Die Bibel als Beweis anzuführen halte ich für fragwürdig, denn auch der Wahrheitsgehalt dieser kann nicht bewiesen werden.
Deswegen heißt es ja auch Glaube und nicht Gewissheit.
Das ist so nicht ganz richtig. Wir können - ohne an Gott glauben zu müssen - Prophezeiungen im AT nachverfolgen und erkennen, dass sich diese erfüllten. Es lässt sich nicht alles beweisen. Aber die Tatsache, dass sich Prophezeiungen erfüllten, lässt sich nicht leugnen und wird von Wissenschaftlern auch nicht geleugnet. Das spricht für den Wahrheitsgehalt der Bibel.
Beispiel:
Nach dem Alten Testament ist das Gebiet des heutigen Israel für die Juden das Land, das Ihnen Gott versprochen hat und in das er sie aus aller Welt zurückbringen will (beispielsweise Hesekiel 36,28 oder Jesaja 43,6). Die Tatsache, dass 1948 der Staat Israel gegründet wurde, in den seitdem Juden aus aller Welt in ihre geistige Heimat zurückgekehrt sind, ist für bibeltreue Christen ein weiterer Beweis, dass sich die Ankündigungen des Alten Testaments erfüllen.
Beispiel:
Prophetie über Tyrus gem. Hesekiel 26. Dort werden einige Details genannt, die geschehen sollen, wie z.B.
dass die Mauer geschliffen werden, die Türme niedergerissen werden, die Erde weggeschwemmt werden wird, viele Völker daran beteiligt sein werden. Steine und Balken werden ins Meer geworfen werden, nackter Felsen wird übrig bleiben und Du wirst nicht wieder aufgebaut werden.
1) Die Prophetien von Hesekiel müssen vor der Erstürmung Tyrus durch Nebukadnezar II. erfolgt sein.
2) Nach der Eroberung (573 v. Chr.) kam Tyrus zum neubabylonischen Reich. Im Jahre 539 v. Chr. eroberte dann der Perserkönig Kyros (559 – 530 v. Chr.) das babylonische Reich, was zur Folge hatte, dass Tyrus jetzt (538 v.Chr.) unter persische Herrschaft geriet.
Und bis jetzt haben sich die genauen Prophetien von Hesekiel noch nicht vollständig erfüllt, denn die Stadt ist zwar zerstört, jedoch die Reste der einstigen Metropole existieren noch.
Ca. 204 Jahre später, also ca. 252 Jahre nach dem Gerichtsspruch, zog der Mazedonier Alexander der Große nach Persien und siegte am Granikos über die persischen Satrapen. Er zog südwärts auf Ägypten zu und rief die phönikischen Städte auf, sich zu ergeben und ihre Stadttore zu öffnen.
Nur Neutyrus, auf einer Felseninsel, ergibt sich nicht. Alexander greift zu einer einmaligen Kriegstechnik, um Insel und Stadt zu erobern. Er lässt das alte Tyrus auf dem Festland niederreißen und baut mit den Trümmern der Stadt einen ca. 60 m breiten Damm über die Meerenge, die Neu-Tyrus von Alt-Tyrus voneinander trennte. Da die Steine und der Ruinenschutt des einst mächtigen Festland-Tyrus nicht ausreichen, lässt er außerdem Erde der alten Stadt ins Meer schütten. Der Bau des fast kilometerlangen Dammes wird durch fahrbare Schutzschilde, sogenannte Schildkröten, gesichert. Anschließend werden fahrbare Geschütztürme mit ca. 20 Stockwerken gebaut, mit denen auch Neu-Tyrus erobert wird.
Und erst jetzt ist die Prophetie von Hesekiel vollständig erfüllt – ca. 250 Jahre nach seiner Prophetie.