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Frusttagebuch: Mutter

Boshaftigkeit ist keine psychische Erkrankung, sondern ein Wesenszug. Ja, und es ist boshaft, dem eigenen Sohn ununterbrochen die Ohren vollzujammern und nicht das geringste Interesse für dessen Leben aufzubringen.

Man erkennt das "Böse" nicht an ungeheuerlichen Taten, sondern am Verstoß gegen elementare Regeln des Anstands und der Umgangsformen. Diese seltsamen Telefonate sind dafür prototypisch. Wer schon da auf alle Normen pfeift, nimmt es auch sonst mit nichts genau.
 
Bei allem Verständnis, aber ich würde mir das echt nicht mehr antun. Erst recht nicht, sie zu was sie dem Banktermin begleiten, wenn sie sich nicht mal da angemessen verhalten kann. Wenn sie solche Termine nicht allein schafft, muss eben ein Betreuer bestellt werden.

Ich kriege schon beim Lesen als Unbeteiligte Puls und würde das niemals mitmachen und aushalten.
 
Deine Mutter lebt in ihrer eigenen Welt und in ihrem eigenen Kinofilm.

Nimm ihre Sätze und Wörter nicht so ernst ...und beende wesentlich schneller die Gespräche mit ihr.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei allem Verständnis, aber ich würde mir das echt nicht mehr antun. Erst recht nicht, sie zu was sie dem Banktermin begleiten, wenn sie sich nicht mal da angemessen verhalten kann. Wenn sie solche Termine nicht allein schafft, muss eben ein Betreuer bestellt werden.

Ich kriege schon beim Lesen als Unbeteiligte Puls und würde das niemals mitmachen und aushalten.
Das sagt sich so leicht und ist sicher nur für jemanden nachvollziehbar, der das auch erlebt hat.

@Andreas900 erkennt ja, dass er etwas ändern muss, wenn er nicht durchdrehen will. Da man sich lange Zeit in diesem Hamsterrad gedreht hat, braucht es eine Weile, das alles, so nach und nach, auf ein erträgliches Maß runterzuschrauben und für sich rigoros Grenzen zu setzen.
Ich bin sicher, das wird dir @Andreas900 immer besser gelingen.
 
Musst du Banktermine mit ihr machen? Ich würde mir das nicht antun.

Ihre Ärzte etc. müssen selbst schauen, wie sie mit ihr klarkommen. Die kennen solche Leute sicher.

Du selbst darfst das Gespräch nach der zweiten Wiederholung abbrechen. Bringt doch nichts.

Klar, es ist vermutlich wie bei einem Unfall, eigentlich schrecklich, aber man muss trotzdem irgendwie hinschauen.
Das Thema Banktermine hatte ich nach diesem besagtem Termin beendet und meiner Mutter gesagt, dass sie sich ohne mich darum kümmern muss.

Aus gelegentlichen Äußerungen von ihr und etwas eigener Fantasie kann ich mir lebhaft vorstellen, wie schön das für den Bankberater ist 😅 Neulich berichtet mir meine Mutter, dass der Bankberater "so schwer zu erreichen" sei und immer "so kurz angebunden". Leute... der hat sowas von keinen Bock auf meine Mutter, herrlich! 🤣
 
Das sagt sich so leicht und ist sicher nur für jemanden nachvollziehbar, der das auch erlebt hat.

@Andreas900 erkennt ja, dass er etwas ändern muss, wenn er nicht durchdrehen will. Da man sich lange Zeit in diesem Hamsterrad gedreht hat, braucht es eine Weile, das alles, so nach und nach, auf ein erträgliches Maß runterzuschrauben und für sich rigoros Grenzen zu setzen.
Ich bin sicher, das wird dir @Andreas900 immer besser gelingen.
Ja, es ist einerseits das Hamsterrad, andererseits die Alternative. Ich will keinen vollständigen Kontaktabbruch, also muss ich mir zumindest alle paar Woche mal für ne halbe Stunde ein Gespräch antun.

Über die Zeit habe ich versucht Regeln zu stecken.

1. statt wie von meiner Mutter gewünscht tägliche und stundenlange Telefonate, maximal 1 Anruf in der Woche, maximal eine Stunde
2. statt wie von meiner Mutter gewünscht wöchentliche Treffen, ein Treffen ca 4-5 Mal im Jahr
3. keine politischen Themen (insbesondere keine abwertenden oder rassistischen Äußerungen)

Diese Regeln werden auch weitestgehend eingehalten, auch wenn ich dies aktiv einfordern muss.
 
Es ist unglaublich schwierig bis aussichtslos, dass man noch maßgebliche Veränderungen oder Einsicht ab einem gewissen Alter erreicht. Ich kenne einige Fälle, die durch das Versäumnis rechtzeitiger Psychotherapie (war damals, als es nötig gewesen wäre, schlicht noch nicht wirklich angeboten und als notwendig erkannt), im fortgeschrittenen Alter als „nicht mehr therapierbar“ eingestuft werden, zu sehr haben sich die falschen Verknüpfungen festgesetzt und das Einsichtsvermögen ist nicht mehr vorhanden.

Daher ist es unglaublich wichtig, dass Du Dich, @Andreas900 , so gut wie möglich abgrenzt und damit hast Du ja begonnen.
Ihr Unterstützung im Alltag zu geben, wenn sie es alleine noch schafft, ist keinerlei Notwendigkeit.
Schafft sie es nicht (mehr) alleine, dann gibt es eine Betreuung und die muss nicht innerhalb der Familie gefunden werden! Darauf gibt es kein Recht, welches einklagbar wäre und das kann man durchaus kommunizieren.
Damit erreicht man eventuell auch eine geringfügige Einsicht beim Fordernden und dann eine Entspannung der Situation („erst wieder melden, wenn Punkt A,B,C wirklich angekommen sind und respektiert und beachtet werden“). Wenn Telefonate das nicht zeigen, dann keine Telefonate mehr. Wenn Treffen reiner Stress sind, dann abbrechen.
Sie übt Druck aus und fordert, was eigentlich ein aufeinander Zugehen und vielleicht mal freundlich bitten sein müsste! Daraus ergibt sich, für mich, ganz klar meine Gegenforderung, die die Einhaltung und Akzeptanz meiner Grenzen bedeutet. Und dabei wird dann klar kommuniziert, dass es erst wieder Kontakt gibt, wenn diese Akzeptanz ehrlich und gelebt ist.
Deine Großmutter hat die Situation leider verschlimmert, was nicht ihre Idee war und was man ihr auch nicht vorwerfen kann, dennoch ist es Fakt! Wieso vermacht sie Deiner Mutter den gesparten Kindesunterhalt. Das ist Geld, welches den Großeltern und dann Dir zugestanden hätte und nicht der Erzeugermutter. Mit dem Hauskauf hat sie der Erzeugermutter unwillentlich ein großes Druckmittel in die Hand gegeben, darunter leidest Du jetzt emotional umso mehr.
Man sagt es leicht dahin, der Weg ist schwierig aber er ist es wert: Du musst Dir, mit oder ohne Hilfe, Deinen persönlichen Schutzraum aufbauen (da sind professionelle Ratschläge nicht zu verachten) und raus aus den negativen, belastenden Gefühlen hin zu einer „Egalhaltung“, weil das die neutralste Form überhaupt ist. Liebe und Hass sind starke Emotionen, Egal ist emotionslos. Man liebt einen Menschen und ist positiv gestimmt, bricht das auseinander, dann ist Hass (in verschiedensten Ausformungen) der Gegenpol und somit negativ, bei „egal“ wird es rein sachlich begründet und Belastung schwindet.
Wenn es Dir möglich ist, kann ich nur empfehlen, die Grenzen nochmal anders zu stecken. Mein Vorgehen wäre:
1. 1 Telefonat pro Woche zu einem festen Termin, also Mittwoch um 19.30 Uhr z.B. und nicht länger als 15/20 min.
2. keine Treffen bis auf Weiteres, einzig denkbare Ausnahme zu ihrem Geburtstag ein kurzer Besuch.
3. positive, zielführende Telefonate ohne Hass, Ablehnung, Rassismus etc.

Das eine Telefonat verlangt ihr also ab, Dir gegenüber eine andere Haltung einzunehmen und sich darin zu beweisen. Bis das wirklich bewiesen ist (das ist Deine Forderung!), wird es keine Treffen geben! Und dann kann man durchaus sagen, dass es einem egal ist, ob sie auf dem Küchenboden verschimmelt, weil der Beweis echter Empathie und der Kontaktwunsch von ihr nicht positiv vorangetrieben wurde. Jede, wirklich jede, Beziehung erfordert Geben auf beiden Seiten, erst dann ist Nehmen überhaupt denkbar.
Es ist ein Weg, der wirklich hart ist, den Du aber für Dich gehen solltest, ansonsten gehst Du vor die Hunde.

Hole Dir Informationen bzgl. Betreuungsvollmachten etc. Selbsthilfevereine, Anwälte, es gibt verschiedentliche Anlaufstellen, die Beratung bieten und damit gewinnst Du Sicherheit für Dich und das ist erst einmal die oberste Priorität.

Ich drücke Dir die Daumen und bin mir sicher, dass Du den richtigen Weg finden wirst.
 

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