Hallo Armadillo,
Ich finds nur schade dass sie sich gleich für immer und ewig getrennt hat, anstatt einfach nur einer Beziehungspause mit einer Kontaktsperre. Aber ich denke, das konnte sie nicht tun weil sie wusste wie ich reagieren würde, ich hätte sie sicher immer wieder kontaktiert und hätte ihr so kaum ruhe gegeben. Sie wusste ja wie empfindlich ich eigentlich immer war, wenn es mal hieß bei uns läufts mal grade nicht so gut, nahm ich mir alles sehr stark zu herzen.
Ich kann mir auch denken, dass sie diese Option gewählt hat, weil es, wie du selbst in einem früheren Beitrag ähnlich geschrieben hast, ein Unterschied ist, ob eine Beziehung auf Dauer oder nur vorübergehend beendet wird. Du und die Beziehung wären auch ihr wohl die ganze Zeit über noch im Kopf herumgespukt, ob sie sie will, wie sie sie will, was sich ändern lässt, was sich ändern muss usw. und ich denke, die Trennung war in der Hinsicht auch eine Entlastung von Verantwortung, der sie sich nicht gewachsen fühlte oder fühlen wollte, weil ihr eben die Uni so wichtig ist und so viel Zeit und Energie raubt. So muss sie es sicherlich auch als eine Art kleine Befreiung ansehen, auch wenn es natürlich auch für sie mit Verlustschmerz verbunden ist, denn Gefühle waren ja da.
Ungefähr kann ich schon erahnen wie sie sich jetzt fühlt, sie hat sicher eher eine aufbruchs Stimmung, endlich ist der Klotz runter von ihrem Bein, endlich ist sie frei und kann sich um wichtigere Dinge kümmern.
Das klingt sehr hartherzig dir selbst gegenüber und wie ein Weg deines Inneren, den Schmerz zu verarbeiten zu versuchen. Sie hat dich auch geliebt und wie gesagt sterben Gefühle nicht von heute auf morgen. Es gibt Menschen, die merken erst nach dem Verlust, wie wichtig ihnen der verlorene Mensch war/ist. Wie auch immer sie die Trennung als Befreiung empfinden mag, ist und bleibt sie ein Verlusterlebnis und erzeugt somit auch Schmerz. So ging es mir mit meiner ersten Trennung auch - sie war Befreiung und schmerzhafter Verlust zugleich. Denn auch eure Beziehung hatte ja sowohl ihre guten als auch ihre schlechten Seiten. Sie hat etwas gewonnen UND etwas verloren. Wie auch immer sie die neu gewonnene Zeit nutzen kann und wird, wird sie so wie du erst einmal verarbeiten müssen, dass sie dich verloren/aufgegeben hat.
Was "wichtiger" ist, ist, finde ich, immer subjektives Empfinden. Ich glaube nicht, dass sie überhaupt eine Beziehung mit dir gehabt hätte, wenn du ihr nicht unheimlich wichtig gewesen wärst. Und für ihr Herz bist du es sicher immer noch. Nur eben in ihrem Kopf nicht mehr. Putz' dich nicht selbst herunter. Dass du verletzt wurdest, heißt nicht, dass du unwichtig oder hilflos bist, auch wenn du dich so fühlst.
Wir waren über 10 1/2 Monate zusammen, wir wollten uns nie wieder loslassen und haben uns sehr geliebt, ich bin eigentlich auch ziemlich enttäuscht von ihr, wieso sie es nicht geschafft hat für uns zu kämpfen, aber sie hatte ja da noch diese Angst, Paranoias und Ungewissheiten wie sie damit umgehen soll.. schade dass sie es aufgeben musste ...
Hier sagst du selbst, wie wichtig du ihr warst. Und wie schmerzhaft es demnach auch für sie sein muss, dich aufgegeben zu haben. Ich denke auch, dass ihr gerade deswegen die Entscheidung überhaupt nicht leicht gefallen ist. Je "leichter" es rüberkommt, desto schwerer kann es im Herzen dem Gegenüber gefallen sein. Es ist und bleibt unausweichlich, dass derartige schwere Entscheidungen immer auch mindestens einen Menschen verletzen werden. Ihre Priorität war die Uni und in der Hinsicht musste sie Abstriche machen, ob die nun notwendig waren oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden, aber ich denke, es wäre auch auf Dauer nicht gut für euch beide gewesen, wenn es auf Dauer nur noch Stress gegeben hätte, eben weil sie eurer Beziehung nicht viel Zeit widmen konnte.
Die ersten Tage waren die Hölle, aus dem unglaubwürdigen Schockzustand wurde ein nüchternder dauerhafter Schmerz, der immer in mir drinn ist, in meiner Brust. Ich spüre es immer und trage es immer mit mir, egal wohin ich gehe oder was ich tue.
Genauso geht es mir auch heute immer noch und das ist verständlich, diese Gefühle sind da, sie dürfen da sein, sie sind in Ordnung, sie brauchen ihren Raum, dann wird der Schmerz irgendwann kleiner werden. Wenn die alten Gefühle keine Nahrung mehr erhalten, wenn du die Lücke mehr oder weniger mit neuen bedeutsamen Dingen gefüllt hast, wird die Last allmählich kleiner werden.
Ich versuche jetzt auch zu verstehen was ihr so die ganze Zeit vorging in unserer Beziehung. Sie meinte, sie hätte die ganze Zeit gelitten, weil ich ja so und so war. Weil ich sie eingeengt habe, weil ich über bestimmte Sachen die und die Meinung hatte, weil ich das und das getan habe. Aber wenn das alles so schlimm war, wieso um alles in der Welt war sie trotzdem mit mir zusammen, wieso hat sie die Pläne für das zusammenziehen geschmiedet. Wieso hat sie nicht gesagt wass sie stört und was wir anders machen können? Wieso hat sie versprochen um uns zu kämpfen, falls wir mal schwierigkeiten haben in der Beziehung, und dann doch aufgab? Wieso meinte sie plötzlich, die Beziehung sei nicht gut für sie gewesen, weil sie vieles vernachlässigt hat, und vorallem war die Beziehung angeblich auch nicht gut für mich. Wieso hat sie so oft gesagt dass ich ihr gut tue, dass ich was besonderes bin und sie glücklich ist dass sie mich hat, wieso sagte mir so oft ich liebe dich und fügte ein soooooooooooooooooooooooooooooooooo hinzu, ih kann das einfach nicht verstehen.
Sicher gibt es Macken am Partner, die Kompromisse erfordern, und alles lieben geht nicht, das macht das Entscheidende an Individualität aus. Deine Macken kann dir keiner nehmen und wozu auch? Sie sind ein Teil der Persönlichkeit. Sie machen dich nicht schuldig an ihrem Leid. Sie hätte einen Weg finden können, besser oder anders damit umzugehen, um darunter nicht zu leiden, in erster Linie offener zu sein. "Trotzdem" mit dir zusammen war sie, weil du ihr so gut getan hast. Weil es, wie gesagt, Schlechtes UND Gutes gibt, weil du auch viele bewundernswerte, liebenswerte Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen hast, weil du viel für die Beziehung getan hast:
Ich möchte jetzt die Schuld auch nicht alleine tragen, sie hatte auch eine Teilschuld an dem ganzen und wie sie das beendete war auch nicht die feine englische Art. Auch wenn ich guten Grund dazu habe sauer und wütend auf sie zu sein, kann ich es trotzdem irgendwie nicht. Ich hoffe sie wird eines tages erkennen was sie da eigentlich fabriziert hat. Mir so reinzuwürgen, ich gab ihr keinen Grund mir nicht zu vertrauen, ich habe sie immer mit Respekt behandelt, ich wollte nur das beste für sie und habe auch meine Wünsche und Bedürfnisse deshalb zurückgeschraubt.
Ganz genau! Ja, es wird sicher noch eine Weile dauern, bis du wirklich wütend auf sie sein kannst, denn noch ist sie ein schmerzhafter Verlust, den du am liebsten rückgängig machen würdest, und Wut würde nur das Gegenteil bewirken, würde die Trennung subjektiv legitimieren. Auch das zu integrieren, braucht seine Zeit. Schön, dass du es so früh erkannt hast
🙂
Vielleicht meinte sie ja das damit, dass die Beziehung auch nicht gut für dich war:
Sie hat die Beziehung ganz beträchlich kaputt gemacht, weil sie einfach unsere Abmachung vergessen oder mit absicht ignoriert hat. Wo wir uns geschworen haben alles dem anderen mitzuteilen, wie man sich fühlt, damit wir das Problem gemeinsam anpacken könnten. Sie hat das missachtet, kein wunder dass sie dann am ende Angst, Paranoia und sonst was hatte. Sie hat mir einfach nie gesagt was in ihr vorgeht, dass sie total überarbeitet war, konnte auch ein blinder erkennen, deswegen wollte ich da nicht zuviel bei ihr nachhacken um sie nicht zusätzlich dem emotionalen Stress auszusetzen. Aber scheinbar war er schon lange da und sie hat versucht alleine mit ihm fertig zu werden, und scheiterte dabei.
Sie hat entgegen ihren Absichten nicht gekämpft oder kämpfen wollen, hat euch immer hintan gestellt, hat die Beziehung womöglich nur als bequemes Ruhekissen betrachtet, das nicht anstrengend werden darf, damit sie sich, ohne die Uni zu vernachlässigen, nicht überanstrengt. Sie hat dir keinen Entscheidungsfreiraum gelassen. Es ist nur verständlich, dass du dich da verletzt fühlst, hilflos, und dass du allen Grund hast, wütend zu sein. Ihr habt beide Fehler gemacht, von denen sich viele erst im Nachhinein als Fehler entpuppen, aber es bleibt in der Entscheidung beider Partner, ob diese Fehler in der Summe bearbeitet werden können oder ein Schlussstrich besser wäre. Sehr schade, dass sie dir diese Entscheidung abgenommen hat.
Loslassen sollte ich, hat sie gesagt, aber warum sollte ich das? Was stimmt mit mir nicht? Was habe ich verkehrt gemacht als ich einfach aus "mir" ein "uns" gemacht habe, ich wollte immer für sie da sein, sie lieben und mit ihr mein Leben verbringen.
Du hast nichts verkehrt gemacht. Auch was verkehrt ist, ist immer eine subjektive Bewertung, die im Nachhinein anders ausfallen kann als währenddessen, denn während der Beziehung war auch deine Perspektive eine andere. Du hast ja nicht von Anfang an gewusst, hast nicht wissen können, dass es einmal so weit kommt, und wenn die Beziehung so verlaufen ist, dass du dich wohl gefühlt hast, dass du ihr deine Liebe gezeigt hast, dass du alles gegeben hast, dann hast du nichts "verkehrt" gemacht. Es war in deinen Augen eben etwas Schönes, was sich richtig angefühlt hat. Nichts stimmt mit dir nicht. Du bist ein Mensch, der Gefühle hat, der sich verletzt fühlt, weil er verlassen wurde, der vor vollendete Tatsachen gestellt wird und die Schuld bei sich sucht, der sich hilflos fühlt und zurückholen möchte. Das alles ist menschlich, das alles bist du. Nichts daran "stimmt nicht".
Dass du sehr viel schreibst, zeigt, dass du auf einem guten Weg bist, es ganz allmählich loszulassen. Es verstehen zu wollen, ist eine Form, loszulassen, denn dann verschwindet die Hilflosigkeit.
Ich wünsche dir weiterhin nur das Beste auf diesem Weg und ganz viel Kraft!
Lg, Schnecke
🙂