Hallo Leute,
Danke erstmal für die Beiträge. Ich hätte nicht gedacht, dass sich so viele Leute zu Wort melden.
Ich weiß gar nicht, ob ich alle Beiträge in meiner Antwort unterkriege. Falls ich jemanden aus Versehen übergehen sollte, dann macht mich bitte darauf aufmerksam.
Das Gefühl, dass ich irgendwie nicht in diese Welt passe, ergab sich erst später. Ich wurde halt eigenartig erzogen, und das hat schon vieles an sozialen Problemen mit sich gebracht. Wenn die eigenen Eltern z.B. Sportvereine verteufeln, weil das nur was für blöde Leute ist, nimmt man das als kleines Kind erstmal so auf, und hinterfragt natürlich nicht.
Im Nachhinein denke ich mir, dass es meiner emotionalen Entwicklung gut getan hätte, auch mal in einem Fußballverein gewesen zu sein.
Meine Mutter meinte, dass ich mich als kleines Kind sogar sehr über Dinge habe freuen können.
Dabei erinnere ich mich allerdings auch an Begebenheiten, die nahelegen dass mit mir schon sehr früh etwas nicht in Ordnung war... So hatte ich immer kalte und schwitzige Hände, hab schon so mit acht Jahren festgestellt, dass ich an manchen regnerischen Tagen schlechte Laune habe und daran leide, bin von meiner Schwester oft angesprochen worden ob ich traurig bin, weil mein Gesichtsausdruck danach aussah, obwohl ich mich dort eigentlich gar nicht schlecht gefühlt habe...
Wahrscheinlich habe ich auch sehr früh schon Probleme abbekommen... So war ich zehn Tage zu früh geboren, und damit das Krankenhaus etwas Geld machen konnte, musste man mich die ersten zehn Tage meines Lebens im Krankenhaus behalten, während meine Mutter mit meinem Zwillingsbruder bereits nach fünf Tagen heim konnte - ich war also als absolut neugeborenes Kind schon von meiner eigenen Mutter getrennt.
Dann bekam meine Mutter während der Schwangerschaft Medikamente, damit mein Bruder und ich ja nicht zu früh zur Welt kommen. Die Nebenwirkungen dieses Medikamentes bei ihr waren Schwitzen, Zittern, Herzrasen... alles in allem sehr ähnlich zu Panikattacken. Meine Mutter hat das Medikament irgendwann wegen dieser Nebenwirkungen abgesetzt - von anderen Müttern, die das Medi dauerhaft genommen haben, häufen sich dagegen die Berichte, dass ihre Kinder an Asperger-Authismus leiden... Und ich hab schon über Aspis gehört, dass sie sich oft nicht über Dinge wirklich freuen können etc. Ich bin zwar sicher kein Authist, weil mir dort viele Anzeichen dafür fehlen, aber gewisse Züge weise ich dafür schon auf.
Meine Therapeutin ist in der Tat eine freudianische Analytikerin. Ich hatte eigentlich gehört, dass sich diese Therapieform mehr darauf spezialisiert hat, Verdrängtes hervorzubringen, oder Emotionen auf den Grund zu gehen - mittlerweile habe ich den Eindruck, dass es eher darum geht, den Patienten labern zu lassen, bis er selbst erkennt, wie bescheuert er ist.
Gut, ich merke dass mit mir was nicht stimmt, merke wie sich meine Probleme im Alltag äußern, und ich würde mich allgemein als einen sehr reflektierten Menschen bezeichnen. Was habe ich jetzt davon? Ich krieg in der Therapie ja nicht einmal die richtigen Fragen gestellt, um irgendwie auf eine Lösung zu kommen. Sogar hier in diesen Thread findet mehr Therapie statt, als in dem vergangenen letzten Jahr bei meiner Therapeutin. Ihr bringt Ideen, stellt Fragen... Meine Therapie dagegen erinnert mich eher an ein Gespräch mit der Wand. So frei nach dem Motto "Denken Sie denn, das ist normal..?", woraufhin der Therapeut antwortet "Denken Sie denn, dass das normal ist?".
Eine Diagnostik hat bei mir in dem Sinne nie stattgefunden. Ich sollte meine Lebensgeschichte aufschreiben, und das habe ich dann in zehn Seiten gemacht, aber das war auch schon alles.
Das letzte mal, als ich meine Therapeutin gefragt habe, meinte sie dass ihr klar wäre, dass bei mir eine Angst- und Depressionsproblematik da wäre, und dass ich wohl Schwierigkeiten mit der Selbstständigkeit hätte (was ich davor eigentlich auch schon wusste), dass sie aber noch nicht zu einer eindeutigen Diagnose gekommen wäre.
Wie meldet man sich denn bei Universitätspsychatrien?
Also was ist dort der gängige Weg, um mal diagnostisch durchgecheckt zu werden?
Was Antidepressiva angeht, habe ich eigentlich eine sehr schlechte Erfahrung gemacht. Nach der Einnahme von nur einer Tablette habe ich Erbrechen, Zittern (dass ich kaum stehen konnte), zeitweise Blindheit, Hitzewallungen, frieren, Schweißausbrüche und Ähnliches erlebt, sodass ich den Notarzt gerufen habe.
Außerdem war meine emotionale Realität für eine ganze Weile lang weg. Ich habe mich plötzlich nicht mehr wie ich selbst gefühlt.
Seitdem kommt es auch desöfteren vor, dass ich aus heiterem Himmel Angst empfinde, oder dass ich zittrig werde, ohne irgendeinen Grund dafür erkennen zu können.
Davor hatte ich gelegentlich Panikattacken, aber das auch nur noch kaum. Mich hatte mehr die Antriebslosigkeit und die ständige Müdigkeit belastet. Nach diesem Medikament kam ich in einen emotionalen Zustand, der dann in meinem Nervenzusammenbruch gegipfelt ist. Toll, wie diese Pillen helfen, was?
@Matthis:
Erst einmal schön, hier einen Musiker kennenzulernen. Du wohnst sogar nicht mal wirklich weit von mir, also falls du Bock haben solltest, können wir uns mal auf eine Jamsession treffen x)
Ich war eigentlich immer schon Gitarrist, und habe nebenher Bass gespielt. In der Band hat es eben nur an einem Bassisten gemangelt, und das war der Grund, wieso ich dort als Bassist eingestiegen bin.
Was ich dir nur raten kann ist, das Gras abzusetzen. Meine Freundin ist mit dem Kiffen auch gut dabei, und im Endeffekt merke ich sofort, wenn sie sich wieder was geholt hat. Dann ist sie plötzlich absolut desinteressiert, und irgendwie auch abweisend. Dann ist plötzlich nichts mehr wichtig, außer dem guten alten Weed, und sich nichtmal um den eigenen Partner zu kümmern, weil man lieber stoned ist, ist weniegr zuträglich für eine Beziehung...
(So am Rande erwähnt, weil wir bei der Musik angekommen sind...
Errorhead - "Tata" Live at the Music Hall - YouTube
Ich steh zwar normalerweise nicht auf Jazz, aber dieses Stück höre ich mir momentan rauf und runter an. Irgendwie ein bisschen durcheinander, irgendwie auch emotional... Bringt mir sogar manchmal ein Lächeln aufs Gesicht (was übrigens ungewöhnlich für mich ist... ich neige dazu, dass Eindrücke aus der Umwelt oft garkein Gefühl in mir auslösen...).
Und auf eine unheimliche Art und Weise erinnert mich der Gitarrist mit dem Hut und seinem etwas aufgesetzt wirkenden Lächeln an Charlie Sheen.. xD )