Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Frusttagebuch: Mutter

Die Eltern hatten ihre eigenen Traumata, die sie nicht bewältigt haben und transgenerational weitergaben. Das erkennt man eines Tages, aber dann ist es leider schon recht spät im Leben.

Man ist nicht verantwortlich für die Traumata der Eltern. Sie erklären einiges, sind aber keine Entschuldigung.

Man ist es sich aber selber schuldig, sich abzugrenzen und sich zu schützen. Das Verstehen und Erkennen ist dabei eine große Hilfe, aber kein alleiniger Weg zur Heilung. Die emotionale Verarbeitung ist eine viel größere und die eigentliche Herausforderung.
 
Sich abgrenzen ist absolut wichtig, ja!

Mit steigendem Abstand zu meiner Mutter stelle ich noch mehr fest, wie sehr sich meine Mutter nur um sich selber dreht und bewusst auch nicht aus diesen Gedankenkreisen ausbricht. Sie fängt bestimmte Themen innerhalb eines Gespräches manchmal dreimal an. Aber auch wenn es für das Thema eine Lösung gibt, geht sie diese nicht an.

Vor Jahren bei der Grundsteuerreform riet ich meiner Mutter dazu eine Steuererklärung abzugeben. Im Rahmen der Grundsteuerreform musste für jedes Grundstück und jede Immobilie in Deutschland eine gesonderte Steuererklärung (offiziell „Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts“) eingereicht werden. Ich bot ihr sogar an, es für sie zu machen, WENN sie mir alle Unterlagen vorlegt.
Meine Mutter jammerte mir darauf hin ich schätze 30 mal in Telefonaten vor, dass sie diese Steuererklärung abgeben müssen, kriegte ihren Hintern aber nicht hoch auch nur ein einziges Dokument heraus zu suchen.

Inzwischen weiß ich wie meine Mutter tickt. Jeder von uns schiebt mal was auf oder vergisst mal was. Aber meine Mutter sucht systematisch solche Themen um sich in die Opferposition zu bringen. Und wenn sie wieder die maximale verdeckt narzistische Opferrolle erreicht hat, seufzt sie ins Telefon "hach wenn du nicht wärst, könnte ich mich eigentlich auch gleich umbringen".

Ihr geht es natürlich darum, meine Abgrenzung zu durchbrechen. Mit maximaler Opferhaltung und Suizidandrohungen Mitleid, Anerkennung und Streicheleinheiten fürs Ego zu erhalten. Und nie Lösungen! Bietet man Lösungen und Hilfe an wechselst sie das Thema oder lenkt ab. Sie fragt beim Steuerthema nicht zurück, welche Unterlagen sie benötigt, sondern nur "ich such mal" und sucht natürlich nie. Jeder Konkretisierung eines Problems weicht sie aus. Sie will schließlich Opfer sein! Das ist ihr Druckmittel!

In letzter Zeit merke ich, dass meine Mutter sich etwas anders verhält da sie merkt, dass ihre Taktik nicht mehr funktioniert. Heute meinte sie "Na irgendwann hast du bestimmt nochmal Zeit für ein Treffen". Früher wäre ich eingestiegen und hätte mir Ausreden überlegt warum ich gerade keine Zeit habe, heute habe ich nur geantwortet "vielleicht" und mich von ihr verabschiedet.

Abgrenzung bedeutet nicht nur "nein" zu sagen, sondern auch, sich nicht immer zu rechtfertigen.

Ich hatte heute eine Situation mit einer Kollegin. Sie wollte, dass ich ihr bestimmte Daten innerhalb von 3 Tagen für sie aufbereite. Ich weiß, dass dies keinen Zeitdruck hat und sie ist nicht meine Vorgesetzte, beschwerte sich aber trotzdem in relativ dreisten Worten. Ich verfasst eine lange Email in der ich erklärte, dass ich wahrheitsgemäß diverse vorrangige Themen auf dem Tisch habe. Doch bevor ich die Email versenden wollte, dachte ich mir "Nö, warum soll ich mich rechtfertigen?" und löschte die Email wieder.

Gewiss, manchmal ist es gut Menschen Gründe zu nennen, aber man muss nicht alles begründen. Auch wenn sich das manchmal schlecht anfühlt, weil dein Gegenüber einen Grund erwartet. Überlege, ob es gerade sinnvoll einen Grund zu nennen oder es nur deinem Gegenüber dient dich in die Enge zu treiben. Gespräche mit meiner Mutter sind auch deswegen inzwischen kurz, weil ich mich nicht mehr darauf einlasse alles zu begründen.
 
Mit Rechtfertigungen gibt man mehr oder weniger zu verstehen, dass man sich einer Schuld fühlt. Man darf aber nein sagen und Grenzen setzen, das ist das gute Recht eines jeden Menschen.

Wer nein sagt, dabei bleibt ohne Rechtfertigungen und Entschuldigungen, macht einen selbstbewussteren Eindruck.

Es geht nicht, man kann nicht und Punkt. Das ist keine Schuld, deshalb braucht es auch keine Entschuldigung.

Ich weiß aber selber, dass es gar nicht so einfach ist, soweit zu kommen. Die meisten Menschen, gerade die älteren Generationen, sind viel zu sehr zur Höflichkeit erzogen worden. Damit schadet man sich nur selber. Anerkennung und Liebe fährt einem das nicht ein, im Gegenteil.
 
Da wird gerne ein Grund gefunden, warum der Steuerberater ungeeignet ist oder das nicht geht.
ersetze "gerne" durch "ständig" 😉

Das ist oft der Kerninhalt unserer Unterhaltung, dass meine Mutter ein Problem hat und dann alle Lösungen von ihr als ungeeignet dargestellt werden, teils sogar mit absurden Gründen. Wenn ich sie früher habe reden lassen, konnte sie problemlos 1-2 Stunden nur darüber reden, was sie bezüglich eines Themas nicht kann. "ich kann nicht" ist eh ihr lieblingssatz.

Mein Highlight war, dass sie mal eine eigentliche perfekte Wohnung nicht nehmen "konnte" weil es dort nur eine normale braune Tonne und keine große gab ... und das ginge ja nicht weil sie so viel Bioabfall der Tiere wegen habe.

Ich habe sowas früher alles mit ihr durchgekaut, ihr Adressen von Ärzten, Maklern oder auch Steuerberatern rausgesucht. Ich habe sie teils zu den Terminen hingefahren. Jedem hat sie ihre "Leidensgeschichte" aufgetischt. Das eigentliche Thema war ihr jedes Mal relativ egal und sie meckerte über alle Personen, die ich ausgesucht habe, teils über belanglose Dinge wie dass ein Makler ein unangenehme Stimme hätte oder eine nicht deutsch aussehende Sekretärin.

Für meine Mutter ist alles und jeder ungeeignet und nichts geht.
Aber auf solche Diskussionen mit ihr lasse ich mich nicht mehr ein. Das ist ja Teil der Strategie, dass sich als hilflos und jeden anderen Menschen als böse darstellt. Dass sie als Ausrede alles "nicht kann" und sich deswegen jedes Sonderrecht wie das Parken auf einem Schwerbehindertenplatz herausnimmt. Sie will diese Opferrolle, diese Sonderrolle, diese "ich bin was besseres" Rolle.

Natürlich ist das toxisch und eklig. Wenn sie gegen Migranten hetzt, gegen Nachbarn, gegen Ärzte oder gegen Menschen die Sozialleistungen erhalten, wo sie selber rund 25 Jahre Bürgergeld erhalten hat. Aber sie selber "konnte" ja nicht anders. Alle anderen aber sollen gefälligst. Deswegen habe ich schon vor längerem die Regel aufgestellt, dass ich mit ihr über keine Gesellschaftsthemen sprechen will. Sie weiß das zwar und führt keine langen Diskussionen triggert es aber dennoch immer wieder an. Für sie ist es ein ganze zentrales Denken, dass sie besser sei als andere Menschen.

Sie ist der empathische, tierliebe, familienliebende, soziale, vegetarisch, moralische, vorbildliche Mensch. Und sie lässt es ständig raushängen, sei es durch abfällige Bemerkungen über andere Menschen, Selbsterhöhung oder herausgenommende Sonderrechte.

Du hast Recht, der Steuerberater ist in ihren Augen ungeeignet. Tja..... ihr Problem, nicht meines!
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben