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Frusttagebuch: Mutter

Wir telefonieren einmal die Woche miteinander. Diese Grenze habe ich selber gesteckt, da sie ansonsten täglich über Stunden mit mir reden will und jede persönliche Grenze überschreitet.

Ja, auch nur einmal die Woche sind die Telefonate nicht angenehm aber ich habe mich bewusst dazu entschieden, weil ich keinen vollständigen Kontaktabbruch will.

Allerdings habt ihr natürlich Recht, dass auch ein 10 minütiges Telefonat dafür reichen würde.
Das würde absolut reichen.
Und wenn Du ein mal angerufen hast und sie nicht erreicht hast, hast Du doch Deine Pflicht erledigt.
Sie sieht doch, dass Du angerufen hast und kann zurückrufen, wenn es ihr wichtig ist?

Was erwartest Du Dir von den Anrufen? Anerkennung oder , dass sie ein mal dich sieht und nicht nur Dich?
Darauf kannst Du Dein ganzes Leben vergeblich warten, das wir nie eintreten.

War bei meinem Schwager ganz genauso und der ist wieder und wieder angekrochen gekommen.
Genützt hat es - gar nichts.
 
Wir telefonieren einmal die Woche miteinander. Diese Grenze habe ich selber gesteckt, da sie ansonsten täglich über Stunden mit mir reden will und jede persönliche Grenze überschreitet.

Ja, auch nur einmal die Woche sind die Telefonate nicht angenehm aber ich habe mich bewusst dazu entschieden, weil ich keinen vollständigen Kontaktabbruch will.

Allerdings habt ihr natürlich Recht, dass auch ein 10 minütiges Telefonat dafür reichen würde.
Die Hauptsache ist ja, dass du dich (möglichst) wohlfühlst dabei. Den Kontakt stärker einzuschränken, ist sicherlich auch nicht für jeden die richtige Lösung...

Allerdings finde ich die Länge eurer Telefonate schon beachtlich. Vor allem, weil sie nicht wirklich etwas bringen, außer deiner Mutter ein bisschen die Zeit zu vertreiben...! 😎 Aber du selbst hast eigentlich gar nichts davon, oder? Bzw. empfindest sie wahrscheinlich sogar als frustrierend und belastend?

Vielleicht könntest du ja mal probeweise euer wöchentliches Telefonat stark verkürzen und beobachten, ob du dich damit besser fühlst. Ruf doch einfach mal kurz bevor du einen anderen Termin hast bei ihr an (oder tu so, als hättest du Zeitdruck, auch wenn es nicht so ganz stimmt...) - und sag ihr gleich zu Anfang sowas wie "Muttern, heute habe ich nur wenig Zeit, lass es uns kurz machen, wie geht's dir, gibt es gerade was Wichtiges oder ist alles soweit normal?" Nach 10 - 15 Minuten beendest du das Gespräch dann auch wirklich ganz konsequent - und nimmst dir für den Rest der Zeit, den das Telefonat üblicherweise gedauert hätte, ganz bewusst etwas vor, was dich selbst interessiert und dir Freude bereitet.

Ich kann mir vorstellen, dass deine Mutter zwar nörgeln würde (und das tut sie ohnehin immer, macht also auch keinen Unterschied 😉)... aber letztendlich doch damit klar käme, ohne dir weitere Schwierigkeiten zu machen. Und du könntest so vielleicht noch etwas mehr Lebensqualität gewinnen. 🙂

Zudem wäre es vielleicht auch eine Überlegung wert, die Regel aufzustellen, dass du das Gespräch beendest, sobald deine Mutter dir mit negativen Zuschreibungen und Vorwürfen ("keinerlei Empathie und Mitgefühl" u.Ä.) kommt. Gerade wenn du dich dafür entscheiden solltest, weiterhin lange Telefonate mit ihr zu führen, um ihr einen Gefallen zu tun, musst du dir nun wirklich nicht gefallen lassen, dass sie dabei dann auch noch schlecht über dich redet.

Behalte bei alldem auch im Blick, dass deine Mutter mit zunehmendem Alter voraussichtlich immer mehr Unterstützung brauchen wird... und schone deine Kräfte, soweit und solange es geht!
 
Allerdings habt ihr natürlich Recht, dass auch ein 10 minütiges Telefonat dafür reichen würde.
Wir sind alle Außenstehende. Für mich hat es keine direkten Auswirkungen, wenn ich Dir sagen würde, dass Du sie mal ordentlich auf den Topf setzten solltest oder einfach mal längere Zeit den Kontakt zu ihr abbrechen solltest. Deine Mutter scheint in ihrer eigenen Welt zu leben und unbelehrbar zu sein. Trotzdem hängst Du an ihr, was für mich unverständlich aber natürlich menschlich ist.
Wenn man selbst der Betroffene ist, handelt man plötzlich ganz anders wäre man nur ein guter Freund oder eine andere Person.
 
Heute mal ein Telefonat, welches ich verhältnismäßig kurz (aber sicher nicht immer noch zu lang) gehalten habe.

Obwohl es derzeit abgekühlt ist und meine Mutter nur 24 Grad in der Wohnung hat, hatte sie nichts anderes im Kopf als ihre Meerschweinchen, die Zitat "ab 26 Grad sterben" würden.
24 Stunden am Tag würde sie Kühlpacks in den Käfigen austauschen. Die Pflege der 2 Meerschweinchen nimmt sie angeblich vollständig in Anspruch. Vor lauter Sorge könne sie nicht mehr schlafen. Auch beim Tierarzt sei sie gewesen, der sie aber nicht ernst nehmen würde (vermutlich hat der Tierart sie ausgelacht).

Wenn man weiß wie meine Mutter tickt, ist sie sehr berechenbar. Wenn sie Aufmerksam will, dramatisiert sie Dinge immer weiter hoch. Aus einem Kratzer, wird eine Wunde, aus einer Wunde eine Blutvergiftung, aus einer Blutvergiftung ihr Tod.
Für Außenstehende wirkt ihre Sorge um z.B. ihre Tier erstmal nachvollziehbar. Wo ist das Problem wenn sie mal ihre Sorge äußert? Das Problem ist, dass sie ihre Sorge in einer halbe Stunde Telefonat 5 mal von neuem äußert und über Wochen über nichts anderes mehr spricht. Das Ziel ist immer das gleiche: Mitleid, Anerkennung, Opferrolle, etc.

Die gleiche Show zieht sie auch vor Fremden ab. Sie klagte sogar dem Bankberater(!) ihr Leid! Über ihre Arbeit, ihre Aufopferung für die Tiere, Ihre Schmerzen, ihre gemeine Familie. Eine Stunde lang versucht der Bankberater ihr ein Produkt zu erklären und sie fällt ihm immer wieder ins Wort "Wissen wie wie viel Arbeit Meerschweinchen sind?" Augenrollend wendete sich der Bankberater mir zu und ich versuchte ich immer wieder einzufangen. Nach dem Banktermin hatte sie kaum was vom Bankberater verstanden und meinte im Auto nur zu mir "So ein unfreundlicher Mensch, hat der eigentlich kapiert wie schwer ich es habe?"

Solche Themen wie die Meerschweinchen sind Stellvertreterkriege für andere unterbewusste Ängste, Einsamkeit, Kontrollverlust und Versagensgefühle meiner Mutter. In den Gesprächen geht es meiner Mutter nicht um die Tiere sondern um emotionale Resonanz, um Anerkennung, die sie im Leben sonst nicht erhalten hat. Die Themen wechseln sich dabei durch. Neulich war es Gießwasser, welches von einem Balkon über ihr hinabtropft. Wochenlang immer wieder das Gießwasser... Lösungen will sie nicht, sie will nur Mitleid.

Teilweise kann ich meiner Mutter noch was aus meinem Leben erzählen, aber selbst harmlose Gespräche sind schwierig wenn sie mich alle paar Minuten mit "Meerschweinchen" unterbricht, weil sie eigentlich nur hören will: "Du hast es ja soooo schwer im Leben, alle sind gemein zu dir. Du bist an nichts schuld, der Tierarzt ist gemein zu dir und auch die 20(!) Orthopäden, die dich nicht gesund gezaubert haben."
Ein Orthopäde hatte sogar die Unverschämtheit, ihr Krankengymnastik zu empfehlen! Bewegen! meine Mutter! Das geht nicht! Sie muss sich ja 24 Stunden um die Meerschweinchen kümmern!

Zwischendurch muss ich mir manchmal ein Lachen verkneifen, weil es zu absurd wird. Oder ich gerate in einen Sarkasmus: "Ja stimmt, die Meerschweinchen brauchen dich 24 Stunden am Tag, bewundernswert, dass du noch die 5 Minuten zum benachbarten Aldi einkaufen gehen kannst." Der Witz ist: Sie versteht diesen Sarkasmus nicht mal....
 
Heute mal ein Telefonat, welches ich verhältnismäßig kurz (aber sicher nicht immer noch zu lang) gehalten habe.

Obwohl es derzeit abgekühlt ist und meine Mutter nur 24 Grad in der Wohnung hat, hatte sie nichts anderes im Kopf als ihre Meerschweinchen, die Zitat "ab 26 Grad sterben" würden.
24 Stunden am Tag würde sie Kühlpacks in den Käfigen austauschen. Die Pflege der 2 Meerschweinchen nimmt sie angeblich vollständig in Anspruch. Vor lauter Sorge könne sie nicht mehr schlafen. Auch beim Tierarzt sei sie gewesen, der sie aber nicht ernst nehmen würde (vermutlich hat der Tierart sie ausgelacht).

Wenn man weiß wie meine Mutter tickt, ist sie sehr berechenbar. Wenn sie Aufmerksam will, dramatisiert sie Dinge immer weiter hoch. Aus einem Kratzer, wird eine Wunde, aus einer Wunde eine Blutvergiftung, aus einer Blutvergiftung ihr Tod.
Für Außenstehende wirkt ihre Sorge um z.B. ihre Tier erstmal nachvollziehbar. Wo ist das Problem wenn sie mal ihre Sorge äußert? Das Problem ist, dass sie ihre Sorge in einer halbe Stunde Telefonat 5 mal von neuem äußert und über Wochen über nichts anderes mehr spricht. Das Ziel ist immer das gleiche: Mitleid, Anerkennung, Opferrolle, etc.

Die gleiche Show zieht sie auch vor Fremden ab. Sie klagte sogar dem Bankberater(!) ihr Leid! Über ihre Arbeit, ihre Aufopferung für die Tiere, Ihre Schmerzen, ihre gemeine Familie. Eine Stunde lang versucht der Bankberater ihr ein Produkt zu erklären und sie fällt ihm immer wieder ins Wort "Wissen wie wie viel Arbeit Meerschweinchen sind?" Augenrollend wendete sich der Bankberater mir zu und ich versuchte ich immer wieder einzufangen. Nach dem Banktermin hatte sie kaum was vom Bankberater verstanden und meinte im Auto nur zu mir "So ein unfreundlicher Mensch, hat der eigentlich kapiert wie schwer ich es habe?"

Solche Themen wie die Meerschweinchen sind Stellvertreterkriege für andere unterbewusste Ängste, Einsamkeit, Kontrollverlust und Versagensgefühle meiner Mutter. In den Gesprächen geht es meiner Mutter nicht um die Tiere sondern um emotionale Resonanz, um Anerkennung, die sie im Leben sonst nicht erhalten hat. Die Themen wechseln sich dabei durch. Neulich war es Gießwasser, welches von einem Balkon über ihr hinabtropft. Wochenlang immer wieder das Gießwasser... Lösungen will sie nicht, sie will nur Mitleid.

Teilweise kann ich meiner Mutter noch was aus meinem Leben erzählen, aber selbst harmlose Gespräche sind schwierig wenn sie mich alle paar Minuten mit "Meerschweinchen" unterbricht, weil sie eigentlich nur hören will: "Du hast es ja soooo schwer im Leben, alle sind gemein zu dir. Du bist an nichts schuld, der Tierarzt ist gemein zu dir und auch die 20(!) Orthopäden, die dich nicht gesund gezaubert haben."
Ein Orthopäde hatte sogar die Unverschämtheit, ihr Krankengymnastik zu empfehlen! Bewegen! meine Mutter! Das geht nicht! Sie muss sich ja 24 Stunden um die Meerschweinchen kümmern!

Zwischendurch muss ich mir manchmal ein Lachen verkneifen, weil es zu absurd wird. Oder ich gerate in einen Sarkasmus: "Ja stimmt, die Meerschweinchen brauchen dich 24 Stunden am Tag, bewundernswert, dass du noch die 5 Minuten zum benachbarten Aldi einkaufen gehen kannst." Der Witz ist: Sie versteht diesen Sarkasmus nicht mal....
Anscheinend willst Du es ja so, sonst würdest Du das Spiel nicht ständig immer wieder mitmachen.
 
Ich würde ihr nix mehr über Dich berichten.
Wenn sie von ihren Meerschweinen berichtet hätte ihr nach 3 bis 5 Minuten gesagt, dass dich das Thema nicht interessiert.
Reagiert sie dann pampig, beleidigt hätte ich das Telefonat beendet.

Ich verstehe es nicht warum du dieses Spiel mitspielst.
 
Musst du Banktermine mit ihr machen? Ich würde mir das nicht antun.

Ihre Ärzte etc. müssen selbst schauen, wie sie mit ihr klarkommen. Die kennen solche Leute sicher.

Du selbst darfst das Gespräch nach der zweiten Wiederholung abbrechen. Bringt doch nichts.

Klar, es ist vermutlich wie bei einem Unfall, eigentlich schrecklich, aber man muss trotzdem irgendwie hinschauen.
 

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