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Ich habe es versäumt, sexuelle Erfahrungen zu sammeln, bevor ich die Ehe schloss - meine Frau braucht das aber nicht

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Ehrlich gesagt verstehe ich immer den Sinn nicht hinter diesem "austoben". Mein Freund und ich sind recht früh zusammen gekommen, ich war seine Erste... ich hatte vorher 2-3 sexuelle Erfahrungen, auf die ich rückblickend lieber verzichtet hätte, weils einfach nicht schön war. Die mega Erfahrung hatten wir also beide nicht. Hab ich deswegen das Gefühl, dass ich was versäumt hätte? Eigentlich nicht. Aber ich bin auch sehr offen und experimentierfreudig innerhalb der Beziehung, das reicht mir an "austoben". Aber trotzdem bekomme ich immer und immer wieder von anderen Menschen gesagt, ob mir nicht was fehlen würde, weil ich diese sexuelle Abwechslung mit möglichst vielen verschiedenen Männern nicht hatte. Was genau soll mir das bringen? In wie fern bereichert das das eigene Leben, was wird dadurch anders/besser? Sicher tickt jeder Mensch anders... ich würde nur gerne das irgendwie nachvollziehen können.

Wenn du deine Frau wirklich so liebst, dann wirst du dich wohl arrangieren müssen, wenn sie nicht alles ausprobieren will, was du gerne würdest - nicht jede sexuelle Praktik ist für Jeden was, das kannst du kaum ändern... bzw. musst du selbst entscheiden, ob dir diese Liebe, Ehe und die Familie wichtiger sind... oder ob es dir wichtiger ist deine "verpasste Jugend" nachzuholen und dich sexuell auszutoben.

Ich denke auch nicht, dass du deinen Kindern da irgendwelche Ratschläge geben musst... Teenies hören eh letztlich nicht darauf bzw. machen eher das Gegenteil von dem, was die Eltern ihnen raten 😉 ...die machen schon ihr Ding und finden ihren eigenen Weg, wenns soweit ist. Stress dich deswegen doch nicht jetzt schon.
 
Ich verstehe diese Sehnsucht total, aber dafür ist man doch erwachsen, das in Verantwortung abzuwägen.

Als ich mit meinem jetzigen Partner zusammenkam und wir uns unser Leben gegenseitig erzählten, da war ich auch total traurig, dass ich diesen Mann nicht eher getroffen habe und mit ihm Kinder bekommen habe. Weil ich mir immer das gewünscht hatte, was er von sich, seinen Kindern erzählte, wie er Schwangerschaft und Geburt erlebt hatte und was das für ihn bedeutet hat. Und ich Trottel binde mich an einen gefühlsamputierten Neurotiker ... Wir sind theoretisch noch nicht zu alt zum Kinderkriegen und einen ganz kurzen Moment wurde ich schwach. Ich habe geweint um den Verlust dieser schönen Erfahrung und war einige Tage sehr traurig.

Und dann habe ich mich zur Ordnung gerufen und es zu den Dingen gelegt, die mir eben nicht vergönnt waren. Ich kann nicht einfach Kinder kriegen, nur weil es jetzt halt so schön wäre.

Ich denke auch nicht, dass du deinen Kindern da irgendwelche Ratschläge geben musst... Teenies hören eh letztlich nicht darauf bzw. machen eher das Gegenteil von dem, was die Eltern ihnen raten 😉 ...die machen schon ihr Ding und finden ihren eigenen Weg, wenns soweit ist. Stress dich deswegen doch nicht jetzt schon.
Da schließe ich mich an, das dachte ich mir auch. Behalt Deine Sexualität für Dich, das wollen die Kids eh nicht wissen. Und es kommt, wie es kommt.

Genauso wie der Moment, an dem man sich wünscht "Hätte ich doch nur ...".
 
Was mich aber tatsächlich etwas ratlos zurücklässt, ist die Frage, ob und was ich meinen Kindern, wenn sie denn mal Teenager oder junge Erwachsene sind, mit auf den Weg geben soll?!? Soll ich ihnen dann raten "Dann macht das doch mit der F+, wenn ihr euch sexuell ausprobieren wollt, bevor ihr euch in einer Beziehung oder gar Ehe bindet!" um meinen "Fehler" nicht auch zu begehen? Bzw. sollte ich es gutheißen oder nicht, sollte ich es mitbekommen?
Oder einfach machen lassen und auf Verhütung hinweisen? Am Besten wird es sicher sein, ich kriegs gar nicht so genau mit...

Wenn du mehrere Kinder hast, werden bestimmt nicht alle von ihnen den gleichen Lebensweg gehen und die erste Liebe heiraten, das ist heutzutage ja eher selten. Wobei die Beziehung der Eltern auf jeden Fall prägt und auch ein Ideal darstellt.
Wenn dich deine Kinder explizit danach fragen (was ich eher nicht denke), kannst du ihnen ja mit auf den Weg geben, dass es völlig okay ist, sich erstmal auszuprobieren, es aber auch okay ist, mit der ersten Liebe zusammenzubleiben. Es muss ja nicht sein, dass sie die Situation so erleben würden wie du.
Aber insgesamt würde ich sagen, misch dich da nicht ungefragt ein, sie werden schon ihren Weg finden. Heutzutage findet man den Rat, sich erstmal auszuleben, bevor man sich länger bindet, ja an jeder Ecke.
 
Aber trotzdem bekomme ich immer und immer wieder von anderen Menschen gesagt, ob mir nicht was fehlen würde, weil ich diese sexuelle Abwechslung mit möglichst vielen verschiedenen Männern nicht hatte. Was genau soll mir das bringen? In wie fern bereichert das das eigene Leben, was wird dadurch anders/besser? Sicher tickt jeder Mensch anders... ich würde nur gerne das irgendwie nachvollziehen können.
Hm. Ich kann nur für mich sprechen, aber glaube, dass es für mich im Fall des Falles nicht um klischeehaftes Austoben und wildes Rumficken ginge, bei dem ich mir abgebrüht und cool vorkommen kann. So etwas interessiert mich null.
Aber tatsächlich ist der Gedanke, andere Menschen beim Sex zu erfahren und zu spüren, nicht reizlos für mich.
Bislang hatte ich in meiner Beziehung nicht das Bedürfnis danach und vermutlich wird es auch in naher Zukunft nicht aufkommen, aber wer weiß, was in zehn oder zwanzig Jahren ist? Gut ist, dass mein Mann und ich sexuell sehr ähnlich ticken und wir auf der Ebene bisher eine erfüllte Beziehung hatten. Ich mag es auch sehr, jeden Zentimeter seiner Haut zu kennen, ich mag es genau zu wissen, welche Berührung, welcher Griff ihm gefällt und, dass er das umgekehrt genauso weiß und ich mag auch das Vertrauen zwischen uns, das es möglich macht, sich gemeinsam Neuem zu öffnen.

Nichtsdestotrotz finde ich neben meinem Mann auch andere Menschen attraktiv und interessant und kann mir durchaus vorstellen, dass irgendwann der Wunsch aufkommt, Intimität und Sexualität auch mit anderen zu erleben. So ein Menschenleben kann mitunter sehr lang werden und ich finde den Gedanken schön, noch total viel zu erleben und manches davon auch mit mehr als einem Menschen. Vielleicht wird das immer nur ein Gedanke bleiben und ich nie das Bedürfnis haben, es tatsächlich auszuleben. Ausschließen kann ich es aber schlicht nicht und wenn der Wunsch irgendwann größer und realer wird, finde ich das legitim. (Übrigens auch, wenn mein Mann solche Bedürfnisse entwickelt.)

Für mich betreffen diese Gedanken aber ausschließlich die Zukunft. Was die Vergangenheit angeht, habe ich keine ambivalenten Gefühle mich früh fest gebunden zu haben und womöglich in meinen Zwanzigern irgendetwas verpasst zu haben. Für mein Gefühl war ich genau da, wo ich sein sollte und bin froh, dass sich mein Leben genauso entwickelt hat. Man kann ohnehin nicht alles haben und das, was war, nicht mehr ändern, insofern sehe ich wenig Sinn darin, irgendetwas Nichtgelebtem nachzuweinen.
 
Danke für die ausführliche Erklärung... so kann ich mich da schon etwas besser reinversetzen und ich verstehe durchaus den Reiz daran. Natürlich sehe ich auch immer wieder mal andere Männer oder Frauen, die ich attraktiv finde... das schließt sich ja nicht aus, trotz Beziehung. Bisher waren da aber nie so Gedanken dabei, dass ich diese Menschen gerne beim Sex erleben würde und auch nicht so Gedanken "Was, wenn ich was verpasst habe?"... aber ja, das bezieht sich allein auf die Vergangenheit. Was die Zukunft bringt, kann man nie mit Sicherheit wissen.
 
Ich kann Dich sehr gut verstehen. Menschen sind auf der Welt, um Sex zu haben, darauf sind wir genetisch programmiert und das macht uns nachhaltig glücklich. Versuche doch irgendwie eine ehrliche Lösung mit Deiner Frau über eine offene Beziehung zu finden.
 
Natürlich sehe ich auch immer wieder mal andere Männer oder Frauen, die ich attraktiv finde... das schließt sich ja nicht aus, trotz Beziehung. Bisher waren da aber nie so Gedanken dabei, dass ich diese Menschen gerne beim Sex erleben würde
So konkret und deutlich hatte ich das während meiner Beziehung erst einmal. Damals habe ich eine Person kennengelernt, die ich grundsätzlich attraktiv fand, aber in der gemeinsamen Interaktion war dann auch noch eine beidseitige Anziehung spürbar, die Chemie hat gestimmt, menschlich hat es megagut harmoniert, wäre ich single gewesen, hätte ich den Kontakt sehr gerne vertieft und mit diesem Menschen geschlafen.
Aber da ich nun mal nicht single bin und mein Mann und ich eine monogame Beziehung führen, stellte sich die Frage erst gar nicht und das war nicht schlimm. Mich hat das nicht frustriert oder andere negative Gefühle aufkommen lassen, es war eben ein Augenblick starker Anziehung und der Wimpernschlag einer Wunschvorstellung. Ich finde nichts Schlimmes daran, sondern denke, dass so etwas eben vorkommt, wenn man Menschen begegnet.

Das Problem des TEs ist insofern schwieriger, weil er sehr konkrete Vorstellungen und Wünsche hat, die er im Sexleben mit seiner Frau nicht ausleben kann. Bedürfnisse bleiben unbefriedigt. Für mich passen Pauschalbegriffe wie "austoben" auch nicht richtig dazu, denn über kurz oder lang stelle ich es mir plastisch und womöglich etwas überspitzt ausgedrückt so vor, als würde es irgendwo am Körper sehr dolle jucken, aber man kann sich nicht an der Stelle kratzen, sondern nur an anderen, die aber eben gar nicht jucken. So bleibt immer ein starker Reiz da, der nie gestillt werden kann.

Im Übrigen überraschen mich Aussagen und Argumentationen, die in die Richtung gehen "Wenn du sie (wirklich) liebst, musst du eben drauf verzichten. Punkt."
Das kann ich gar nicht nachvollziehen. Dass man in einer lieben, stabilen Beziehung Phasen ohne Sex oder mit Sexproblemen haben kann, ohne gleich Angst vor einer Trennung haben zu müssen, sollte selbstverständlich sein. Kein Thema.
Aber wenn ein Partner grundsätzliche sexuelle Bedürfnisse dauerhaft (!) ignorieren und negieren soll und mit den Folgen alleine stehengelassen wird, finde ich das sehr problematisch. Hätte mein Partner so eine Einstellung, hätte ich damit ein sehr großes Problem, das nicht nur unser Sexleben, sondern unsere gesamte Beziehung betreffen würde.
 
Deinen Kindern hilfst Du am besten, wenn Du ihnen ein gutes Vorbild bist und sie ihr Leben so gestalten lässt, wie sie es möchten.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute.
 
Die Frage ist, ob der Wunsch real ist oder nur durch Anreize aus Social Media suggeriert.
Allem Anschein nach hat der TE sich schon entschieden.

Ich empfinde seine Entscheidung als sehr positiv.
 
Aber wenn ein Partner grundsätzliche sexuelle Bedürfnisse dauerhaft (!) ignorieren und negieren soll und mit den Folgen alleine stehengelassen wird, finde ich das sehr problematisch. Hätte mein Partner so eine Einstellung, hätte ich damit ein sehr großes Problem, das nicht nur unser Sexleben, sondern unsere gesamte Beziehung betreffen würde.
Ich denke hier geht es aber nicht darum, dass die Partnerin seine Bedürfnisse ignoriert... sondern das sie sie eben schlicht und ergreifend nicht teilt. Es bringt ja auch nichts, wenn die Frau jetzt ihm zu Liebe irgendwelche Sexpraktiken mitmacht, die sie gar nicht will, nur damit es ihn nicht mehr juckt.... sozusagen. Beziehungen bedeuten auch immer gewisse Kompromisse und das man im Leben nicht alles bekommt, was man sich wünscht, ist sicher auch etwas, womit man sich arrangieren muss. Die Frage ist, ob man da einen gemeinsamen Mittelweg findet. Ansonsten bleibt einem wohl nur die Trennung, wenn die Bedürfnisse so stark sind, dass man nicht darauf verzichten kann. Aus Angst vor Trennung machen dann leider viele eben doch bei Praktiken mit, die sie eigentlich für sich ablehnen und keinen Spaß dran haben... das ist genauso schädlich wie das Unterdrücken eigener Bedürfnisse... wenn nicht sogar schlimmer.
 
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