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Haus verkaufen?

Sagen wir jemand entscheidet sich mit 35 für Kaufen oder Mieten und er hat eine Lebenserwartung von noch 50 Jahren. Es handelt sich um eine Wohnung mit 60m² mittlerer Lage, mittlerer Qualität

Miete:
Bei einer Startmiete von 750 € und einer Steigerung von 2% p.a. belaufen sich die Kosten nach 50 Jahren auf ca. 760.000 €.
Deiner Meinung nach "rausgeschmissenes Geld".

Kauf:
300.000 € als Kredit + je nach Laufzeit und Zinssatz vielleicht 200.000 € Zinsen
Erwerbnebenkosten von im Schnitt 12%: 36.000 €
übliches Hausgeld ohne Instandhaltsungsrücklage über 50 Jahre (unterstellt 220 € im Monat bei 2% Steigerung): 200.000 €
Über 50 Jahre fallen Sanierungskosten von schätzen wir 100.000 €
Gehen wir von einer Wertsteigerung von 1,5% aus bleibt eine Immobilie
Bei einer Wertsteigerung von 1,5% ist die Wohnung von 300.000 € in 50 Jahren 630.000 € wert
Bilanz: 630.000 minus 836.000 = 206.000 €
Folge ich deiner Analogie sind also auch bei dem Kauf einer Immobilie hier 206.000 € "rausgeschmissenes Geld" entstanden.

Selbstverständlich kann man die Rechnung sehr unterschiedlich aufbauen, je nach Kredithöhe, Zinssatz, Wertsteigerung der Immobilie usw. Man kann mit Glück historische Phasen wie 2010 bis 2025 erwischen bei denen Immobilien extrem steigen. Die Variablen sind endlos. Kaufen kann teurer oder günstiger sein als Mieten, wobei ja länger man wohnt, desto eher geht die Tendenz (aber nicht Garantie) zum Kaufen.

Da du mir zuvor gesagt hast, dass ich leben und nicht reich ins Grab gehen soll, erlaube mir den Einwand: Wenn du so denkst, kannst du den Restwert der Immobilie eigentlich nicht in der Rechnung ansetzen, denn Tod hat man ja nichts mehr vom Wert. Sprich: Dann ginge es ja nur darum wie viel man ausgegeben ("verbrannt") hat zum Wohnen und wie viel man übrig hatte um davon schön zu leben.
Dann hätte der Mieter 760.000 € ausgegeben und der Käufer 836.000 €, sprich der Mieter hätte sogar 76.000 € mehr übrig gehabt mit dem er 50 Jahre lang alles schöne hätte machen können, was er will. Und wenn er nicht wie in meiner Rechnung 85 wird, dann hätte er sogar noch mehr Geld übrig!

Ich argumentiere nicht für oder gegen Kaufen, ich finde nur dass die TE es sich gut überlegen sollte. Es gibt verschiedene Lebensmodelle, die für oder gegen Kaufen sprechen. Ist mir das Erbe z.B. egal, spricht vieles dafür eher zu Mieten. Habe ich eine große Familie und wünsche mir dass meine Kinder mal das Haus erben, kaufe ich lieber. Das muss jeder für sich entscheiden.
Hi Andreas. Wir hatten das Thema bereits in einem anderen Thread mal. Und ich stimme Dir (mathematisch) grundsätzlich zu, bin ebenfalls der Meinung, die Art zu wohnen ist keine Investition, sondern eine Entscheidung der Lebenshaltung.
Was mich (OT) an der Argumentationskette stört, ist die Betrachtung beider Seiten vom Ende her gesehen (Tod). Es sollte eigentlich nicht interessieren, ob ich am Ende meines Lebens irgendeine Summe gespart oder nicht gespart habe. Entscheidend ist doch die Frage des Lebens "zwischendrin". Und hier, so auch für mich, zählt für viele das Argument, in einem EFH lebt es sich entschieden besser, wenn man es sich leisten (will) und vor allem kann.
Und damit wieder zum Thema: Der TE sollte sich überlegen, ob er/sie sich 2400 € monatlich zum "wohnen" leisten kann/will (ob mit oder ohne notwendigen Verzicht) oder nicht. Ganz egal, ob gegen Ende des Lebens eine vermeintliche "Ersparnis" stehen könnte.
Denn frei nach Rammstein: "Zukunft kann man nicht beschwören." Das gilt für das Eigenheim wie für den angesparten ETF.....
 
[...] ich finde nur dass die TE es sich gut überlegen sollte. Es gibt verschiedene Lebensmodelle, die für oder gegen Kaufen sprechen. [...].
Der Hausbau war 2024 und die Belastung in dieser Höhe in meinen Augen absehbar. Wenn die TE den Hausbau und die ggf. jetzige Verkaufsentscheidung wie einen Hemdkauf angehen, hadere ich mit mir, dass diese Entscheidungen in der Vergangenheit relevant waren oder in Zukunft sind. Aber ich wünsche es natürlich von Herzen.....
 
Guten Abend,

Danke für die Antworten ich brauche etwas Zeit um alle Infos zu verarbeiten. Den Kreditvertrag hat mein Mann unterschrieben also müsste ich ihn nochmals genauer fragen.
Was ich noch sagen wollte wir könnten das Haus auch in 2 separate Wohnungen trennen und die untere Wohnung vermieten wäre das eine Idee?
Wäre die obere Wohnung groß genug für Euch? Zumindest könntet Ihr die untere Wohnung solange vermieten, bis Ihr finanziell auf einem gesunden und dicken Ast sitzt.
 
Ich wäre immens traurig, müsste ich monatlich locker 1.500 Euro einem fremden in den Hals schütten.

Mietkauf wäre eine Option. Meine frühere Wohnung wurde dreizehn Jahre angezahlt, meine Tochter hat sie dann übernommen und konnte zu einem Schnäppchenpreis fertig tilgen. Ich muss aber sagen. beim Einziehen war der Kaufpreis 190.000.- Schilling, für 100 Qm Wohnung plus 100 qm Gartenanteil.

Hier hat sich aber etwas geändert in diesem Faden- dieses Haus ist teilbar!!! Bedarf an Mietwohnungen ist genügend da und man kann sich den eventuellen Mieter aussuchen. Das wäre doch DIE Lösung, fragt sich nur, wer oben einzieht.

Was hier oft gemacht wird, das sind Schlüsselsafes, per Internet wird an Touristen vermietet und man trifft die Leute oft gar nicht an, alles läuft übers Netz ab. Oder man bietet eine Bürofläche an, hat am Wochenende Ruhe- zb..
 
Es gibt verschiedene Lebensmodelle, die für oder gegen Kaufen sprechen. Ist mir das Erbe z.B. egal, spricht vieles dafür eher zu Mieten. Habe ich eine große Familie und wünsche mir dass meine Kinder mal das Haus erben, kaufe ich lieber. Das muss jeder für sich entscheiden.

Stimmt, es kommt aufs Lebensmodell auch viel an. Wer gerne reist, gern bequem hat, mietet sich wo ein, wechselt nach Bedarf und Laune, ist unabhängig. Mein Neffe ist einer, der dauernd mit seiner Familie auf Achse ist, Tür abgesperrt ab gehts..
Er ist Bankleiter, er ist nicht arm, er kauft ständig Eigentum an, um es gewinnbringend weiter zu vermieten- wohnt selber aber zur Miete. Müsste der nicht wissen, warum? Er hat nicht einmal einen Führerschein, kein Auto- alles Ballast meint er.
 
Jetzt gibt es auch die Option, dass man sein Eigentum zu Lebzeiten abtritt- man kann drin wohnen bleiben, vererbt es praktisch im Voraus, kriegt den halben oder dreiviertel Kaufpreis sofort und der Rest ist deren Gewinn, der erst bei Todesfall fällig wird.
Eine meiner Bekannten will um keinen Preis an ihre Verwandtschaft abtreten, sie hasst diese und hat bereits ihr geerbtes Haus von der Mutter und ihre Wohnung in der Stadt dem Tierheim versprochen- da wäre wohl das oben genannte Modell richtiger- da hätte sie auch noch was vom Erbe gleich bar auf die Hand.
Falls man es nicht schafft auf die Dauer, dann gibts doch immer noch Möglichkeiten.
 
Die Mieten sind iin Deutschland ja ziemlich niedrig, obwohl wir hohe Bau und Handwerkerkosten haben. Insofern ist mieten oft günstiger.
Man lebt nur einmal, ich würde es verkaufen.
Das Gefühl habe ich aktuell überhaupt nicht. Eigentumswohnungen kosten bei uns locker 500.000€. Die vergleichbare Miete dürfte entsprechend hoch sein.
Ich glaube, dass es auf die Lage und materiellen Wert der Immobilie ankommt. Eine runtergekommene Hütte mag vom Material her wertlos sein. Mitten in München würde das sicherlich ganz anders aussehen.
Wir wohnen im Speckgürtel einer Großstadt. Ich bin froh, dass ich hier nicht auf der Suche bin, weder als Käufer noch als Mieter.
 
Was man nicht alles in Kauf nimmt, um sich Besitzer zu nennen. Die Kinder könnten später einen Vorteil haben, man verzichtet auf gut leben wegen was...?? Das geht einfacher auch.

Ich habe zb ein Haus in Miete, nicht zu glauben, aber ich zahle 150.- Euro Miete monatlich, weil es ein altes Haus ist, weil damals einige Verbesserungen noch nicht bewerkstelligt waren- es gibt Garten, es gibt Nebengebäude, es gibt alles- sogar Wohnrecht auf Lebenszeit.. hab Glück gehabt. Es ist ein Holzbau, es ist der Sonne nach ausgerichtet, es ist behaglich und gesund, hab 450 qm überdachte Wohn-Nutz-Fläche, ( Stall, Heuboden, Schuppen, Garagen, Haus, überdachter Innenhof, Veranda mitgerechnet), das kann mir ein Besitz nie bieten.
Meine Eltern, beide Geringverdiener, haben sich ein Haus um 2003 herum gekauft. Nur eine Bank war bereit einen Kredit mit einer Laufzeit von 30 Jahren zu geben. Nach 12 Jahren war das Haus Dank Sondertilgung abbezahlt. Sie sind froh, denn demnächst ist mein Vater (Hauptverdiener) in Rente. 950€ brutto Rente würde er bekommen. Damit kann man sich keine bezahlbare Wohnung finden.

An TE: Sondertilgung ist das Zauberwort. Ja, statt der gewohnten 3x - 4x Urlaub im Jahr wird es nur noch 1x Urlaub geben. Wenn ihr stattdessen nur konsumieren wollt, dann wäre eine Mietwohnung besser.
 
Meine Eltern, beide Geringverdiener, haben sich ein Haus um 2003 herum gekauft. Nur eine Bank war bereit einen Kredit mit einer Laufzeit von 30 Jahren zu geben. Nach 12 Jahren war das Haus Dank Sondertilgung abbezahlt. Sie sind froh, denn demnächst ist mein Vater (Hauptverdiener) in Rente. 950€ brutto Rente würde er bekommen. Damit kann man sich keine bezahlbare Wohnung finden.

An TE: Sondertilgung ist das Zauberwort. Ja, statt der gewohnten 3x - 4x Urlaub im Jahr wird es nur noch 1x Urlaub geben. Wenn ihr stattdessen nur konsumieren wollt, dann wäre eine Mietwohnung besser.
Das war aber ein Glücksfall, hatte einen guten Riecher dein Papa.

Bei uns war die Mutter hinterm Rücken unseres Vaters aktiv- sie setzte einen Hausbau durch, fuhr in die Landeshauptstadt, sprach überall vor, um Förderungen zu bekommen, um Landeskredite aufzutreiben, das gelang ihr. Die Baugrube wurde händisch ausgehoben, jeder Ziegel selber aufgestellt, wir zogen schon ein, als nur die Kellerdecke da war- Gasherd auf dem Betonboden, sieben Kinder... wo ein Wille, da ein Weg.
Mein Freund musste bauen, als 20 Jähriger hatte er schon sein eigenes Haus, sein Vater half dabei natürlich mit- zuerst kaufte er ein Grundstück, dann hörte er, jemand baut doch nicht fertig, zieht weg, verkauft den halben Rohbau samt Material um weniger, als das Grundstück nachher einbrachte beim Verkauf dessen. 200 000.- tausend Schilling kostete der halbferige Rohbau damals, mit zwei Baugründen dabei, also wo der Bau drauf stand und ein Grund dazu.
Bauen und dafür sparen ist Tradition hier am Land. Spare, spare Hüslebaue...
 

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