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Habe ich schriftstellerisches Talent?

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SeelenKnacks

Aktives Mitglied
Vielleicht noch eine Anmerkung. In der FAZ habe ich einen guten Artikel dazu gefunden. Egal, was die meisten Leute von Deinen Zeilen halten: wenn es Dir Spaß macht, wenn es Dich drängt zu schreiben, dann tu das. Es gibt inzwischen verschiedenste Plattformen, auf denen Du Deine Geschichten veröffentlichen kannst. Aber wenn Du mal die 500 Absage hinter Dir hast, dann zeigt sich, wie viel Dir an der Schreiberei liegt. Und selbst wenn sie Dir alles bedeutet, dann solltest Du Dich auch darin nicht so sehr hinein steigern.
 

CateElisesBiggestFan

Aktives Mitglied
@SeelenKnacks

Bei mir sind es ja erst zwei Absagen, also kann ich es ruhig noch ein paarmal versuchen.
Und mir liegt sehr viel an der Schreiberei, weil sie für mich ja auch eine Art Therapie ist, selbst wenn ich Horrorgeschichten schreibe, hilft mir das, vieles zu verarbeiten. Meine Geschichten sind zwar fast alle düster, aber das liegt wohl daran, dass ich ein melancholisches, sehr düsteres Gemüt habe
 

Kylar

Sehr aktives Mitglied
Hi,
also ich finde deinen Schreibstil ganz angenehm zu lesen. Ist alles im Fluss, die Wortwahl ist abwechslungsreich , die Sätze sind nicht zu kurz und nicht zu lang, alles ist beim ersten Lesen verständlich. Du kannst auf jeden Fall Texte schreiben und ich sehe da schon Talent. Wenn Schreiben deine Erfüllung ist , bleibe da auf jeden Fall dran. Das Grundhandwerk beherrscht du.
Ich kann mir vorstellen, dass du im kleinen Rahmen auf jeden Fall deine Leserschaft finden könntest, sprich in Schreibforen oder in Literatur-Zeitschrifen.
Ob dir der große Coup gelingt, einmal ein Buch bei einem großen Verlag zu veröffentlichen , wer weiß...Dazu gehört sicher auch eine große Portion Glück. J.K. Rowling soll mit ihrem Harry Potter ja auch unzählige Absagen bekommen haben, bevor ein Verlag da Potential gesehen hat und es wurde ein Welthit.

Man muss auch irgendwie das Glück haben, einen Nerv zu treffen. Ich verstehe zum Beispiel bis heute nicht den Hype um die 50 Shades of Grey Bücher. Den Schreibstil finde ich schrecklich. Ich selber habe das Buch nach einigen Seiten weggepackt. Aber scheinbar war zu der Zeit wohl grad bei der weiblichen Leserschaft ein Bedarf an einer Mische aus Kitsch und Sado-Maso, von dem vorher niemand gedacht hätte, das so ein Bedarf da ist, und da hatte die Autorin dann eben für kurze Zeit das Monopol.

Was dieses Buch den Leuten scheinbar (?) geliefert hat, trotz einem Schreibstil, den jeder durchschnittliche 16 Jährige im Deutsch-Leistungskurs drauf hat, war die Möglichkeit, sich in der Story zu verlieren. Mit dem Protagonisten mitzufühlen, sich gut in ihn/sie hineinversetzen zu können, sich mit ihm/ihr zu identifizieren bzw den Wunsch zu haben, er/sie zu sein.
Das ist so eine Sache, die mir wichtig wäre, bei einer guten Story: so ein Protagonist.
Dann wäre mir die Grundstimmung sehr wichtig. Ich will bei einem Buch die ersten 2 Seiten lesen und will SOFORT in dieser Stimmung sein. Da muss gleich das gewisse "etwas" da sein, das mich gleich in diese Welt teleportiert. Und diese Stimmung muss dann konstant über 300/400/500 Seiten da sein.
Ich will nicht zwischendurch denken "okay, hier hat das Buch jetzt grad bisschen nen Hänger...hm, das ist jetzt grad bisschen unauthentisch". Es ist wie wenn ich einen Film gucke, wo ich vergesse, dass ich da Schauspielern zusehe, die im Studio Texte aufsagen. Ich will in dieser Welt sein, und diese Welt und ihre Bewohner für den Moment des Sehens/Lesens für real halten und mit ihnen mitfiebern.

Um da jetzt mal auf deinen Text zu kommen. Rein schreibtechnisch finde ich ihn wie gesagt gut, aber von der Stimmung packt er mich nicht so wie oben beschrieben. Ich bin da irgendwie nicht "drinne". Es erscheint kein Film vor meinem inneren Auge der praktisch von alleine läuft. Ich merke einfach die ganze Zeit, ich lese einen bloßen Text.
Es gibt da eine Weisheit unter Schriftstellern : "Show! Don´t tell". Die würde ich dir ans Herz legen. Du hast in deinem Text viele Erklärungen, weil du gern unbedingt möchtest, dass der Leser dich und deine Protagonistin richtig versteht. Beispiele wären z. B:

Unser graugetigerter Kater schläft immer bei mir im Bett, schon seitdem er vor zwölf Jahren zu uns gekommen ist. Siebzehn Jahre ist er jetzt, für eine Katze ist das ein stattliches Alter, das die meisten von ihnen gar nicht erreichen. Ich habe ihn so lieb, und alleine der Gedanke, dass er irgendwann nicht mehr da sein wird, treibt mich in den Wahnsinn. Ohne ihn könnte ich dieses beschissene Leben niemals ertragen. .........

Und auch die Poster der sanft lächelnden, engelsgleichen Elise Massard an der Wand können mich an diesem wintergrauen Januarmorgen nicht aufheitern. Ich liebe ihre Filme und jedes Mal, wenn ich nach der Schule mal wieder total down bin, schaue ich mir einen davon an, manchmal sogar zwei.
..........

"Was ist los?", fragt Mama und blickt mich besorgt an, "du machst ja ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Freust du dich denn gar nicht, deine Freunde wiederzusehen? Nach den Ferien habt ihr euch doch bestimmt viel zu erzählen? Wieso lädst du nicht mal Katja zu dir ein? Nachdem du bei ihr auf der Halloweenparty warst, gehört sich das doch so. Bring sie einfach mal wieder mit."
Mama und Papa wissen nicht, dass ich keine Freunde habe. Ich habe es ihnen nie gesagt, weil ich ihnen diesen Kummer ersparen wollte.
........

"Wir mögen sie alle total gerne, sie ist das beliebteste Mädchen in der Klasse....alles andere bleibt mein Geheimnis"; erwidert Michael.
Mir läuft es eisig kalt über den Rücken, denn ich erkenne sofort die subtile Drohung, die hinter diesem vermeintlich freundlichen Gruß steckt. Dieser fiese Kerl ist tatsächlich so dreist, mir weitere Mobbingattacken, als vermeintlich netten Gruß getarnt, anzukündigen. Und seine Stimme klang dabei so freundlich, dass keiner, der nichts von dem Mobbing weiß, die Bosheit dahinter erahnen kann. Michael wusste genau, dass nur ich diese heimtückische Botschaft verstehen würde.
Beispiel 1 und 2: sage nicht, dass die Protagonistin ihre Katze bzw die Schauspielerin liebt, sondern zeige es in einer Szene. Lasse die Protagonistin zum Beispiel ihre Katze durchknuddeln und zu ihr direkt sagen "Was sollt ich nur ohne dich machen?" Da fühlt man mehr mit als durch an "ich liebe übrigens meine Katze"

Beispiel 3: "Mama und Papa wissen nicht, dass ich keine Freunde haben". Diese Erklärung ist überflüssig. Das die Eltern das nicht wissen, hast du schon durch den Dialog unmittelbar davor, gezeigt.

Beispiel 4: Auch hier erklärst du etwas zu viel, um auf Nummer sicher zu gehen, dass deine Leser es auch wirklich verstehen. "Mir läuft es eisig kalt über den Rücken, denn ich erkenne sofort die subtile Drohung, die hinter diesem vermeintlich freundlichen Gruß steckt." Und Punkt, Schluss. Die Protagonistin hat die subtile Drohung erkannt. Der Leser damit auch . Andere Leute wie Mutter/Radiomoderator haben die Drohung nicht erkannt, Das hast du durch den Dialog schon GEZEIGT. Das folgende Gefettete ist wieder nur unnötiges "Damit ihr das auch wirklich versteht. Es ist so...." Das holt einen als Leser komplett aus der Geschichte heraus.

Habe in deiner Geschichte sowenig Erklärungen wie möglich. Eine gute Story muss wenig bis gar nichts erklären. Eine gute Story ZEIGT es.
Das wäre so mein Tipp zur Verbesserung. Es ist natürlich nur meine eigene Meinung und Empfinden.

Bleib auf jeden Fall am Schreiben dran , wenn es dich erfüllt. Und ich wünsche dir gutes Gelingen.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöscht

Gast
Ich finde den Text extrem langatmig. Die Frage stellt sich schon, wer so etwas lesen soll. Der Anfang ist quälend langweilig. Die Beschreibungen sind betont künstlerisch, aber leider eben auch sehr künstlich.

Die Frage stellt sich, warum man den Text weiterlesen sollte. Ein alltägliches Geschehen wird inklusive innerem Monolog beschrieben und irgendwann geht dann endlich der Horror ab?

Schreib das für dich, aber wunderte dich nicht über Absagen und kritische Kommentare.
 

Sollilja

Aktives Mitglied
Liebe TE,
Ich habe jetzt nicht alles durchgelesen, denke aber, du hast zumindest Potenzial. Du bist noch jung und kannst noch vieles lernen, besonders, wenn es das ist, was du am liebsten tust.
Was das Thema betrifft- ich habe vor längerer Zeit mal ein Interview mit jemandem von eine Verlag gesehen, der angehenden Schriftstellern Tipps gegeben hat. Er hat sich quasi „beklagt“, dass zu viele autobiografische Manuskripte bei ihm eingehen, obwohl die Themen für das breite Publikum in der Regel nicht interessant sind (auch wenn er anerkannt hat, dass diese Themen für den jeweiligen Verfasser sehr wichtig sind).
Ich denke also, du solltest dich thematisch breiter aufstellen und außerdem nicht davon ausgehen, gleich mit einem Bestseller anzufangen.
Wenn es Dein Ziel ist, irgendwann damit Geld zu verdienen, dann musst Du Dinge schreiben, die kommerziell funktionieren, auch wenn es nicht unbedingt „hochgeistig „ ist (denk an Rosamunde Pilcher, „iny Lorentz“, ...).

Du hast ja hier auch schon einige gute konkrete Tipps bekommen. Lern das Handwerkszeug, such Dir passende Foren, mach Kurse mit (VHS, Bücher, Online-Kurse....), beschäftige dich mit E-Publishing.

Viel Erfolg
 

_cloudy_

Urgestein
Du schreibst, in dem Wald war es stockdunkel, früh gegen 8, und auf einmal steht 1 Meter hinter dir ein Mann im Anzug mit einer Taschenlampe.
Ohne zu wissen wie es weitergeht, ist es ab da spätestens Märchen.
Eine Taschenlampe würde durch den ganzen Wald leuchten, und bei kniehohem Schnee merkst du trotz "Gefährte Angst" nicht, wenn da ein Mann direkt hinter dir stapft.
 

cafard

Aktives Mitglied
Mich hat dein Text schon angesprochen. Ich denke sehr wohl, dass du grundsätzlich ein Talent zum Schreiben hast. Kritik wirst du dir immer einfangen. Ein Werk zu produzieren, das allen gefällt und von allen gelobt wird, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Was der eine toll findet, ist für den anderen ätzend. Wovon der eine nicht lassen kann, das ödet den anderen an.

Ich würde dir auf jeden Fall raten, weiterzuschreiben, völlig unabhängig davon, was andere sagen. Kritik kannst und solltest du dir anhören, dir aber über diese Kritik deine eigene Meinung bilden und dich davon nicht verunsichern oder dir gar die Freude an der Sache nehmen lassen.

Ob du Erfolg in den Augen der anderen hast, ist unerheblich. Nett, wenn man ihn hat, egal, wenn man ihn nicht hat. Das einzig Wesentliche ist die Freude, die du an der Sache hast. Und ich würde deine Geschichte schon gerne weiterlesen.

Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass das Glücksgefühl, veröffentlicht zu haben, schnell verpufft. Die Freude am Schreiben jedoch ist mir geblieben, über viele Jahre, ich habe immer wieder das eine oder andere geschrieben, darin gelebt, darin gefühlt und es genossen.

Ich würde mich freuen, deine Geschichte weiter lesen zu dürfen.
 

Mondsonne

Aktives Mitglied
Hallo CEBF,
also ich finde deinen Text auch nicht schlecht, würde es wohl aber nur weiterlesen, wenn es mich von der Thematik betreffen würde, sprich Mobbing. Hast du für deine Geschichten eine bestimmte Zielgruppe, die du ansprechen möchtest? Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass es Jugendliche, die gemobbt werden oder eine Mobbingerfahrung hinter sich haben, interessieren würde...
Ansonsten hast du ja schon ein paar gute, weiterführende Tipps bekommen.
Ich würde daran festhalten und versuchen, etwas daraus zu machen!
LG
 

CateElisesBiggestFan

Aktives Mitglied
@Mondsonne

Mobbing ist ein wichtiges Thema, aber es soll eine Art Horroroman im Stil von Carrie werden, aber keine Kopie von Carrie, sondern was ganz anderes
Carrie, damit meine ich diesen Roman von Stephen King mit dem telekinetisch begabten Mädchen, das von seinen Mitschülern grausam gemobbt wird und sich dann rächt.
Mein Roman ist ganz anders, die Zielgruppen sind verschiedene, ich möche einerseits Horrorfans ansprechen, andererseits aber auch Teenager um die 15 Jahre(für jüngere wäre der Roman zu düster und zu hart) die Mobbingopfer sind und sich für die Thematik interessieren.
Als ich 15 war, hab ich Carrie immer wieder gelesen, weil ich mich mit dem gemobbten Opfer gut identifizieren konnte und einfach das Gefühl hatte, dass Stephen King gemobbte Teenager sehr gut verstehen kann.
Aber vielleicht kann ich da wirklich noch einige der Tipps hier umsetzen, damit der Roman eben auch für Horrorfans die nichts mit Mobbing zu tun hatten, interessanter wird.
 

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