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ich hasse mein inneres kind

Hallo nochmal,

nicht böse sein, wenn ich etwas hartnäckig bleibe und weiter auf dem Punkt der Passivität herumreite. 🙂
In der Reflexion beobachtest du gewissen Zusammenhänge, die dir als Erklärungen für bestimmtes Verhalten oder bestimmte Gefühle erscheinen. Diese gleichst du mit therapeutischen Konzepten (z.B. dem des inneren Kindes) ab und entdeckst Überscheindungen. Damit entsteht ein Ordnungsschema, welches es dir erlaubt, dich in deinen eigenen Erinnerungen und Empfindungen besser zu orientieren. Eine Vielzahl von Empfindungen kann auf einmal auf bestimmte Begriffe (Abhängigkeit, Kind, etc.) verdichtet und durch Kausalitäten repräsentiert werden ("Meine heutige Sexualität resultiert aus früheren Erfahrungen."). Das ist eine ganz tolle Sache und war sicher ein schwieriger Schritt.

Nun hat das Ganze aber auch einen Haken: Die von dir implizierte kausale Logik vermittelt schnell den Eindruck von Determiniertheit. Das passiert immer dann, wenn die beschriebenen Phänomene in einer Art und Weise zu den Konzeptbegriffen verdichtet werden, die dem "nichts anderes als"-Schema entsprechen. Dieser Satz ist ein gutes Beispiel:

Diese Formulierung suggeriert, dass deine Sexualtiät nichts anderes als verdichtete Missbrauchserfahrung sei. Und damit wird das Konzept, was dir dabei geholfen hat, die Auswirkungen dieser Erfahrungen auf dein heutiges Leben zu erfassen, zum Gefängnis einer zwangsläufigen Kausalität, in welcher sich alles heutige Sein lückenlos auf Ereignisse in der Vergangenheit herunterrechnen lässt. Und in diesem Kausalitätskonzept steht analog auch die Zukunft bereits fest, da sich dieselbe mechanische Verzahnung logisch weiter fortsetzten wird. Dann hättest du vielleicht ein bisschen Einfluss, indem du die Kausalitäten aufdeckst, aber damit stellst du lediglich einmal eine Weiche um.

Ich würde also empfehlen, die Formulierungen entsprechend abzuändern, damit sie weniger determistisch erscheinen:

  • meine jahrelangen missbrauchserfahrungen in der kindheit über meine sexualität entscheidet -> [...] meine Sexualität stark beeinflusst hat
  • habe ich all die jahre nach einem vaterersatz, sprich einem älteren mann gesucht. -> fand es immer attraktiv, wenn ein Mann unter Anderem bestimmte väterliche Aspekte verkörpern konnte
  • das innere kind soll ja für abhängigkeiten verantwortlich sein -> Alles, was ich an Abhängigkeiten an mir wahrnehme, fasse ich zusammen und nenne das Gebilde "inneres Kind"

Besonders die letzte Formulierung erscheint mir zentral. Das innere Kind ist ja nicht etwas, das ontologisch schon vorhanden gewesen ist, und welches du nun entdeckst. Sondern du entdeckst bestimmte Aspekte an dir und fasst sie zum Begriff "inneres Kind" zusammen. In deinem Fall sind es Abhängigkeiten. Die Aussage "das innere Kind ist für Abhängigkeiten verantwortlich" stimmt nur, weil du alle Abhängigkeiten sammelst, und diese unter dem Begriff "inneres Kind" zusammenfasst! Das ist so, als würde ich Schwäne als weiße Tiere definieren und dann überrascht feststellen, dass alle Schwäne weiß sind.
Du hättest zum Beispiel auch die Möglichkeit, Ausgelassenheit, Neugierde, Unbefangenheit usw. mit in dein inneres Kind zu legen. Schließlich kann man Kindern ja auch diese Attribute zuschreiben. Wenn du mit deiner aktuellen Definition des inneren Kindes als Abhängigkeit nicht weiter kommst, bleibt es dir ja offen, das Konzept flexibel weiterzuentwickeln. Und das meine ich damit, wenn ich schreibe, dass du zur Gestalterin deiner Entwicklung wirst.
Was für ein großartiger Beitrag. Danke.
 
wenn ich ehrlich bin, stehe ich bezüglich tunys beitrag noch auf dem schlauch. letztendlich spielt es doch keine rolle, ob ich sage, dass "innere kind" oder "ich", es bin ja in der gesamtheit immer noch "ich". und die themen, die meine abhängigkeiten auslösen, werden bearbeitet, so dass sich die abhängigkeiten automatisch lösen. und wenn ich merke, dass sich die abhängigkeiten zu älteren lösen, werde ich sicherlich nach der therapie kein interesse an älteren haben, oder? oder meint ihr, dass alles erst einmal verarbeitet bzw. gelöst werden muss, damit ich überhaupt erkennen kann, wer mich reizt und wer nicht? habe ich vielleicht irgendwo ein denkfehler, der mir nicht auffallen möchte? vielleicht bin ich auch zu sehr im thema involviert, so dass ich nicht anders denken kann.
 
Wie würde eine solche Welt aussehen?

Was zeichnet Dein 7-j. Kind-Ich aus?

Was möchte es gerne machen - was sind seine Interessen?



Und noch etwas Wichtiges, was ich Dir empfehle, zu reflektieren: Welcher Ich-Anteil ist es, der d. Kind-Ich hasst - sich hilflos, ausgeliefert erlebt?

Wer kann nicht anerkennen, dass sich dieser Anteil schützen möchte und den Kontakt zu "älteren" Menschen nicht ertragen kann - sich (wie im Falle Deines Partenrs/ehemaligen Partners) zuweilen ekelt?

Aktuell:

-Freund von ca. 33 Jahren (wie in meinem Alter) +/- 10 Jahren
-keinen Kontakt mehr zu Älteren, die meine Mutter und/oder Vater sein könnten
-arrogant - von oben herab
-Bayern- statt Dortmundfan

Allgemein gesagt, genau das Gegenteil zu den Interessen und Neigungen der letzten Jahre.

Was für ein nerviges Thema, wenn ich ehrlich bin.
 
Ich stelle mir die ganze Zeit die Frage , was bedeutet für Dich interessieren für ....

Also ich sehe kein Problem darin mich für ältere Menschen zu interessieren, genauso wie ich kein Problem darin sehe, mich für jüngere Menschen oder gleichaltrige Menschen zu interessieren.

Es gibt ältere Menschen, die ich derart attraktiv finde , das ich mir vorstellen könnte, mit ihnen eine Beziehung zu führen , genauso wie es jüngere Menschen gibt und auch gleichaltrige Menschen, bei denen das so ist.

Doch bei mir wird das nicht am Alter festgemacht, sondern an der Attraktivität.

Wenn ich mich mit Menschen unterhalte und feststelle sie sind mir, was ein bestimmtes Thema angeht weit überlegen so zolle ich deren Wissen Respekt unanhängig von ihrem Alter , es gibt auch jüngere Menschen, wie ältere , die in bestimmten Themenbereichen viel mehr Wissen besitzen als ich.

Wenn ich mich mit Menschen unterhalte, zwecks irgendwelcher Abhängigkeiten , betreffend finanzieller Entscheidungen so ist es für mich erstrebenswert, wenn diese ebenso kompetent sind. Das hat aber auch nicht viel mit dem Alter zu tun.

Es gibt ältere Menschen, die ich als Freunde bezeichnen kann, genauso wie es jüngere Menschen gibt aber das freundschaftliche wird nicht durch ihr Alter vorgegeben , sondern durch die Säcke Salz , die wir gemeinsam verspeist haben im Leben und dem Respekt und der Akzeptanz und dem daraus gewachsenen Vertrauen.


Das was Du in der Vergangenheit erlebt hast, formt Dich.

Der Mißbrauch den jemand erlebt hat kann ganz verschiedene Formen haben und auch ganz verschiedene Formen hervorbringen.

Das ist unterschiedlich , es ist so individuell, wie die Menschen die es erlebt haben und so individuell wie der erlebte Mißbrauch.

Dein inneres Kind ist ein Gedankenmodell , daß die Psychologie verwendet , aber eben nur ein Gedankenmodell.

Jeder Memsch der zum Beispiel schlimmes erlebt , dissoziiert , als Schutzmechanismus der eigenen Psyche, das ist dann auch nicht krank , sondern eher gesund .

Hat aber jemand Unrecht erlebt und ist sich dessen bewußt , so wird das erlebte Unrecht einen Eindruck hinterlassen.

Man kann einem Baby viel Liebe geben , indem man es oft auf den Arm nimmt und es eben lieb hat ....man kann aber ein Baby auch lieblos mit sich rumschleppen und ihm obwohl man es auf dem Arm hat wenig Zuwendung geben , selbst das hat auf den Menschen unter Umständen später einen Einfluß , ist aber individuell völlig verschieden.

Das was Du erlebt hast macht Dich individuell aus . Du bist Du.

Du bleibst auch Du und mutierst nicht zu irgendwem.

Aber um eben Dich zu beschreiben , als Mensch bedient man sich verschiedener Gedankesmodelle.

Deine Persönlichkeit hat also gewisse Anteile , setzt sich demnach aus verschiedenen Anteilen zusammen.

Begriffe wie Liebe , wie Freude , wie Lust , wie Schuld , wie Scham werden über das was Du ganz persönlich erlebst geformt.

Beispiel - erzählst Du einem Kind es sei Liebe , wenn Du ihm weh tust, so wird das Kind später ein erhebliches Problem damit haben den begriff Liebe unter etwas Positivem zu verbuchen.

Es entsteht über jahrelangen Mißbrauch meist eine andersartige Definitionskultur verschiedenster Begriffe.

Der mensch ist aber in der Lage die Andersartigkeit zu erkennen, weil er ja lesen kann oder durch andere Menschen erfährt, wie sie die Begriffe wahrnehmen, womit sie sie verbinden etc .

Es entsteht also sozusagen ein Knäul fehlgeleiteter Begriffsdefinitionen und damit einhergehend ein Knäul fehlgeleiterer Empfindungen.

Der Sinn und Zweck einer Aufarbeitung ist es meist , dieses Knäul für die Person ganz individuell zu entknoten.

Es gibt Knoten die sitzen extrem fest und es gibt Knoten die lösen sich fast von selbst , trotzdem ist alles niemand anderes , sondern alles ist Teil Deiner Selbst , Deins persönlcihen Ichs , Deines Charakters und was ganz wichtig ist ,
Teil Deiner persönlichen Ausrichtung , die Du selbst vornimmst.

Ist diese Fähigkeit Dich auszurichten nun durch bestimmte Teile Deiner Erlebnisse blockiert oder schlecht für Dich selbst oder noch nicht ausgebildet , sa sollte es Ziel und Zweck sein, diese Hindernisse zu entfernen.

Das führt dann zu einer Ausrichtung Deiner Persönlichkeit , Deines Handelns, Deines Denkens , zu einer Wahrnehmung Deiner selbst , zu einer Empfindungskultur von der Du sagen kannst , ich selbst bin mit mir im Reinen , wenn Du Dich dahingehend ausrichten willst.

Wie Du Dich aber ausrichtest, ist eine Dir obliegende freie Entscheidung .


Beispiel in Rußlang gab es mal zwei Kinder , die wurden den Eltern ( Alkoholiker ) weggenommen und den Großeltern gegeben , die aber auch Alkoholiker waren beide Kinder wurden dort sozusagen als Sklaven behandelt, geschlagen , wenn sie nicht hörten , mußten hungern , wurden pschisch und körperlich absichtlich gequält, mit 15 kamen beide ins Heim.

Der Bruder der beiden Zwillinge wurde zu einem der bekanntesten Massenmörder in Rußland und brachte 94 Menschen um.
Das Mädchen heiratete und gründete eine Familie .

Beide hatten aber eine gleich schlimme Behandlung erfahren, wobei das Mädchen noch sexuell mißbraucht wurde , was dem Jungen erpart blieb.

Die Konklusion das jetzt aufgrund der Kindheit der Junge zum Massenmöder werden mußte , ist also sehr weit hergeholt , denn das Mädchen hätte dann zur Massenmörderin werden müssen ....

Das nur als Beispiel ür den Anteil Deiner inneren Ausrichtung , die Du selbst vornehmen kannst.
Das ist auch die Grundlage in dem Beitrag , wo Du auf dem Schlauch stehst.

Nach einer erfolgreichen Aufarbeitung Deiner Vergangenheit bist Du bestenfalls frei Dich auszurichten wohin Du willst.
Du bist also nicht eine ewig Gefangene dessen, was Du erlebt hast, empfunden hast oder dissoziiert hast.
Sondern Du als Mensch besitzt das Vermögen das selbst zu bestimmen.
Dir mag jetzt noch der Weg dahin verschlossen sein, das aber sollte sich nach einer Aufarbeitung dessen was Dir widerfahren ist ändern.

Du wirst ältere Menschen treffen, die Du mögen wirst , genauso wie ältere die Du nicht mögen wirst. Genauso wie jüngere oder auch gleichaltrige .
 
ich habe einfach nur angst vor allem. angst, die menschen, die mir aktuell nah stehen, zu verlieren. manchmal ist meine angst so groß, so dass ich am liebsten keine therapie mehr machen möchte. nur aufhalten, kann ich den prozess nicht. was für ein schreckliches leben.
 
Das sind also Dinge, die zu ihrem Wohlbefinden beitragen:

"-Freund von ca. 33 Jahren (wie in meinem Alter) +/- 10 Jahren
-keinen Kontakt mehr zu Älteren, die meine Mutter und/oder Vater sein könnten

-Bayern- statt Dortmundfan
"




Das war die letzten Jahre anders:




Erinnerst Du, was dazu geführt hat, dass sich die Interessen und Neigungen geändert haben?

Welche Interessen hat dieser Anteil noch - welche, die Du als Gemeinsamkeit erlebst, annehmen kannst?


Welche Gedanken gehen Dir hierzu

durch den Kopf?


Du bewertest den Anteil als "arrogant - von oben herab".

Was meinst Du, weshalb sie Dinge sagt/macht, die Du so bewertest? Erinnerst Du an Situationen als Du in dem Alter warst und ähnlich gehandelt hast?


ich bin einfach nur noch überfordert und habe angst. derzeit wird mein leben einfach auf den kopf gestellt. ich schaue schon immer, ob es erfahrungen von früher gibt, die gedanken und gefühle heute auslösen. ich glaube, ich brauche jetzt ruhe. ich melde mich wieder. aber noch einmal vielen dank für den austausch.
 
ich habe eigentlich nur große angst davor, dass ich so werde, wie mir es mein inneres kind anzeigt oder so eigentlich gewesen wäre, wenn ich nicht bestimmte erfahrungen früher gemacht hätte. ich weiß, eigentlich sollte man froh sein, wenn sich etwas ändert. dass sich die abhängigkeiten lösen, ist auch gut. aber alles darüber hinaus, ist nicht das, was ich möchte. 🙁 mal schauen, ob ich heute erfahre, wann ich in die klinik kann.
 
und die themen, die meine abhängigkeiten auslösen, werden bearbeitet, so dass sich die abhängigkeiten automatisch lösen. und wenn ich merke, dass sich die abhängigkeiten zu älteren lösen, werde ich sicherlich nach der therapie kein interesse an älteren haben, oder?

ich habe eigentlich nur große angst davor, dass ich so werde, wie mir es mein inneres kind anzeigt oder so eigentlich gewesen wäre, wenn ich nicht bestimmte erfahrungen früher gemacht hätte.

Wenn du sagst, dass du das Interesse verlieren wirst, wenn sich die Abhängigkeiten lösen, dann ist doch deiner Aussage nach der einzige "Klebstoff" deiner Beziehungen zu anderen Menschen diese Abhängigkeit. Denn wenn es irgendeinen anderen Klebstoff gäbe, würdest du ja nicht sagen, dass du komplett das Interesse verlierst. Alleine deine Sorge, dass du die Menschen verlieren könntest, beweist doch, dass es da noch einen anderen Klebstoff gibt. Oder würdest du sagen, dass das auch nur Abhängigkeit ist?
Angenommen dein jetziges Leiden wäre tatsächlich nur Abhängigkeit: Wenn sich deine Abhängigkeit löst, würdest du doch über den Verlust der Menschen am Ende kein bisschen leiden. Also selbst wenn es so kommt, wovor solltest du dich fürchten?
Entweder du verlierst die Menschen nicht, die du magst, weil da noch mehr ist oder du empfindest ihr Verschwinden am Ende als überhaupt nicht problematisch. Den Zustand, dass sie dir unter entsetzlichem Leiden dahinschwinden, kann es so gesehen doch eigentlich garnicht geben.

oder meint ihr, dass alles erst einmal verarbeitet bzw. gelöst werden muss, damit ich überhaupt erkennen kann, wer mich reizt und wer nicht?

Das ist auf jedenfalls immer eine bessere Idee als anzunehmen, dass sich alles zwangsläufig zu einem vorbestimmten Zustand hin entwickeln wird. So gradlinig funktioniert das Leben erfahrungsgemäß nicht.
 

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