Hallo
Das kann ein Grund für seine Schwierigkeiten sein.Kinder fühlen sich ihren Eltern extrem eng verbunden ,grade im unbewussten und emotionalen Bereich.
Sicherlich hat mein eigenes soziales Verhalten Einfluss auf die Erziehung meines Sohnes. Das sehe ich genau so. Daher habe ich auch einen starken Anreiz, mein Sozialverhalten bewusst zu beobachten und zu steuern. Ich begebe mich von mir aus häufig in Situationen, die mir eigentlich Angst machen, um meinen Kindern ein positives Vorbild zu sein.
Dass ich hier nicht Maßstäbe erreichen kann, wie das „normale“ Menschen tun, ist mir bewusst und das kann ich auch akzeptieren. Wenn alle perfekt sind, wo bleibt dann die Vielfalt?
Allerdings finde ich es nicht in Ordnung von meinen sozialen Ängsten direkt auf die sozialen Probleme meines Sohnes zu schließen. Das ist meiner Meinung nach zu kurz gedacht. Nicht alle Kinder von sozial gehemmten Menschen verhalten sich in der Öffentlichkeit wie „die Axt im Walde“. Ich denke, hier werden andere Faktoren vernachlässigt. Wie schon mal erwähnt, sind wir Menschen zu komplex, um derart kurze Rückschlüsse schließen zu können.
Vielleicht solltest du eine Therapie machen
Ich habe bereits erwähnt, dass ich eine Therapie gemacht habe. Psychotherapeuten sind keine Autoschlosser, die eine lockere Schraube fest drehen und dann läuft der Laden wieder. Therapie hat Grenzen. Ich habe momentan den Eindruck, das Beste aus mir herausbekommen zu haben und das ist auch in Ordnung für mich.
Ich werde auch die selben Grenzen bei meinem Sohn akzeptieren. Es muss nicht jeder perfekt sein. S.o.
Höre auf andere Leute für das schwierige Verhalten deines Kindes verantwortlich zu machen.
Damit zeigst du ,dass du immer noch ein schwieriges Sozialverhalten hast.
Kinder werden hauptsächlich durch ihre Eltern geprägt, nicht durch die Erzieher, Lehrer..
Ich streiche hier noch mal heraus, dass es mir nicht darum geht, wer für das Verhalten meines Sohnes SCHULD ist. Ich habe schon im vorherigen Beitrag gesagt, dass mir das Wurst ist und es ärgert mich, dass du dich in diesem Punkt wiederholst, obwohl ich bereits in einem Beitrag von dir dagegen argumentiert habe.
Es geht hier darum, das die Therapie meines Sohnes von Erziehern und Lehrern unterlaufen und damit seine Chance, vernünftig auf die derzeitige Regelschule zu gehen, geschmälert, wenn nicht vereitelt wird.
Ich habe keinen Einfluss auf das Verhalten meines Sohnes in Hort und Schule. Ich bin nicht DA! Ich habe den Erziehern und Lehrern Tipps und Regeln mitgegeben, wie sie mit meinem Sohn leichter umgehen können und aktiv die Probleme reduzieren könnten, diese werden abgelehnt und das macht eine Therapie und Rehabilitation in Schule und Hort unmöglich!
Wobei ich hier noch mal betone, dass die Klassenlehrerin wesentlich kooperativer ist und hier eine Rehabilitation eher in Aussicht steht, als im Hort, wo die Erzieher einfach nicht mit mir reden und dazu neigen schwierige Kinder (siehe Beispiel von der Autistin in der Klasse meines Sohnes im Eingangsbeitrag) schlichtweg herauszuwerfen.
Ich strebe eine Mitarbeit an, weil es nun mal nur mit Mitarbeit geht, aber das wird ja, insbesondere vom Hort, unterlaufen. Kann mein Kind nicht in den Hort gehen, kann es nicht auf der Schule bleiben, weil ich, wenn ich arbeite, nun mal den Großteil des Tages nicht daheim bin und das Kind betreut werden muss.
Es geht hier nicht um Schuld, es geht darum, dass ich mich machtlos fühle und das Gefühl habe, mein Kind würde von Leuten aus der Institution herausgeekelt, die eigentlich die Pflicht haben, auch schwierigere Kinder in das soziale Gefüge zu integrieren. Im Hort arbeiten größtenteils examinierte Erzieher. Was lernen die in ihren 4 Jahren, wenn sie dann kein schwieriges Kind in eine Gruppe integrieren WOLLEN?
ICH kooperiere. DIE verweigern mir die Mitarbeit.
Mir fällt auch total auf, wie sehr sich Dein eigenes Weltbild offenbar in "wir" und "die anderen" trennt. Das ist jetzt nicht bös gemeint, aber nicht jeder trennt das so stark: Das erkennst Du beispielsweise, dass bei manchen Leuten Freunde ein und ausgehen können, ohne dass die Gastgeber sich besonders belastet fühlen. In anderen Familien ist es jedoch so, dass Besuche selten sind und Stress bedeuten. Je nachdem in was für einer Familie ein Kind aufwächst, so ist es auch an Kontakte ausserhalb der Familie gewöhnt.
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Ich denke, hier wird gerade zu viel in meine sozialen Ängste hineininterpretiert. Das ärgert mich. Weder lehne ich die Menschen um mich herum ab, noch empfinde ich großartig Stress, wenn andere zu Besuch kommen.
Ich versuche wöchentlich Besuche von Kindern zu arrangieren. Stoße aber oft auf das Hindernis, dass die Kinder heutzutage total verplant sind. Montags Sport, mittwochs Tanzen, freitags Schwimmen, etc.
Mein Sohn hat natürlich auch seine Freizeitaktivitäten und das kollidiert dann oft mit denen anderer Kinder.
Wie meinst du das, dass mein Weltbild in „wir“ und „die anderen“ getrennt ist?
Natürlich trenne ich zwischen meinen Bemühungen, mein Kind auf den „rechten Weg“ zu bringen und den Bemühungen von Schule und Hort, dies zu tun. Ist das falsch?
Vielleicht könntet ihr auf die eine oder andere Art dafür sorgen, dass er mehr mit Gleichaltrigen zusammen ist?
Mein Sohn ist ja in einem Sportverein und da gehen auch ein Kind aus seiner Klasse und ein Kind aus seinem alten Kindergarten hin. Dort wäre er im Februar beinahe rausgeflogen. Der Trainer hat uns ganz schön die Ohren vollgeheult.
Wir haben dann eingeführt, dass unser Sohn eine Belohnung bekommt, wenn der Trainer sagt, dass es geklappt habe. Seitdem er in einer Prüfung eine Stufe „nach oben“ rückte, ist er noch eifriger bei der Sache.
Ihr habt ja mit einer Psychologin zusammengearbeitet, hatte dein Sohn auch mal Einzelgespräche mit dieser oder einer anderen Psychologin?
Und: Wie äußert er sich selbst zu seinem Verhalten?
Momentan geht er in die ambulante Therapie. Die erfolgt dann parallel zum Klinikaufenthalt. Dort wird halt geübt, wie er emotional runter kommt und sich erst gar nicht so schnell aufregt.
Wir haben gestern „nicht lachen“ gespielt. Ich war erstaunt, wie einfach man ihm zum Lachen bekommen konnte. Er durfte sich wegdrehen, aber sobald einer von uns ein Geräusch gemacht hat (mit den Füßen tippen, mit den Fingern klopfen), platzte es aus ihm heraus. Nach dem 3. Durchgang hatte er sich aber ziemlich gut in der Gewalt und für sich Strategien gefunden, leichter mit sich klar zu kommen. Es ist ihm also grundsätzlich schon mal möglich, seine Gefühle zu regulieren.
Wie äußert er sich… Ja..er meint, er könne oft nicht anders. „Es wolle aus ihm heraus“ hat er mal gesagt.
Er fühlt sich damit schlecht und machtlos. Er möchte gern lieb sein und schreibt der Klassenlehrerin öfters total niedliche Liebesbriefe und beteuert, dass er sich riiiiesig Mühe gebe.
Und noch was, liebe TE: Mütter autistischer Kinder wurden früher beschuldigt, den Autismus ihres Kindes ausgelöst zu haben. Man bezeichnete sie als "Kühlschrankmutter" und machte sie für das Leiden der Kinder verantwortlich.
Ja, ich kenne diese Auffassung. Das muss sehr schlimm für die Mütter gewesen sein. Viele nehmen sich dessen ja an und suchen nach all ihren Fehlern und stehen dann mit voller Überzeugung da „Ja. ICH bin SCHULD!“
So habe ich auch mal dagestanden.
Mittlerweile habe ich aber bemerkt, dass jeder Mensch sein Päckchen zu tragen hat. Jeder hat Fehler. Jeder baut Mist. Wir haben alle nicht „Erziehung“ studiert, bevor wir unsere Kinder bekommen haben. Wir haben Kinder bekommen, weil das nun mal unsere Aufgabe ist, weil man Kinder nun mal bekommt und großzieht und weil das nun mal jeder macht.
Natürlich habe ich Fehler gemacht. Natürlich bin ich kein perfekter Mensch. Aber es muss doch die Chance geben, die Fehler auszubügeln! Die bekommen doch andere auch!
Eine Freundin von mir ist so gut wie nie für ihr Kind da, hat es ganz routinemäßig zur Strafe geschlagen und war inkonsequent hoch 10. Trotzdem hat sich aus dem Jungen ein eloquenter selbstsicherer kleiner Kerl entwickelt. Hat sie jetzt irgendwas weniger falsch gemacht als ich? Oder war ihr Kind gegen Fehler einfach widerstandsfähiger, als meins.
Und was ist, was ja durchaus als Diagnose im Raum steht: wenn mein Sohn Autist ist?
Dann bin ich plötzlich von all meinen Fehlern frei gesprochen. Ist ja putzig… Dann darf ich sicher noch mehr Fehler machen und alle sagen nur „der ist Autist. Du arme Mutter. Du tust uns so leid, dass du mit einem autistischem Kind geschlagen bist.“ Oh weh…
Mir geht es darum, dass ich hier merke, dass meinem Kind jegliche Hilfe verweigert wird, weil mir die Schuld an dem Verhalten meines Kindes allein zugeschrieben wird. Es wird die ganze Zeit gekräht, ich solle doch bitte nicht die Schuld bei anderen suchen (habe ich gar nicht, ich habe ja lediglich die Fakten aufgezählt), sondern fein an mir arbeiten. Damit werden alle anderen frei gesprochen, müssen also ihr Verhalten nicht ändern und mir wird die gesamte Verantwortung zugeschoben.
Na schönen Dank.
Was soll ich denn noch machen? Mir wird ja jegliche Mitarbeit verweigert. Ich bin doch kein Psychotherapeut! Ich bin doch kein Kopfklempner! Ich bin ne stinknormale Mutter und möchte bitte in meinen Bemühungen, trotz Schwierigkeiten mein Kind in die Gesellschaft zu integrieren, unterstützt werden – und zwar von den Leuten, mit denen mein Kind nun mal den Großteil des Tages in der Woche Kontakt hat.
Earthling, ich bedanke mich bei dir für deine netten Worte und für deine differenzierte Weltsicht. Das tut wirklich gut!
Da hier unklar ist, welche Diagnosen/Ursachen vorliegen, kann ich auch keine konkreten Handlungsempfehlungen mitteilen. Ich kann daher bspw. nicht einschätzen, ob das Kind tatsächlich einen stark strukturierten und reglementierten Tagesablauf benötigt oder doch gewisse Freiheiten und Fehler unbestraft zugelassen werden können oder gar müssen.
Lieber Toby, es ist wirklich ganz lieb, dass du mir eine fundierte Handlungsempfehlung geben möchtest. Das ist mehr, als ich erwarten kann
🙂
Wir werden in der Tagesklinik eine umfassende Diagnostik durchführen. Momentan läuft mein Sohn unter „oppositionellen Trotzverhalten“, was meiner Meinung nach nur ein Symptomkomplex ist, aber keine Ursache.
Es war nicht mein Anliegen zu erfragen, wie wir denn nun mit den Problemen unseres Sohnes umgehen sollen. Wir haben unseren Weg gefunden und gehen ihn nun.
Ich wünsche mir einzig mehr Kooperation mit dem Hort und der Schule. Ich wünsche mir Respekt mir gegenüber, statt plumpes Schuldzuschieben (was sich hier digital äußert, findet im Hort ja genau so statt. ICH bin schuld und mein Kind und ich werden abgelehnt und somit wird die Kooperation verweigert). Und ich wünsche mir eine soziale Integration meines Sohnes in die „normale“ Gesellschaft, weil ich die Meinung vertrete, dass eine Separierung mittels E-Schule die Probleme nur maskiert und diese spätestens dann in voller Blüte hervorbrechen, wenn die E-Schule ihren Teil getan hat und mein Kind auf die „normale“ Gesellschaft „losgelassen“ wird.
Ich wollte gern Antworten auf die eingangs gestellten Fragen von Leuten haben, die das Prozedere schon durch haben, oder daran mitgewirkt haben. Ich wollte nicht diskutieren, wie ich mit den Problemen umgehen soll, wo sie herrühren, oder wer irgendwie daran Schuld sein soll.
Das Problem besteht nun seit fast 5 Jahren und wurde in dieser Zeit ausreichend durchgekaut.
LG
KG