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Ich habe ein Jahr verschwendet

Klar begegnen mir überall Männer.
Aber nicht in der Umgebung, die mich triggert.
Und selbst wenn ich mich ab und zu unwohl fühle, kann das ja kein Grund sein nie wieder zu arbeiten.

Ich weiß gerade nicht, warum ich mich für mein Trauma rechtfertigen muss.
 
Magst Du verraten, was genau Du "im Baustellenumfeld" gemacht hast (Ausbildung/Studium, Praxis)? Ich denke auch, dass es am erfolgversprechendsten ist, an diese Kenntnisse und Erfahrungen anzuknüpfen und sie in ein anderes, weniger triggerndes Umfeld zu übertragen. Vielleicht ist auch eine Umschulung eher möglich, wenn deutlich wird, dass Du realistische Chancen auf einen neuen Job hast damit. Vielleicht brauchst Du die Umschulung aber auch gar nicht und eine kürzere Qualifizierung ist ausreichend.
 
Ich habe eine Ausbildung im Handwerk gemacht und dort auch beinahe 15 Jahre lang gearbeitet.
Von der Entwurfserstellung bis zur fertigen Montage habe ich alles gemacht. Mit meiner Vorbildung wäre es möglich als Mediengestalterin wieder einzusteigen, was ich für wenig realistisch hielt, da KI momentan viele dieser Jobs obsolet macht. Während der Reha durfte ich einen Mediengestalter kennenlernen, der seinen Job deshalb verloren hat.
Da ich bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung habe, könnte ich ohnehin eine Umschulung auf 2 Jahre verkürzen.

Hier wird gesagt, dass man Buchhändler und Bibliothekare nicht mehr benötigt.
Was benötigt man denn dann heutzutage noch?
 
Wiespo rechtfertigen - verstehe ich nicht - es geht doch darum dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen, nicht nur für 3 sondern für 8 Stunden also wie jeder andere auch, der Vollzeit arbeiten geht oder sehe ich da etwas falsch ?

Wenn es aber ein Problem darstellt mit Männern in einem Raum zu sein , müsste man ja dafür sorgen, dass Du ein extra Büro bekommst oder dafür sorgen, das Du Kolleginnen hast.

Na und wenn das für Dich eben nicht möglich ist , kann es ja sein, das das eben Deine Arbeitsfähigkeitseinschränkung durch Gutachten beeinflusst.

Wenn Du also da schon ein Problem hast - wäre es da nicht sinnvoller das erst einmal auszutherapieren soweit es machbar ist , damit Du eben durch spätere Jobausübung nicht überfordert bist ?

Wenn das Gutachten das nicht bestätigt, dass Du uneingeschränkt arbeiten kannst - dann hat das doch einen Grund .

Das Thema Umschulung steht da denke ich auf einem anderen Blatt, die kann man ja bei bei vorhersehbarem Therapieerfolg trotzdem bewilligt bekommen oder ist das miteinander gekoppelt ?
 
Es gibt hunderte Berufe, die man ausüben kann, ohne dass man sich da auf Teilhabe, Umschulung oder anderes fokussieren muss. Dass eine geförderte Teilhabe am Arbeitsmarkt gewissen Bedingungen unterliegt, das ist wohl jedem bewusst, denn es geht um Steuergelder, die nicht aufgewendet werden sollten, wenn nicht zu 100% gesichert ist, dass der Kandidat/die Kandidatin das auch wirklich durchsteht.
PTBS plus Depressionen, das ist ein denkbar schlechter Ausgangszustand, zumal ja weiterhin vorhanden, trotz Therapie.
Suche Dir einen Minijob, dann kannst Du die eigene Belastbarkeit testen, ob Du das überhaupt schaffst.
Supermarkt, Bäckerei, Tankstelle, sonstiger Einzelhandel, Gastronomie, überall werden Arbeitskräfte gesucht und es braucht keine Ausbildung oder gar Umschulung dafür.
Ansonsten 30 Std. Teilzeit bei 14€/h brutto, das ergibt etwa 1400 netto (+ eventuelle Zulagen für Schichten und Wochenenden), das ist weit entfernt von Existenzminimum und auch damit kommt man ohne Ausbildung locker um die Runden, Männern wird man überall begegnen und wo dann “Trigger” sind und wo nicht, das kann niemand vorhersagen.
Für welche Bereiche Umschulungen überhaupt gefördert werden, das kann man bei der Agentur für Arbeit online nachlesen, Buchhandel wird man dort sicher nicht finden, weil es ein sterbender Zweig ist. Eher sind Umschulungen im Pflegebereich, im Gesundheitswesen und anderen Bereichen gefragt, die händeringend suchen. Gerade im Pflegebereich sollte es null “Trigger” geben, aber die Belastung kann trotzdem erdrückend sein, wird also eher Aspiranten ohne psychische Belastung genehmigt werden.
Fakt ist: wer staatlich gefördert werden will, muss leisten und die Vorgaben erfüllen und eben auch Wartezeiten wie alle anderen ertragen. Wer das nicht kann, begibt sich eigenständig auf Jobsuche und muss sich dafür aber sehr gut einschätzen können in Funktionalität und Belastbarkeit, lieber klein anfangen und weiterhin an den psychischen Baustellen arbeiten.
Wieviele Menschen am Existenzminimum leben, ist ja gemeinhin bekannt. Wenn Einkommen/Renten nicht für die Miete und das Leben reichen, dann muss man eben umziehen und die Kosten senken, so wie auch jene, die Bürgergeld beziehen und den Wohnraum bezahlt bekommen wollen oder Aufstocken. Ob man selbstverschuldet, fremdverschuldet oder unverschuldet in dieser Situation steckt, das spielt dabei keine Rolle.
Jammern jedenfalls hat noch nie geholfen, anpacken und vorgegebene Abläufe akzeptieren und einen realistischen Blick haben, das hilft am Ehesten weiter.
 
@GreyWarden

Ich habe wenn man so will mein halbes Leben vergeudet weil alles umsonst war.
Diagnose kPTBS Depressiv ein Suizidversuch berentet mit 45 Jahren heute 60 Jahre alt.

Mit der Diagnose PtBs und Depressionen ist es wohl eher schwer eine Daueranstellung zu finden, der künftige Arbeitgeber kann das Risiko häufiger Fehlzeiten aus nachvollziehbaren Gründen nicht riskieren. Ich war zum Glück sebstständiger Unternehmer im Agrarbereich und musste mich folglich nie bewerben.. Das war mein Glück. Das einzige übrigens. Für mich gab es immer nur eins Augen zu und durch und niemals aufgeben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier wird gesagt, dass man Buchhändler und Bibliothekare nicht mehr benötigt.
Was benötigt man denn dann heutzutage noch?
Guck mal, hier kannst Du nach Deinem Bundesland filtern, in welchen Branchen ein Arbeitskräfteengpass besteht.

 

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