Es gibt hunderte Berufe, die man ausüben kann, ohne dass man sich da auf Teilhabe, Umschulung oder anderes fokussieren muss. Dass eine geförderte Teilhabe am Arbeitsmarkt gewissen Bedingungen unterliegt, das ist wohl jedem bewusst, denn es geht um Steuergelder, die nicht aufgewendet werden sollten, wenn nicht zu 100% gesichert ist, dass der Kandidat/die Kandidatin das auch wirklich durchsteht.
PTBS plus Depressionen, das ist ein denkbar schlechter Ausgangszustand, zumal ja weiterhin vorhanden, trotz Therapie.
Suche Dir einen Minijob, dann kannst Du die eigene Belastbarkeit testen, ob Du das überhaupt schaffst.
Supermarkt, Bäckerei, Tankstelle, sonstiger Einzelhandel, Gastronomie, überall werden Arbeitskräfte gesucht und es braucht keine Ausbildung oder gar Umschulung dafür.
Ansonsten 30 Std. Teilzeit bei 14€/h brutto, das ergibt etwa 1400 netto (+ eventuelle Zulagen für Schichten und Wochenenden), das ist weit entfernt von Existenzminimum und auch damit kommt man ohne Ausbildung locker um die Runden, Männern wird man überall begegnen und wo dann “Trigger” sind und wo nicht, das kann niemand vorhersagen.
Für welche Bereiche Umschulungen überhaupt gefördert werden, das kann man bei der Agentur für Arbeit online nachlesen, Buchhandel wird man dort sicher nicht finden, weil es ein sterbender Zweig ist. Eher sind Umschulungen im Pflegebereich, im Gesundheitswesen und anderen Bereichen gefragt, die händeringend suchen. Gerade im Pflegebereich sollte es null “Trigger” geben, aber die Belastung kann trotzdem erdrückend sein, wird also eher Aspiranten ohne psychische Belastung genehmigt werden.
Fakt ist: wer staatlich gefördert werden will, muss leisten und die Vorgaben erfüllen und eben auch Wartezeiten wie alle anderen ertragen. Wer das nicht kann, begibt sich eigenständig auf Jobsuche und muss sich dafür aber sehr gut einschätzen können in Funktionalität und Belastbarkeit, lieber klein anfangen und weiterhin an den psychischen Baustellen arbeiten.
Wieviele Menschen am Existenzminimum leben, ist ja gemeinhin bekannt. Wenn Einkommen/Renten nicht für die Miete und das Leben reichen, dann muss man eben umziehen und die Kosten senken, so wie auch jene, die Bürgergeld beziehen und den Wohnraum bezahlt bekommen wollen oder Aufstocken. Ob man selbstverschuldet, fremdverschuldet oder unverschuldet in dieser Situation steckt, das spielt dabei keine Rolle.
Jammern jedenfalls hat noch nie geholfen, anpacken und vorgegebene Abläufe akzeptieren und einen realistischen Blick haben, das hilft am Ehesten weiter.