Thema beziehst. Ich dachte zuerst, du hättest dich im Post vertan, aber unter deinem Nutzernamen steht, du seist ein sehr aktives Mitglied, deshalb schließe ich das einfach einmal aus....
Was mir noch einfällt und was für mich momentan am wahrscheinlichsten ist, wäre, dass du folgendes gelesen hast:
Meine zweite Therapeutin wollte mir den christlichen Glauben näherbringen, was ich nicht wollte und daraufhin fing ich an mit ihr zu spielen. Nachdem ich ihr in der 6ten Sitzung mit Atheismus, Magie, nihilistischen Äußerungen und vielen vielen selbst erarbeiteten Konstrukten kam, sowie ihre Religion als konformistische, faschistische "Fantasiefreundsekte mit Vaterkomplex" bezeichnete, brachen wir einvernehmlich die Therapie ab.
und dir dann das möglich schlimmste vorgestellt hast und dich emotional abreagiert hast....
Du scheinst dir sehr sicher zu sein, was passiert ist und scheinst mich sehr zu kennen, deshalb scheint dies unnötig, aber ich werde kurz etwas klarstellen.
Ich war und BIN nicht damit einverstanden, dass mir eine Stunde lang aus der Bibel vorgelesen wird, von mir verlangt wird, meinen Mund zu halten und das alles als "Therapiestunde" auch noch von der Krankenkasse abgerechnet wird. Meine Mutter ist keine gottlose Hure, weil sie meinen Vater verließ. Ich bin kein Diener Satan, solange ich kein Christ bin. Ebenso kann ich der Dame nicht zustimmen, dass die fehlende Taufe die Ursache für mein Leid ist. Ich stimme auch nicht damit überein mir in Zeiten der Not immer mit der Hölle drohen zu lassen, wenn ich nicht bereit dazu bin in eine Kirche zu gehen. Ich war am Boden und hatte wenig Auswahl, was Therapeuten anging und versuchte mit ihr klarzukommen, aber das klappte ich nicht. Ja, ich hätte diese Therapie sofort abbrechen sollen, dafür hatte ich nicht die Eier und ich wurde ausfallend. Ja, es war sau unreif. Wenn dich das verstört hat, tut mir das leid und ich hoffe du lässt die Güte wieder in dein Herz.
Mir kommt es vor als wolltest du irgendwas verteidigen oder verwechselst meinen Falll mit einen anderen, aber ich weiß es nicht genau was... Ich hoffe es geht dir gut und ich biete dir ein offenes Ohr an. Schreibe mir gerne eine PN, wenn du möchtest.
Falls es dir weiterhilft oder dich erlöst. Ich halte Religionen für ein Kultrugut und für eins der größten Meme der Menschheitsgeschichte. Ich finde, wer in der Reliogion etwas findet, der sollte sie auch praktizieren können. Ich finde man sollte sich auch etwas über Religion schlau machen, da sie die Kultur und unsere heutige Gesellschaft stark geprägt hat. Wir wäre ohne, ganz woanders.
Dein Post hat mich sehr getroffen, muss ich gestehen. Ich bin ein einfacher Mensch, der versucht seine Abscheu gegen Menschen loszuwerden und meine Rauschähnlichen emotionalen Ausbrüche zu bessern oder mit ihnen umgehen zu können. Ich weiß seit meiner Kindheit, dass ich keinen Deut besser bin als andere. Ich wünsche mir Menschen helfen zu können, im Alter anderen etwas geben zu können, meine kurze Zeit hier zu genießen lernen und irgendwann in Ruhe und mit einem Lächeln sterben zu können. Ich empfinde deinen Stempel den du mir scheinbar ohne nachzudenken verpasst hast, als unnötig. Ich hoffe ich irre mich und ich verstehe dich falsch.
Ich wünsche dir alles Gute. (Kein Scheiß!)

@Minth24 Dein Post half mir heute gut weiter. Als ich meine Balance verlor und wütend wurde, nahm ich mir einen Moment und fragte mich selbst "Auf wen bist du wütend?", "Was willst du schützen?" und als mir mein passiver Gedankenpool diese Frage nicht beantworten könnte, ließ mein Zorn nach. Ich habe so etwas noch nie erlebt und musste etwas weinen. Ich habe mich sehr gefreut.


@Schroti
Ich finde schon, dass ich mir vieles vergeben muss. Ich habe als Kind und als junger Erwachsener nicht sehr viel für die Gesellschaft leisten können und versank viel zu lange in Selbstmitleid. Ich war meinen Eltern sehr lange böse, da ich dachte, sie hätten etwas besser machen können. Allerdings haben Sie auf ihre Weise ihr bestes gegeben und ich bin sehr dankbar der zu sein, der ich bin, auch wenn es oft nicht sehr leicht ist. Ich habe so viel von meinen Eltern erhalten und weiß nicht, wie ich ihre Arbeit vergelten kann oder wie ich es ihnen (positiv gemeint) zurückzahlen kann.
Ich empfinde mich im Gegensatz zu meinen Mitmenschen nicht groß als anders. Ich erkenne mich oft in anderen wieder und denke sehr oft: "Oh, da war ich auch schon."
Mit Aspergersyndrom kann ich nicht sehr viel anfangen. Ich werde mich in nächster Zeit mal etwas darüber informieren. Wenn du eine gute Website oder ein Buch empfehlen kannst, bin ich ganz Ohr.

Ich muss gestehen, dass ich leider kein kluger Mensch bin. Ich will auch nicht nach Komplimenten fischen oder so, das muss ich nur mal klarstellen. Ich selbst empfinde mich oft als sehr plump. Bei einer Fantasiereise wurde mir klar, dass ich im Grunde gar nichts weiß. Alles was ich wahrnehme ist eigentlich schon passiert, alles was ich wahrnehme ist nur ein winziger Bruchteil von allem. Ich bin so klein und winzig im Angesicht der Summe von Allem bzw dem Einen, dass ich eigentlich nur sagen kann, dass ich allen in allem nur vermute und nicht weiß. Wäre ich klug, wäre ich kein arroganter Mensch und ich verfalle leider sehr oft der Arroganz. Teilweise, weiß ich nicht einmal jedes Wort, dass ich "gefühlt" zu wissen scheine, logisch erklären zu können und das ist dumm. Ich finde das aber auch okay so. :)

Im Bezug zu der Nachholung der Entlastung, frage ich mich noch immer wie das geht. Würdest du dich da etwas mehr erklären? Ich bin in der Hinsicht neugierig geworden.
 

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