Es ist unglaublich schwierig bis aussichtslos, dass man noch maßgebliche Veränderungen oder Einsicht ab einem gewissen Alter erreicht. Ich kenne einige Fälle, die durch das Versäumnis rechtzeitiger Psychotherapie (war damals, als es nötig gewesen wäre, schlicht noch nicht wirklich angeboten und als notwendig erkannt), im fortgeschrittenen Alter als „nicht mehr therapierbar“ eingestuft werden, zu sehr haben sich die falschen Verknüpfungen festgesetzt und das Einsichtsvermögen ist nicht mehr vorhanden.
Daher ist es unglaublich wichtig, dass Du Dich,
@Andreas900 , so gut wie möglich abgrenzt und damit hast Du ja begonnen.
Ihr Unterstützung im Alltag zu geben, wenn sie es alleine noch schafft, ist keinerlei Notwendigkeit.
Schafft sie es nicht (mehr) alleine, dann gibt es eine Betreuung und die muss nicht innerhalb der Familie gefunden werden! Darauf gibt es kein Recht, welches einklagbar wäre und das kann man durchaus kommunizieren.
Damit erreicht man eventuell auch eine geringfügige Einsicht beim Fordernden und dann eine Entspannung der Situation („erst wieder melden, wenn Punkt A,B,C wirklich angekommen sind und respektiert und beachtet werden“). Wenn Telefonate das nicht zeigen, dann keine Telefonate mehr. Wenn Treffen reiner Stress sind, dann abbrechen.
Sie übt Druck aus und fordert, was eigentlich ein aufeinander Zugehen und vielleicht mal freundlich bitten sein müsste! Daraus ergibt sich, für mich, ganz klar meine Gegenforderung, die die Einhaltung und Akzeptanz meiner Grenzen bedeutet. Und dabei wird dann klar kommuniziert, dass es erst wieder Kontakt gibt, wenn diese Akzeptanz ehrlich und gelebt ist.
Deine Großmutter hat die Situation leider verschlimmert, was nicht ihre Idee war und was man ihr auch nicht vorwerfen kann, dennoch ist es Fakt! Wieso vermacht sie Deiner Mutter den gesparten Kindesunterhalt. Das ist Geld, welches den Großeltern und dann Dir zugestanden hätte und nicht der Erzeugermutter. Mit dem Hauskauf hat sie der Erzeugermutter unwillentlich ein großes Druckmittel in die Hand gegeben, darunter leidest Du jetzt emotional umso mehr.
Man sagt es leicht dahin, der Weg ist schwierig aber er ist es wert: Du musst Dir, mit oder ohne Hilfe, Deinen persönlichen Schutzraum aufbauen (da sind professionelle Ratschläge nicht zu verachten) und raus aus den negativen, belastenden Gefühlen hin zu einer „Egalhaltung“, weil das die neutralste Form überhaupt ist. Liebe und Hass sind starke Emotionen, Egal ist emotionslos. Man liebt einen Menschen und ist positiv gestimmt, bricht das auseinander, dann ist Hass (in verschiedensten Ausformungen) der Gegenpol und somit negativ, bei „egal“ wird es rein sachlich begründet und Belastung schwindet.
Wenn es Dir möglich ist, kann ich nur empfehlen, die Grenzen nochmal anders zu stecken. Mein Vorgehen wäre:
1. 1 Telefonat pro Woche zu einem festen Termin, also Mittwoch um 19.30 Uhr z.B. und nicht länger als 15/20 min.
2. keine Treffen bis auf Weiteres, einzig denkbare Ausnahme zu ihrem Geburtstag ein kurzer Besuch.
3. positive, zielführende Telefonate ohne Hass, Ablehnung, Rassismus etc.
Das eine Telefonat verlangt ihr also ab, Dir gegenüber eine andere Haltung einzunehmen und sich darin zu beweisen. Bis das wirklich bewiesen ist (das ist Deine Forderung!), wird es keine Treffen geben! Und dann kann man durchaus sagen, dass es einem egal ist, ob sie auf dem Küchenboden verschimmelt, weil der Beweis echter Empathie und der Kontaktwunsch von ihr nicht positiv vorangetrieben wurde. Jede, wirklich jede, Beziehung erfordert Geben auf beiden Seiten, erst dann ist Nehmen überhaupt denkbar.
Es ist ein Weg, der wirklich hart ist, den Du aber für Dich gehen solltest, ansonsten gehst Du vor die Hunde.
Hole Dir Informationen bzgl. Betreuungsvollmachten etc. Selbsthilfevereine, Anwälte, es gibt verschiedentliche Anlaufstellen, die Beratung bieten und damit gewinnst Du Sicherheit für Dich und das ist erst einmal die oberste Priorität.
Ich drücke Dir die Daumen und bin mir sicher, dass Du den richtigen Weg finden wirst.