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ich hasse mein inneres kind

ich stehe derzeit noch ohne therapeutische unterstützung da. so meinte ich es mit hilfe. daher muss ich meinen frust hier immer abladen, wobei ich es nicht möchte.

Hier abladen, warum sollten wir das aushalten müssen?
Es nütz dir nichts in der Vergangenheit zu Leben , da Schuldige zu suchen, das ändert nichts.
Wer nur negativ denkt, was alles nicht geht, lebt auch so.
Festhalten ist die Quelle all unserer Probleme.
Da Vergänglichkeit für uns schmerzlich ist, klammern wir uns verzweifelt an die Dinge.
Wir haben Angst intensiv zu leben, weil Leben stetiges, tägliches Loslassen bedeutet.
Festhalten aber führt zu dem Schmerz, den wir um jeden Preis vermeiden wollen.
Wer einsieht, dass er seine Wirklichkeit selbst konstruiert, der ist wirklich frei.
Er weiß, dass er seine Wirklichkeit jederzeit ändern kann.
Eine Therapie bereitet dich drauf vor, wieder selbständig dein Leben meistern zu können.
Wollen musst du das.
 
Das ist eine sehr interessante Aussage, über die ich einige Minuten nachdenken musste, da sie etwas auf den Punkt bringt. Was mir aufällt, ist, dass du dich in diesem ganzen Prozess irgendwie als völlig passiv beschreibst. Es gibt zwar ein "Ich", welches hier Beiträge schreibt und den Wegfall von Beziehungen bedauert. Aber irgendwie scheint dieses Ich keinerlei Einfluss auf das Geschehen zu haben. Wenn ich dich richtig verstehe, betrachtest du dein momentanes Ich als irgendwie nicht real, weil du seine Entstehung ursächlich den Missbrauchserfahrungen zuschreibst. Das impliziert, dass es zusammenstürzen würde, wenn die Erfahrungen "verschwunden" (aufgearbeitet) wären. Was bleibt wäre quasi ein reboot auf den Zustand vor dem Missbrauch. Du müsstest dann wieder sieben Jahre alt werden und alles erneut lernen. So erkläre ich mir deine Aussagen, dass du dein Inneres Kind werden wirst und dass du alles so hinnehmen musst, wie es kommt. Verstehe ich das ansatzweise richtig? Jedenfalls würde es die Passivität erklären, die mir beim Lesen ins Auge gefallen ist.

Nun kann man ja sagen, dass dein aktuelles Ich ja überhaupt nicht mehr gelöscht werden kann. Daran hängen mittlerweile schließlich jahrzehnte biographischer Erfahrungen. Wie soll das alles verschwinden können? Alleine die Tatsache, dass du hier Beiträge schreibst, in denen du den Konflikt mit deinem inneren Kind schilderst, zeigt ja, dass dein heutiges Ich ebenfalls eine starke Persönlichkeit geworden ist. Und diese Persönlichkeit ergibt sich ja nicht nur aus einer einzelnen Erfahrung, sonderen aus Jahrzehnten des seitdem gelebten Lebens.

Mir geht es auf keinen Fall darum, die Auswirkungen des Missbrauchs in irgend einer Form zu verharmlosen! Eine Aufarbeitung dieser Erfahrungen halte ich in jedem Fall für erforderlich. Wichtig wäre aber, diese Erfahrungen nicht so existenziell auszulegen, dass sich das gesamte Leben darauf reduzieren lässt. Deine Beziehungen zum Besipiel waren doch nicht nichts anderes als Abhängigkeit. Es mag sein, dass Abhängigkeiten oder unbewusste Suchkriterien die Partnerwahl beeinflusst haben. Aber irgendwann trägt sich doch so etwas aus sich selbst heraus. Mein Haus stürzt ja auch nicht in sich zusammen, wenn die Baufirma pleite geht...

Eine Aufarbeitung der Erfahrungen wird sicherlich bestimmte negative Strukturen lösen. Aber letzten Endes kannst du doch nur von deinem heutigen Ich aus weitermachen. Du kannst entscheiden, welche Aspekte du von deinem inneren Kind und was du aus deinem heutigen Ich übernehmen willst. Eine solche Krise ist immer ein Wendepunkt im Leben und eine Chance, zu gestalten. Du solltest das ganze nicht als automatisch ablaufenden Prozess betrachten, auf den du keinen Einfluss hast, sondern als Entwurfsvorgang. Wer möchtest du denn sein? Was sind die positiven Aspekte deines inneren Kindes und deines heutigen Ichs? Wie soll dein zukünfitiges Ich sein?


hallo, ich kann deinen ausführungen sehr gut folgen und muss mir eingestehen, dass nicht mein inneres kind, sondern wirklich meine jahrelangen missbrauchserfahrungen in der kindheit über meine sexualität entscheidet.

ich kann mich gut reflektieren. da mein vater aufgrund seiner arbeit viel unterwegs war, habe ich all die jahre nach einem vaterersatz, sprich einem älteren mann gesucht. aber normalerweise möchte man ja nicht mit seinem vater schlafen. dass sexuelle interesse an älteren männern lag wohl an der sexsucht, die durch den missbrauch ausgelöst wurde. und da mein inneres kind nun nach und nach die abhängigkeiten löst, das innere kind soll ja für abhängigkeiten verantwortlich sein, komme ich automatisch zu meinem missbrauch von damals, der dann verarbeitet wird.

ich merke es ja auch, wenn ich ältere männer und frauen, die ca. 15 jahre älter sind, sehe. sofort kommen die blockaden. sehe ich gleichaltrige (+/-10) wirkt es in mir befreiter.

mittlerweile versuche ich diesen umstand hinzunehmen. was mich aber nervt, sind die gedanken meines inneren kindes, dass es dann auch so keinen kontakt zu älteren haben möchte. na ja, ich möchte euch nun nicht mehr nerven.
 
Denkst Du , daß Dein "inneres Kind" ein Teil von Dir ist , das genauso Einfluß hat auf Deine Handlungen, wie Du selbst, wenn Du nicht dissoziierst?

Oder würdest Du eher sagen, daß Dein Inneres Kind etwas ist , wie ein Gefühlsgebilde, das Du in Dir trägst und das ein Teil Deines Denkens ist, wenn Du dissoziierst ?
 
Denkst Du , daß Dein "inneres Kind" ein Teil von Dir ist , das genauso Einfluß hat auf Deine Handlungen, wie Du selbst, wenn Du nicht dissoziierst?

Oder würdest Du eher sagen, daß Dein Inneres Kind etwas ist , wie ein Gefühlsgebilde, das Du in Dir trägst und das ein Teil Deines Denkens ist, wenn Du dissoziierst ?

deine erste aussage ist wohl der fall.
 
ich habe eben wieder von einem gleichaltrigen geträumt. ich träume nur noch von gleichaltrigen. das innere kind ist für abhängigkeiten bzw. sucht verantwortlich. nachdem es die abhänggikeiten zu älteren gelöst hat, tauchen nun verstärkt sämtliche abhängigkeiten zu gleichaltrigen auf. und am ende lande ich dann bei meinem hauptthemen missbrauch und eltern. diese werden dann verarbeitet, meine süchte lösen sich auf und ich interessiere mich für gleichaltrige.
 
nur leider spüre ich bei gleichaltrigen (+/-10) keine blockaden und belastungen so wie es bei über 10+ der fall ist. ich komme mir so komisch in meinem körper vor. ich bin einfach nur reif für die klinik.
 
hallo, ich kann deinen ausführungen sehr gut folgen und muss mir eingestehen, dass nicht mein inneres kind, sondern wirklich meine jahrelangen missbrauchserfahrungen in der kindheit über meine sexualität entscheidet.

ich kann mich gut reflektieren. da mein vater aufgrund seiner arbeit viel unterwegs war, habe ich all die jahre nach einem vaterersatz, sprich einem älteren mann gesucht. aber normalerweise möchte man ja nicht mit seinem vater schlafen. dass sexuelle interesse an älteren männern lag wohl an der sexsucht, die durch den missbrauch ausgelöst wurde. und da mein inneres kind nun nach und nach die abhängigkeiten löst, das innere kind soll ja für abhängigkeiten verantwortlich sein, komme ich automatisch zu meinem missbrauch von damals, der dann verarbeitet wird.

ich merke es ja auch, wenn ich ältere männer und frauen, die ca. 15 jahre älter sind, sehe. sofort kommen die blockaden. sehe ich gleichaltrige (+/-10) wirkt es in mir befreiter.

Hallo nochmal,

nicht böse sein, wenn ich etwas hartnäckig bleibe und weiter auf dem Punkt der Passivität herumreite. 🙂
In der Reflexion beobachtest du gewissen Zusammenhänge, die dir als Erklärungen für bestimmtes Verhalten oder bestimmte Gefühle erscheinen. Diese gleichst du mit therapeutischen Konzepten (z.B. dem des inneren Kindes) ab und entdeckst Überscheindungen. Damit entsteht ein Ordnungsschema, welches es dir erlaubt, dich in deinen eigenen Erinnerungen und Empfindungen besser zu orientieren. Eine Vielzahl von Empfindungen kann auf einmal auf bestimmte Begriffe (Abhängigkeit, Kind, etc.) verdichtet und durch Kausalitäten repräsentiert werden ("Meine heutige Sexualität resultiert aus früheren Erfahrungen."). Das ist eine ganz tolle Sache und war sicher ein schwieriger Schritt.

Nun hat das Ganze aber auch einen Haken: Die von dir implizierte kausale Logik vermittelt schnell den Eindruck von Determiniertheit. Das passiert immer dann, wenn die beschriebenen Phänomene in einer Art und Weise zu den Konzeptbegriffen verdichtet werden, die dem "nichts anderes als"-Schema entsprechen. Dieser Satz ist ein gutes Beispiel:
sondern wirklich meine jahrelangen missbrauchserfahrungen in der kindheit über meine sexualität entscheidet

Diese Formulierung suggeriert, dass deine Sexualtiät nichts anderes als verdichtete Missbrauchserfahrung sei. Und damit wird das Konzept, was dir dabei geholfen hat, die Auswirkungen dieser Erfahrungen auf dein heutiges Leben zu erfassen, zum Gefängnis einer zwangsläufigen Kausalität, in welcher sich alles heutige Sein lückenlos auf Ereignisse in der Vergangenheit herunterrechnen lässt. Und in diesem Kausalitätskonzept steht analog auch die Zukunft bereits fest, da sich dieselbe mechanische Verzahnung logisch weiter fortsetzten wird. Dann hättest du vielleicht ein bisschen Einfluss, indem du die Kausalitäten aufdeckst, aber damit stellst du lediglich einmal eine Weiche um.

Ich würde also empfehlen, die Formulierungen entsprechend abzuändern, damit sie weniger determistisch erscheinen:

  • meine jahrelangen missbrauchserfahrungen in der kindheit über meine sexualität entscheidet -> [...] meine Sexualität stark beeinflusst hat
  • habe ich all die jahre nach einem vaterersatz, sprich einem älteren mann gesucht. -> fand es immer attraktiv, wenn ein Mann unter Anderem bestimmte väterliche Aspekte verkörpern konnte
  • das innere kind soll ja für abhängigkeiten verantwortlich sein -> Alles, was ich an Abhängigkeiten an mir wahrnehme, fasse ich zusammen und nenne das Gebilde "inneres Kind"

Besonders die letzte Formulierung erscheint mir zentral. Das innere Kind ist ja nicht etwas, das ontologisch schon vorhanden gewesen ist, und welches du nun entdeckst. Sondern du entdeckst bestimmte Aspekte an dir und fasst sie zum Begriff "inneres Kind" zusammen. In deinem Fall sind es Abhängigkeiten. Die Aussage "das innere Kind ist für Abhängigkeiten verantwortlich" stimmt nur, weil du alle Abhängigkeiten sammelst, und diese unter dem Begriff "inneres Kind" zusammenfasst! Das ist so, als würde ich Schwäne als weiße Tiere definieren und dann überrascht feststellen, dass alle Schwäne weiß sind.
Du hättest zum Beispiel auch die Möglichkeit, Ausgelassenheit, Neugierde, Unbefangenheit usw. mit in dein inneres Kind zu legen. Schließlich kann man Kindern ja auch diese Attribute zuschreiben. Wenn du mit deiner aktuellen Definition des inneren Kindes als Abhängigkeit nicht weiter kommst, bleibt es dir ja offen, das Konzept flexibel weiterzuentwickeln. Und das meine ich damit, wenn ich schreibe, dass du zur Gestalterin deiner Entwicklung wirst.
 

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