Um den Interpretationen, Fragen, Vorwürfen und Zuschreibungen einfach mal ein Ende zu setzen, hier eine Beschreibung meines bisherigen psychiatrischen Werdegangs:
In meiner Kindheit und Jugend spach man nicht von Borderline und Depressionen; die Krankheiten waren einfach kein Thema.
Somit wurde ich mit 30 das erstemal durch den Hausarzt damit konfrontiert, ich könne "Organdepressionen" aufgrund ständiger Wehwehchen ohne erkennbare Ursache haben.
Es folgte 93 ein 14monatiger Klinkaufenthalt in einer psychosomatischen Klinik - nicht einfach zu managen, denn ich hatte damals 4 kleine Kinder.
Danach einige Zeit anschließend ambulante Therapie.
Die Diagnose Borderline erfolgte erst, als ich über 40 war.
2 erneute Klinikaufenthalte in einer psychosomatischen Klinik 2000 und 2003.
Inzwischen war ich alleinerziehende Mutter dreier heranwachsender Kinder (die Älteste war inzwischen aus dem Haus), hatte dazu zwei Jobs zu bewältigen, was die Situation nicht gerade vereinfachte.
Der Vater der Kinder hatte sich als Kontaktperson nahezu komplett ausgeklinkt und eine neue Familie gegründet.
Seit 2001 bin ich zudem ambulant durchgehend bei einem christlichen Therapeuten in Behandlung; Borderline ist in der Tat nicht heilbar, sondern nur verhaltenstherapeutisch behandelbar und bedarf der permanenten Kontrolle und Korrektur durch Fachleute.
Die Depressionen, die im Laufe der 50 Jahre immer mal wieder wochenweise mittelschwer auftauchten, haben sich seit 6 jahren manifestiert zu einer depression major, die eine soziale Phobie nach sich gezogen hat. Leider habe ich eine fast generelle Medikamentenunverträglkichkeit (betr. auch andere Medis wie Schmerzmittel und Co.) und nach 15 - 20 Versuchen mit Antidepressiva doch etwas resigniert, noch eines zu finden, das ich endlich vertrage. Ich versuchs immer mal wieder, aber bislang o.E.
Leider - ich wäre dankbar über diese Erleichterung. Denn wie Momo richtig schrieb: So ist jeder Tag ein einziger Überlebenskampf, den ich nur gewinne, weil ich gläubig bin und weiß, dass es Gottes Recht und Sache ist, Leben zu geben und zu nehmen.
Auch Werners vielgepriesenes Zink hab ich schon gefuttert😉 - ebenfalls o.E.😱
Mittlerweile haben die Dauerdepris - denn auch hier hat Momo richtig auf den eigentlichen Kern der Problematik hingewiesen:
Es geht hier NICHT vorrangig um die Borderlineerkrankung, sondern um die schweren Depressionen, die mich zunehmend völlig lahm legen - mich einfach so geschlaucht, dass ich zu vegammeln und in den Alk, den ich eigentlich verabscheue, abzurutschen drohe.
Ich bin dankbar, eine Katze und damit noch ein kleines bisschen Verantwortung zu haben, die ich so grad eben bewältigen kann, denn sonst würde ich vermutlich nicht mehr aufstehen. Und diese Depris kann man nicht einfach "wegtherapieren" - da müssten Medis her, die ich wie erwähnt.. (s.o.)
Seit einem halben Jahr habe ich nun endlich nach Jahren des Kampfes hierum eine ambulante Betreuerin, leider nur für 2 Std. pro Woche, aber immerhin: Besser als nichts und ich bin dankbar. Und wir beide suchen nun auch nach einer Lösung und ich denke und hoffe, dass die vielen link - Informationen da eine Hilfe sein werden.
Zumindest hat sie sie jetzt alle bekommen und auch zu einigen Stellen schon Kontakt aufgenommen.
Soviel zum Thema "A**** nicht hoch kriegen" und "sich selbst bemitleiden" und "sich nur gehen lassen"......🙁
Falls noch Fragen sind - ich beantworte sie gern, sofern es echte und ehrlich interessierte Fragen sind und keine "Ohrfeigen" schon im Vorfeld.
Danke für die Mühe der meisten von euch - es ist alles in meinem Inneren gelandet und real auch bei meiner Betreuerin.
Was ich mir nun von einem "Heim" verspreche? Zum einen Hilfe zu haben, wenn ich mal gar nicht mehr kann. Ich vermag das Haus kaum mehr zu verlassen und das bringt als Single so einige Probleme mit sich.
Zum anderen aber auch, Hilfe geben zu könne, denn nicht mehr gebraucht zu werden ist im Grunde genauso schlimm. Doch in der "normalen Welt" komme ich nicht zurecht - unter meinesgleichen schon eher. Es ist einen Versuch wert.
Gruß Christa:blume: