Ich glaube was eurem Sohn fehlt ist eine nötige Portion Frustrationstoleranz : Es funktioniert zuhause und wenn es Belohnung gibt, klar, dass er mit anderen Kindern nicht klarkommt: Da ist es sehr viel schwerer, sozusagen einen Lohn für seine Mühen zu bekommen. Das hat er offenbar von anfang an nicht gelernt, dass er sich dann eben mehr reinhängen muss, bzw Zurückweisungen auch mal aushalten kann, ohne auszurasten.
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Da stimme ich dir zu. Sein Problem ist die fehlende Frustrationstoleranz. Darin liegt auch sein Problem, im sozialen Umgang. Spielen mit Kindern ist wesentlich anstrengender, als mit Erwachsenen. Haust du nem Erwachsenem ne Schaufel auf den Kopf, guckt der dich nur böse an. Haust du nem Kind ne Schaufel auf den Kopf brüllt es, oder es haut zurück und, ganz schlimm: das Spiel ist vorbei.
Andere Kinder wollen auch mal bestimmen.. man muss ausloten, was sie wollen, was sie mitmachen, etc. Das ist anstrengend und erfordert jede Menge emotionale Arbeit. Und genau das kann mein sohn nicht gut.
Für ihn ist ja jede unangenehme Konsequenz ein persönlicher Angriff. Das geschieht, weil wir ihn nicht mögen und nicht, weil er was falsch gemacht hat. So lange wir keinen Weg finden, ihn da umzustrukturieren, bleibt alles so, wie es ist.
Natürlich ist es gut, wenn ihr den weg geht, en die Psychologin vorschlägt, aber ihr könnt nicht erwarten, dass de ganze Welt sich auch so verhält. Dein Sohn soll schließlich lernen, in der Außenwelt zurechtzukommen (und nicht die Außenwelt mit ihm!!!) Du kannst als niemandem de Schuld für das Verhalten deins Sohnes geben, nur weil dieser nicht die nötigen "Verhaltensregeln" die bei deinem Jungen funktionieren eingehalten hat.
Dadurch dass Du andere mehr oder weniger deutlich beschuldigst, machst Du es nicht leichter Verständnis für deinen Sohn zu erzeugen. ich kann wirklich verstehen, dass Du verzweifelt bist und ich Du sollst jetzt auch nicht denken, Du wärst eine schlechte Mutter,oder so, aber versuch dich mal in die Lage de Lehrer zu versetzen: Du hast einen Haufen Kinder und kannst einfach nicht jedes individuell betreuen. Wenn dann eines so extrem Stress macht und die Eltern dir Mitschuld geben, was würdest Du tun? Hättest DU großes Interesse, diesem Kind zu helfen?
Das sehe ich anders. Mein Sohn verbringt den Großteil der Zeit in dieser Institution. Um den Umgang mit ihm zu erleichtern wurde den Erziehern und den Lehrern Handwerkszeug in die Hand gelegt, um besser mit ihm klar zu kommen. Dass das anfangs schwierig, weil ungewöhnlich, ist, ist mir klar. Aber am Ende haben sie dadurch ein Kind, was einfacher zu händeln ist, als wenn sie versuchen mit ihm umzugehen, wie mit den normalen Kindern.
Es gibt ein Inklusionsgesetz. Und hier heißt es, dass auch verhaltensauffällige Kinder in Regelschulen beschult werden sollen. Ich kann als Pädagoge selbstverständlich nicht mit verhaltensauffälligen Kindern so umgehen, wie mit normalen Kindern. Die tanzen mir dann auf der Nase rum. Ich muss wissen, welche Besonderheiten im Umgang mit diesen Kindern bestehen und diese auch anwenden. Das erleichtert meinen Tagesablauf. Wenn wir der Lehrerin also einen Tokenplan in die Hand geben, dann ist das eine Hilfe für sie. Lehnt sie das ab, ist die Konsequenz, dass sie größere Probleme mit meinem Sohn hat. Das wiederum hat zur Konsequenz, dass sie auf meinen Sohn sauer ist und ihn verstärkt negativ sieht, was zur weiteren Verschärfung der Lage führt.
Ich gebe dir aber Recht, dass es einem Lehrer unangenehm aufstößt, wenn er den Eindruck hat, ein Elternteil gebe ihm die Schuld für die Verhaltensauffälligkeiten eines Kindes. Mir geht es da ja nicht anders. Ich gebe mir auch Mühe, gegenüber der Lehrerin Verständnis zu äußern und Vorschläge für einen besseren Umgang auch als Vorschläge zu formulieren. Ich hoffe auch, dass das bei ihr so ankommt. Aber schlag mal ner Lehrerin, die seit über 30 Jahren im Beruf steht vor, wie sie mit nem Kind umzugehen hat. Als die ihre Ausbildung begann, war ich noch Quark im Schaufenster. Also da muss ich einfach damit rechnen, dass das mal als Klugscheißerei aufgenommen wird.
Allerdings finde mit der Lehrerin ein Kontakt etwa auf Augenhöhe statt, während ich bei den Horterziehern das Gefühl habe, geschnitten zu werden.
Ich finds etwas arg, das Verhalten meines Sohnes mit dem „Schrei nach Liebe“ der Ärzte zu unterlegen, aber gut.. ich verstehe deine message dahinter.
Ich stimme dir da teilweise zu. Wie schon oben geschrieben fundiert das Verhalten unseres Sohnes im mangelnden Vermögen mit Frustration umzugehen. Ein Kind, was mit Frustration nicht umgehen kann, fühlt sich bei jedem Ärgernis persönlich angegriffen und sieht sich dazu veranlasst, sich zu verteidigen.
Hole ich ihn ab, während er dabei war einen Turm zu bauen, dann glaubt er, dass ich ihn ärgern will und wird aggressiv. Die Kleinste Nichtigkeit wird zum persönlichen Angriff. Der arme Kerl muss vermutlich ständig unter Strom stehen :-(
Nach und nach könnte man in dann ja wieder ins normale Schulsystem integrieren. Dann geht er in zwei Jahren eben ein paarmal die Woche in den dortigen Unterricht, bis er ganz wechseln kann, so was muss doch möglich sein! Notfalls dauert es dann eben etwas länger, bis er seinen Abschluss in der Tasche hat (oder er entscheidet sich gegen das Abi und macht eine Lehre, irgendetwas Praxisbezogenes... es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten und schulischer Erfolg sollte nie das ganze Leben sein).
Ich weiß nicht, ob das so geht. Der Direktor sagte mir, dass mein Sohn bis zur 4. Klasse in die Schule ginge. Ein zeitigerer Wechsel wäre nur mit Ausnahmeantrag möglich.
Ich stimme dir zu, dass das eine super Herangehensweise wäre. Ob da schon jemand anderes drauf gekommen ist?
Ich danke dir sehr für deine Zeilen! Das hat mir gut getan!
Die beiden Jungs liegen 6 Jahre auseinander. Als die Probleme begannen, war der kleine Bruder grad „in Arbeit“ ;-)
Zur Ernährung… wir haben Süßstoff, Geschmacksverstärker (Aspartam, Glutamat, Hefeextrakt) und Phosphate aus unserer Ernährung verbannt – theoretisch – was im Schulessen ist, kann ich leider nicht kontrollieren und es wird auch nicht vom Hort akzeptiert, wenn wir eigenes Mittagessen mitbringen wollen. Ist ja eh alles voodoo… *grummel*
Der Konsum von Süßigkeiten ist auf einen Tag pro Woche geregelt. Wir erkennen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Aspartam und Verhaltensauffälligkeiten, sonst ist alles eher ne Vorsichtsmaßnahme, bzw. Krebsprophylaxe.
Ich finde die TE gibt sich Mühe.
Aber eines verstehe ich nicht.
Ich hoffe das es darauf noch eine Antwort gibt.
Die Mutter ist zu Hause.
Warum geht das Kind in einen Hort?
Kommt es sich da nicht sbgeschoben vor?
Genügt dir Fremdbetreuung in der Schule nicht?
Wozu noch ein Hort?
Vor allem wenn es doch zu Hause so gut klappt. Warum dann das Kind immer weiter frustrieren.
Behalte es doch zu Hause.
Vielleicht gibt sich sein Zustand mit dem Älterwerden von allein.
Ich streiche das noch mal in aller Deutlichkeit heraus: Ich sitze NICHT tatenlos daheim rum! Ich bin Student und habe einen Nebenjob, desweiteren sitze ich über meiner Abschlussarbeit. Wäre es nicht absolut notwendig, mein Kind in die Betreuung zu geben, wären beide Kinder daheim!
LG
KG