IraLuna
Mitglied
Hallo, ich bin neu hier im Forum und finde es sehr schade, dass es hier bei diesem Thema so ruhig geworden ist. Im März 2011 habe ich einen Antrag auf Entschädigung nach dem OEG gestellt. Letzten Monat wurde ich als Opfer anerkannt und mir wurde ein GdS von 30 zugesprochen. Allerdings bin ich wegen meiner Schädigung mittlerweile in EU-Rente. Vorher war ich als Logopädin und SPFH beschäftigt und habe sehr gut verdient. Jetzt habe ich so wenig Geld, dass ich mir noch nicht einmal ein Auto leisten kann, um damit zu einer Therapie fahren zu können. Ich wohne sehr ländlich, da fährt morgens, mittags und abends vielleicht gerade mal ein Bus, aber auch das traue ich mich nicht. Durch meine Störung ist es mir nicht möglich, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Ich sitze mittlerweile nur noch zuhause, isoliere mich komplett von meiner Umwelt. Die Mitarbeiter des OEG waren immer sehr freundlich. Doch meine erste Sachbearbeiterin fiel aus, wegen Krankheit. Dann kam der nächste Sachbearbeiter. Doch gerade, als ich meinen Bescheid erhielt und in Widerruf gehen musste, wurde auch dieser krank und ich bekam mal wieder einen neuen MA zugeteilt. Der kannte meinen Fall nicht und bei unserem ersten Gespräch war ich wohl auch nicht ganz so gut drauf. Ich hatte schon Angst, mit ihm zu reden und mich wieder "bewerten" zu lassen. Er war dann auch nicht besonders freundlich zu mir. Meine Argumente kamen garnicht bei ihm an. Ich rief dann einen anderen MA an, den ich kannte, weil er die Befragung zum Tathergang bei mir durchgeführt hatte. Er war da schon sehr einfühlsam und rücksichtsvoll. Ihm schielderte ich meine Situation und er hilt mir jetzt auch, die Missverständnisse aus der Welt zu schaffen. Bei meiner Begutachtung bei einer Psychologin hatte ich auch nicht die Kraft, mich so auszudrücken, wie ich das gern gemacht hätte. Es gab da aber auch keine Zeit dafür. Zunächst saß ich für 30 Minuten am EEG und dann noch ein Gepräch von ca. der gleichen Dauer. Danach bestätigte sie mir, dass ich Angstpatientin sei. Allerdings habe ich seit 2008 durchgehend von mehreren Psychiatern und Psychologen eine PTBS und eine Persönlichkeitsstörung aufgrund extremer Belastung diagnostiziert. Auch meine anderen Probleme wurden erst garnicht betrachtet. Seit meiner Trennung 1997 kann ich keine Beziehung mehr eingehen. Ich trau mich nicht zu Ärzten (vor allem Zahnärzte, Frauenärzte) habe massive Verspannungen im HWS, dadurch auch starke Migräne. Es geht mir sehr schlecht und ich brauche dringend Hilfe. Bei einem GdS von 30 habe ich aber nicht diese Hilfe, die ich brauche. Ich benötige ein Auto, um zu Therapien zu können, kann mir das aber alles nicht leisten. Wenn ich meine Kinder und meine Hunde nicht hätte, wäre ich ganz einsam. Ich wünsche mir nur, dass ich weiterhin Erfolg bei meiner Anerkennung habe und dass ich endlich die Hilfe bekomme, die mir schon so lange zusteht. Noch glaube ich an die Menschlichkeit der MA des OEG und finde auch die Hilfe von MA_OEG sehr nett. Ich wünsche mir, adss hier, gerade zu diesem Thema mehr geschrieben wird, weil viele von uns "Opfern" doch sehr unsicher sind und jede Hilfe brauchen können.