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Fühle mich übergangen - wie handeln?

Eben. Es ist doch logisch, dass sie nicht ihre Schwester, zu der sie ein schlechtes Verhältnis hat, als Trauzeugin auswählt.

Ja, ich halte es für "vertretbar", aber nicht erst/ nur in diesem Zusammenhang.
Du schreibst, dass du seit jeher ein schlechtes Verhältnis zu deinen Schwestern hast und dich aus dem Geschwisterverband ausgeschlossen fühlst. Warum versuchst du dann krampfhaft, dazu zu gehören und steckst immer wieder Rückschläge ein?
Entweder du kommst damit klar und akzeptierst es, dass du kein enges Verhältnis zu den beiden hast. Dann kannst du hingehen.
Oder das Ganze nagt an dir und du kommst mit deiner Rolle im Geschwister"verbund" nicht klar, dann zieh dich zurück. Dann finde ich es auch nicht konsequent, zu einer Hochzeit zu gehen, bei der du dich schon wieder ausgebremst fühlst und somit einen Schein zu wahren.

Als Schwester, wenn man eingeladen wird, bei einer größeren (Familien) Feier nicht zu erscheinen, würde ich nicht gut finden.

Zum einen prinzipiell, zum anderen aus pragmatischen Gründen.

Wenn du das tust, liebe Hannah, kannst du davon ausgehen, dass die ganze Sippschaft, die dort versammelt ist, sich über dich das Maul zerreißen wird und du dann hinterher von entfernten Verwandten wie Tanten, Cousinen usw gefragt werden wirst, was eigentlich los ist.

Wenn dir das ohnehin egal ist, weil du dich von allen distanzieren willst (sozusagen als Befreiungsschlag) kannst du dir das überlegen.

Glaube aber, das würde von den meisten als Trotzreaktion gelesen.
 
Hallo,
mein Name ist Hanna. Wir sind 3 Schwestern im Alter von 26 bis 30 Jahren.Es war schon immer so, dass ich mich im Geschwisterverbund ausgeschlossen gefühlt habe. Das hat sich auch jetzt im Erwachsenenalter nicht geändert. Vorgestern waren wir auf einer kleinen Familienfeier und meine Schwester hat verkündet, dass sie heiratet. Sie meinte fröhlich, dass selbstverständlich unsere andere Schwester Trauzeugin wird und sie als zweite Trauzeugin eine Freundin wählt. ("ich hoffe, das ist in Ordnung für dich ", sagte sie dann noch zu mir). Ich habe es nicht kommentiert, aber eshat mich zutiefst verletzt. Ich weiß, dass es ihre Hochzeit ist und ich kein Recht habe, irgendwelche Ansprüche zu stellen. Unser Verhältnis war immer schwierig, die beiden in einer bequemen Position, weil sie nie diejenigen waren, die alleine waren. Meine Rolle als Außenseiterin wurde seit unserer Kindheit immer wieder thematisierst. Geändert hat sich aber nie etwas. Die beiden sind kürzlich gemeinsam in den Urlaub gefahren, hinterher wurde ichvon ihnen gefragt, warum ich eigentlich nicht mitgekommen sei. Ich wurde aber tatsächlich nicht einmal gefragt.
Ich leide seit Eintritt ins Erwachsenenalter nicht mehr so sehr darunter, das schwarze Schaf zu sein. Ich habe mein eigenes Leben, aber in Situationen wie diesen reißen alte Wunden immer wieder auf.
Mein Lebensgefährte, der mit auf der Feier war, hat gemerkt, dass diese Trauzeugensache mich ganz schön aus der Bahn geworfen hat (nicht nur, dass ich selbstverständlich übergangen wurde, auch wurde mir das ziemlich empathielos und vor versammelter Mannschaft mitgeteilt) und hat dann so getan als sei er müde, damit wir gehen konnten.

Ich möchte meine Schwester nicht darauf ansprechen. Es ist ihre Hochzeit und sie soll wählen, mit wem sie sich am wohlsten fühlt. Würde sie mich aus Gründen des Anstands ihrer Freundin vorziehen, würde das außerdem nichts ändern. Das Kind liegt schon im Brunnen. Gleichzeitig fühle ich mich ziemlich schlecht und mal wieder übergangen.
Haltet ihr es in diesem Zusammenhang für vertretbar, dass ich nicht auf die Hochzeit gehe? Einerseits wünsche ich mir ein gutes Verhältnis zu meinen Geschwistern, andererseits wird mir bei jedem treffen vor Augen geführt, dass ich nicht dazugehöre und ich bin noch Tage später traurig. Um das Verhältnis ernsthaft zu verbessern, ist es denke ich auch einfach zu spät. Die beiden sind seit unserer Kindheit ein Herz und eine Seele und ich das fünfte Rad am Wagen.
Ich möchte kein Drama und ihr auch nicht die Hochzeit verderben. Ich möchte auch nicht schon wieder das schwarze Schaf sein weil ich es wage der Hochzeit fernzubleiben.
Was kann ich tun, um diese Situation für alle zufriedenstellend zu lösen?

Hallo Hanna,

ich möchte meine Antwort gerne aufteilen und zunächst mit der Frage nach der Trauzeugin beantworten.

Da vertrete ich die Forenmehrheitsmeinung. Es ist die Hochzeit deiner Schwester und sie entscheidet nunmal, wer Trauzeugin wird. Auch wenn das für dich natürlich - verständlicherweise - traurig ist.

Nicht in Ordnung finde ich auch, wie deine Schwester das vor versammelter Familie gesagt hat. Es wäre von ihr empathischer gewesen, dir das in einem persönlichen Gespräch zu sagen.

Zu der Frage, ob du zur Hochzeit gehen solltest, bin ich zwiegespalten. Einen Rat kann ich dir nicht geben. Ich stelle dir nur eine Frage:

Würde es dich mehr belasten, wenn du am Tag der Hochzeit anwesend wärst und dich das alles sehr mitnimmt? Oder wäre es für dich schlimmer, wenn du nicht hingehst mit der Folge, dich noch mehr von deinen Schwestern zu distanzieren?

Ich würde wahrscheinlich nicht zu der Hochzeit gehen, wenn ich in dieser Situation wäre. Mich interessiert generell nicht, was andere Menschen von mir denken und ich mache mein Glück nicht von anderen Personen abhängig. Wenn ich gefragt würde, antworte ich ehrlich (mit kleinen Notlügen. Bin ich zum Essen eingeladen und es schmeckt nicht, würde ich das nicht ehrlich sagen).

Ich selbst gehe seit Corona und damit verbundenen Vorkommnissen auf keine Familienfeiern mehr (ich habe aber nur meine Eltern, meine Oma ein paar Tanten und Onkels und Cousinen). Mit meinen Eltern ist aber alles okay und die sehe ich regelmäßig.

Ich habe jetzt seit August 2020 alle Veranstaltungen abgesagt. Es wird darüber getuschelt (das sagt mein Vater), es fragt mich aber niemand direkt. Würde ich gefragt, würde ich ehrlich sagen was mir gestunken hat.

Vielleicht wäre das auch für dich eine Lösung mit der Hochzeit? Dann kannst du mal so richtig ausbrechen. Das muss man aber können. Bei mir hat es bis zu dieser Erkenntnis lange gedauert.
 
Vielen Dank für eure Antworten und vor allem dafür, dass viele sich die Mühe gemacht haben, mein Problem differenziert zu betrachten.
Das Übergangenwerden bei der Hochzeit meiner Schwester ist, wie Splitterbunt es so treffend formuliert hat, nur eines von vielen Symptomen einer zerrütteten Beziehung. Ich will keinesfalls das Recht meiner Schwester, ihre Trauzeugen frei zu wählen, in Frage stellen. Darauf zu bestehen, eine Rolle bei der Hochzeit zu spielen, löst überdies mein Problem, das ja viel tiefer liegt und schon seit Jahrzehnten besteht, nicht. Ich will ihr auch ihre Hochzeit nicht verderben. Wirklich nicht. Ich ertrage aber die Rolle als schwarzes Schaf und als Außenseiterin nicht mehr.
Es gab schon etliche Gespräche und meine Schwestern wissen, wie es mir damit geht. Es ändert sich aber einfach nichts. Im Moment tendiere ich stark dazu, den Kontakt grundsätzlich abzubrechen (mit der Konsequenz, auch auf der Hochzeit nicht zu erscheinen), weil der Kontakt mir nicht gut tut. Es ist nicht schön, bei jedem Treffen vor Augen geführt zu bekommen, dass ich einfach nicht dazugehöre. Ich denke nicht, dass ich die Hochzeit genießen könnte. Ich würde mich nur wieder fehl am Platz fühlen. Natürlich tut es mir auch weh, sie zu verpassen und auch die minikleine Rolle, die ich im Leben meiner Geschwister spiele, aufzugeben . aber ich denke, das wäre das kleinere Übel.
Die Entscheidung, den Kontakt zu einem wichtigen Teil der Familie abzubrechen, ist wirklich nicht einfach und ich werde mir erst einmal die Zeit nehmen, das zu durchdenken aber ich glaube, dass das der richtige Schritt ist. Es hat keinen Zweck, den Kontakt aufrechtzuerhalten, wenn ich nach jedem Treffen traurig bin und mich zurückgesetzt fühle. Ein konsequenter Konraktabbruch käme wahrscheinlich tatsächlich einem Befreiungsschlag gleich.
Aber wie bricht man den Kontakt zu Familienmitgliedern ab, ohne dass ein Drama entsteht? Ich will nicht mit meiner gesamten Familie brechen (zu meinen Eltern, Cousins und Cousinen, Tanten und Onkeln habe ich ein gutes / normales Verhältnis). Ich will nicht auf Familienfeiern verzichten, weil ich mit meinen Schwestern gebrochen habe. Was ist der "sanftere" Weg? Ist es besser, noch einmal das Gespräch zu suchen oder leise zu verschwinden?
 
Liebe @Hanna0528953 ,

der Wunsch nach Kontaktabbruch ist legitim.
Allerdings wird es mit dem, was du hier schreibst
Ich will nicht mit meiner gesamten Familie brechen (zu meinen Eltern, Cousins und Cousinen, Tanten und Onkeln habe ich ein gutes / normales Verhältnis). Ich will nicht auf Familienfeiern verzichten, weil ich mit meinen Schwestern gebrochen habe.
auch kompliziert.

Wenn du mit deinen Schwestern einen harten Cut machst und den Kontakt offiziell brichst, die Einladung zur Hochzeit nicht annimmst, musst du mindestens damit rechnen, dass die kommenden Familienfeiern sehr schwierig werden.
Möglicherweise könnte es auch dein Verhältnis zu anderen Familienmitgliedern verändern. Das ist nicht fair, denn streng genommen geht sie deine Entscheidung nichts an, aber erfahrungsgemäß ist es utopisch anzunehmen, dass sich andere Familienmitglieder zu 100% neutral verhalten und sich keine Meinung bilden, wenn andere Personen Probleme miteinander haben. Außerdem betrifft es sie indirekt mit, wenn bei Opa Uwes Geburtstag alle gemeinsam an einem Tisch sitzen, aber zwischen drei Personen (+ ev. Partner) Eiszeit und komische Stimmung herrscht.

Das solltest du bei deiner Entscheidung einfach im Hinterkopf haben und miteinkalkulieren.

Was ist der "sanftere" Weg?
Ein "sanfter" Weg könnte sein, erstmal alles sacken zu lassen und keine emotionale Entscheidung über's Knie zu brechen.
Man könnte darüber nachdenken, ob man zur Hochzeit erscheint (streng genommen ist das auch eine Familienfeier), um die Emotionen und den Ball flach zu halten, vor dem Hintergrund, dass du mit dem Rest der Familie weiterhin guten Kontakt haben und auch an zukünftigen Familienfeiern mit deinen Schwestern teilnehmen willst.
Nach der Hochzeit könnte man sich von den Schwestern kontinuierlich zurückziehen und den Kontakt immer mehr verringern. Wenn sie nachfragen, wieso du dich nicht meldest oder nicht an Unternehmungen teilnimmst, kannst du ehrlich antworten, dass dir der Kontakt nicht gut tut, weil du dich als fünftes Rad am Wagen fühlst, etc. pp.
Der Entscheidung doch zur Hochzeit zu gehen, stehen natürlich deine Gefühle und deine persönlichen Grenzen gegenüber. Schwierig.
 
Aber die Hochzeit meiner Schwester würde ich nie im Leben auslassen, weil ich sauer bin, dass ich nicht Trauzeugin geworden bin. Du anscheinend schon. Die Frage ist: Welcher Rat nützt der TE? Jemanden, der sich ausgeschlossen fühlt, zu raten, er solle sich selbst ausschließen, erschien mir dämlich.

Es geht der TE ja nicht nur darum, nicht Trauzeugin zu sein. Sondern generell, immer nur das fünfte Rad am Wagen zu sein, nicht zu Urlauben eingeladen zu werden.

Wenn die TE sich wirklich von ihren Schwestern distanzieren möchte um ihren inneren Frieden mit ihnen zu finden, ist die Absage der Hochzeit ein klares Signal.

Und was Opa Franz und Oma Frida darüber denken, sollte der TE dann egal sein. Ich verstehe aber auch, wenn es der TE das nicht ist.
 
Zur Hochzeit würde ich gehen, wenn ich nicht will, dass das Tischtuch komplett zerschnitten ist. Und danach würde ich mal abwarten und eventuell ein Gespräch suchen. Könnt ihr überhaupt nicht miteinander, was ich nicht glaube, sonst wärst du nicht eingeladen worden, dann brich den Kontakt ab. Gibt es etwas grundsätzlich zu klären, dann versucht es, wenn auf beiden Seiten die Bereitschaft dazu ist.
 

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