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Habe ich schriftstellerisches Talent?

CateElisesBiggestFan

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Ich bin jetzt mal ganz mutig und stelle den Anfang eines Romans über Mobbing, an dem ich gerade schreibe hier rein.
Würde mich freuen wenn ihr mir sagt, was ihr davon haltet.
Und bitte seid ehrlich, wenn ihr findet, dass ich kein Talent zum Schreiben habe und es ganz furchtbar findet, dann sagt mir das auch, ich will ja wissen ob ich was kann oder eben nicht.

Draußen ist es noch stockdunkel, genauso finster wie es in meiner Seele gerade aussieht. Hinter mir liegen zweieinhalb wundervolle Wochen, in denen niemand mich als Quasimada beschimpft, angespuckt oder mit Steinen beworfen hat. Aber leider ist es mit den Ferien immer das Gleiche. Am ersten Tag denkt man noch, sie würden ewig dauern und diese Institution der Folterqualen, die sie Schule nennen, scheint weiter weg zu sein als der Mond. Doch schon bald wird der Morgen grauen, und das leider im wahrsten Sinne des Wortes, mein ganz persönliches Grauen vor dem mich niemand bewahren kann.
Ich wünschte, ich könnte einfach liegenbleiben, wieder einschlafen und dann beim Aufwachen sehen, wie die schneebedeckten Äste der Bäume im Schein der Wintersonne wie Diamanten glitzern
Mein Magen rumort heftig und nach zweieinhalb Wochen der Erlösung ist sie wieder da, die quälende Angst, die seit meiner frühen Kindheit meine einzige, bitterböse Gefährtin ist. Schon morgens wenn ich aufwache ist sie da und sie begleitet mich jeden Tag in die Institution der Folterqualen.
Ich mag diese sehr hartnäckige Gefährtin nicht und ich wünschte, sie würde mich endlich in Ruhe lassen. Aber leider ist sie jeden Morgen an meiner Seite, sie begleitet mich auf allen Wegen und sagt mir, dass mein Tag wieder die absolute Hölle sein wird, weil die anderen mich wieder nur quälen und demütigen werden.

Ganz vorsichtig klettere ich aus dem Bett, ich will Chicco nicht wecken. Unser graugetigerter Kater schläft immer bei mir im Bett, schon seitdem er vor zwölf Jahren zu uns gekommen ist. Siebzehn Jahre ist er jetzt, für eine Katze ist das ein stattliches Alter, das die meisten von ihnen gar nicht erreichen. Ich habe ihn so lieb, und alleine der Gedanke, dass er irgendwann nicht mehr da sein wird, treibt mich in den Wahnsinn. Ohne ihn könnte ich dieses beschissene Leben niemals ertragen. Schon im Kindergarten haben sie mich gedemütigt und ausgelacht und seitdem nicht mehr damit aufgehört. Ich war immer das schwarze Schaf in der Herde, diejenige auf der alle rumhacken.

Mist, ausgerechnet jetzt geht der blöde Radiowecker an und spielt "Highway to Hell". Wie ich dieses dumme Lied hasse! Nein, sowas will man echt nicht hören, wenn man sich gerade auf dem Weg in die ganz persönliche Hölle, im allgemeinen Sprachgebrauch "Schultag" genannt, befindet. Am liebsten würde ich den Wecker an die Wand pfeffern, aber ich schalte ihn einfach nur schnell aus, damit Chicco nicht wach wird.
Ich fühle mich wie erschlagen, weil meine böse Gefährtin, die Angst, mir die ganze Nacht keine Ruhe gelassen hat. Nicht mal ein starker Kaffee wird da helfen können. Und auch die Poster der sanft lächelnden, engelsgleichen Elise Massard an der Wand können mich an diesem wintergrauen Januarmorgen nicht aufheitern. Ich liebe ihre Filme und jedes Mal, wenn ich nach der Schule mal wieder total down bin, schaue ich mir einen davon an, manchmal sogar zwei.

"Kommst du bitte runter, Tina?", ruft Mama von unten herauf, "du musst dich beeilen, in einer Stunde fängt die Schule an!"
Verdammt nochmal, wieso kapiert sie nicht, dass ich kein Frühstück will? Am Morgen ist die Gefährtin Angst besonders stark, und dann lässt sie meinen Magen ganz heftig rumoren. Nachdem ich einen letzten wehmütigen Blick auf den schlafenden Chicco und meine Postersammlung geworfen habe, gehe ich lustlos nach unten in die Küche und setze mich an den Tisch, auf dem noch die fast leere Dose mit den Plätzchen, die Mama und ich am Abend vor Weihnachten gebacken haben, steht.
Im Grunde genommen ist das Leben nicht anders als ein Plätzchen. Am Anfang schmeckt es noch wunderbar süß und knusprig, aber mit zunehmendem Alter wird der Geschmack immer fader. Bei mir haben bereits fünfzehn Lebensjahre gereicht, um diese Erkenntnis, die andere erst mit Mitte Dreißig haben, zu gewinnen.
Von meinem Platz aus kann ich den üppig geschmückten Tannenbaum im Wohnzimmer sehen. Zwei Wochen ist der Heilige Abend jetzt her, aber es erscheint mir wie eine Ewigkeit. Damals lag diese besondere Magie der Feiertage in der Luft und ich hatte das wunderbar überwältigende Gefühl, dass diese schönen Ferien niemals enden würden.

"Was ist los?", fragt Mama und blickt mich besorgt an, "du machst ja ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Freust du dich denn gar nicht, deine Freunde wiederzusehen? Nach den Ferien habt ihr euch doch bestimmt viel zu erzählen? Wieso lädst du nicht mal Katja zu dir ein? Nachdem du bei ihr auf der Halloweenparty warst, gehört sich das doch so. Bring sie einfach mal wieder mit."
Mama und Papa wissen nicht, dass ich keine Freunde habe. Ich habe es ihnen nie gesagt, weil ich ihnen diesen Kummer ersparen wollte. Sie haben genug eigene Sorgen auf der Arbeit und wegen Omas Demenz. Oma kennt mich und die Eltern nicht mehr und das tut verdammt weh. Als wir sie besuchten, dachte sie, ich wäre ihre Schwester Gerda, die seit fast siebzig Jahren tot ist. Ich leide sehr darunter, dass ich für meine liebe Oma jetzt eine Fremde bin.
Katja aus der Parallelklasse ist nur deswegen mit zu uns gekommen, weil ich ihr dafür 20 Euro von meinem Taschengeld gegeben habe. Sie hat auch gesagt, dass sie wieder meine Freundin spielt, wenn ich ihr dafür noch mal Geld gebe. Aber das kann und will ich nicht. Im Februar kommt ein neuer Film mit Elise Massard ins Kino, und den will ich mir unbedingt anschauen.
Und viel Taschengeld bekomme ich nicht weil Mama und Papa beide nicht so viel verdienen.
Ich habe nur noch 15 Euro, gerade genug um ins Kino zu gehen. 30 weitere Euro sind für die Einladung zu Katjas Party, die sie mit der Post geschickt hat, draufgegangen. Natürlich durfte ich dort nicht erscheinen, ich stand an diesem Abend stundenlang im Wald in der Kälte rum und bin dann erschöpft und frierend traurig nach Hause gegangen. Aber Mama und Papa habe ich dann ein strahlendes Lächeln präsentiert und ihnen gesagt, dass die Party total super war.

"Klar, ich kann sie gerne mal wieder einladen", erwidere ich und bemühe mich, meinen gequälten Gesichtsausdruck in ein fröhliches Lächeln zu verwandeln, "und ich freue mich ja auch schon ein bisschen, die anderen endlich wiederzusehen."
"In ein paar Tagen hast du dich wieder an die Schule gewöhnt, ich weiß, nach den Ferien ist das immer schwer, das war bei mir früher auch so", sagt Mama und stellt einen Teller mit einem üppig belegten Brot vor mich hin, "jetzt iß bitte dein Frühstück. Du kannst doch nicht mit leerem Magen zur Schule gehen. Und heute Mittag mache ich Kartoffelpuffer mit Apfelmus, die magst du doch so gerne."
Salami und Kräuterfrischkäse, normalerweise liebe ich diese Kombination. Aber jetzt dreht sich mir alleine bei dem Gedanken was essen zu müssen schon der Magen um.
Gefährtin Angst ist wirklich hartnäckig, sie peinigt nicht nur meine Seele sondern auch meinen Magen. Mama hats gut, sie muss erst nächste Woche wieder arbeiten gehen. Ich dagegen muss heute schon raus in die kalte, mir feindlich gesonnene Welt.
"Ich habe leider gar keinen Hunger, Mama. Kannst du mir das Brot für die Schule einpacken?"
"Beiß doch wenigstens ein oder zweimal rein, damit du was im Magen hast. Nicht, dass dir noch schwindelig wird, weil du nichts gefrühstückt hast"; sagt sie und stellt eine dampfende Tasse mit Kaffee neben den Teller, "ich mache dir für die Schule ein neues Brot."
Lustlos beiße ich in das Brot, kaue und schlucke, spüle mit Kaffee nach. Das Kauen fällt mir schwer und ich kann weder Kräuterfrischkäse und Salami schmecken, weil ich alles zu hastig hinuntergewürgt habe. Ich wiederhole das noch dreimal, damit Mama nicht auf die Idee kommmt, dass etwas mit mir nicht stimmt. Sie soll nicht merken wie schlecht es mir gerade geht.

Das Radio läuft, irgendein Song über Sommer und Liebe, der so gar nicht zu dem winterlichen Dunkelheit passen will und in mir eine tiefe Sehnsucht nach den sechs Wochen langen Sommerferien weckt.
Dann telefoniert ein Moderator mit verschiedenen Jugendlichen, die heute, vor dem ersten Schultag nach den Ferien, ihre Mitschüler und Lehrer grüßen können. Wie kommen die bloß auf so eine schwachsinnige Idee?
Ich verschlucke mich beinahe an meinem Kaffee, als ich im Radio auf einmal die Stimme meines ärgsten Peinigers, Michael Fleck, höre.
"Ich möchte Martina Müller aus Fremmersbach grüßen, die in meine Klasse geht. Wir alle haben dich in den Ferien vermisst, Tinchen, besonders ich. Wir beide haben wirklich in der Schule immer so viel Spaß zusammen, ich kann mit niemandem so gut gemeinsam lachen wie mit dir. Ich freue mich schon, dich heue wiederzusehen. Du bist wirklich ein ganz tolles Mädchen."
Der Moderator, dieser Dummschwätzer, sagt ernsthaft, wie süß er diesen Gruß findet und fragt, ob Martina sein Schwarm wäre.
"Wir mögen sie alle total gerne, sie ist das beliebteste Mädchen in der Klasse....alles andere bleibt mein Geheimnis"; erwidert Michael.
Mir läuft es eisig kalt über den Rücken, denn ich erkenne sofort die subtile Drohung, die hinter diesem vermeintlich freundlichen Gruß steckt. Dieser fiese Kerl ist tatsächlich so dreist, mir weitere Mobbingattacken, als vermeintlich netten Gruß getarnt, anzukündigen. Und seine Stimme klang dabei so freundlich, dass keiner, der nichts von dem Mobbing weiß, die Bosheit dahinter erahnen kann. Michael wusste genau, dass nur ich diese heimtückische Botschaft verstehen würde.
 
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CateElisesBiggestFan

Aktives Mitglied
Auch Mama merkt nicht, dass dieser Gruß im Radio keineswegs nett gemeint war.
"Wer ist denn der Junge, der dich da gerade so lieb gegrüßt hat? Bist du in ihn verliebt? Und er in dich? Wieso hast du mir nie von ihm erzählt? Warum bringst du ihn nicht mal mit hierher, damit ich ihn kennenlernen kann?"
"Er ist nur ein guter Freund, Mama, nichts weiter."
Sie lächelt geheimnisvoll und legt mir sanft eine Hand auf die Schulter.
"Du musst nicht darüber reden, wenn du nicht willst. Ich war ja auch mal jung und habe meinen Eltern nicht erzählt wenn ich mal verliebt war. Das ist ganz normal in deinem Alter. Aber du kannst ihn jederzeit hierher mitbringen, ich habe nichts dagegen."
Jetzt bloß nicht weinen, sie darf nicht merken, wie elend ich mich gerade fühle. Die Hälfte des Brotes liegt noch auf dem Teller, aber ich kann jetzt echt nichts mehr davon runterkriegen.
Nachdem ich den letzten Schluck Kaffee getrunken habe, stehe ich auf.
"So, ich mache mich jetzt für die Schule fertig."
"Ist gut, Kleines, ich mache dir noch ein Brot für die Schule zurecht und einen Müsliriegel lege ich dir auch noch dazu."

Wie in Trance gehe ich die Treppe hinauf, dusche und ziehe mich an. Ich entscheide mich für meine Lieblingsjeans, die genauso schwarz wie meine Seele ist, und den roten Wollpullover, den mir Oma, bevor sie dement wurde, gestrickt hat.
Nachdem ich meine Haare gekämmt habe, binde ich sie zu einem Pferdeschwanz zusammen und schlüpfe in meine Stiefel und die Winterjacke. Alle Mädchen in meiner Klasse schminken sich, und sie machen sich über mich lustig, weil ich es nicht mache. Aber warum sollte ich auch? Ich habe nicht das Bedürfnis es zu tun und außerdem würden sie mich auch dann mobben, wenn ich sorgfältig geschminkt zum Unterricht erscheinen würde. Schon in der Grundschule war ich das schwarze Schaf, auf dem alle ruckgehackt haben. Egal was ich mache, sie demütigen mich immer.
Meinen Rucksack habe ich schon gestern Abend gepackt, während Gefährtin Angst mir gesagt hat, dass der erste Schultag auf jeden Fall wieder ganz schlimm für mich werden würde.
Ich gehe wieder runter in die Küche und setze für Mama ein fröhliches Gesicht auf.
"So ich gehe dann jetzt, sonst komme ich zu spät. Bis heute Mittag."
Es ist halb acht und ich muss mich jetzt wirklich beeilen.
"Machs gut, Kleines"; sagt sie und drückt mir meine Brotdose in die Hand, "du wirst sehen, du gewöhnst dich schnell wieder an den Schulalltag. Gerade jetzt, wo du so einen netten Verehrer hast. Ich wünsche dir einen schönen Tag, bis heute Mittag."
Zu der Sache mit dem "Verehrer" sage ich lieber nichts, weil ich hoffe, dass sie die Sache mit dem Radiogruß vergessen hat bis ich wieder heimkomme.

Es ist noch dunkel als ich das Haus verlasse, und eisig kalte Luft weht mir ins Gesicht, so kalt, dass es sich wie Nadelstiche auf der Haut anfühlt. Die Straßenlampen tauchen die noch menschenleere Straße in ein orangerotes Licht, dessen Schimmer mich an die Horrorfilme erinnert, in denen immer nur eine Person nachts alleine unterwegs ist, wenn das Grauen zu ihr kommt.
Es gibt zwei Wege, auf denen man zur Schule gehen kann. Einer führt durch das halbe Dorf und am Marktplatz vorbei, der andere durch den Wald. Der Weg durchs Dorf ist kürzer, aber ich entscheide mich für den Wald, weil viele meiner Peiniger in Fremmersbach wohnen und ich ihnen nicht schon auf dem Schulweg, wo ich ihrer Grausamkeit hilflos ausgeliefert wäre, begegnen möchte. Bei dieser schneidenden Kälte kann ich mir zumindest sicher sein, dass sie sich nicht im Wald verstecken, um mir dort aufzulauern.
Zum Glück haben Mama und Papa hier im Dorf keine Freunde, die ihnen erzählen könnten, dass ich in der Schule die totale Außenseiterin bin. Kurz nach meiner Geburt sind wir aus der Stadt hierhergezogen und sie arbeiten weiterhin in der Stadt und pflegen ihre dortigen Freundschaften. Zur Dorfgemeinschaft haben sie nie einen Zugang gefunden und wohl auch gar nicht danach gesucht, es ging ihnen nur darum, dass ihr Kind im Grünen aufwachsen sollte.

Gefährtin Angst sagt mir, dass es gar keine gute Idee wäre, in den finsteren Wald zu gehen, sie erinnert mich an diese Sendungen im Fernsehen, die wir zusammen angeschaut haben. Diese Dokusoaps aus Amerika, in denen es fast immer um irgendein Teenagermädchen geht, das die Abkürzung durch den einsamen Wald nimmt und dann von einem eiskalten Triebtäter brutal ermordet wird.
Klar, ganz geheuer ist mir der Wald auch nie, und die Gefährtin Angst erzählt mir dort immer schlimme Geschichten von brutalen Morden an unschuldigen Mädchen, wenn wir da durchgehen. Aber der Weg durch das Dorf ist viel schlimmer. Wenn sie mich entdecken, würden sie den frisch gefallenen Schnee zu festen Kugeln formen und damit nach mir werfen, und ich weiß aus bitterer Erfahrung wie weh diese weißen Wurfgeschosse tun, wenn sie mit voller Wucht auf mich geschmissen werden.

Auf der anderen Straßenseite, hinter dem Haus der Familie Bender, führt ein schmaler Pfad in den Wald hinein. Trotz der energischen Proteste von Gefährtin Angst nehme ich diesen Weg. Warum auch nicht?
Wenn ich den Weg durchs Dorf genommen hätte, hätte sie auch ununterbrochen auf mich eingeredet und mir davon abgeraten.
Trotz der dicken Jacke friere ich und komme nur mühsam voran, weil hier hoher Schnee liegt. Meine Stiefel versinken fast darin, und ich kriege von dem Schnee, der oben eindringt, nasse Füße. Es ist zu dunkel um die Zeit auf der Uhr erkennen zu können, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich zu spät kommen werde. Der Weg durch den Wald ist anderthalb Kilometer lang, da wird es bestimmt halb neun oder sogar neun, bis ich bei der Schule angekommen bin.
Shit, ausgerechnet heute hab ich in den ersten beiden Stunden Herrn Stöck. Der meckert immer so fies rum, wenn man zu spät kommt und die anderen werden sich wieder mal über mich lustig machen.

Nach einer Weile muss ich stehenbleiben und mein Dosieraerosol aus der kleinen Seitentasche am Rucksack hole, weil mir wegen der eisigen Kälte allmählich die Luft wegbleibt. Als Asthmatikerin trage ich das Aerosol immer mit mir herum und nehme jetzt gleich drei kräftige Stöße davon, was die durch die Kälte ausgelöste Atemnot ein wenig lindert. Wahrscheinlich werde ich mir wegen der nassen Füße sowieso eine fiese Erkältung einfangen. Naja, dann muss ich wenigstens ein paar Tage nicht zur Schule gehen und habe meine Ruhe vor den Peinigern.
Gefährtin Angst kann mal wieder nicht still sein und sagt mir andauernd, dass ich schneller gehen soll um zügig aus dem Wald herauszukommen. Verdammt, wie soll ich das machen, in dem fast kniehohen Schnee geht es nun mal nicht schneller.
Da höre ich hinter mir ein Husten und drehe mich erschrocken um. Nur einen Meter hinter mir steht ein Mann, der einen schwarzen Anzug trägt, und obwohl es so eisig kalt ist hat er keine Jacke an. Außerdem hat er einen breitkrempigen Hut in der gleichen Farbe auf dem Kopf. In einer Hand hält er eine Taschenlampe, nur deswegen kann ich ihn in der Finsternis des Waldes überhaupt erkennen.
 
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Sil the evil Bitch

Aktives Mitglied
Da ich eine LRS habe, kann ich nur meinen ersten Eindruck zum Inhalt berichten:

Mir persönlich sagt der Text nicht zu. Gerade beim Thema Mobbing war die ellenlange Beschreibung des Aufstehens eher unglücklich gewählt. Der zwei Seiten Text kann man mit "Protagonistin steht auf, fühlt sich schlecht und geht zu Schule" abkürzen können. Ich zmd. werde nicht mitgerissen sondern eher gelangweilt. Besser hätte ich es gefunden, wenn man direkt ins eigentliche Mobbinggeschehen geworfen wird. Man wird konfrontiert wie die Protagonistin zb. von ein dutzend Mitschülern umzingelt, geschubst wird und man seine Angst und Hilflosigkeit direkt spürt.
 

Reibekuchenprinzessin

Aktives Mitglied
Thema ganz gut, Schreibstil für mich ziemlich langweilig. Dein Stil gefällt mir aber besser als der von z.B. Fifty Shades of Grey, das einzige Buch was ich jemals in eine Tonne geworfen habe und das schon nach einigen Seiten.

Und was für mich langweilig oder zu einfach ist, ist es ja nicht automatisch für andere. Den King finde ich beispielsweise auch grottig. Seine Ideen sind ganz gut, aber wie der schreibt...ich mag meine Bücher gerne etwas "bunter" in ihrem Schreibstil, aber siehe da, der Herr ist auch so berühmt, ganz egal ob ich kleines Licht seinen Schreibstil wie den eines 5. Klässlers bewerte oder eben auch nicht ;D
 

CateElisesBiggestFan

Aktives Mitglied
@Sil the evil Bitch
Das das mit dem Aufstehen so intensiv beschrieben wird, hat besondere Gründe, die sich erst in den späteren Kapiteln erschließen es ist nämlich nicht nur ein Roman über Mobbing, sondern auch ein Horrorroman, und dieser tief deprimierende Anfang ist bewusst so gewählt.

@Reibekuchenprinzessin

Hat ja jeder einen anderen Geschmack, finde ich also nicht schlimm, wenn es nicht dein Geschmack ist, egal wie man schreibt, es wird niemals allen gefallen.
 

Sil the evil Bitch

Aktives Mitglied
@Sil the evil Bitch
Das das mit dem Aufstehen so intensiv beschrieben wird, hat besondere Gründe, die sich erst in den späteren Kapiteln erschließen es ist nämlich nicht nur ein Roman über Mobbing, sondern auch ein Horrorroman, und dieser tief deprimierende Anfang ist bewusst so gewählt.

@Reibekuchenprinzessin

Hat ja jeder einen anderen Geschmack, finde ich also nicht schlimm, wenn es nicht dein Geschmack ist, egal wie man schreibt, es wird niemals allen gefallen.
Ein gut gemeinter Tipp unter Autoren: Das was für dich als Autor Sinn ergibt, muss nicht unbedingt für den Leser Sinn ergeben. Das muss man sich als Schriftsteller verinnerlichen. Dein Roman wird aus zwei Perspektiven gesehen. Die des Autors und des Lesers. Wenn der Autor sich denkt, dass dies und jenes so Sinn ergibt, denkt der Leser hingegen, dass es total sinnlos ist. Somit kann es passieren, dass während du denkst "Der Anfang ergibt ab Kapitel XY Sinn", der Leser sich denkt "Hm, der Anfang ist langweilig, dann lese ich nicht weiter, weil Rest wahrscheinlich genauso langweilig ist" und wird dann nicht zu dem Kapitel kommen, in dem Anfang wieder Sinn ergibt.
 

CateElisesBiggestFan

Aktives Mitglied
@sil

Ja, da hast du schon Recht. Natürlich könnte ich auch versuchen, den Anfang etwas abzuändern und erst beim Schulweg anzusetzen, da der Anfang vielleicht wirklich für viele Leser zu langatmig wäre. Vielleicht kann ich das irgendwie so hinkriegen, dass der erste Tag nicht mit dem Aufwachen anfängt, beim zweiten ist das aber wichtig, weil der Leser da erst kapiert, dass da etwas nicht stimmt und es in Richtung Horror geht. Beim ersten könnte ich mir da durchaus einen anderen Anfang einfallen lassen, also direkt auf dem Schulhof oder eben auf dem Schulweg ansetzen. Da hast du schon Recht, danke für den Tipp.
 

SeelenKnacks

Aktives Mitglied
Ok, Du scheinst mit Feedback umgehen zu können. Dann einige Anmerkungen:

Du musst an Deiner Wortwahl "feilen". In vielen Sätzen verwendest Du Worte und Bilder, die man erwarten kann: "ewig dauern", "weiter weg, als der Mond", "schwarzer Mann mit schwarzen Hut", "die quälende Angst", "der einsame Wald". Dann kommen Übertreibungen, deren Hintergründe man als Leser nicht einordnen kann und da sie sich durch den ganzen Text ziehen, wie soll dann noch eine Steigerung möglich sein, wenn es wirklich dramatisch wird?

Die ersten drei Sätze sollten den Leser in Deine Welt mitnehmen, sollten neugierig machen, aber es ist nur stockdunkel und Du wurdest wohl noch nie mit Steinen beworfen, denn sonst könntest Du nicht mehr schreiben.

Wie oft hast Du diese Zeilen überarbeitet? Wie lange arbeitest Du schon daran? Wie viel Autobiographie willst Du darin einbauen? Vieles davon scheint Deine selbst erlebte Geschichte zu sein und dies führt immer wieder dazu, dass Du Dich in Einzelheiten verlierst, die für den Leser nur "Längen" darstellen.

Kannst Du damit was anfangen?
 

Sil the evil Bitch

Aktives Mitglied
@sil

Ja, da hast du schon Recht. Natürlich könnte ich auch versuchen, den Anfang etwas abzuändern und erst beim Schulweg anzusetzen, da der Anfang vielleicht wirklich für viele Leser zu langatmig wäre. Vielleicht kann ich das irgendwie so hinkriegen, dass der erste Tag nicht mit dem Aufwachen anfängt, beim zweiten ist das aber wichtig, weil der Leser da erst kapiert, dass da etwas nicht stimmt und es in Richtung Horror geht. Beim ersten könnte ich mir da durchaus einen anderen Anfang einfallen lassen, also direkt auf dem Schulhof oder eben auf dem Schulweg ansetzen. Da hast du schon Recht, danke für den Tipp.
Nur so aus Interesse. Inwiefern soll da Horror stattfinden?
 

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