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Ich passe irgendwie nicht in diese Welt.

Heyy ... ich kann mir einigermaßen gut vorstellen, wie schlimm es für dich ist, an den nächsten Donnerstag zu denken. Das muss echt furchtbar sein. Ja, vielleicht wäre es nicht schlecht, mal mit deinem Arzt deswegen zu sprechen, vielleicht verschreibt er dir was. Könnte eine gute Akuthilfe sein. Aber wohl nichts auf lange Sicht, oder?
Fühlst du dich spieltechnisch fit für das, was in dem Programm gefordert wird? Bereitest du dich vor?

Wenn du dich kurz vor der Probe wie vor dem Weltuntergang fühlst, dann kannst du ja immer noch sagen, dass dir nicht gut ist. Oder dass du es dir anders überlegt hast. Ich musste früher auch ein paar mal vorspielen ... war jedes Mal ein Horror für mich.

Also ... da ihr Jazz spielen werdet und das nicht deine Musikrichtung ist, frage ich mich natürlich, warum du dich dort angemeldet hast. Vielleicht deshalb, weil du wenigstens irgendwas spielen willst? Oder weil du dir beweisen willst, dass du Bandproben packst - sozusagen als Übung für deine zukünftige Band?
Ich stelle es mir bloß ziemlich schwer vor, bei einem Projekt mitzumachen, das für dich jede Menge Stress bedeutet und kaum Freude - und das zusätzlich zu allem Uni-Kram und zu deinen Depressionen. Oder sehe ich das falsch?

Ich versteh natürlich, dass du jetzt bloß noch an die Probe denkst. Über deinen Bruder hab ich dich deswegen ausgefragt, weil dein Leistungsanspruch an dich selbst evtl. auch mit ihm zusammenhängt, mit eurer Konkurrenzsituation. Und vielleicht auch die Sache mit den Bandproben. Soll ich dir lieber über nichts mehr anderes schreiben?

Du hast verdammt viel Schlimmes erlebt ... das Nazi-Gesindel, die Attacken deines Bruders früher, die Angst um ihn, als ihr 16 ward, das muss schrecklich gewesen sein.

Was bedeutet für dich "eine Memme" genau? Und wie sieht denn dein Männerbild aus?
Und kann es sein, dass du nicht weinen willst, weil du denkst, dass du dann "noch weniger" männlich bist? Ich hab "noch weniger" bewusst in Anführungszeichen gesetzt.

Dass du wütend bist über das fruchtlose Jahr "in Therapie", glaub ich dir sofort. Ich finde es eine Sauerei, wenn Therapeuten nicht wissen wollen, wie wirksam oder unwirksam das ist, was sie "Therapie" nennen! Es gibt in Deutschland leider kein System, nach dem man bei Auftreten psychischer Störungen vorgeht. Dass der Hausarzt den Leuten keine Homepage mit der neusten Literatur nennt, oder mit den neuesten Metastudien über die Wirksamkeit verschiedener Therapien bei bestimmten Störungen. Ganz zu schweigen davon, dass m. E. manche Therapien nicht mehr von der Kasse bezahlt werden sollten und andere dafür rein sollten. Es ist echt zum Kotzen.

Ich finde nicht, dass du undankbar bist, bloß weil es dir materiell gut geht (aber dafür kannst du schon dankbar sein). Es ist bei dir sicher vieles vorgefallen, was nicht o. k. war, bzw. es geht da ja auch um Körperverletzung! Und vermutlich um vieles andere. Du hast ganz sicher deine Gründe, weswegen du krank geworden bist. Und wenn du dir irgendwann eine Therapeutin suchst, der dir helfen kann, dann gehts auch vorwärts. Da fällt mir ein - hättest du die Mittel, um dir selbst eine Therapie zu bezahlen? Das wäre das Beste, da könntest du dir jemanden aussuchen, der wirklich was taugt.
 
Hallo,

Das Schwierige mit dem Arzt ist, dass ich nur eine Medikamentengruppe kenne, die zuverlässig Angst lösen. Grade in richtig doofen Situationen bringt mir ein pfanzliches Beruhigungsmittel eher wenig.
Diese Medikamentengruppe wird aber wegen des Suchtpotentials eher ungern verschrieben, und Tags darauf wollte ich zu meiner Freundin fahren. Da das Zeug aber ne sehr lange Halbwertszeit hat, wäre ich da wahrscheinlich fahruntüchtig.

Eigentlich will ich ja nicht absagen. Nicht nur, weil da sehr blöd rüberkommt, sondern auch weil es für mich wichtig ist, Musik zu machen. Ich will nicht immer nur kneifen.

Jazz ist nicht ganz meine Musikrichtung, da hast du recht. Allerdings finde ich die Musik interessant, und sie hat meiner Meinung nach durchaus ihren Reiz.
Sowieso ist Jazz wichtig, falls ich irgendwann irgendwie noch etwas musikbezogenes studieren wollte. Dort ist das immer gefragt.
Wirklich vorbereiten kann ich mich momentan nicht. Ich soll da einfach mal vorbeischauen, hat es geheißen.
Musikalisch habe ich nicht das Niveu eines Jazzspielers. Ich kann über die Akkorde zwar improvisieren, aber es klingt eben ziemlich bescheiden, was ich da produziere. Bei dem Musikprojekt geht es ja aber auch gerade ums lernen, und dass man sich verbessert. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich von der Musiktheorie her mehr drauf habe, wie manch ein anderer dort... Ich erkenne Quintfälle und II-V-I-Verbindungen und Ähnliches...

Naja, ob ich verdammt viel schlimmes erlebt habe, sei dahin gestellt. Irgendwie hat doch jeder mal was durchmachen müssen. Nur, dass ich zu denjenigen gehöre, die das irgendwie nicht verkraften.
Manchmal denke ich mir, dass ich allein schon von der Genetik her schlecht bin. Ich hab eine sehr schmächtige Konstitution, und psychisch gesehen bin ich derart überempfindlich, dass ich alle möglichen Störungen aufweise.


Was bedeutet für dich "eine Memme" genau? Und wie sieht denn dein Männerbild aus?
Und kann es sein, dass du nicht weinen willst, weil du denkst, dass du dann "noch weniger" männlich bist? Ich hab "noch weniger" bewusst in Anführungszeichen gesetzt.
Eine Memme... Kann nichts wegstecken, nichts mit sich selbst ausmachen, und hat keine innere Stärke.
Mein Männerbild ist kompliziert. Irgendwo ist jeder Erwachsene mit einem entsprechenden Geschlechtsteil ein Mann. Was allerdings mein "Idealbild" eines Mannes angeht, so unterscheide ich mich doch sehr stark davon.
Einerseits sollte ein Mann eine Art innere Stärke aufweisen. Die Fähigkeit, sich durch etwas durchzubeißen, und an etwas dran zu bleiben, auch wenn man mal nicht so motiviert ist. Dass er sich nicht leicht aus der Bahn werfen lässt, sei es durch Rückschläge beim Erreichen seiner Ziele, oder durch Ablehnung aus dem Umfeld... Also irgendwie auch eine psychische Standfestigkeit.
Ein Mann sollte irgendeinen Plan vom Leben haben. Wo er hin will, was er erreichen will...
Und ein Mann sollte eine gewisse soziale Kompetenz haben. Wie man charmant ist, wie man mit Konflikten umgeht, wie man sich durchsetzt und überzeugt, wie man erreicht dass man ernst genommen wird, oder wie man mit Drohungen umgeht.
Irgendwie trifft davon nichts auf mich zu.

Im Weinen sehe ich nichts unmännliches. Okay, wenn es ständig und überall vorkommt, und am besten noch bei jeder Kleinigkeit, dann ist das irgendwo ein Zeichen davon, dass etwas nicht in Ordnung ist.
Aber grundsätzlich n Gefühl rauszulassen zeugt meistens eher von Stärke.


Also was die Politik und Therapie angeht, bin ich mittlerweile ziemlich desillusioniert. Angeblich sind die Methoden, die die Kassen zahlen veraltet. Also das gute alte Spiel: Beiträge steigen, Leistung sinkt. Das nenne ich mal unternehmerisches Denken.
Im Wikipedia-Artikel steht sogar offen drin, dass es bei den Kassen nicht nur um die Wirksamkeit einer Behandlung geht, sondern auch um die Wirtschaftlichkeit derselben.
In meinen Augen sollte die Kasse lieber viel mehr zahlen. Wenn sie schon verpflichtend ist, und eigentlich eine Einrichtung zur Genesung der Menschen sein sollte, dann sollte sie diesem Zweck auch nachkommen.

Wie viel kostet überhaupt eine private Behandlung?
Ich fürchte fast, dass das in meinem finanziellen Rahmen nicht drin wäre...
Wo findet man überhaupt fähige Therapeuten? Wenn ich bei Google suche, finde ich meistens nur private Therapeuten.
Gibt es keine Seite, bei der Psychos, die Kassenpatienten behandelt werden auch eine Bewertung erhalten?

PS: Wenn ich mich recht erinnere, musstest du bis gestern Abend mit irgendeinem Projekt fertig werden... Wie ist es gelaufen? Ich hoffe, du hast es zeitlich hinbekommen...
 
Hi Dexter.,

danke der Nachfrage, es war zwar viel gestern, aber ist richtig gut geworden und gut angekommen.

Heute nur ein paar Sätze:
Dein Idealbild eines Mannes finde ich im Prinzip nicht schlecht, also ziemlich in Ordnung (ich schreib dir einfach meine Meinung dazu). Das, was du beschreibst, ist das Bild eines ziemlich gesunden, jungen Mannes. (Und meiner Ansicht nach ist das auch ein Idealbild einer gesunden, jungen Frau.) Meiner Meinung nach gibt es allerdings nicht soo viele von ihnen. Klar, die meisten tun zumindest so, als ob bei ihnen alles in Ordnung sei, aber ich bezweifle, dass das meistens wirklich so ist. Ich kenne bloß zwei oder drei Männer, bei denen ich ziemlich sicher bin, dass sie auch wirklich so gesund und gut drauf sind. Im Ernst.
Was dich anbelangt, würde ich sagen, soweit ich dich nach diesen paar Beiträgen kenne, dass du psychisch ziemlich angeschlagen bist, also ein irgendwie kranker Mann. Das soll jetzt natürlich keine Verurteilung sein, sondern meine sachliche Einschätzung. Es kann sein, dass du außerdem hochsensibel bist (was keine Krankheit ist), es kann sein, dass du eine genetische Veranlagung für Depressionen und Ängste hast. Aber damit ist ja noch lange nicht gesagt, dass du nicht Fähigkeiten und Talente hast, die dich dort herausbringen! Du bist jemand, der kämpft, der die Ursachen für die Leiden und Mittel der Veränderung sucht. Das ist ein eindeutig erwachsenes Verhalten. Du stellst dich immer wieder der Panik auf der Autobahn! Du hast viel gelesen. ...
Ich glaube, man muss sich auch, wenn man krank ist sagen: Ich bin ein Mensch, und ich habe meine Würde. Auch wenn ich krank bin, das ist egal. Wenn man spürt, dass man eine Würde hat, dann spürt man seinen erwachsenen Anteil gleich viel stärker, auch als Mann oder Frau.

Das, was ich auch jahrelang gemacht hab, ist, dass ich mich ständig mit gesunden Frauen verglichen hab. Aber hat es einen Sinn, dass sich ein Mensch, dem man in der Kindheit und Jugend ein Bein und einen Arm abgeschlagen hat (oder der so auf die Welt gekommen ist), beim Hundertmeterlauf mit gesunden Läufern vergleicht?
Ich glaube, du und ich und viele andere Kranke müssen lernen, das wirklich zu schätzen und zu würdigen, was wir an Talenten haben. Und unsere Krankheiten zu akzeptieren - neben der Arbeit daran, gesund zu werden. Und was wir durch unsere Krankheiten lernen. Und uns vielleicht eher (eine Zeitlang, für länger, für immer?) unserer peergroup zuwenden, nämlich anderen "Kranken".
Aber das ist natürlich ein Prozess.
Wie siehst du das?
 
Hi,

ich hab hier was Interessantes gefunden - wenn man die Krankenkassen richtig unter Druck setzt, dann zahlen sie in manchen Fällen auch Therapien bei nicht-kassenzugelassenen Therapeuten!

Psychotherapie: Warum es zu wenige Psychologen in Deutschland gibt - SPIEGEL ONLINE

Zu Bewertung von Kassentherapeuten hab ich noch nichts gefunden.

Was du unter "Memme" verstehst, ist meiner Meinung nach ein kranker Mensch. Wobei die Grenze zwischen gesund und krank natürlich fließend ist.
 
Ehrlich gesagt bin ich ziemlich betrübt, über das was du mir geschrieben hast. Vor allem, weil es wohl wahr ist.
Ich kann es nur emotional gesehen nicht akzeptieren, was die Wahrheit ist.
Du schreibst zum Beispiel, ich solle mich nicht mit gesunden Menschen vergleichen. Das ist schön und gut, nur dass ich mich mit meiner Minderwertigkeit nicht abfinden kann.

In meinen Augen ist es der Geist eines Menschen, der ihn zu dem macht, was er ist. Nicht sein Körper.
Insofern kann man die sportliche Leistung eines Menschen mit Behinderung schwer mit der eines körperlich gesunden vergleichen.
Aber von der Psyche her? Soll ich mich wirklich einfach damit zufrieden geben, dass ich psychisch und charakterlich nicht mit meinen Mitmenschen mithalten kann? Dass einfach nur mein Charakter krankhaft ist, und ich deshalb so ein Versager bin? Dass ich mich gar nicht erst mit anderen Männern zu vergleichen habe, weil ich schon von vorn herein den kürzeren gezogen habe, wegen meines ach so schlimmen Lebens und meiner ach so minderwertigen Gene?

Es tut mir weh, wenn ich das so formuliert höre. Aber es ist wohl wahr.
Ich bin krank. Seelisch, emotional, charakterlich - ich bin krank in dem, was mich als Menschen ausmacht. Nicht körperlich.
Am Ende bleibt mir wohl eh nur, dass ich mit die Kugel gebe.


Danke für den Link.
 
Ehrlich gesagt bin ich ziemlich betrübt, über das was du mir geschrieben hast. Vor allem, weil es wohl wahr ist.
Ich kann es nur emotional gesehen nicht akzeptieren, was die Wahrheit ist.
Du schreibst zum Beispiel, ich solle mich nicht mit gesunden Menschen vergleichen. Das ist schön und gut, nur dass ich mich mit meiner Minderwertigkeit nicht abfinden kann.

In meinen Augen ist es der Geist eines Menschen, der ihn zu dem macht, was er ist. Nicht sein Körper.
Insofern kann man die sportliche Leistung eines Menschen mit Behinderung schwer mit der eines körperlich gesunden vergleichen.
Aber von der Psyche her? Soll ich mich wirklich einfach damit zufrieden geben, dass ich psychisch und charakterlich nicht mit meinen Mitmenschen mithalten kann? Dass einfach nur mein Charakter krankhaft ist, und ich deshalb so ein Versager bin? Dass ich mich gar nicht erst mit anderen Männern zu vergleichen habe, weil ich schon von vorn herein den kürzeren gezogen habe, wegen meines ach so schlimmen Lebens und meiner ach so minderwertigen Gene?

Es tut mir weh, wenn ich das so formuliert höre. Aber es ist wohl wahr.
Ich bin krank. Seelisch, emotional, charakterlich - ich bin krank in dem, was mich als Menschen ausmacht. Nicht körperlich.
Am Ende bleibt mir wohl eh nur, dass ich mit die Kugel gebe.

Ich wiederhole es nochmal: Ich hab keinen Augenblick gemeint, dass du dich mit dem Krank-Sein für immer abfinden solltest! Außerdem: Ich bin keine Therapeutin, ich kann dir nur meine laienhafte Einschätzung geben. Deswegen schreibe ich immer "vielleicht, es könnte sein, möglicherweise, meiner Meinung nach".
Ich meinte, dass man, wenn man sich seit langem kraftlos, lustlos ... fühlt, es am besten für den Moment (also so lange es eben dauert) akzeptieren sollte, dass man eben zur Zeit "irgendwie krank" ist. Ich bin der letzte Mensch, der meint, ja, akzeptiere mal, dass du für immer und ewig krank bist! Ich bin immer dafür, dass man weiter am Gesundwerden arbeitet und sich mit dem Status quo nicht zufrieden gibt!
Und auch wenn man eine Disposition für Depressionen und Ängste hat, heißt das nicht, dass keinen Einfluss auf das eigene Wohlergehen hat.
 

Diesen Text habe ich neulich an Merida geschrieben und ihn jetzt kopiert.
Das heißt wohl insgesamt, dass du gegen deine Gene - wenn du überhaupt eine genetische Disposition hast! - eine fifty-fifty Chance hast.

"Ich hab mir das "Kompendium Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatische Medizin" von Freyberger, Schneider und Stieglitz (alles Hrsg.) gekauft, vollständig neu überarbeitet 2012, also noch sehr neu. Da ist nicht mehr die Rede von endogener Depression u. ä. (jedenfalls nicht im Kapitel über die Entstehung, und nur in Verweisen auf ältere Psycho-Literatur), sondern da werden die Symptome klassifiziert nach Syndrom und Verlaufsform. Also als Syndrom gibt es Depressiv, Manisch und die Kombination Depressiv/Manisch. Die jeweilige Verlaufsform ist entweder ein einmalige Episode, wiederkehrende Episoden oder eine Chronifizierung. Als Ursachen werden allgemein sowohl verschiedene körperliche als auch umweltbedingte Gründe angegeben. In einer Tabelle sind die Prozentzahlen der humangenetischen Befunde angegeben. Ich weiß jetzt nicht, ob es sich bei dir um eine unipolare oder bipolare Störung handelt - du hast Lithium erwähnt - aber ich schreib dir mal alle Prozentangaben:

Bei der unipolaren Störung (nur Depressionen):
a) Konkordanzrate für eineiige Zwillinge - 50 %
b) Konkordanzrate f. zweieiige Zwillinge - 20 %
c) Morbiditätsrisiko von Verwandten ersten Grades - 20 %
d) Risiko von Kindern mit zwei kranken Eltern - 55 %

Bei der bipolaren Störung:
a) (wie oben, bin zu faul, es auszuschreiben): - 80 %
b) 20 %
c) 24 %
d) 55 %

Bei Dysthymie:
a) 40 %
b) 20 %
c) 10 %
d) (nicht angegeben)

Wenn ich das richtig verstanden hab, liegt also die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer unipolaren Störung bei 100 einzelnen, nicht verwandten Zwillingen der andere eineiige Zwillig die Störung auch entwickelt, bei 50 %. Das heißt, dass es da immer auch nicht-biologische Faktoren, also Umweltfaktoren (inklusive meines eigenen Denkens und Verhaltens) gibt. In allen Fällen. Bitte korrigiert mich, wenn ich mir was Falsches zusammengereimt hab."

 
Ich glaube, dass es einfach zwecklos ist, dass man sich, wenn man sich zeitweise so schlecht fühlt, sich mit Leuten vergleicht, denen es meistens gut geht. Aber dir ging es ja auch streckenweise besser, oder?

Ist jetzt klarer, was ich ausdrücken wollte?

Ist irgendwas passiert, dass es dir heute schlechter geht?
 
Eigentlich gehe ich davon aus, dass eine genetische Disposition mehr eine Art Anfälligkeit auf eine Störung bedeutet, wie dass man tatsächlich eine solche entwickelt.
Der Auslöser wird wohl immer irgendwie aus der Umwelt und den sich daraus ergebenden Gedanken und Gefühlen ergeben.

Dass ich meinen momentanen Zustand akzeptiere, geht für mich eher bedingt, muss ich zugeben.
Ich habe das vor Jahren schon gemacht, und dachte mir, dass sich etwas bessern würde wenn ich an mir arbeite.
Jetzt habe ich letzte Woche und diese Woche viele Umstellungen in meinem Leben vorgenommen, die meine Problematik verursachen könnten:
Ich habe meine Wohnung aufgeräumt, rauche nicht mehr drinnen, stehe jeden Morgen zur selben Zeit auf, frühstücke und treibe Sport. Letzte Woche hat mir das so eine Art "Motivationsboost" gegeben. Ich war sogar fähig, wieder zu lernen... es ging ein wenig Info in meinen Kopf rein.
Heute ist wieder der erste Tag, an dem ich mich fühle wie immer. Ich stehe morgens auf, würde mich am liebsten noch ein paar Stunden hinlegen, habe so ein Drücken im Kopf, und fühle mich allgemein benommen, von der Welt entrückt.
Das ist für mich das Problem... Es scheint egal zu sein, was ich mache, oder wie ich es mache, ich fühle mich immer gleich. Und ich fühle mich meistens schlecht.
Diese Hoffnungslosigkeit ist, was mich fertig macht. Seitdem ich 13 bin, versuche ich aus diesem emotionalen Scheiß herauszukommen, und nach jedem kleinen Schritt nach vorne verschlechtert sich mein Zustand spontan aus unerklärlichen Gründen.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich einen ausgeprägten Selbstzerstörungstrieb besitze. Als ob ein Teil von mir im Hintergrund die Fäden ziehen würde, und dafür sorgt dass ich nicht glücklich bin.
 
Manchmal stehe ich auf dem Schlauch. 🙂
Ich glaub, dass das Missverständnis deswegen passiert ist, weil ich das falsche Bild gewählt hab: Arme und Beine wachsen bei Menschen nicht neu. Also stell dir lieber eine Weide vor, der man die Äste abgesägt hat, die treibt ja immer wieder ...


Eigentlich gehe ich davon aus, dass eine genetische Disposition mehr eine Art Anfälligkeit auf eine Störung bedeutet, wie dass man tatsächlich eine solche entwickelt.
Der Auslöser wird wohl immer irgendwie aus der Umwelt und den sich daraus ergebenden Gedanken und Gefühlen ergeben.

Genau das denke ich auch.

Dass ich meinen momentanen Zustand akzeptiere, geht für mich eher bedingt, muss ich zugeben.
Ich habe das vor Jahren schon gemacht, und dachte mir, dass sich etwas bessern würde wenn ich an mir arbeite.
Jetzt habe ich letzte Woche und diese Woche viele Umstellungen in meinem Leben vorgenommen, die meine Problematik verursachen könnten:
Ich habe meine Wohnung aufgeräumt, rauche nicht mehr drinnen, stehe jeden Morgen zur selben Zeit auf, frühstücke und treibe Sport. Letzte Woche hat mir das so eine Art "Motivationsboost" gegeben. Ich war sogar fähig, wieder zu lernen... es ging ein wenig Info in meinen Kopf rein.
Heute ist wieder der erste Tag, an dem ich mich fühle wie immer. Ich stehe morgens auf, würde mich am liebsten noch ein paar Stunden hinlegen, habe so ein Drücken im Kopf, und fühle mich allgemein benommen, von der Welt entrückt.
Das ist für mich das Problem... Es scheint egal zu sein, was ich mache, oder wie ich es mache, ich fühle mich immer gleich. Und ich fühle mich meistens schlecht.
Diese Hoffnungslosigkeit ist, was mich fertig macht. Seitdem ich 13 bin, versuche ich aus diesem emotionalen Scheiß herauszukommen, und nach jedem kleinen Schritt nach vorne verschlechtert sich mein Zustand spontan aus unerklärlichen Gründen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich einen ausgeprägten Selbstzerstörungstrieb besitze. Als ob ein Teil von mir im Hintergrund die Fäden ziehen würde, und dafür sorgt dass ich nicht glücklich bin.

Disziplin ist an sich schon was Wichtiges, allerdings ist das halt schwierig, wenn man Depressionen hat. Ich denke, da kann man schon ein bisschen nachsichtig mit sich selbst sein, oder?

Hast du irgendwas Unangenehmes geträumt? Oder gibt es da Dinge, die du in den letzten Tagen beiseite geschoben hast? Oder kann es sein, dass du deine Angst vor Donnerstag nicht mehr so stark fühlst und diese Angst sich jetzt in Bedrücktheit äußert? Solche Verschiebungen passieren ja öfters. Und heute ist schon Dienstag.

Ich glaube, noch wichtiger sind eher andere Dinge, um aus der Depression rauszukommen. Wenn ich weine oder geweint habe, dann fühle ich mich sehr viel offener als vorher. Viel mehr als Mensch. Ich komme mir selbst näher, dem Zentrum, das mit Liebe zu tun hat und den eigenen Wünschen und irgendwie ... dem Lebendigen überhaupt.

Vielleicht streikt auch ein Teil von dir, weil du dir vielleicht einen zu strengen Tagesplan vorgenommen hast, wo Gefühle und Träumen o. ä. keinen Platz mehr haben? Könnte das sein?
 

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