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gauck wird heute 75

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Rhenus,

ich weiß ja nicht, wie alt Du bist, aber ich seit ich Bundespräsidenten-Wahlen verfolgt habe, saßen in der Bundesversammlung neben den Vertretern des Bundestages immer irgendwelche Promis als Wahlmänner oder Wahlfrauen.

Und was soll das sagen?
War immer so und deshalb gut?
Zudem werden diese "Wahlmänner" doch auch von den Parteien bestimmt.
Wen aber repräsentieren sie? Das ist doch die Frage...

Schon die Wahl Lübkes verlief so, Heinemann`s, Scheel`s und all die folgenden auch. So ist das Procedere im GG gedacht. Wem das nicht gefällt, muss Mehrheiten organisieren, um das GG entsprechend zu ändern.
Das ist Zynismus pur!
Denn das hat man uns bis zur Wiedervereinigung versprochen! Es steht auch im

Art. 149 GG
Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.

Mir ist nicht bekannt, wer von den Kritikern hier aus dem Osten kommt. Euch aber halte ich dann entgegen, dass es gerade, oft unabhängig von der Partei, Politiker aus dem Bereich der ehemaligen DDR waren, die den Beitritt der ehemaligen DDR zum Geltungsbereich der Bundesrepublik lautstark einer plebiszitären Lösung vorzogen.

Ja gut, jeder hat so seine Vorurteile...
Und man sollte mal langsam nicht mehr demokratische Gesinnung, in Ost und West, aufteilen...

Zudem.
Dafür müsstest du aber mal einen Beweis bringen!
Das reihe ich solange in die Kategorie "Sagen und Märchen" ein...

Diese Lösung scheiterte nicht zuletzt und vor allem an der zwar verständlichen, aber deutlichen Ungeduld der Ostdeutschen.

Auch das ist Legende und Märchen. Es ging darum, schnellstens Fakten vor mehr Demokratie zu schaffen...
England wurde überrumpelt, bevor sie eine Phalanx der Gegner aufstellen konnten.

Gegenfrage: Ich bin so alt, dass ich sowohl politische, wie auch verwaltungsmäßige Aufbauleistung bei der Wiedervereinigung erbracht habe. Zudem habe ich viel über das Thema veröffentlicht.
Also denke ich, dass ich über das Thema schon etwas weiß und auch zudem viele Interna kenne.

Zudem hat unsere Verfassung damit absolut nichts zu tun, denn sie kann jederzeit geändert werden.
Oder meinst du, die Wiedervereinigung wäre an dieser Frage, den Bundespräsidenten vom Volk wählen zu lassen, gescheitert?
Oder die Alliierten hätten dann deshalb eine Zustimmung versagt?

Ich will dir aber sagen, was intern als Grund genannt wurde, es war genau das Verhalten was Gauck an den Tag legt, wenn er Wähler beschimpft und demokratische Wahlen kritisiert, um Parteien und politische Willensbildung zu zensieren.
Das ist unwürdig und ein Bruch seiner Neutralitätspflicht!

Man traut ganz einfach seinem Volk nicht, während andere Wendehälse fett in den Parteien sind und man zuließ, sich die Taschen zu füllen!

Viele von denen wechselten innerhalb von Wochen ihre Meinung und ließen den Handelnden kaum Spielraum.
Burbacher

Entschuldige, das ist Geschichtsfälschung, weil die West-Parteien längst da waren und alles klar vom Westen gesteuert war.
Das weiß ich nun aus meiner Arbeit genau.
Zudem ist das ein Widerspruch in sich.
Die Wiedervereinigung war ein Akt zwischen den beiden Staaten und den Alliierten.
Eine Verfassung hätte man danach beschließen können.

Aber nach deiner Logik sehr aufschlussreich...
Es ist anscheinend dann erlaubt eine Verfassung zu brechen, wenn man kungeln will... Und dem Volk die Macht darüber abzustimmen, nehmen kann.
Ansonsten sollen alte Ladenhüter von Vorvorgenerationen in Ewigkeiten gelten... Weil sie ja eben dem Volk keinerlei Macht geben...
Damals verständlich, heute peinlich.
 
Rhenus,

so langsam kristallisiert sich für mich heraus, worauf Du hinaus willst.
Du plädierst, verstehe ich dich richtig, für die direkte Demokratie im Gegensatz zur repräsentativen Demokratie.

Ich möchte direktere Demokratie, nicht direkte Demokratie ala Schweiz...
Hat aber nicht viel mit dem Bundespräsident zu tun, denn das ist eine Frage der Identität eines Volkes.

Dagegen habe ich sofort einen Einwand: Solche Elemente lassen sich in kleinen Einheiten verwirklichen. In etlichen Bundesländern wählen ja die Bürger inzwischen ihre Bürgermeister.

Dein Einwand basiert unzweifelhaft auf wenig Fachwissen, um es mal kurz auszudrücken. Soll aber nicht als Vorwurf dienen. 😉

Ich habe in den letzten Jahren solche Wahlen als Mitglied des Wahlvorstandes in meiner kleinen Stadt miterlebt.
Obwohl wir sehr unterschiedliche Kandidaten hatten, die sehr verschiedenen Lagern angehörten, war die Wahlbeteiligung mäßig.

Das sind jetzt Themen, die in einen gesonderten Strang gehörten, zudem ist deine Verknüpfung falsch.
Aber das auszuführen ist zunehmend OT.

Von daher halte es zwar für einen faszinierenden Gedanken, Bürger nicht nur über Amtsträger abstimmen zu lassen, sondern auch über politische Tagesentscheidungen, glaube aber nicht, dass dies realisierbar ist.
Siehst du, genau da bin ich anderer Meinung. Über Tagespolitik abstimmen lassen, wäre fatal...!

Sehe ich mir den Haushaltsplan einer kleinen Stadt an, dann ist das ein Werk mit mehreren hundert Seiten. Ein Landeshaushalt oder gar der Bundeshaushaushalt füllen ganze Regalreihen auf zig tausend Seiten.
Nun, ich habe genau das und anderes politisches Rüstzeug, ua für eine große Stiftung unterrichtet und weiß daher, dass deine Aussage falsch ist. 🙂
Erstens verwechselt du Haushaltsplan mit Haushaltsrechnung und zweitens hat jeder Haushalt eine komprimierte Darstellung.

So ist der Haushaltsplan einer Stadt unwesentlich größer, als die kleinste Gemeinde. Lässt sich also genau so komprimiert darstellen. Faktisch eine Handvoll Zahlen... Denn es muss vergleichbar sein, Übrigens bundesweit!

Zudem dürfte dem Bürger wichtig sein, wer mit welchen Steuersätzen, Gebühren und Abgaben belastet wird und ob Investitionen oder Verschwendung herrschen.
Das sind nur wenige Seiten.
Bürger haben zudem das Recht, sich vom Kämmerer das konret erklären zu lassen.

Und... es gibt die Offenlegungspflicht, diesen Haushalt für jeden einsehen zu können.
Ich frage mich nur, warum du gerade dieses Beispiel wählst, wo noch nicht einmal alle Politiker einen Haushalt lesen können und ihn verstehen...
Meinst du ernsthaft, ein einziger Politiker im Bundestag hätte den gesamten Haushalt gelesen?

Wie willst Du die in einer Volksabstimmung zur Abstimmung stellen?
Nein!
Das wäre schon technisch nicht möglich, weil Fristen einzuhalten sind.
Doch du wähltest, wie ich sagte, das falsche Beispiel...
Z.B. Nach der Kommunalverfassung NRW hat jeder einzelne Bürger das Recht, vor dem Beschluss des Rates über den Haushalt, Einwände einzureichen.
Ich sehe das zwar als Scheinbestimmung, aber immerhin, es lässt sich politisch diskutieren, weil der Rat Stellung beziehen muss.

Schon heute blicken da gerade und vielleicht mal die versierten "Haushälter" durch und der Rest der Abgeordneten-Schar folgt in der Regel ihren Empfehlungen.

Ja, das ist so... Doch das ist in allen Sparten so.
Die Agenda 2010 wurde ebenfalls ohne Fachwissen des einzelnen Abgeordneten beschlossen...

Solche Entscheidungen stehen jährlich an. Daneben gibt es ständig bedeutsame politische Entscheidungen aktueller Natur. Glaubst Du wirklich, dass bei unserer ohnehin schon mäßigen Wahlbeteiligung die Bürger dann alle paar Wochen oder Monate zur Abstimmung pilgern?
Weißt du, ich bin gemäßigt, ich unterstelle anderen auch nicht, dass man in Bürokratismus und klein-klein verfallen möchte.
Daher ist dein Einwand überzogen, denn das hätte zur Folge, dass man keine Politiker mehr brauchen würde.

Es stellt sich für mich auch nicht immer die von konservativen Demokraten geäußerte Meinung, man müsse alle Wähler zur Scheinwahl bringen.
Die Schweiz beweist doch, dass es positiv geht... Es geht sogar gut. Nur fehlt mir darin die "Extremistenbremse..."

Gut, ich räume ein, wir haben inzwischen technische Möglichkeiten, die es ermöglichen könnten, dass wir aus dem Wohnzimmer-Sessel per Knopfdruck abstimmen könnten.

Das ist nicht das was ich möchte... Stimmungen hat man immer bei Wahlen, doch das wäre extrem.
Das die Wahlbeteiligung leidet, leider auch in Kommunalwahlen, hat etwas mit der Politikstruktur zu tun.
Menschen wählen den Kommunalpolitiker nicht selten nach der Bundespolitik.
Ungerecht aber Fakt.

Zudem stellt sich die Politik in den Kommunen nicht genügen dar.
Es fehlt auch an Entscheidungskompetenz. Für mich müsste z.B. in NRW die Mittelinstanz (Ebene des Regierungspräsidenten), die übermächtig ist und fast, oder sagen wir zum Schein, überhaupt politisch kontrolliert wird.

Ob aber Lieschen Müller diese Möglichkeit nutzt, wage ich noch zu bezweifeln.
Gut gedacht, aber die Geschichte wird an der Realität scheitern.

Burbacher

Wie waren wir vom höchsten Repräsentanten, der in Direktwahl und direktem Vorschlagsrecht des Bürgers zu wählen wäre, zur Kommunalpolitik und zum anscheinend omnipotenten Lieschen gekommen?
Ich sage es dir, weil es keinen vernünftigen Grund gibt, dem Volk als Souverän des Staates, dieses Recht zu verweigern.

Also kommt man zu solchen Scheinargumenten... 🙂😉

 
Rhenus,

ich kenne viele Debatten, Diskussionen sowohl auf kommunaler, ortsnaher Ebene und ich habe gerade in jungen Jahren einen kommunalpolitischen Ausschuss mitgeleitet.
Daneben war ich während meiner Studi-Zeit häufiger in Bonn als zu Hause. Damals interessierten mich Fragen zur neuen deutschen Außen-und Sicherheitspolitik.
Zur meiner kommunalpolitischen Erfahrung sage ich dir, dass Du Bürger noch zur Diskussion bringst, wenn es um Abwassergebühren und Anliegerbeiträge geht. Konkret: Wenn eine politische Entscheidung im Geldbeutel spürbar wird.
Ob es aber z.B. eine VHS gibt, wie die organisiert ist und wer sie leitet, und was sie schließlich kostet, interessiert nur wenige.
Wir erleben es doch gerade wieder im Bezug auf die Neuordnung der Schul-und Bildungspolitik. Wenn es gut geht, erreichst Du engagierte Eltern, in der Oberstufe junge Menschen. Die anderen aber überlassen der Politik die Entscheidung.
Wird in einem Ortsteil eine Straße verlegt, die Kanalisation erneuert, dann kriegst Du die Anlieger ran, weil ihnen die Bagger vors Haus rücken und irgendwann Gebührenbescheide anstehen.
Sobald es aber um komplexere Strukturen geht, warum etwa bestimmte Entscheidungen auf Bezirksregierungen übertragen oder von dort auf die Kreise übergehen, das interessiert nur wenige.
In meinem Heimatort gab es eine Raketen-Station mit Mittelstrecken-Raketen. Die Gegend, das wussten Eingeweihte, lag im Zielvisier östlicher Raketen.
Das interessierte kaum jemanden. Erst als dann vor einigen Jahren die Amerikaner abzogen, eine Kaserne dichtgemacht und ein deutsches Raketen-Flak-Bataillon aufgelöst wurde, dämmerte der Bevölkerung das zwar einerseits eine lange bestandene Gefahrenlage nicht mehr gegeben war, aber das dem Ort mit dem Abzug der deutschen und amerikanischen Soldaten eine Menge Kaufkraft flöten ging.
Ich habe kaum jemanden jubeln hören angesichts der gewachsenen Sicherheit, aber klagen angesichts der geschwundenen Kaufkraft.
So könnte ich dir noch etliche sehr konkrete Beispiele nennen. Es ist zu billig, mit dem langen Finger auf die Politik und die Politiker zu zeigen, so lange der vielzitierte mündige Bürger froh ist, von den Dingen nicht behelligt zu werden.
In meinen späten Jahren als Lehrer erlebte ich, wie Lehrpläne und Rahmenrichtlinien Eltern und Schülern vorgestellt werden mussten. Es gab Standort bezogene Lehrpläne, die von Pädagogen, Eltern und Schülern gemeinsam erarbeitet wurden. So das Ideal. Und was glaubst Du, wer da kam?
Ja, ein paar interessierte Eltern, ebensolche und weniger Schüler. Wir nahmen per Dienstpflicht teil.
Partizipation, Mitbestimmung, Bürgerbeteiligung - absolut wichtig, ich habe mich immer beteiligt, mal auf der Seite, mal auf der anderen.
In der Regel fehlten aber oft die unmittelbar Betroffenen.
Es gibt Schuhe, die ziehe ich mir nicht an, und andere müssen sie sich auch nicht anziehen.

Burbacher
 
Rhenus,

ich kenne viele Debatten, Diskussionen sowohl auf kommunaler, ortsnaher Ebene und ich habe gerade in jungen Jahren einen kommunalpolitischen Ausschuss mitgeleitet.
Daneben war ich während meiner Studi-Zeit häufiger in Bonn als zu Hause. Damals interessierten mich Fragen zur neuen deutschen Außen-und Sicherheitspolitik.

Zur meiner kommunalpolitischen Erfahrung sage ich dir, dass Du Bürger noch zur Diskussion bringst, wenn es um Abwassergebühren und Anliegerbeiträge geht. Konkret: Wenn eine politische Entscheidung im Geldbeutel spürbar wird.

Was ist denn an der Wahrnehmung von Rechten und Einfluss verwerflich?

Ob es aber z.B. eine VHS gibt, wie die organisiert ist und wer sie leitet, und was sie schließlich kostet, interessiert nur wenige.

Heißt das, du kümmerst dich um alles was in der Welt passiert oder zu regeln Ist? 🙂
Sieht nicht jeder sein Anliegen, als sehr wichtig an?


Wir erleben es doch gerade wieder im Bezug auf die Neuordnung der Schul-und Bildungspolitik. Wenn es gut geht, erreichst Du engagierte Eltern, in der Oberstufe junge Menschen. Die anderen aber überlassen der Politik die Entscheidung.

Ja nun, diese Eltern haben ja auch nur ein temporäres Mandat.
Meine Erfahrung diesbezüglich ist, dass Lehrer auch nicht leicht zu händeln sind und so mancher Lehrer seinen Schulleiter auch im Stich lässt.

Wird in einem Ortsteil eine Straße verlegt, die Kanalisation erneuert, dann kriegst Du die Anlieger ran, weil ihnen die Bagger vors Haus rücken und irgendwann Gebührenbescheide anstehen.

Ist das denn nicht verständlich? Was kritisierst du wirklich?
Oder kümmern sich andere, um Deine Sorgen auf der Arbeit?

Sobald es aber um komplexere Strukturen geht, warum etwa bestimmte Entscheidungen auf Bezirksregierungen übertragen oder von dort auf die Kreise übergehen, das interessiert nur wenige.

Verstehe ich nicht, die Bezirksregierungen sind undemokratisch strukturiert und verhalten sich wie Despoten.
Sie hebelt sogar die Demokratie in Kreisen, Städten und Gemeinden aus.
Wir haben diesbezüglich ein erhebliches Verwaltungsgerichts- und Verfassungsproblem!
Kommunen werden von der Bundes- und Landespolitik mit Pflichtaufgaben überhäuft aber finanziell maßlos überfordert.
Daher wird eine kommunale Selbstverwaltung zur Farce.

In meinem Heimatort gab es eine Raketen-Station mit Mittelstrecken-Raketen. Die Gegend, das wussten Eingeweihte, lag im Zielvisier östlicher Raketen.

Ich weiß... wenn dein Name richtig ist. Bei mir auch. 😉

Das interessierte kaum jemanden. Erst als dann vor einigen Jahren die Amerikaner abzogen, eine Kaserne dichtgemacht und ein deutsches Raketen-Flak-Bataillon aufgelöst wurde, dämmerte der Bevölkerung das zwar einerseits eine lange bestandene Gefahrenlage nicht mehr gegeben war, aber das dem Ort mit dem Abzug der deutschen und amerikanischen Soldaten eine Menge Kaufkraft flöten ging.

Ja auch das weiß ich...
Erst kommt das Fressen und dann die Moral... (Brecht Zitat)


Ich habe kaum jemanden jubeln hören angesichts der gewachsenen Sicherheit, aber klagen angesichts der geschwundenen Kaufkraft.
So könnte ich dir noch etliche sehr konkrete Beispiele nennen. Es ist zu billig, mit dem langen Finger auf die Politik und die Politiker zu zeigen, so lange der vielzitierte mündige Bürger froh ist, von den Dingen nicht behelligt zu werden.
In meinen späten Jahren als Lehrer erlebte ich, wie Lehrpläne und Rahmenrichtlinien Eltern und Schülern vorgestellt werden mussten. Es gab Standort bezogene Lehrpläne, die von Pädagogen, Eltern und Schülern gemeinsam erarbeitet wurden. So das Ideal. Und was glaubst Du, wer da kam?
Ja, ein paar interessierte Eltern, ebensolche und weniger Schüler. Wir nahmen per Dienstpflicht teil.
Partizipation, Mitbestimmung, Bürgerbeteiligung - absolut wichtig, ich habe mich immer beteiligt, mal auf der Seite, mal auf der anderen.
In der Regel fehlten aber oft die unmittelbar Betroffenen.
Es gibt Schuhe, die ziehe ich mir nicht an, und andere müssen sie sich auch nicht anziehen.

Burbacher

Nun, dass war jetzt sehr klein, klein... ich verstehe deinen Frust sogar, doch das hat kaum etwas mit einer direkten Personenwahl eines Bundespräsidenten zu tun. 😉
So wie ich hohe Wahlbeteiligung, wie Politiker das gerne interpretieren, nichts mit wirklicher Demokratie und Zustimmung zu tun hat. Denn umgekehrt, erkennen die Politiker bei geringer Wahlbeteiligung ja auch nicht ihre eigenen Verfehlungen an...
Nein die Wähler, bzw. die Nichtwähler sind immer schuld...

Versagen durch Kumpanei mit der Industrie und Lobbyisten, Korruption und Missmanagements, Verschwendung und Inkompetenz kommen überall vor... nur nicht in der Politik und der Verwaltung?

Und der Bürger sollte nun Fachmann/frau für alle komplizierten Vorgänge der öffentlichen Daseinsvorsorge und Angelegenheiten sein?
Wo sich doch sogar Berufspolitiker hinter beliebigen Worthülsen, Ausreden und Begriffsumdeutungen verstecken.
Was ist denn von einem Parlament zu halten was bewusst mit Papier zugemüllt und Beratungszeiten ebenfalls bewusst so kurz gehalten werden, damit kein Entscheidungsträger weiß, was er denn abstimmt.

Wir haben doch die Beispiele dass Lobbyisten fertige Vorlagen für Beschlüsse liefern. kennen wir nicht das Versagen auf jeder Großbaustelle und Großprojekten...

Und dann kümmern sich Bürger um den Wahnsinn von Stuttgart 21...
Sie wurden brutal von der Ordnungsmacht angegangen und mit Anzeigen bedacht. Verletzt und belogen...

Ich sage mal süffisant... wäre man meiner und anderer Willen gefolgt, die damals rhetorisch allzugern in Richtung Staatsfeindlichkeit gedrängt wurden, dann hättet ihr keinen Kaufkraftverlust zu erleiden, für Raketen, die nie dahin gehörten...
Denn sie schützten nicht unser Land!
Und Umstrukturierungen, lieber Burbacher, mussten in ganz anderer Größenordnungen, das ganze Ruhrgebiet erleiden...
 
Hallo Rhenus,


ok, dann war und ist das eben klein-klein. Für die Antwort auf die politischen Kleinigkeiten hast Du gleichwohl lange Zeit gebraucht. Es gibt halt Menschen, die immer für die großen Dinge zuständig sind.
Die Anderen mühen sich im Kleinen.

Politisches Maulheldentum gegen praktisches Handeln. Da fallen mir Namen ein, auch im Kleinen und im Großen.
Hier auch.
 
Hallo Rhenus,

ok, dann war und ist das eben klein-klein. Für die Antwort auf die politischen Kleinigkeiten hast Du gleichwohl lange Zeit gebraucht. Es gibt halt Menschen, die immer für die großen Dinge zuständig sind.
Die Anderen mühen sich im Kleinen.

Politisches Maulheldentum gegen praktisches Handeln. Da fallen mir Namen ein, auch im Kleinen und im Großen.
Hier auch.

Tja Burbacher,

wir erinnern uns, es ging um eine Wahl des Bundespräsidenten und nicht um Kommunalpolitik.
Das meinte ich mit klein, klein, zumal du in Details der Kommunalpolitik und sogar des Verwaltungsrecht, gehst.

Unterschwellig setzt du auch voraus, dass die Bürger gefälligst zu Wahl zu gehen hätten, sich um alle Dinge des öffentlichen Lebens zu kümmern hätten, und ansonsten sich mit Kritik zurückzuhalten hätten.

Da sage ich mal, wenn man nicht gerade Beamter ist, der Mittags Feierabend hat, nicht auf einen Familienverbund zurückgreifen kann, vielleicht noch Alleinerziehend ist, der hat es heute schwer sich um all die Dinge zu kümmern, die so möglich wären, weil ein Tag eben nur nach gesetzten Prioritäten erledigt werden kann.
Und Termine keine Rücksichten nehmen auf Einzelschicksale.

Ich bitte auch um Verständnis, dass ich nebenher viele andere Dinge zu regeln habe und der Tag für mich auch nur 24 Std. hat. 😀
Also setze ich Prioritäten nach Wichtigkeit und Lust. 🙂
Und das Thema ist nun wirklich nicht mit dem Vermerk "EILT!" bedacht...

Und im Moment ist meine eigene Aus- bzw. Fortbildung wichtiger, als in den vielen Strängen zu schreiben, wo ich nicht nur hier, schreibe.

Deine weiteren Aussagen verstehe ich nicht so recht, weil ich mir als Bürger weder die Themen vorschreiben lasse, wozu ich meine Meinung äußere, noch zu klein bin, um mich mit "großen" Themen zu befassen.
Ich verstehe Demokratie so, dass jeder erst einmal so groß ist, wie er sich definiert. Weil er ja auch in der Gesamtheit der Souverän ist, so dass er sich zu allem und jedem äußern kann.
Das tun Politiker ja auch.
Da wissen Grünspunte auch trefflich vorlaut über Leute zu urteilen die 45/50 Jahre schwer geschafft und gearbeitet haben... wie man ihnen die Rente kürzt.

Und meine Kritik richtete sich im Ursprung darüber, dass wir einen Bundespräsidenten haben, denn ich aus verschiedenen Gründen für unwürdig und unglaubwürdig halte und den ich als Kandidat selbst gerne mitgewählt bzw. ihm die Stimme versagt hätte.
Ich denke, dies ist ein Ansinnen, was durchaus berechtigt ist.

Denn warum Sportler, Filmsternchen, Verlegerfrauen, alternde Politiker oder gar Bonzen dies stellvertretend für mich tun sollten... leuchtet mir immer noch nicht ein.

Es sei denn, die waren alle in den von dir genannten Kriterien und Ämtern tätig.
Nun, wer mag dir und mir denn dann die Nominierung versagt haben...? 🙂

Eh, Burbacher, mal ehrlich, du warst aber in den 60ern kein Revoluzzer, oder? 🙂
 
Rhenus, Du fragst:

"Eh, Burbacher, mal ehrlich, du warst aber in den 60ern kein Revoluzzer, oder? 🙂 "

Mit Sicherheit nicht, und ich war in meiner Partei, dort wo ich aktiv war, eine beliebte Zielscheibe für die Jusos.
Und darauf bin ich noch heute etwas stolz, habe ich doch nicht den Weg beschritten, wie mancher dieser "Revoluzzer", von denen manche schneller von der Jeans in den Nadelstreifen-Anzug wechselten, als wir gucken konnten.

Und dann dienten sie der Macht und bedienten schneller diejenigen, die sie vorher beschimpft hatten, als sie es selbst wohl für möglich gehalten hatten.
Diese Politiker-Ausgabe findest Du übrigens bei den Grünen heutzutage zuhauf.

Wenn ich etwas Kritisches zu Gauck sagen soll, dann stößt mir auf, dass er zu sehr seinen eigenen Status im Blick hat, sich immer noch, so habe ich den Eindruck, über seine Wahl freut, als seinen Einfluss zu nutzen, um wichtige Veränderungen anzustoßen.

Die ganze Debatte aber an seiner Person, seiner Vita, festzumachen, halte ich für unangemessen. Er hat eben nur eine sehr begrenzte Macht. Wenn man das nicht will, muss man die Verfassung ändern.

Ansonsten wirkt das, als pinkele man da jemanden an die Hose, weil einem die ganze Richtung nicht passt, wobei man sich auch noch den genau Falschen ausgesucht hat.

Burbacher
 
Zuletzt bearbeitet:
Wir Ösis sind schon erwachsen, wir dürfen unseren Bundespräsidenten selber wählen. 😀

Dafür hatten wir mal einen Präsi, der nicht in die USA einreisen durfte, weil er wegen seiner braunen Vergangenheit auf der Watchlist stand.
Das ist die andere Seite.
 
Wir Ösis sind schon erwachsen, wir dürfen unseren Bundespräsidenten selber wählen. 😀

Dafür hatten wir mal einen Präsi, der nicht in die USA einreisen durfte, weil er wegen seiner braunen Vergangenheit auf der Watchlist stand.
Das ist die andere Seite.

Ja Tom... alle anderen in Europa dürfen das. 😉
Sie dürfen auch über andere Sachen entscheiden wie Europaverträge.

Na ja, die USA hat doch die Nazis selbst ins Land geholt, zudem genügend eigene.
Und die "Persilscheine" der Entnazifizierung wurden doch auch von den Siegermächten ausgestellt...

Na ja, Waldheim war jahrelang in den USA, der Unmut zog er sich zu nach dem alten Muster der USA zu: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich...
Dann grub man eben diese alte Kiste aus...


@Burbacher
Ansonsten wirkt das, als pinkele man da jemanden an die Hose, weil einem die ganze Richtung nicht passt, wobei man sich auch noch den genau Falschen ausgesucht hat.

Ja stimmt, diese Art von Altersversorgung passt mir auch nicht.
Und mit mir sehr vielen nicht. Bis hin zu der CSU.
Es ist also nicht die Frage des grundsätzlichen Standpunktes Links-rechts, sondern der einer Demokratie an sich.

Da wäre zuerst Theodor Heuss zu nennen, der dem Ermächtigungsgesetz der Nazis zustimmte, also Hitler die Allmacht gab.
Und Folgende:

Blamable Bundespräsidenten : Vollpfosten in Amt und Würden - taz.de

Warum hat man sich den Falschen ausgesucht?
Ich habe doch beschrieben, was mir an ihm nicht passt...
Du kannst das teilen, musst es aber nicht. Doch unwahr ist es deshalb auch nicht...

Ach weißte Burbacher, ich bin sehr unkonventionell, doch man sollte schon angemessen seine Bürger, seinen Wahlkreis, vertreten...
Flegelhaftes benehmen gab es auch in eurer Partei... Zum Beispiel gegen die Rechte der Frauen...

Wenn da einige dazulernten, ist das nicht schlimm...
Schlimm sind eher die Leute, die ihre Weisheit in die Wiege gelegt bekamen und nie bereit waren, sich selbst zu hinterfragen und zu ändern...

Und es ist ja nicht wahr, dass deine Partei sich nicht geändert hätte, sie hat doch massenhaft Werte verloren...

 
Rhenus,

um einem Irrtum vorzubeugen: Ich bin nicht mehr Mitglied der SPD, und das schon etliche Jahre nicht mehr.
Ich habe, und das ist heute noch so, Helmut Schmidt verehrt, war ein begeisterter Unterstützer von Johannes Rau, "Schorsch" Leber.
Du darfst mich da ruhig "konservativ" nennen. Es gab Linke in der Partei, deren Meinung ich nicht teilte, deren Haltung ich aber respektierte: wegen ihrer Gradlinigkeit.
Ich erlebte aber, um deine Vokabel zu verwenden, "Revoluzzer", die ganz schnell ihre Revolte einstellten, sobald sie ein Treppchen der Macht erklommen hatten.
Da gab es damals eine Forderung aus Juso-Reihen, niemand dürfe in Deutschland mehr als 5000 Märker verdienen. Kaum aber, dass exponierte Vertreter aus Juso-Reihen etabliert waren, griffen sie nach Ämtern, die ihnen ein Mehrfaches einbrachten.
Darunter waren Zeitgenossen, die mit Inbrunst gegen das Beamtentum stritten, sich dann aber Dezernenten-Posten unter den Nagel rissen, die ihnen ein Vielfaches normaler Beamtengehälter eintrugen.
Was die Behandlung der von dir auch angesprochenen Frauenfrage angeht, muss man sich - und das gilt für fast alle Frontfrauen in allen Parteien - ihren Werdegang ansehen.
In erster Linie ruderten sie nach oben und viele Geschlechtsgenossinnen, die denen den Weg nach oben ebneten, blieben enttäuscht zurück.
Da gilt, und ich schließe mich da nicht aus, wohl für die meisten Menschen, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt.

Burbacher
 
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