Man wächst in einer Freundschaft oft in eine bestimmte Rolle rein, manchmal vielleicht ist man die Hilfsbereite, die ständig da ist, zuhört, macht und tut. Und der oder die Andere gewöhnt sich dran. Irgendwann vielleicht erst fällt einem dieses Ungleichgewicht auf, man hat sich geändert, denkt im positiven Sinne mehr an sich und über sich nach und merkt, dass man sehr wenig zurückbekommt.
Genau diese Entwicklung habe ich in den letzten Jahren vollzogen.
Ich war immer die, die man anruft, wenn es "brennt". Ich wurde abends am Telefon stundenlang vollgelabert, mir wurden intimste Geheimnisse anvertraut, mit dem Vermerk "meinen anderen Freunden sage ich nichts davon, nur dir!". Mir wurde bescheinigt, die "beste Freundin" zu sein- naja, die fun parts übernahmen dann andere... da wurden Festivals und Konzerte gemeinsam besucht, in Urlaub gefahren und diese, recht neuen, Freundinnen wurden auch fleißig mit Herzchen in einer Instastory verlinkt- das wurde mir in zehn Jahren Freundschaft noch nicht ein einziges Mal zuteil!
Mir reichte es. Ich meldete mich nicht mehr, die andere Seite auch nicht. Ich denke, man spürt einfach beidseitig, wenn es "vorbei" ist... diese Frau braucht sich bei mir nicht mehr melden.
Gleichzeitig habe ich neue, positive Menschen in mein Leben gezogen, wo Geben und Nehmen ausgeglichen ist und man zusammen einfach eine gute Zeit hat! Natürlich sprechen wir auch mal über Probleme, aber doch nicht nur. Und auch meine Seite wird gehört, es wird sich für mich interessiert und das fühlt sich nun einfach gut und gesund an.